Elias Canetti


Elias Canetti
Elias Canetti im Oktober 1970 auf der Tagung Forum für Entwicklungspolitik in der Bonner Beethovenhalle; als Zuhörer links vom Pult
Canettis Grabmal in Zürich

Elias Canetti (* 25. Juli 1905 in Russe, Bulgarien; † 14. August 1994 in Zürich) war ein Schriftsteller und Aphoristiker deutscher Sprache und Literatur-Nobelpreisträger 1981.

Inhaltsverzeichnis

Überblick

Canetti, der älteste Sohn einer wohlhabenden sephardisch-jüdischen Kaufmannsfamilie, verbrachte seine Kindesjahre in Bulgarien und England. Nach dem frühen Tod seines Vaters im Jahr 1912 siedelt die Familie nach Wien um. 1916 ziehen Mutter, Geschwister und Elias Canetti wegen des österreichischen Kriegspatriotismus in die neutrale Schweiz,[1][2] wo Canetti 1917 bis 1921 das Realgymnasium Rämibühl in Zürich besuchen kann. 1921 zieht Canetti alleine nach Deutschland, wo er 1923 Abitur am Wöhler-Realgymnasium in Frankfurt am Main machte.[1]

Ab 1924 lebte er wieder in Wien[3]. 1925 beschäftigt er sich das erste Mal mit dem sozialpsychologischen Phänomen der „Masse”, das er sein Leben lang erforscht. 1928 arbeitet er während der Semesterferien in Berlin als Übersetzer bei Wieland Herzfelde, für dessen Malik-Verlag. Nach seiner Promotion ein Jahr später in Chemie nimmt er diese Tätigkeit wieder auf.[1]

Ab 1930 konzipiert er einen achtbändigen Romanzyklus, dessen erstes Werk, Die Blendung er 1931 beenden kann.

1938 zwang ihn der „Anschluss“ Österreichs an das nationalsozialistische Deutsche Reich mit seiner Frau Veza nach London zu emigrieren, wo er nach dem Krieg blieb und die britische Staatsbürgerschaft erwarb. In den 1970er Jahren lebte er zunehmend, in den 1980er Jahren bald ausschließlich in der Schweiz. Canetti starb 1994 in Zürich.[1]

Als Schriftsteller ist Canetti nicht leicht in Kategorien oder literarische Strömungen einzuordnen. Sein Werk ist außerordentlich vielseitig, schon was die verwendeten literarischen Gattungen betrifft.

Er hat unter anderem einen Roman veröffentlicht (Die Blendung), drei Dramen, eine anthropologische Studie (Masse und Macht), aphoristische Aufzeichnungen und eine mehrbändige Autobiografie. Da er zögerlich veröffentlicht hat, wurde er, besonders im deutschen Sprachraum, nur allmählich einer größeren Öffentlichkeit bekannt.

In den 1960er Jahren empfing er zahlreiche Preise und Auszeichnungen (so etwa 1966 den Deutschen Kritikerpreis und den Literaturpreis der Stadt Wien, 1969 den Großen Literaturpreis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste, 1972 den Georg-Büchner-Preis und 1975 den Nelly-Sachs-Preis), schließlich erhielt er 1981 den Nobelpreis für Literatur.

Bei aller Verschiedenheit der literarischen Gattungen, in denen er tätig war, ist Canettis Werk thematisch recht homogen. Er suchte alle Auswirkungen, die das Bewusstsein des Todes für das Leben des Menschen hat, zu erforschen – daher sein Interesse für die verschiedenen Religionen und Glaubensformen. Sein Interesse an Massenphänomenen und Erscheinungsformen der Macht entstand im Kontakt mit den Massenbewegungen der Zwanziger Jahre.[4] Bei aller Skepsis war Canetti jedoch nicht von pessimistischer Grundhaltung geprägt, vielmehr sah er es als den Beruf des Dichters (so der Titel eines Essays von 1976), Raum für „Hoffnung“ und Wege aus dem „Chaos“ zu schaffen.

