Elektrofischen

Elektrofischen
Wissenschaftler führen eine Kartierung mittels Elektrofischerei durch.

Die Elektrofischerei ist eine Fischfang-Methode, bei der elektrischer Strom zum Fang der Fische eingesetzt wird. Dabei wird durch das Wasser ein Gleichstrom geleitet und bei sachgemäßer Anwendung schwimmen die im Stromkreis befindlichen Fische zur Anode, wo sie eingesammelt werden können.

Da mit dieser Fang-Methode die Tiere unter bestimmten Voraussetzungen relativ leicht zu fangen sind und bei nicht fachgerechter Anwendung ein Gefahrenpotential sowohl für die Fische als auch für den Anwender gegeben ist, unterliegt die Elektrofischerei strengen Regelungen.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Das Fangen von Fischen ist mit einer der ältesten Tätigkeiten der Menschen. Vom einfachen Handangeln, über Fischernetze und Reusen entwickelten sich dabei auch immer neue Fangtechniken. Die Anwendung des elektrischen Stromes zum Fischfang ist eine neuere Methode. So war die erste Anwendung in Deutschland dem Zufall überlassen, als 1910 eine 110 Volt Stromleitung brach. Die Entwicklung brauchbarer Gleich- und Impulselektrofischereigeräte begann erst nach dem Jahre 1948 und setzt sich bis heute fort. Mit dem Einsatz neuerer Elektronik wurde der Bau von kleinen und leichten Elektrofischfanggeräten möglich, was dazu führte, dass die Anwendung der Elektrofischerei in der Binnenfischerei in vielen Ländern zu einem festen Bestandteil der Fangtechnik geworden ist.

Deutschland

In Deutschland ist das Elektrofischen nur unter besonderen Voraussetzungen möglich. Dazu zählen die Prüfung als Elektrofischer, eine Genehmigung der Fischereibehörden und die Beachtung der VDE-Vorschriften. Daneben sind einige physikalische und physiologische Grundkenntnisse Voraussetzung, um die Elektrofischerei erfolgreich und sachgerecht ausüben zu können.

Elektrofischerei unter Naturschutzaspekten

Die Elektrofischerei wird zum wissenschaftlichen Fischfang aber auch in der Berufsfischerei eingesetzt, da die Fische bei sachgemäßer Anwendung der Elektrofischerei nicht getötet werden. Daher ist es mit Hilfe der Elektrofischerei möglich, Fischbestände schnell und schonend zu erfassen und zu untersuchen. Besonders eignet sich die Elektrofischerei für Gewässer, die mit anderen Fangmethoden nicht zufriedenstellend befischt werden können.

Für folgende Zwecke wird die Elektrofischerei am häufigsten verwendet:

  1. Bestandserfassung für wissenschaftliche Zwecke,
  2. Befischung von Gewässern zur Bestandskontrolle,
  3. Zum Fang von Laichfischen, zum Beispiel von Äschen, Meerforellen oder Lachsen zum Abstreifen,
  4. Ermittlung von Ausmaß und Verursacher von Fischsterben
  5. Abfischen vom Austrocknen bedrohter Gewässer sowie zur Rettung des Fischbestandes bei Baumaßnahmen

Literatur

  • Denzer, Hans Werner: Die Elektrofischerei. Schweizerbart, Stuttgart 1986. 
  • Halsband, Egon; Halsband, Inge: Bibliographie über die Elektrofischerei, ihre Grundlagen und die Gefahren des elektrischen Stromes. Inst. für Küsten- u. Binnenfischerei d. Bundesforschungsanst. für Fischerei, Hamburg 1980 (Veröffentlichungen des Instituts für Küsten- und Binnenfischerei Hamburg ; Nr. 69). 

Weblinks


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