Eismöwe


Eismöwe
Eismöwe
Eismöwe (Larus hyperboreus)

Eismöwe (Larus hyperboreus)

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Regenpfeiferartige (Charadriiformes)
Familie: Möwen (Laridae)
Gattung: Larus
Art: Eismöwe
Wissenschaftlicher Name
Larus hyperboreus
Gunnerus, 1767

Die Eismöwe (Larus hyperboreus) ist ein großer Vogel aus der Familie der Möwen. Es werden vier Unterarten unterschieden. Die geringe Differenzierung der Unterarten in Körpergröße und Graustufe des Mantels werden dabei von den individuellen Variationen zum Teil überlagert.[1]

In Mitteleuropa ist die Eismöwe ein seltener, aber regelmäßiger Wintergast, der überwiegend an der Nordseeküste von Schleswig-Holstein bis Belgien beobachtet werden kann.

Inhaltsverzeichnis

Erscheinungsbild

Die Eismöwe ist groß und kräftig mit einer Länge von 62 bis 68 Zentimeter. Männchen wiegen zwischen 1.360 und 2.215 Gramm, die Weibchen sind leichter und wiegen zwischen 964 und 1.760 Gramm.[2]

Das Gefieder ist in allen Varianten sehr hell, ohne schwarze Musterung an den Flügeln oder am Schwanz. Erwachsene Vögel sind auf der Oberseite hellgrau und haben einen gelben Schnabel. Jungtiere erscheinen in einem noch helleren Grau mit rosa Spiegel und haben einen schwarzen Schnabel. Diese Art ist größer und hat einen dickeren Schnabel als die ähnliche Polarmöwe.

Verbreitung und Lebensraum

Eismöwen brüten in arktischen Regionen oder an der Atlantikküste Europas. Die Überwinterungsgebiete liegen im nördlichen Atlantik bis zu den Britischen Inseln und im nördlichen Pazifik. In den USA überwintern sie in den nördlichen Bundesstaaten und an den Großen Seen. Vereinzelt wurden Tiere im Süden der USA und in Nordmexiko gesichtet.

Die Brutgebiete liegen an den Küsten oder in Küstennähe auf Felsinseln. Gelegentlich brütet die Art jedoch auch auf flachen Stränden, sofern diese gut geschützt in Fjorden oder Buchten liegen. In der Regel finden sich die Brutplätze nicht sehr tief im Binnenland. Außerhalb der Brutzeit halten sich Eismöwen bevorzugt im Schelfgebiet oder an den Küsten auf. Im Binnenland sind sie ausgesprochen seltene Vögel.

Lebensweise

Eismöwen sind Allesfresser mit einem sehr vielseitigen Nahrungserwerb. Sie fangen kleinere Fische, Vögel, fressen Eier, Abfall und auch pflanzliche Kost wie beispielsweise Beeren oder ernähren sich von Aas. Hauptsächlich sammeln sie die Nahrung beim Schwimmen oder Laufen ein. Sie können aber auch Fische oder kleinere Vögel beim Flug über das Meer oder über Land ergreifen. Oft sieht man Eismöwen, die einem Fischereifahrzeug folgen.

Eismöwen erreiche ihre Geschlechtsreife mit vier bis fünf Jahren und führen eine monogame Saisonehe. Die Eismöwe brütet in Kolonien oder einzeln an Küsten oder auf Felsen. Dabei bauen sie ihr Nest auf dem Erdboden oder auf einem Felsvorsprung. Gewöhnlich wird das Nest von beiden Partnern errichtet. Das Gelege besteht aus zwei oder drei Eier. Die Brutdauer beträgt 27 bis 28 Tage, beide Elternvögel sind an der Brut beteiligt und versorgen anschließend auch die Jungvögel. Diese werden nach 45 bis 50 Tagen flügge.[3]

Der Ruf ähnelt dem "Lachen" einer Silbermöwe.

Belege

Literatur

  • Hans-Günther Bauer, Einhard Bezzel und Wolfgang Fiedler (Hrsg): Das Kompendium der Vögel Mitteleuropas: Alles über Biologie, Gefährdung und Schutz. Band 1: Nonpasseriformes – Nichtsperlingsvögel, Aula-Verlag Wiebelsheim, Wiesbaden 2005, ISBN 3-89104-647-2

Weblinks

 Commons: Eismöwe – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien
Wiktionary Wiktionary: Eismöwe – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelbelege

  1. Bauer et al., S. 603
  2. Bauer et al., S. 604
  3. Bauer et al., S. 605

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