Eule (Orgelbauer)

Eule (Orgelbauer)
Geschäftsanzeige im sächsischen Amtskalender 1917

Das Unternehmen Hermann Eule in Bautzen wurde am 26. Januar 1872 als Orgelbauunternehmen gegründet und trat damit die Nachfolge einer langen, seit dem 16. Jahrhundert belegten Orgelbautradition in Bautzen an.

Gründer der Firma war Hermann August Eule, der von 1846 bis 1929 lebte. Hans Eule übernahm 1957 das Unternehmen von der Tochter des Gründers und führte es bis 1971. Im Jahr 1972 wurde der zuvor schon mit staatlicher Beteiligung arbeitende Betrieb enteignet, 1990 jedoch reprivatisiert. Bis 1995 führte Armin Zuckerriedel (* 1942) das Unternehmen. 2006 ging die Geschäftsleitung an Anne-Christin Eule, der Enkelin von Ingeborg Eule, sowie Orgelbaumeister Christoph Kumpe, seit 1978 im Betrieb und seit Jahren als Konstrukteur und Werkstattleiter tätig.

Zu DDR-Zeiten wurde eine transportable Konzertorgel entwickelt, die in einem Trabant Kombi zu den Spielorten gebracht werden kann. Sie wird häufig für den Basso Continuo eingesetzt, anstatt eines Cembalo. Heute werden neben Neubauten vor allem Restaurierungen historischer Orgeln durchgeführt. Die Firma sieht sich dabei der großen sächsischen Orgelbautradition des Gottfried Silbermann verpflichtet.

Allein in Sachsen sind heute (Stand: 2008) 194 Orgeln von Hermann Eule und seinen Nachfolgern in Betrieb.[1] Das Unternehmen stellt neben Kirchenorgeln auch Orgeln für Bildungseinrichtungen her, unter anderem die Orgeln im Konzertsaal der Hochschule für Musik und Theater in Leipzig und in der Samuel Rubin Academy of Music in Tel-Aviv (beide 2002) und die Unterrichtsorgel der Universität Mozarteum in Salzburg (2007).[2]

Weblinks

Einzelnachweis

  1. Orgeldatenbank der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens
  2. Überblick über Orgelneubauten auf der Webpräsenz des Unternehmens

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