Euroland


Euroland

Die Eurozone (offiziell Eurogebiet[1], oder umgangssprachlich Euroland) bezeichnet die Währungsunion der Mitgliedstaaten der Europäischen Union, welche den Euro als offizielle Währung eingeführt haben. Das Eurosystem, welches die Europäische Zentralbank leitet, ist für die Geldpolitik in der Eurozone verantwortlich.

Die Eurozone umfasst 16 EU-Staaten und neun Nicht-EU-Staaten, welche den Euro als Währung benutzen.

Gemessen am Bruttoinlandsprodukt 2008 ist die Eurozone die größte bzw. zweitgrößte Wirtschaftsvereinigung der Welt.[2][3][4][5]

Inhaltsverzeichnis

Mitglieder

██ Eurozone (16)
██ EU-Mitgliedstaaten, welche den Euro einführen möchten (9)
██ EU-Mitgliedstaat mit opt-out zur Euroeinführung (1 - Vereinigtes Königreich)
██ EU-Mitgliedstaat, welcher ein Referendum zur Euro-Einführung abhalten möchte (1 - Dänemark)
██ Nicht-EU-Mitglieder, welche den Euro offiziell benutzen (5)
██ Nicht-EU-Mitglieder, welche den Euro inoffiziell benutzen (4)

1998 erfüllten elf Mitgliedstaaten der EU die Konvergenzkriterien und am 1. Januar 1999 wurde der Euro offiziell als Buchgeld eingeführt. Griechenland erfüllte 2000 die Kriterien und trat der Eurozone am 1. Januar 2001 bei. Am 1. Januar 2002 wurde der Euro mit Euromünzen und Eurobanknoten als offizielle Währung in den zwölf Staaten Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Portugal, Spanien eingeführt. Slowenien erfüllte 2006 die Kriterien und führte am 1. Januar 2007 den Euro als Währung ein. Malta und Zypern erfüllten 2007 die Kriterien und führten am 1. Januar 2008 den Euro als Währung ein. Die Slowakei erfüllte 2008 die Kriterien und führte am 1. Januar 2009 den Euro als Währung ein.

Land Einführung Einwohner Ausnahmen
Belgien 1999-01-011. Januar 1999 000000010666866.000000000010.666.866
Finnland 1999-01-011. Januar 1999 000000005289128.00000000005.289.128
Frankreich 1999-01-011. Januar 1999 000000063392140.000000000063.392.140 Neukaledonien Neukaledonien[6]
Französisch-Polynesien (Tahiti) Französisch-Polynesien[6]
Wallis und Futuna Wallis und Futuna[6]
Deutschland 1999-01-011. Januar 1999 000000082314906.000000000082.314.906
Griechenland 2001-01-011. Januar 2001 000000011125179.000000000011.125.179
Irland 1999-01-011. Januar 1999 000000004239848.00000000004.239.848
Italien 1999-01-011. Januar 1999 000000059131287.000000000059.131.287 Campione d’Italia
Luxemburg 1999-01-011. Januar 1999 000000000476200.0000000000476.200
Malta 2008-01-011. Januar 2008 000000000404962.0000000000404.962
Niederlande 1999-01-011. Januar 1999 000000016471968.000000000016.471.968 Aruba Aruba[7]
Niederländische Antillen Niederländische Antillen[8]
Österreich 1999-01-011. Januar 1999 000000008316487.00000000008.316.487
Portugal 1999-01-011. Januar 1999 000000010599095.000000000010.599.095
Slowakei 2009-01-011. Januar 2009 000000005389180.00000000005.389.180
Slowenien 2007-01-011. Januar 2007 000000002013597.00000000002.013.597
Spanien 1999-01-011. Januar 1999 000000045116894.000000000045.116.894
Zypern 2008-01-011. Januar 2008 000000000766400.0000000000766.400 Türkische Republik Nordzypern Nordzypern[9]
Eurozone 000000325714137.0000000000325.714.137

Erweiterung

██ Mitglieder der Eurozone
██ WKM II Mitglieder
██ EU-Mitglied mit festem Wechselkurs zum Euro (Bulgarien)
██ EU-Mitglied mit freiem Wechselkurs zum Euro
██ Nicht-EU-Mitglieder ohne Beziehung zum Euro
██ Nicht-EU-Mitglieder, welche den Euro benutzen
██ Nicht-EU-Mitglieder mit festem Wechselkurs zum Euro (Bosnien und Herzegowina)

Elf Mitglieder der Europäischen Union benutzen nicht den Euro. Es sind: Dänemark, Schweden, Großbritannien, Bulgarien, Tschechien, Estland, Ungarn, Lettland, Litauen, Polen und Rumänien.