Leben

Kindheit und Jugend

Elias Canetti wurde am 25. Juli 1905 in Russe in Bulgarien geboren. Seine Eltern Jacques und Mathilde Canetti entstammten zwei wohlhabenden spaniolisch-jüdischen Kaufmannsfamilien, die über die Türkei nach Bulgarien gekommen waren. Als sich 1911 die Möglichkeit ergab, sich bei einem in England tätigen Verwandten geschäftlich zu beteiligen, nutzte die Familie die Gelegenheit, nach Manchester zu ziehen. Die insgesamt nur 6 Jahre, die Canetti in Bulgarien verbrachte, hat er später im ersten Band seiner Lebensgeschichte eindrücklich beschrieben. Aber auch in England blieb er zunächst nicht lange, denn im Oktober 1912 starb völlig überraschend der noch ganz junge und scheinbar kerngesunde Vater, möglicherweise an einem Herzinfarkt – eine Erfahrung, die sicher wesentlichen Einfluss auf Canettis spätere Beschäftigung mit dem Tode haben sollte. Die Mutter entschloss sich daraufhin, mit Elias und seinen beiden jüngeren Brüdern nach Wien zu ziehen. Erst jetzt erhielt Elias, dessen Muttersprache das judenspanische Ladino war und der in England Englisch und etwas Französisch gelernt hatte, in einer Art pädagogischer Rosskur Deutschunterricht von der Mutter. Teils wegen des ausgebrochenen Ersten Weltkrieges, teils wegen einer andauernden Krankheit der Mutter wechselte die Familie in den folgenden Jahren noch mehrfach den Wohnsitz, und Canetti lebte jeweils einige Jahre in Zürich (1916–1921) und in Frankfurt am Main (1921–1924), wo er an der Wöhlerschule das Abitur ablegte.

In den Jahren nach dem Tod des geliebten Vaters entwickelte Canetti eine sehr enge, eifersüchtige Beziehung zur Mutter, einer sehr stolzen und selbständigen Frau mit leidenschaftlichem Interesse für Theater und Literatur. Mit den Leseabenden, bei denen Mutter und Sohn gemeinsam klassische Dramen lasen, gab sie dem Wunsch Canettis, später selbst Dichter zu werden, lange Zeit Nahrung. Später sah sie diese Entwicklung zunehmend mit Besorgnis und suchte den Sohn zu einem praktischen Beruf zu drängen. Der Umzug aus der idyllischen Schweiz ins inflationsgebeutelte Deutschland war ihr Versuch, Elias auf den Boden der Tatsachen zurückzubringen. Diese Strategie war aber nicht erfolgreich: Elias entfremdete sich in den 1920er Jahren zunehmend von der Mutter und brach schließlich ganz mit ihr.

Wien (1924–1938)

Während Canettis Mutter und Brüder sich in Frankreich niederließen, zog er 1924 wieder nach Wien und studierte dort Chemie, ohne echtes Interesse für das Fach (Promotion 1929)[5]. Nebenher ging er seinen eigentlichen Interessen nach, die literarische Dinge und ein breites Spektrum an philosophischen Themen betrafen. Gleich 1924 lernte Canetti seine spätere Freundin (und ab 1934 Ehefrau) Veza Taubner kennen, die seine Leidenschaft für Literatur teilte (und später eine eigene schriftstellerische Tätigkeit begann) und Canetti in seinen hochfliegenden schriftstellerischen Plänen ermutigte. Diese beschränkten sich für die Zeit seines Studiums jedoch lediglich auf Absichtserklärungen und Fingerübungen.

Canetti besuchte vier Jahre lang die Vorlesungen des Kritikers und Satirikers Karl Kraus, den er (wie viele seiner Zeitgenossen) geradezu fanatisch verehrte. Außerdem sammelte er Material für sein Projekt einer Studie über das Phänomen der Masse, das ihm von Wissenschaftlern wie Le Bon oder Sigmund Freud nicht hinreichend erfasst zu sein schien. Persönliche Erlebnisse wie Demonstrationen in Frankfurt (bei der Ermordung Rathenaus 1922) und vor allem beim Wiener Justizpalastbrand (1927) bestärkten ihn in dieser Absicht.

Canetti weitete allmählich seinen Bekanntenkreis aus, wobei er jedoch politisch wie literarisch konservative Kreise eher mied. Er hatte Kontakt zu Vertretern der politischen Linken (Ernst Fischer, Ruth von Mayenburg), mit der er sympathisierte, ohne sich aber politisch engagieren zu wollen. 1927 verliebte er sich in die ungarische Dichterin Ibby Gordon, die Anfang 1928 nach Berlin ging. Auf ihre Einladung verbrachte Canetti den Sommer 1928 in Berlin, wo er für den Malik-Verlag arbeitete. Dieser Aufenthalt wurde ihm sehr wichtig, denn er brachte ihn in Kontakt mit der dortigen Künstler-Szene, namentlich mit John Heartfield, Wieland Herzfelde, George Grosz, Bertolt Brecht, außerdem mit Isaak Babel und dem Schauspieler Ludwig Hardt. Der Vergleich zwischen dem gemütlichen Wien und dem „Irrenhaus“ Berlin regte ihn zu seinem Roman Die Blendung an, den er 1930/31 schrieb. Ein Jahr darauf entstand das Drama Hochzeit, ein weiteres Jahr später Die Komödie der Eitelkeit. Alle drei Werke blieben zunächst unveröffentlicht, aber durch Lesungen aus dem Roman und den Dramen lernte Canetti zahlreiche Künstler und Intellektuelle kennen, darunter den Bildhauer Fritz Wotruba, der einer seiner engsten Freunde wurde, die Künstlerin Anna Mahler (in die Canetti sich unglücklich verliebte), den Gelehrten Abraham Sonne ("Dr. Sonne", später Avraham Ben Yitzhak), den Schriftsteller Hermann Broch, den Komponisten Alban Berg, den Dirigenten Hermann Scherchen und den Schriftsteller Robert Musil. Seine zunehmende Bekanntheit ermöglichte es Canetti schließlich sogar, Die Blendung zu veröffentlichen, doch seine weitere schriftstellerische Laufbahn (wie auch die seiner Frau) konnte im zunehmend judenfeindlichen Klima der dreißiger Jahre nicht vorankommen, und nach dem „Anschluss“ Österreichs ans nationalsozialistische Deutschland 1938 musste sich das staatenlose Ehepaar um eine Ausreisemöglichkeit kümmern.

