Europa (Rakete)


Europa (Rakete)
Die Rakete Europa 2. Länge 31,65 m, Durchmesser 3,69 m

Die Europa war eine Serie europäischer Trägerraketen aus den 1960er- und 1970er-Jahren, die jedoch nie kommerziell eingesetzt wurden. Entwickelt wurde sie von der ELDO (European Launcher Development Organisation). Die Testflüge erfolgten von einem Startgelände in Woomera, Australien.

Inhaltsverzeichnis

Europa-Modelle

Europa 1

Die Europa 1 bestand aus 3 Stufen mit einer Gesamthöhe von 31,68 m. Dabei wurde jede dieser Stufen von einem der drei großen beteiligten Staaten der ELDO übernommen. So baute Großbritannien die erste, Frankreich die zweite und Deutschland die dritte Stufe. Die Europa sollte eine Nutzlast von ca. 1200 kg auf eine niedrige Erdumlaufbahn befördern. Ihren Erststart, mit allen drei Stufen, hatte die Europa 1 am 30. Dezember 1968. Der Erststart der ersten Stufe fand bereits am 5. Juni 1964 statt. Es gab insgesamt 10 Starts einer Europa 1, wovon jedoch nur 3 Flüge mit allen drei Stufen erfolgten. Von diesen drei Flügen war einer erfolgreich, es handelte sich dabei um den letzten Flug einer Europa 1 am 12. Juni 1970.


Technische Daten

Leermasse: ca. 10,40 t
max. Startmasse: ca. 105,40 t
Nutzlast (200km): ca. 1000 kg
Nutzlast (500km): ca. 850 kg

Europa 2

Rolls-Royce Triebwerke RZ-12 der Unterstufe, Schub 2x670 kN

Die Europa 2 entsprach weitgehend der Europa 1, besaß jedoch vier anstelle von drei Stufen. Damit sollte ein Satellit von 170 bis 230 kg auf eine geostationäre Umlaufbahn gebracht werden. Da die Rakete den Satelliten nur auf einer geostationären Übergangsbahn aussetzte, entsprach dies einer Nutzlast von 360 bis 420 kg in den GTO-Orbit. Die erste und zweite Stufe entsprachen dabei denen der Europa 1. Die dritte Stufe wurde leicht modifiziert und um eine vierte Stufe ergänzt, um den GTO-Orbit zu erreichen. Die Europa 2 startete am 5. November 1971 vom Centre Spatial Guyanais zu ihrem Erstflug, der jedoch fehlschlug. Dieser Start blieb auch der einzige einer Europa 2. Der Bericht der Untersuchungskommission zeigte gravierende Mängel im Management und der Qualitätssicherung auf, die zur Einstellung der Arbeiten an der zweiten Rakete, deren Start für 1972/1973 vorgesehen war, führten. Ein Modell der Europa 2 kam in das Deutsche Museum in München.

Europa 3

Bei der Europa 3 handelte es sich um einen französischen Entwurf, der von Frankreich bereits seit 1966 entwickelt wurde. Dieser Entwurf wurde nach dem Ende der ELDO der neu gegründeten ESA unterbreitet, in der dann die ELDO aufging. Dieser Entwurf einer Europa 3 wurde die Grundlage für die spätere Ariane 1 der ESA.

Weblinks

 Commons: Europa – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur

  • Niklas Reinke: Geschichte der deutschen Raumfahrtpolitik. Konzepte, Einflussfaktoren und Interdependenzen: 1923-2002, München 2004, ISBN 3-486-56842-6
  • France Durand-de Jongh: De la fusée Véronique au lanceur Ariane. Une histoire d’hommes 1945–1979. Stock, Paris 1998, ISBN 2-234-04659-9
  • Hervé Moulin: La France dans l’Espace 1959–1979 – Contribution à l’effort spatial européen. ESA Publications Division, Noordwijk 2006, ISBN 92-9092-549-3 (PDF, 2,3 MB)
  • F.-Herbert Wenz: Die legendäre EUROPA Trägerrakete. Geschichte und Technik der in Deutschland gebauten 3. Stufe. 1961 - 1973 Stedinger Verlag, Lemwerder 2004, ISBN 3-927697-27-3
  • Bernd Leitenberger: Europäische Trägerraketen Band 1. Von der Diamant zur Ariane 4 - Europas steiniger Weg in den Orbit Books on Demand, Norderstedt 2009, ISBN 3-8370-9591-6



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