Dänemark und das Vereinigte Königreich erhielten im Maastricht-Vertrag spezielle Opt-outs. Beide Länder sind nicht zur Einführung des Euro verpflichtet, außer ihre Regierungen beschließen oder das Volk stimmt in Referenden für die Einführung. Die derzeitige dänische Regierung hat angekündigt, ein Referendum über die Frage nach der Annahme des Lissabon-Vertrages abzuhalten.[10][11][12]

Schweden hat sich durch den EU-Beitritt im Jahr 1995 dazu verpflichtet, den Euro einzuführen. Das Land verhindert jedoch durch den Nicht-Beitritt zum WKM II, dass der Euro eingeführt werden kann. In einer Volksabstimmung im Jahr 2003 lehnten die Schweden die Euro-Einführung ab. Ein neuerliches Referendum soll nach bisherigen Plänen nicht vor 2013 abgehalten werden. Dieser Zustand wird von der EU-Kommission bislang toleriert, wobei Schweden allerdings als Sonderfall betrachtet wird, da es noch vor Euro-Einführung der EU beitrat.

Bevor ein Land der Eurozone beitreten kann, muss es zwei Jahre Mitglied im WKM II sein. Am 1. Januar 2008 übernahmen fünf National-Banken den WKM II. Die übrigen Währungen dürften folgen, sobald sie die Kriterien erfüllen.

Rumänien plant die Euro-Einführung für 2014.[13] Ungarns Ministerpräsident Péter Medgyessy kündigte 2003 an, dass sein Land 2008 der Eurozone beitreten würde. 2004 wurde das Ziel jedoch auf 2010 geändert. Als Ungarn 2006 ein Programm zur finanziellen Konvergenz verabschiedete, um seine steuerlichen Probleme zu bewältigen, gab es keine Planung mehr zur Euro-Einführung.[14] Estland hatte Probleme bei der Bekämpfung der Inflation, welche die Euroeinführung 2007 verhinderte; der angestrebte Beitritt ist nun für 2011 geplant. Einige neuere Analysen besagen, dass Bulgarien nicht vor 2015 der Eurozone beitreten kann, da es zu hohe Inflationsraten und mit der globalen Finanzkrise zu kämpfen hat.[15]

Am 10. September 2008, als der polnische Ministerpräsident Donald Tusk anlässlich der Eröffnung eines Finanzforums im polnischen Kurort Krynica-Zdrój eine Rede hielt, kündigte er den Beitritt Polens zur Eurozone zu 2012 an, nachdem 2010 ein Referendum und 2011 der Beitritt der Nationalbank Polens zur Europäischen Zentralbank erfolgt ist.[16][17][18] Zuerst muss jedoch die polnische Verfassung geändert werden[19] und der Beitritt Polens zum WKM II erfolgt sein.[20]

Die Finanzkrise hat in Dänemark und Polen zu einem gestiegenen Interesse an der Euroeinführung und in Island zu neuen Debatten über einen EU-Beitritt, einer Voraussetzung für die Euro-Einführung, geführt.[21]

Nachdem Lettland den Internationalen Währungsfonds (IWF) um Hilfe wegen der Finanzkrise gebeten hat, ist es möglich, dass der IWF Lettlands Währung an den Euro bindet, Lettland aus dem WKM II austreten lässt und die Euroeinführung nach 2013 verschiebt.[22]

Am 1. Januar 2009 sagte der tschechische Premierminister Mirek Topolánek, dass die tschechische Regierung bis zum 1. November 2009 einen festen Termin für die Euroeinführung möchte, da Tschechien „alle Konvergenzkriterien zur Euroeinführung erfüllt“.[23]