London (1939–1971)

Die Canettis emigrierten zur Jahreswende 1938/1939 über Frankreich nach England, wo sie sich unter häufig wechselnden Adressen in oder bei London niederließen, jahrelang meist in getrennten Wohnungen. Sie hatten bereits in Wien keine besonders bürgerlich-konventionelle Ehe geführt. Ihre Beziehung zueinander war zugleich eng und distanziert, eine Mischung aus Ehegemeinschaft und Freundschaft. Veza sorgte durch Auftragsarbeiten nicht nur für einen großen Teil des insgesamt sehr spärlichen Einkommens, sondern verstand sich zudem als Förderin des Werkes ihres Mannes, den sie zur Arbeit anhielt. Canetti – selbst ausgesprochen eifersüchtig – unterhielt noch zu anderen Frauen gleichzeitige und langjährige Beziehungen, und Veza Canetti wusste über diese „Nebenfrauen“ durchaus Bescheid: die Schriftstellerin Frieda Benedikt (Pseudonym Anna Sebastian), die Canetti noch von Wien kannte, und die Malerin Marie-Louise von Motesiczky. Auch aus der Bekanntschaft mit der Schriftstellerin und Professorin Iris Murdoch entwickelte sich eine mehrjährige Affäre, die Canetti im 2003 beim Hanser Verlag erschienenen Buch Party im Blitz: Die englischen Jahre beschrieb. Diese Beziehungen des verheirateten Canetti waren durchaus schwierig und von seiner Seite von großer Eifersucht gekennzeichnet. Marie-Louise von Motesiczky malte ihn einmal als Ratte, Iris Murdoch nannte ihn den „Zauberer“.[6]

Nach dem Umzug nach England konzentrierte Canetti sich ganz auf die Recherchen zu seinem lange geplanten Buch über die Masse und veröffentlichte zwanzig Jahre lang praktisch keine neuen Werke. Lediglich Die Blendung erschien 1946 in einer viel beachteten englischen Übersetzung, die im Zusammenspiel mit seiner schillernden Persönlichkeit und seiner allgemeinen Neugier auf Menschen dazu führte, dass er in den Londoner Intellektuellen- und Künstler-Kreisen zu einer Bekanntheit wurde. Canetti verkehrte mit anderen Emigranten wie Franz Baermann Steiner, Hans Günther Adler und Erich Fried, wie auch mit britischen Gelehrten und Künstlern, unter anderem Bertrand Russell, Dylan Thomas und Arthur Waley. Er lebte sich also vergleichsweise rasch in England ein, was sicherlich auch darauf zurückzuführen ist, dass er (wie auch seine Frau Veza) gut Englisch sprach. Canetti blieb, anders als viele Emigranten, auch nach Kriegsende in England, 1952 erwarb er die britische Staatsbürgerschaft.

Bis auf seine mitunter spannungsreichen persönlichen Beziehungen verbrachte Canetti ein äußerlich ruhiges Leben. Er unternahm gelegentlich Reisen in Großbritannien und im sonstigen Europa (Provence, Italien, Griechenland), nur eine dreiwöchige Reise nach Marrakesch (über die er später einen Band mit Reiseaufzeichnungen veröffentlichte) führte ihn 1954 ins außereuropäische Ausland. Wichtiger als solche Reisen waren für ihn stets die Begegnungen mit fremden Kulturen über Bücher, sei es in Form von Mythen- und Märchensammlungen oder von Reisebeschreibungen. Canettis umfangreiche Lektüren beschränkten sich jedoch keineswegs nur auf diese Gebiete.

