Edward Bruce


Edward Bruce

Edward Bruce (* ca. 1275; † 14. Oktober 1318) war Irischer Hochkönig, Earl von Carrick und der jüngere Bruder des schottischen Königs Robert the Bruce. Sein Vater war Robert Bruce, Earl of Carrick, seine Mutter Marjorie, Countess of Carrick. Edward Bruce unterstützte seinen Bruder beim Kampf um den schottischen Königsthron, richtete dann sein Augenmerk aber auf Irland.

Ereignisse in Schottland

Das genaue Datum seiner Geburt ist nicht bekannt, doch dürfte er etwa ein Jahr jünger als sein Bruder Robert gewesen sein. Edward unterstützte seinen Bruder während des Schottischen Unabhängigkeitskrieges, auch während jener Zeit, in der er auf der Flucht war und einen Guerillakrieg führte.

Die drei jüngeren Brüder Nigel, Thomas und Alexander wurden von den Engländern gefangen genommen und exekutiert, doch Edward konnte fliehen. Er spielte eine wichtige Rolle bei der Eroberung und Schleifung englischer Burgen im Südwesten Schottlands und war einer der Heerführer bei der Schlacht von Bannockburn im Juni 1314.

Zwischen 1309 und 1313 erhielt Edward Bruce den Titel eines Earl of Carrick, den zuvor sein Großvater mütterlicherseits, seine Mutter und sein älterer Bruder (vor dessen Thronbesteigung) gehalten hatten.

Edward Bruce hatte eine Affäre mit Isabella of Strathbogie, der Tochter von John of Strathbogie, 9. Earl of Atholl. Sein illegitimer Sohn Alexander de Bruce sollte später die Grafschaft seines Vaters erben. Edward trennte sich von seiner Geliebten und heiratete stattdessen Isabella of Ross. Dies war die Ursache einer Fehde zwischen ihm und David of Strathbogie, 10. Earl of Atholl, dem Bruder der betrogenen Isabella. Im Jahr 1314, am Abend vor der Schlacht von Bannockburn, rächte sich David, indem er das schottische Versorgungslager bei der Abtei von Cambuskenneth angriff.

Hochkönig von Irland

Irland hatte keinen Hochkönig mehr gehabt, seitdem Ruaidri mac Tairrdelbach Ua Conchobair im Jahr 1186 abgesetzt worden war. Das Land wurde unter die irischen Clans, die normannischen Barone und den englischen Lords aufgeteilt, die alle über einen kleinen Teil von Irland herrschten. 1258 hatten einige Clans versucht, sich unter einem neuen Hochkönig zu vereinen. Sie wählten Brian O'Neill; doch dieser erhielt wenig Unterstützung und wurde 1260 in der Schlacht von Downpatrick besiegt.

Donal O'Neill und anderen irischen Lords war klar, dass die Einheit unter den Iren die einzige Möglichkeit war, die Unabhängigkeit wiederzuerlangen. Sie legten ihre persönlichen Differenzen bei und luden 1315 den jüngeren Bruder des schottischen Königs ein, das Amt des Irischen Hochkönigs zu übernehmen. Dadurch stellten sich die Iren gegen Eduard II. von England, dem Lord von Irland.

Edwards Bruder Robert the Bruce hielt dies für eine gute Idee und war der Überzeugung, dass ein unabhängiges Irland eine große Hilfe für Schottland sein würde. Er träumte von einer "pangälischen Allianz" gegen England, weil Irland und Schottland nicht nur dieselbe Sprache und Kultur teilten, sondern auch einen gemeinsamen Feind hatten. Am 25. Mai 1315 landeten Edward Bruce und Tausende von schottischen Soldaten in Irland. Bald schlossen sich ihnen zahlreiche irische Infanteristen aus allen wichtigen Clans des Landes an.

Am 1. Mai 1316 wurde Edward Bruce in Dundalk zum Irischen Hochkönig gekrönt. Im September kam Robert selbst auf die Insel und brachte Verstärkungstruppen mit, um seinen Bruder zu unterstützen.

England war durch die Kriege mit Frankreich und Schottland geschwächt und hatte bereits einen erheblichen Machtverlust in Irland zu verkraften, auf der Insel fand ein "Gaelic Revival" statt. Robert Bruce dagegen hatte gerade die Unabhängigkeit für Schottland erreicht und erhebliches Interesse daran, die Engländer von Irland zu vertreiben, da es für England eine exzellente Ressourcenquelle darstellte. Außerdem konnte er innerfamiliäre Machtstreitigkeit mit seinem Bruder Edward unterbinden, dem er die Krone Irlands versprach. So trat mit der schottisch-irischen Allianz eine Armee den Engländern entgegen, die diesen in etwa ebenbürtig war.

Edward Bruce eroberte zunächst die keltirische Hochburg Ulster und das von den Engländern ohnehin kaum verteidigte karge Connacht. Danach geriet der Feldzug ins Stocken. Zu Beginn des Jahres 1317 herrschte eine große Hungersnot, wodurch es für Edwards Truppen schwierig wurde, Proviant zu besorgen. Robert kehrte nach Schottland zurück, versprach aber, noch mehr Freiwillige zu schicken. Fast ein Jahr lang unternahmen die anglo-normannischen Adligen wenig, um das Land zurückzuerobern, da auch ihre Truppen von der Hungersnot betroffen waren.

Edward heiratete am 1. Juni 1317 Isabella of Ross, die Tochter von William MacTaggart, 3. Earl of Ross; die Ehe blieb kinderlos. Ende Sommer 1318 landete eine englische Armee unter John de Birmingham in Irland. Am 14. Oktober 1318 wurde die irisch-schottische Armee in der Schlacht von Faughart vernichtend geschlagen. Edward wurde getötet und Irland hatte keinen Anführer mehr. Aber selbst wenn sein Feldzug Erfolg gehabt hätte, hätte dies wohl kaum die Unabhängigkeit Irlands bedeutet, denn Robert Bruce machte erbrechtliche Ansprüche auf den Nordosten Irlands geltend.

Literatur


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