Verwendung außerhalb der Europäischen Union

Mit formellen Abkommen

Staat/Gebiet Einführung Abkommen Einwohner
Mayotte 1999-01-011. Januar 1999 1998-12-3131. Dezember 1998 000000000186452.0000000000186.452
Monaco 1999-01-011. Januar 1999 1998-12-3131. Dezember 1998 000000000032671.000000000032.671
San Marino 1999-01-011. Januar 1999 1998-12-3131. Dezember 1998 000000000029615.000000000029.615
Saint-Pierre und Miquelon 1999-01-011. Januar 1999 1998-12-3131. Dezember 1998 000000000006125.00000000006.125
Vatikan 1999-01-011. Januar 1999 1998-12-3131. Dezember 1998 000000000000800.0000000000800

Mehrere Staaten außerhalb der EU benutzen den Euro als ihre offizielle Währung. Für eine Einführung, welche das Recht auf Prägung eigener Münzen umfasst, muss ein Abkommen mit einem EU-Land geschlossen werden. Solche Vereinbarungen gibt es mit Monaco, San Marino und dem Vatikan. Diese Länder benutzen bis zur Euroeinführung ihre eigenen Währungen. San Marino und der Vatikan hatten ihre Währungen an die Italienische Lira gebunden und Monaco benutzte den Monegassischen Franc, welcher an den Französischen Franc gebunden war.[24]

Diese Länder haben Vereinbarungen mit der EU und den Mitgliedstaaten: San Marino und der Vatikan mit Italien und Monaco mit Frankreich, welche ihnen die Nutzung und Prägung einer begrenzten Zahl von Euromünzen (mit ihren eigenen nationalen Symbolen auf der Vorderseite) gestattet. Ihre Münzen gelten in der gesamten Eurozone. Sie haben jedoch keine Erlaubnis, Banknoten zu drucken. Über ein ähnliches Abkommen wird mit Andorra verhandelt.

Solche Vereinbarungen wurden auch für zwei Übersee-Territorien Frankreichs geschlossen. Saint-Pierre-et-Miquelon vor der Küste Kanadas und Mayotte im Indischen Ozean, welche nicht zur EU gehören und dennoch den Euro als Währung benutzen dürfen. Sie dürfen jedoch keine eigenen Münzen prägen und Scheine drucken.[25]

Am 22. Februar 2007 wurden Saint Barthélemy und Saint Martin von Guadeloupe getrennt, um zwei neue französische Überseegebiete zu schaffen; bis zur Ratifikation des Lissabon-Vertrages bilden sie einen rechtsfreien Raum.

Ohne formelle Abkommen

Staat/Gebiet Einführung Übernahme Einwohner
Akrotiri und Dhekelia 2008-01-011. Januar 2008 informell 000000000014500.000000000014.500
Andorra 1999-01-011. Januar 1999 Abkommen 000000000082000.000000000082.000
Kosovo 2002-01-011. Januar 2002 Mitgliedschaft 000000002100000.00000000002.100.000
Montenegro 2002-01-011. Januar 2002 Mitgliedschaft 000000000684736.0000000000684.736
Saint Barthélemy 1999-01-011. Januar 1999 informell 000000000008450.00000000008.450
Saint Martin 1999-01-011. Januar 1999 informell 000000000033102.000000000033.102

Andorra besitzt keine offizielle Währung und somit auch keine eigenen Euromünzen. Es hatte zuvor den Französischen Franc und die Spanische Peseta de facto als gesetzliches Zahlungsmittel. Es hatte nie eine Vereinbarung mit Spanien oder Frankreich, aber die EU und Andorra verhandeln derzeit über den offiziellen Status des Euro in Andorra.[26]

Montenegro und der Kosovo benutzen den Euro seit seiner Einführung. Davor war ihre Währung die Deutsche Mark nach dem Jugoslawischen Dinar. Dies war nötig, weil Serbien beide Provinzen mit der Währung destabilisieren wollte. So erhielten sie westliche Hilfe bei der Übernahme und Nutzung der D-Mark (obwohl es keine Beschränkung für die Verwendung des Dinar oder einer anderen Währung gab). Sie übernahmen den Euro, als die D-Mark vom Euro abgelöst wurde, haben jedoch keine Vereinbarung mit der EZB; der Euro ist in beiden Ländern nur im Umlauf.[27][28] Im Kosovo ist außerdem noch der Serbische Dinar im Umlauf, welcher von den serbischen Minderheiten benutzt wird.[29]