Das Manuskript von Masse und Macht war in den 1950er Jahren schon weit fortgeschritten, doch Canetti zögerte noch mit der Publikation. Er befasste sich wieder mit einigen literarischen Projekten, von denen aber nur das 1956 mit mäßigem Erfolg aufgeführte Drama Die Befristeten abgeschlossen wurde. Als 1960 Masse und Macht endlich in einem deutschen Verlag erschien, war Canetti enttäuscht von der eher geringen Resonanz, die das Buch hervorrief. Der literarischen Öffentlichkeit wurde Canetti nur ganz allmählich bekannt, auch nachdem der Münchner Hanser-Verlag ab 1963 nicht nur die frühen Wiener Werke ins Programm nahm, sondern auch jüngere Arbeiten. Doch die regelmäßigen Neuerscheinungen führten dazu, dass Canetti in den 1960er und 1970er Jahren in der Öffentlichkeit präsenter wurde: durch Lesungen und Interviews, durch Aufführungen seiner Stücke und durch die Auszeichnung mit Literaturpreisen (siehe Abschnitt Preise und Auszeichnungen).

Die Freude über den langsam zunehmenden Erfolg wurde Canetti jedoch erheblich getrübt durch den Tod seiner Frau Veza im Mai 1963 – eine weitere Erfahrung des Todes im nächsten Bekannten- und Familienkreis, nachdem bereits 1912 der Vater, 1937 die Mutter und 1953 Friedl Benedikt gestorben waren. Acht Jahre später, 1971, starb auch Canettis geliebter Bruder Georges Canetti an einer langjährigen Lungenkrankheit.

Zürich (1972–1994)

In den 1960er Jahren entwickelte sich aus der Bekanntschaft Canettis mit der in Zürich arbeitenden Kunstrestauratorin Hera Buschor eine Liebesbeziehung. Canetti hielt sich deswegen recht häufig in Zürich auf, und nachdem die beiden 1971 heirateten und ein Jahr später Canettis einziges Kind Johanna geboren wurde, übersiedelte Canetti zu seiner Familie nach Zürich, die Stadt, die er seit seinen Schweizer Jugendjahren besonders ins Herz geschlossen hatte. Er behielt jedoch sowohl die Wohnung in London-Hampstead (im Haus in der Thurlow Road 8, das heute ein normales, etwas verwahrlostes Wohnhaus ist; ein etwaiges Museum wurde dort nicht eingerichtet) wie auch seine britische Staatsbürgerschaft, zog sich aber nur noch gelegentlich zum Arbeiten dorthin zurück.

Diese Arbeit bestand, neben den natürlich weiterhin geführten Aufzeichnungen, überwiegend aus seiner Lebensgeschichte. Schon seit vielen Jahren fühlte sich Canetti mehr und mehr zur Gattung der Autobiografie hingezogen, und nach Überwindung einiger Bedenken bezüglich der Relevanz eines solchen Unternehmens begann er mit der Arbeit an dem ersten Band über seine Kindheit und Jugend bis 1921, Die gerettete Zunge. Darin klingt ein Motiv an, das Canetti wiederholt aufgreift:

„Wenn ich an die frühen Jahre denke, erkenne ich zuallererst ihre Ängste, an denen sie unerschöpflich reich waren. Viele finde ich erst jetzt, andere, die ich nie finden werde, müssen das Geheimnis sein, das mir Lust auf ein unendliches Leben macht.“

Andere Projekte wie die Fortsetzung der Studie der Masse oder sein Buch gegen den Tod traten dabei in den Hintergrund. Canetti, der sich sehr häufig unzufrieden zeigte mit seiner schriftstellerischen Produktion, dachte wohl nicht mehr, sie noch realisieren zu können.

In der Schweiz lebte Canetti viel zurückgezogener als zuvor. Das lag zu einem guten Teil an dem glücklichen Familienleben, das er führte und das frei von den Spannungen seiner früheren Liebesbeziehungen war. Aber auch der Publikumserfolg seiner 1977 erscheinenden Autobiografie, so erfreulich er natürlich für Canetti war, legte ihm einen solchen Rückzug nahe. Als er 1981 für sein schriftstellerisches Werk mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet wurde, entschloss er sich, auch keine Interviews mehr zu geben und keine Lesungen mehr zu halten. Canettis Familienidyll wurde jedoch empfindlich gestört, als seine viel jüngere Frau Hera an Krebs erkrankte, dem sie schließlich 1988 erlag.

Elias Canetti starb 1994 im Alter von 89 Jahren in Zürich und wurde dort auf dem Friedhof Fluntern beigesetzt. Sein Nachlass befindet sich auf seinen Wunsch hin in der Zentralbibliothek Zürich. Der größte Teil dieses Nachlasses (Entwürfe, Aufzeichnungen, die etwa 20.000 Bände umfassende Bibliothek) steht der Forschung zur Verfügung, doch einen bestimmten „privaten“ Teil (Canettis Tagebuch, große Teile der Briefkorrespondenz) hat Canetti für 30 Jahre nach seinem Tod gesperrt – dieser darf also erst ab 2024 eingesehen werden.

