Eleocharis dulcis

Eleocharis dulcis
Wasserkastanie
Wasserkastanie (Eleocharis dulcis)

Wasserkastanie (Eleocharis dulcis)

Systematik
Unterklasse: Commelinaähnliche (Commelinidae)
Ordnung: Süßgrasartige (Poales)
Familie: Sauergrasgewächse (Cyperaceae)
Gattung: Sumpfbinsen (Eleocharis)
Art: Wasserkastanie
Wissenschaftlicher Name
Eleocharis dulcis
(Burm. f.) Trin. ex Henschel
Wasserkastanie, Knolle

Die Wasserkastanie oder Chinesische Wasserkastanie (Eleocharis dulcis) gehört zur Familie der Sauergräser (Cyperaceae). Die Wasserkastanie erhielt ihren Namen aufgrund der Ähnlichkeit ihrer Knollen mit der Kastanie, mit welcher sie aber nicht verwandt ist. Im Gegensatz dazu trägt die zum Teil auch Wasserkastanie genannte Wassernuss (Trapa natans) tatsächlich essbare Früchte.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Die Wasserkastanie ist eine aquatische lebende Pflanze. Sie bildet vier bis sechs aufrechte, hohle Sprosse aus, die bis zu 1,5 m hoch werden. Sie sind blattartig geformt, zylindrisch und 3 bis 7 mm im Durchmesser. Die Laubblätter sind zu drei oder vier basalen Scheidenblätter von brauner bis schwarzer Farbe reduziert. Die kleinen Blüten stehen terminal an den Sprossen in einer zylindrischen, 1,5 bis 4 cm langen und 6 bis 7 mm breiten Ähre mit sich überlappenden Schuppen. Die Früchte sind Nüßchen. Die Wurzeln bestehen aus drahtartigen Rhizomen, an deren Ende etwa 2,5 bis 4 cm große, unterirdische Knollen ausgebildet werden. Das Innere dieser Knollen ist weißlich, besitzt einen Wasseranteil von etwa 80 % und ist von einer ca. 0,75 mm dicken, geschuppten Schale umhüllt. An dieser Knolle befindet sich eine konisch geformte Knospe.[1][2]

Die Knolle wird von einigen Wasservögeln, beispielsweise der Spaltfußgans (Anseranas semipalmata) gefressen.[3]

Verwendung

Die Wasserkastanie eignet sich hervorragend zum Kochen und verliert auch nach langer Kochzeit nicht ihre knackige Konsistenz. Ihr weißes Fleisch hat einen süßlichen Geschmack. Geschält wird die Wasserkastanie wie ein Apfel. Viele gekochte asiatische Speisen verwenden die Wasserkastanie, aber auch roh lässt sich die Wasserkastanie genießen, dann aber nur mit entsprechender Vorsicht, denn an den Oberflächen der Wasserkastanie wird der Riesendarmegel (Fasciolopsis buski) des Menschen und des Schweins mittels seiner Cercarien übertragen.[4]

Die Stärke, die aus getrockneten Wasserkastanien-Knollen gewonnen wird, wird in China zur Herstellung eines süßlichen Getränks verwendet, das Stroh der Pflanze wird zu Matten, Körben und Hüten geflochten.[2]

Kultivierung

Kultiviert wird die Wasserpflanze vor allem in stehenden Gewässern in Thailand, (Süd-)China, Taiwan, Japan[1], den Philippinen und Indien. Die Kultivierung außerhalb dieser Gebiete gestaltet sich extrem schwierig, da die Wasserkastanie einen bestimmten Hell-Dunkel-Takt benötigt, der nur nahe dem Äquator erreicht wird. Andernfalls fallen die Erträge so gering aus, dass es sich für die Lebensmittelindustrie kaum lohnt sie anzubauen. Die Wasserkastanie wird jedoch auch im Südosten und Südwesten Australiens kultiviert, wo sie von Juni bis November als Frischeprodukt, außerhalb dieser Zeit auch als Tiefkühl- oder Dosenware angeboten wird.[1]

Die weltweiten Produktionszahlen waren Mitte der 1990er Jahre eher rückläufig, so wurden in Japan 1984 noch 1600 Tonnen geerntet, während 1992 nur noch 1200 Tonnen produziert wurden, in Taiwan sank die Zahl von 1200 Tonnen im Jahr 1992 auf 860 im Jahr 1995. 1997 wurden in Australien in etwa 20 Tonnen Wasserkastanien produziert.[1]

Weblinks

Quellen

  1. a b c d David Midmore: Chinese Waterchestnut. In: The New Rural Industries - A Handbook for Farmers and Investors. Australian Government - Rural Industries Research and Development Corporation. 1998.
  2. a b Shiu-ying Hu: Food Plants of China. The Chinese University Press, Hong Kong, 2005. ISBN 962-201-860-2.
  3. Jeremy Russel-Smith et al.: Aboriginal Resource and Utilization and Fire Management Practice in Western Arnhem Land, Monsoonal Northern Australia: Notes for Prehistory, Lessons for Future. In: Human Ecology. Volume 25, Nummer 2, Juni 1997. Seiten 159 - 195. doi:10.1023/A:1021970021670
  4. Dönges, Parasitologie 1988, dort Wasserzwiebel, E. tuberosa genannt

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