Die Einführung des Euro in Montenegro und im Kosovo hat deren Wirtschaft stabilisiert. Aus diesem Grund förderte der Kommissar für Wirtschaft und Währung Joaquín Almunia die Einführung des Euro in kleinen Staaten. Der Präsident der Europäischen Zentralbank Jean-Claude Trichet hat klargestellt, dass die EZB - welche die einseitige Einführung des Euro nicht unterstützt - keine Gründe für die Einführung des Euro in anderen Ländern sieht. Manche in der Türkischen Republik Nordzypern (TRNC) möchten den Euro auch in Nordzypern einführen.[27]

Mit der Einführung des Euro in Zypern haben die britischen Militärbasen Akrotiri und Dekelia, welche vor der Euroeinführung den Zypern-Pfund als Währung benutzten, eingeführt. Die Militärbasen sind zwar Überseegebiete des Vereinigten Königreiches, aber kein Teil der EU und stehen unter Militärischer Rechtsprechung. Unabhängig von ihrer Rechtsprechung wurde die Euroeinführung im Einklang mit der Rechtsprechung Zyperns vollzogen.[30] Nördlich der UN-verwalteten Pufferzone benutzt Nordzypern die neue Türkische Lira. Die Türkische Republik Nordzypern wird nur von der Türkei anerkannt und verwaltet den nördlichen Teil Zyperns, welcher nicht zur EU gehört. Obwohl die gemeinsame Euroeinführung mit der Republik Zypern scheiterte, wird der Euro als Mittel zur Förderung des innerzyprischen Handels und der Reduzierung der Abhängigkeit von der Türkei gesehen.[31] Mit der Verwendung des Euro auf beiden Seiten der Grenze wird dem wirtschaftlichem Aufschwung der Insel geholfen. Der Euro wird als Hilfe zur Wiedervereinigung und Festigung des Friedens gewertet. Die Zypriotischen Euromünzen, welche die griechische und die türkische Sprache verwenden, wurden so gestaltet, dass ein Bezug zu nur einem Teil der Insel nicht nachvollziehbar ist.[32]

Islands ehemalige Außenministerin Valgerður Sverrisdóttir sagte in einem Interview vom 15. Januar 2007, dass sie überprüfen möchte, ob Island den Euro einführen kann, ohne ein Mitglied der EU zu sein. Sie sagte, dass es schwierig sei, mit einer unabhängigen Währung, in einer kleinen Volkswirtschaft auf dem offenen europäischen Markt sich zu behaupten.[33] Eine umfassende Umfrage vom 11. September 2007 von Capacent Gallup ergab, dass 53 Prozent der Befragten für die Annahme des Euro, 37 Prozent gegen den Euro und 10 Prozent unentschlossen waren.[34]

Als Zweitwährung

1998 gab Kuba bekannt, dass das Land anstelle des US-Dollar den Euro als für den internationalen Handel als offizielle Währung übernehmen möchte.[35] Am 1. Dezember 2002 machte Nordkorea eine ähnliche Ankündigung. Seine Währung, der Won, ist nicht konvertibel und kann daher nicht zum Kauf ausländischer Waren verwendet werden. Der Euro ist auch im Inland beliebt, vor allem bei in Kuba lebenden Ausländern. Syrien hat eine ähnliche Beziehung zum Euro und machte 2006 ebensolche Ankündigungen.[36]

2000 begann der irakische Präsident Saddam Hussein den Verkauf irakischen Öls in Euro abzurechnen, nachdem der Ölhandel mit der EU, Indien und China den Handel mit den USA überholt hat. Andere Länder zogen es in Erwägung, dem Beispiel zu folgen, doch nachdem die USA 2003 Saddam Hussein stürzten, nahmen sie alle Änderungen im irakischen Ölhandel zurück und rechnen wieder in US-Dollar ab. Danach hat der Iran überlegt, den Ölpreis in Euro abzurechnen. Am 17. Februar 2008 wurde die Iranische Ölbörse eröffnet. Statt in Euro, werden die Preise allerdings überwiegend in der Landeswährung Rial berechnet.