Im Jahr 2010 wurde in Wien Favoriten (10. Bezirk) die Canettistraße nach ihm benannt.

Persönlichkeit

Das Bild seiner Persönlichkeit war lange Jahre von ihm selbst geprägt: Seine (in der Rezeption begeistert aufgenommenen) Autobiographien und das, was Besucher über ihn berichteten – wie Hans Bender oder Manfred Durzak – trugen maßgeblich dazu bei, in Canetti „nur“ den weisen, gastfreundlichen Literaturasketen zu sehen, der in einer Welt der Bücher und der jederzeit gespitzten Bleistifte lebte. Erst den aktuellen Biographien sowie den nachgelassenen Bänden veröffentlichter Briefwechsel ist es zu verdanken, dass sich dieses stilisierte Bild relativiert. Canetti – so scheint es – war nicht nur ein Forscher der Macht, sondern ein Macht-Wollender. Er galt – so dies seinen teils erschütternden Briefen zu entnehmen ist – als schwieriger, eitler und jähzorniger Mann, gleichzeitig als egoistischer Frauenschwarm, der mit Geld nicht umgehen konnte.

Seine autobiographische Werke – sofern sie überhaupt ein „ungefärbtes“ Bild seines Lebens zeigen – leben unter anderem von seinen Begegnungen mit einer Vielzahl bedeutender Persönlichkeiten und seiner Fähigkeit, Menschen durch Reduktion auf charakteristische, ungewöhnliche Details und Angewohnheiten zu beschreiben (vielmehr: nach seinem Gusto zu interpretieren). Alma Mahler-Werfel, die Mutter der von ihm verehrten Anna Mahler beispielsweise bezeichnete er in seiner Autobiografie Das Augenspiel als zerflossene Alte auf dem Sofa, als strotzende Witwe, die die Trophäen ihres Lebens um sich versammelt habe. Im Porträt, das Oskar Kokoschka von seiner einstmaligen Geliebten gemalt hatte, sah er die Mörderin des Komponisten Gustav Mahler.

Einige dieser Porträts sind auch als verletzende Bloßstellungen empfunden worden, etwa die vernichtenden Passagen über Canettis ehemalige Geliebte Iris Murdoch in Party im Blitz, dem postum erschienenen Band über seine Londoner Jahre. Viele seiner Zeitgenossen berichten von Gelegenheiten, bei denen sich Canetti anderen gegenüber bösartig oder herzlos verhalten habe; Hilde Spiel nannte ihn eine „wirkliche Giftspritze“, und der Literaturkritiker (und spätere Ehemann Murdochs) John Bayley beschrieb Canettis Rolle in der Londoner Intellektuellenszene satirisch als „the godmonster of Hampstead“. Nichtsdestrotz galt Canetti den meisten, die ihn kannten, als geistreicher und witziger Unterhalter, dessen Persönlichkeit (und kleine Statur) nachhaltig in Erinnerung blieb.

Schriftstellerisches Schaffen

Canettis Werk fand erst spät Beachtung; die jüngsten Biographien geben Auskunft darüber, wie sehr sich seine mittleren Lebensjahrzehnte in ziemlicher Armut, Unsicherheit und Zukunftsangst abspielten. Er darf als exzentrisch gelten: Sein Leben war der Literatur geweiht; einem Brotberuf ging Canetti nicht nach. Er verfasste drei Dramen, den Roman Die Blendung (für den er 1981 den Nobelpreis erhielt und von dem er sich im Alter distanzierte), Essays und Reiseberichte, Tagebücher, Charakterminiaturen und Abertausende von Aufzeichnungen, welche heute von vielen Kritikern als der „bleibende“ Teil seines Gesamtwerkes erachtet werden. Canetti begann außerdem damit, einen mehrteiligen Autobiografie-Zyklus zu veröffentlichen. Der Zyklus beginnt mit der Geretteten Zunge, darauf folgten Die Fackel im Ohr und später Das Augenspiel. Canetti konnte die Reihe vor seinem Tod nicht vervollständigen, hat aber detaillierte Angaben über die Verwendung und Herausgabe seines Nachlasses hinterlegt. So erschien mittlerweile Party im Blitz. Die englischen Jahre als Fortsetzung der Lebensgeschichte, das sich jedoch durch seine Unfertigkeit formal und strukturell stark von den ersten drei Bänden abhebt – dem wurde durch den Bruch in der Titelreihenfolge Rechnung getragen.