2008 kündigte die isländische Regierung Devisenkontrollen an, um die isländische Krone zu stabilisieren und ihren Wert gegenüber den Euro festzusetzen. Dies gibt dem Land praktisch einen doppelten Wechselkurs, welche jedoch nötig sind, um die nationalen Reserven zu schützen, nachdem diese wegen der Finanzkrise hohe Verluste erlitten.[37]

Nicht-EU-Mitglieder, deren Währungen an den Euro gebunden ist

Die Währung von Kap Verde ist an den Euro gebunden, weil der Kap-Verde-Escudo vor der Euroeinführung an den portugiesischen Escudo gebunden war. Die Währung von Bosnien und Herzegowina, die Konvertible Mark war vor der Euroeinführung an die D-Mark gebunden, welche vom Euro abgelöst wurde. Der CFA-Franc und der Komoren-Franc, welche in früheren Kolonien Frankreichs benutzt werden, und der CFP-Franc, welcher in den Französischen Überseegebieten im Pazifik benutzt wird, sind an den Euro gebunden, da sie vorher an den französischen Franc gebunden waren.

Euro-Gebiete

Kategorie Einwohner Länder und Gebiete
Offizielle Mitglieder 329 Millionen Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Luxemburg, Malta, Niederlande, Österreich, Portugal, Slowakei, Slowenien, Spanien und Zypern.
Andere europäische Länder und Gebiete, welche den Euro benutzen 3 Millionen Akrotiri und Dhekelia, Andorra, Kosovo, Montenegro, Monaco, San Marino und Vatikan.
Nicht-EU-Mitglieder außerhalb Europas, welche den Euro benutzen 207.000 Clipperton-Insel, Französische Süd- und Antarktisgebiete, Mayotte und Saint-Pierre und Miquelon.
EU-Mitglieder, deren Währung an den Euro gebunden ist 20 Millionen Bulgarien, Dänemark, Estland, Lettland und Litauen.
Nicht-EU-Mitglieder in Europa, deren Währung an den Euro gebunden ist 4 Millionen Bosnien und Herzegowina.
Afrikanische Staaten, welche den CFA-Franc benutzen 110 Millionen Benin, Burkina Faso, Kamerun, Zentralafrikanische Republik, Tschad, Elfenbeinküste, Äquatorial-Guinea, Gabun, Guinea-Bissau, Mali, Niger, Republik Kongo, Senegal und Togo.
Afrikanische Staaten, deren Währung an den Euro gebunden ist 35 Millionen Kap Verde, Komoren und Marokko.
Ozeanische Staaten, welche den CFP-Franc benutzen 0,5 Millionen Französisch-Polynesien, Neu-Kaledonien und Wallis und Futuna.
Summe 503 Millionen 44 Staaten und fünf Gebiete.

Polen hat den Euro offiziell als Zweitwährung eingeführt, jedoch besteht kein fester Wechselkurs des Złoty zum Euro und es kann vorkommen, dass Verkäufer zögerlich reagieren, wenn mit Euro bezahlt wird. (Dies sollte jedoch nicht in Supermärkten, Gaststätten oder Hotels passieren).

Eurogruppe

Jean-Claude Juncker ist der aktuelle Präsident der Eurogruppe

Die Finanzminister der EU-Mitglieder, welche den Euro als Währung eingeführt haben, treffen sich einen Tag vor dem Treffen des Ecofin-Rates des EU-Rates. Rechtlich gesehen ist diese Gruppe jedoch kein offizielles Gremium des Rates der Europäischen Union. Im September 2004 beschloss die Eurogruppe, dass es einen Vize-Präsidenten, welcher für zwei Jahre gewählt wird, geben soll. Der Premier- und Finanzminister Luxemburgs Jean-Claude Juncker war vom 1. Januar 2005 bis zum 31. Dezember 2006 der erste Präsident der Eurogruppe und wurde im September 2006 wiedergewählt.[38]

Im April 2008 schlug Juncker vor, dass die Eurozone beim Internationalen Währungsfonds als ein Mitglied repräsentiert werden soll. Bisher ist jedes Mitglied allein für sich Mitglied beim IWF.[39]

“It is absurd for those 15 countries not to agree to have a single representation at the IMF. It makes us look absolutely ridiculous. We are regarded as buffoons on the international scene.”