Durchaus herauszuheben ist – neben den Aufzeichnungen – sein Werk Masse und Macht. Es ist nicht als streng soziologische Studie zu verstehen, sondern enthält viele Elemente der Psychologie, Methoden der Ethnologie und Einsprengsel aus der Zoologie. In dem Werk geht Canetti einem Thema nach, das ihn 30 Jahre lang beschäftigte, seitdem er 1922 eine Demonstration anlässlich der Ermordung Walther Rathenaus und 1927 in Wien den Massenaufruhr vor dem brennenden Justizpalast miterlebt hatte. Was ist eine Masse? Warum geht von einer Masse eine Faszination aus, der man sich als Einzelner kaum entziehen kann? Wie bildet sich eine Masse und welchen „Gesetzmäßigkeiten“ folgt die eigentlich chaotische Menschenansammlung? Massenbewegungen sind ein Phänomen der Moderne. Die Beschäftigung mit dem Thema ist in den 1930er bis 1960er Jahren sehr populär. Die politische Wirksamkeit von Massenbewegungen sind seit der Französischen Revolution unbestritten. Mit der Herausbildung der Arbeiterklasse wird die gesellschaftliche Rolle der Masse noch mehr betont. Grundthese Canettis ist, dass das auf räumliche Abgrenzung bedachte Individuum in der Masse seine gesellschaftlichen Zwänge ablegen kann. Soziale Unterschiede werden nivelliert, und es erhält seine Freiheit zurück.

Den psychologischen Prozess, der sich innerhalb der Masse abspielt, nennt Canetti „Entladung“. In Anlehnung an Freud entwickelt er die These, dass Menschen neben den Grundbedürfnissen nach Essen, Trinken und Zuneigung auch einen Massentrieb besitzen. Dabei verliert die Masse ihre ursprüngliche negative Konnotation. Massen erscheinen als etwas Natürliches und Notwendiges.

Canetti unterscheidet geschlossene und offene Massen. Baulich geschlossene Massen beispielsweise sind meist „institutionalisierte Massen“ der Kirchen. Sie besitzen Regeln und Zeremonien, welche die Masse „abfangen“. „Lieber eine sichere Kirche voll von Gläubigen als die unsichere ganze Welt.“[7] Die Institution stellt demnach eine Zähmung des Massetriebes dar.

Die Offene Masse ist voller Zerstörungssucht und in der Moderne meist frei von Religiösem. Sie besitzt das vornehmliche Ziel zu wachsen. Sie benötigt eine „Richtung“, ein Ziel, das außerhalb jedes Einzelnen liegt sowie einen „Rhythmus“, der ihren Zusammenhalt sichert. Zur Bildung einer Masse bedarf es oft eines „Massenkristalls“, einer festen beständigen Gruppe, um welche die Masse wachsen kann.

Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal der Massen ist der „tragende Affekt“: Demnach unterscheiden sich die Hetzmasse, die auf Töten aus ist und auch im Tierreich vorkommt, die Fluchtmasse, ebenso aus dem Tierreich bekannt, die Verbotsmasse, die sich gegen bestehende Regeln auflehnt, die sie nicht mehr befolgen will, die Umkehrungsmasse, die sich gegen die ehemaligen Machthaber richtet, und die Festmasse.

Des Weiteren leitet Canetti in dieser Arbeit das menschliche Machtgefühl aus der Konfrontation mit dem Tod und dem Erlebnis des Überlebens ab. Masse und Macht wurde zu Canettis bekanntestem, aber auch umstrittensten Buch.

Werke

Die Werke Canettis werden ungefähr in der Reihenfolge ihrer Entstehung aufgeführt.