„Es ist absurd, dass diese 15 Staaten keiner gemeinsamen Vertretung im IWF zustimmen. Es macht uns absolut lächerlich. Wir sind Witzbolde auf der internationalen Bühne.“

Jean-Claude Juncker am 15. April 2008 in Brüssel[39]

Dagegen erklärte EU-Kommissar Joaquin Almunia, bevor es eine gemeinsame Vertretung gibt, sollte eine gemeinsame politische Agenda vereinbart werden.[39]

Wirtschaft

Vergleich der Eurozone mit anderen Volkswirtschaften, Stand 2006.[40]

Staat Einwohner (in Millionen) BIP Main (in Billionen € berechnet auf der Grundlage der Kaufkraftparität) Anteil am Welt-BIP/GDP (Prozent-Anteil vom BIP) Exporte* (Güter und Dienstleistungen, Prozent-Anteil vom BIP) Importe* (Güter und Dienstleistungen, Prozent-Anteil vom BIP)
Eurozone 317 8.4 14.6 21.7 20.9
EU (27) 494 11.9 21.0 14.3 15.0
USA 300 11.2 19.7 10.8 16.6
Japan 128 3.5 6.3 16.8 15.3

(*) Ohne inner-EU-Handel.

Inflation

HVPI-Zahlen der EZB;[41]

  • Mitte 1999: 1 Prozent
  • Mitte 2000: 2 Prozent
  • Mitte 2001: 2.8 Prozent
  • Mitte 2002: 1.9 Prozent
  • Mitte 2003: 1.9 Prozent
  • Mitte 2004: 2.5 Prozent
  • Mitte 2005: 2.0 Prozent
  • Mitte 2006: 2.5 Prozent
  • Mitte 2007: 1.9 Prozent
  • Mai 2008: 3.7 Prozent

Zinssätze

Zinssätze der Eurozone, festgesetzt von der EZB seit 1999. Die Änderungen sind in Prozent pro Jahr angegeben. Vor Juni 2000 wurden die Hauptfinanzierungsgeschäfte per Zinstender festgelegt. Diese wurde durch Zinstendern, den Zahlen in der Tabelle nach, die sich nach den Mindestzinssatz, der Möglichkeit der Geschäftspartner und der Menge Angebote richtet.[42]

Zinssätze der Eurozone
Datum Einlagefazilität Hauptrefinanzierungsgeschäfte Spitzenrefinanzierungsfazilität
01.01.1999 2.00 3.00 4.50
04.01.1999[43] 2.75 3.00 3.25
22.01.1999 2.00 3.00 4.50
09.04.1999 1.50 2.50 3.50
05.11.1999 2.00 3.00 4.00
04.02.2000 2.25 3.25 4.25
17.03.2000 2.50 3.50 4.50
28.04.2000 2.75 3.75 4.75
09.06.2000 3.25 4.25 5.25
28.06.2000 3.25 4.25 5.25
09.01.2000 3.50 4.50 5.50
06.10.2000 3.75 4.75 5.75
11.05.2001 3.50 4.50 5.50
31.08.2001 3.25 4.25 5.25
18.09.2001 2.75 3.75 4.75
09.11.2001 2.25 3.25 4.25
06.12.2002 1.75 2.75 3.75
07.03.2003 1.50 2.50 3.50
06.06.2003 1.00 2.00 3.00
06.12.2005 1.25 2.25 3.25
08.03.2006 1.50 2.50 3.50
15.06.2006 1.75 2.75 3.75
09.08.2006 2.00 3.00 4.00
11.10.2006 2.25 3.25 4.25
13.12.2006 2.50 3.50 4.50
14.03.2007 2.75 3.75 4.75
13.06.2007 3.00 4.00 5.00
09.07.2008 3.25 4.25 5.25
08.10.2008 2.75 4.75
09.10.2008 3.25 4.25
15.10.2008 3.25 3.75 4.25
12.11.2008 2.75 3.25 3.75
10.12.2008 2.00 2.50 3.00
21.01.2009 1.00 2.00 3.00

Finanzpolitik

Das wichtigste Mittel für die finanzpolitische Koordinierung innerhalb der EU liegt in der Wirtschaftspolitik, die für alle Mitgliedstaaten, aber insbesondere in Bezug auf die 16 derzeitigen Mitglieder der Eurozone von Bedeutung ist. Diese Richtlinien sind nicht verbindlich, sondern sie repräsentieren die Koordinierungspolitik zwischen den EU-Mitgliedstaaten, um die zusammenhängenden Strukturen ihrer Volkswirtschaften zu berücksichtigen.

Für ihre gegenseitige Sicherheit und zur Stabilität der Währung, haben die Mitglieder der Eurozone den Stabilitäts- und Wachstumspakt einzuhalten, welcher die vereinbarte Höhe der Defizite und der Staatsverschuldung mit den damit verbundenen Sanktionen für die Abweichung festschreibt. Der Pakt hatte ursprünglich eine Obergrenze von 3 Prozent des BIP für das jährliche Defizit der Euro-Mitgliedstaaten, mit Geldbußen den Staat, der diesen Betrag uberschreitet. Im Jahr 2005 überschritten Portugal, Deutschland und Frankreich diesen Betrag, dennoch stimmte der Ministerrat nicht für Geldbußen. Anschließend wurden Reformen verabschiedet, welche mehr Flexibilität ermöglichten und die wirtschaftlichen Möglichkeiten der Mitgliedstaaten berücksichtigen.

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung senkte am 20. März 2008 ihre Wirtschaftswachtumsprognosen für das erste Halbjahr 2008 in der Eurozone herab. Europa hat kaum noch Möglichkeiten, seine Steuer- und Geldpolitik zu vereinfachen, warnte die 30-Staaten-Gruppe. Die OECD-Prognosen für das erste Halbjahr 2008 sahen das Wirtschaftswachstum bei nur 0,5 Prozent, wobei mit 0,4 Prozent keine Verbesserung für das zweite Halbjahr erwartet wurde.

Globale Finanzkrise

Die Staats-und Regierungschefs der Eurozone trafen sich am 11. Oktober 2008 zu einem Finanz-Gipfel in Paris, um einen gemeinsamen Aktionsplan für die Eurozone und die Europäische Zentralbank zu erarbeiten, welcher die Auswirkungen und Folgen der Finanzkrise reduzieren soll.

Die Regierungschefs der Europäischen Union beschlossen einen Plan, welcher die Finanzkrise mit Hunderten Milliarden Euro Investitionen bekämpfen soll. Sie beschlossen einem Bankrettungsplan: Regierungen können Banken mit finanziellen Mitteln schützen, wogegen die Banken strenge Auflagen erfüllen müssen. Geeintes Handeln gegen die Krise sei von entscheidender Bedeutung um zu verhindern, dass die Maßnahmen eines Landes einem anderen schaden könnten und die Zahlungsfähigkeit beeinflussen könnten. In der Weltwirtschaftskrise, gegen welche die Staaten eigenständig sogenannte „Bettler-über-Nacht-Maßnahmen“ beschlossen, welche jedoch die Auswirkungen der Krise nur verschlimmerten.[44]

Siehe auch

Portal
 Portal: Europäische Union – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Europäische Union

Einzelnachweise

  1. EZB:EZB-Rat
  2. CIA - The World Factbook -- Rank Order - GDP (purchasing power parity)
  3. Weak dollar costs U.S. economy its No. 1 spot
  4. Weak Dollar Costs U.S. Economy Its World No. 1 Spot
  5. U.S. No Longer World's Largest Economy
  6. a b c Die französischen Überseegebiete im Pazifik benutzen den CFP-Franc.
  7. Aruba benutzt den Aruba-Florin. Es gehört zum Königreich der Niederlande, jedoch nicht zur EU.
  8. Die Niederländischen Antillen benutzen den Antillen-Gulden. Es gehört zum Königreich der Niederlande, jedoch nicht zur EU.
  9. Die Türkische Republik Nordzypern wird nicht von der EU anerkannt und benutzt die Neue Türkische Lira. Jedoch ist der Euro im Umlauf.
  10. Newsvine - Denmark to Hold New Referendum on Euro
  11. FT.com: World - Denmark to hold new referendum on euro
  12. Denmark to hold second euro referendum - EurActiv.com | EU - European Information on Economy & Euro
  13. Fifth Report on the Practical Preparations for the Future Enlargement of the Euro Area
  14. Index - A gólya és a kettős kereszt már foglalt
  15. Bulgaria’s Eurozone accession drifts away
  16. Poland may hold euro referendum in 2010-Deputy PM
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  • Euroland — a name used informally by politicians, news reporters etc to describe the area of Europe in which the Euro is used as the standard unit of money …   Dictionary of contemporary English

  • Euroland — noun see ↑euro area under ↑euro1 • • • Main Entry: ↑Euro …   Useful english dictionary

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