  • Die Blendung (Roman; entstanden 1930/1931, erschienen 1936, wurde aber schon 1935 ausgeliefert, 2. Auflage. 1948, 3. Auflage. 1963)
  • Hochzeit (Drama; entstanden 1932, als Manuskript erschienen 1932, gedruckt zuerst 1964)
  • Die Komödie der Eitelkeit (Drama; entstanden 1933/1934, gedruckt 1964)
  • Aufzeichnungen (entstanden ab 1942, gedruckt in Buchform ab 1964). Die Aufzeichnungen liegen gesammelt vor in den Bänden Die Provinz des Menschen; Aufzeichnungen 1942–1972 (1973); Das Geheimherz der Uhr; Aufzeichnungen 1973–1985 (1987); Die Fliegenpein (1992); Nachträge aus Hampstead; Aus den Aufzeichnungen 1954–1971 (1994); Aufzeichnungen 1992–1993 (1996); Aufzeichnungen 1973–1984 (1999); Aufzeichnungen für Marie-Louise (entstanden 1942, posthum erschienen 2005).
  • Die Befristeten (Drama, entstanden 1952/1953, gedruckt 1964)
  • Fritz Wotruba (Über Wotruba mit 58 Abbildungen und einem Bildnis, Vorwort von Klaus Demus (deutsche Ausgabe); Preface von James S. Plaut (englische Ausgabe), 1955)
  • Die Stimmen von Marrakesch; Aufzeichnungen nach einer Reise (entstanden 1954, erschienen 1968)
  • Masse und Macht (Vorarbeiten seit 1925, erschienen 1960)
  • Das Gewissen der Worte; Essays (Essays und Reden der Jahre 1936 und 1962–1976, erschienen 1975, 2. Auflage. 1976)
  • Der Ohrenzeuge; Fünfzig Charaktere (erschienen 1974)
  • Die gerettete Zunge; Geschichte einer Jugend (Autobiografie, erschienen 1977)
  • Die Fackel im Ohr; Lebensgeschichte 1921–1931 (Autobiografie, erschienen 1980)
  • Der andere Prozeß. Kafkas Briefe an Felice, Leipzig, Reclam 1983
  • Das Augenspiel; Lebensgeschichte 1931–1937 (Autobiografie, erschienen 1985)
  • Party im Blitz; Die englischen Jahre (Autobiografie, posthum erschienen 2003)
  • Über den Tod. Hanser, 2003. ISBN 3-446-20239-0
  • Werke X: Aufsätze – Reden – Gespräche (Verschiedenes von 1928 an, posthum erschienen 2005)
  • Veza & Elias Canetti: Briefe an Georges (Briefe von 1933 bis 1959, herausgegeben mit Anmerkungen und Personenregister von K. Lauer und K. Wachinger, 2006)
  • Elias Canetti / Rudolf Hartung. Briefe, Autobiographisches und Fotos. Aus dem Nachlass Elias Canettis herausgegeben von Bernhard Albers. Rimbaud Verlag, Aachen 2011. ISBN 978-3-89086-470-9.

Tonträger

  • Elias Canetti liest Der Ohrenzeuge – Charaktere (1 LP) (Deutsche Grammophon 2570 003), 1975
  • Die gerettete Zunge und Der Ohrenzeuge – Ausschnitte der Lesung in Hoser’s Buchhandlung am 6. Oktober 1978 (1 LP) (Hoser’s Buchhandlung, Stuttgart, ohne Nummer) ISBN 3-921414-03-2
  • Das Hörwerk 1953- 1991 (2 CD). Prosa, Dramen, Essays, Vorträge, Reden, Gespräche. Frankfurt/M.: Zweitausendeins Verlag, 2006

Auszeichnungen

Literatur

  • Penka Angelova: Elias Canetti – Spuren zum mythischen Denken. Zsolnay, Wien 2005, ISBN 3-552-05327-1
  • Dagmar Barnouw: Elias Canetti. Metzler, Stuttgart 1979, ISBN 3-476-10180-0 (reichhaltige Bibliographie, kleine Aufsätze von und über Canetti, Rezensionen, Sekundärliteratur bis 1976)
  • Salvatore Costantino (Hrsg.): Ragionamenti su Elias Canetti – Un colloquio palermitano. Franco Angeli, Mailand 1998, ISBN 88-464-0582-X (Aufsätze von Manfred Durzak, Roberto Esposito, Giulio Schiavoni, Franz Schuh, Hans Georg Zapotoczky und Salvatore Costantino über Canetti)
  • Friederike Eigler: Das autobiographische Werk von Elias Canetti. Stauffenburg, Tübingen 1988, ISBN 3-923721-37-4
  • Helmut Göbel: Elias Canetti. Rowohlt Taschenbuch, Reinbek 2005, ISBN 3-499-50585-1
  • Sven Hanuschek: Elias Canetti. Biographie. Carl Hanser, München 2005. ISBN 3-446-20584-5
  • Sven Hanuschek (Hrsg.): Der Zukunftsfette. Neue Beiträge zum Werk Elias Canettis. Neisse, Dresden 2008, ISBN 978-3-940310-40-8
  • Rudolf Hartung: Elias Canetti – Ein Rezipient und sein Autor, 1992, ISBN 3-89086-885-1
  • Felix Philipp Ingold: Bis zum letzten Atemzug (Zu Elias Canetti). In: Derselbe: Im Namen des Autors. Arbeiten für die Kunst und Literatur. Wilhelm Fink Verlag, München 2004, ISBN 3-7705-3984-2, S. 83–116.
  • Konstantin Kaiser: Die Distanzierung der Macht: Elias Canetti und die Wiener Gruppe. In: Zwischenwelt. Zeitschrift für Kultur des Exils und des Widerstands, 20. Jg., Nr. 2, Wien September 2003, S. 4–6. ISSN 1606-4321
  • Thomas Lappe: Elias Canettis Aufzeichnungen 1942-1985. Modell und Dialog als Konstituenten einer programmatischen Utopie. Alano Verlag, Aachen 1989, ISBN 978-3-924007-76-8
  • Thomas Lappe: Die Aufzeichnung: Typologie einer literarischen Kurzform im 20. Jahrhundert. Explizite Passagen zu Elias Canettis Aufzeichnungen. Alano, Aachen 1991, ISBN 978-3-89399-108-2
  • Werner Morlang (Hrsg.): Canetti in Zürich: Erinnerungen und Gespräche. Nagel & Kimche in Carl Hanser Verlag, München 2005. ISBN 3-312-00353-9.
  • Carol Petersen: Elias Canetti. Colloquium, Berlin 1990, ISBN 3-7678-0774-2
  • Edgar Piel: Elias Canetti. Beck-Verlag, München 1984, ISBN 3-406-09588-7.
  • Erich W. Schaufler:Elias Canettis Autobiographie in der deutschen Presse. Edwin Mellen Press, Lewiston u. a. 1992, ISBN 0-7734-9593-2 (Studies in German language and literature; 11)
  • Ines Schlenker/Kristian Wachinger (Hrsg.): Liebhaber ohne Adresse - Marie-Louise von Motesiczky und Elias Canetti, Briefwechsel von 1942 - 1992, Hanser Verlag, München 2011 ISBN 978-3-446-23735-3
  • Fatih Tepebasili: Elias Canetti: Das Gefühl absoluter Verantwortlichkeit. Die Wissenschaft in Elias Canettis Roman „Die Blendung“ und „Aufzeichnungen“. Çizgi Yayınları. Konya 2003, ISBN 975-8156-97-7
  • Kristian Wachinger: Elias Canetti. Bilder aus seinem Leben. Carl Hanser, München 2005, ISBN 3-446-20599-3

Weblinks

 Commons: Elias Canetti – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b c d Biographie: Elias Canetti, 1905–1994. Deutsches Historisches Museum, abgerufen am 20. Dezember 2010.
  2. Martina Barth: Canetti versus Canetti. Identität, Macht und Masse im literarischen Werk Elias Canettis. Lang, Frankfurt am Main 1994, ISBN 3-631-47192-0, S. 20.
  3. Bezirksmuseum Hietzing Canetti wohnt in der Hagenberggasse in Hietzing, mit Veza in der Ferdinandstrasse in der Leopoldstadt
  4. Elias Canetti: Die Fackel im Ohr. Lebensgeschichte 1921-1931. München/Wien: Hanser 1980, S.93/94
  5. Dissertaion im Österreichischen Verbundkatalog
  6. Die Motesiczkys – Stillleben mit Cello, Jagdhund und Staffelei – TV-Dokumentation (ORF 2006)
  7. Elias Canetti: Masse und Macht. Verlag Hanser. München 1960. ISBN 3-446-11746-6. S. 20
  8. Canetti über viele Kollegen vom Altertum bis zur Gegenwart. Der Auszug handelt vom Dichten. Rezensionen des Buches in Perlentaucher, Literaturkritik und Lyrikwelt

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  • Elias Canetti — noun English writer born in Germany (1905 1994) • Syn: ↑Canetti • Instance Hypernyms: ↑writer, ↑author …   Useful english dictionary

  • Elias-Canetti-Stipendium — Das Elias Canetti Stipendium ist ein von der Stadt Wien an Wiener Autoren vergebenes Stipendium, das nach dem Literaturnobelpreisträger Elias Canetti benannt ist. Es umfasst monatlich 1.500 Euro pro Autor bei einer Laufzeit von einem Jahr und… …   Deutsch Wikipedia

  • Literaturnobelpreis 1981: Elias Canetti —   Der Sohn spanisch jüdischer Eltern erhielt den Nobelpreis für sein von Weitblick, Ideenreichtum und großer künstlerischer Kraft geprägtes schriftstellerisches Werk.    Biografie   Elias Canetti, * Russe (Bulgarien) 25. 7. 1905, ✝ Zürich 14. 8.… …   Universal-Lexikon

  • CANETTI, ELIAS — (1905–1994), novelist, playwright and essayist. Canetti was born in Bulgaria in multicultural Rustschuk on the Romanian border. Growing up in a Sephardi family Canetti was socialized in several languages: Spaniolish (the language of the Sephardi… …   Encyclopedia of Judaism

  • CANETTI (E.) — Elias CANETTI 1905 1994 Né de parents séfarades le 25 juillet 1905 à Roustchouk (Bulgarie), sur le Danube inférieur, Elias Canetti est mort le 14 août 1994 à Zurich. Sa langue maternelle était l’espagnol (ladino ) parlé par les juifs espagnols… …   Encyclopédie Universelle

  • Elías — Elias (Latinisierung von Ηλιας) ist als männlicher Vorname und, davon abgeleitet, als Familienname gebräuchlich. Inhaltsverzeichnis 1 Herkunft und Bedeutung 2 Varianten 3 Namenstag 4 Bekannte Namensträger 4.1 …   Deutsch Wikipedia


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