Edubuntu

Edubuntu
Ubuntu
Logo von Ubuntu
Bildschirmfoto
Bildschirmfoto von Ubuntu 9.04
Ubuntu 9.04 „Jaunty Jackalope“
Basisdaten
Entwickler Ubuntu Foundation
Version 9.04 („Jaunty Jackalope“)
(23. April 2009)
Abstammung \ GNU/Linux
  \ Debian GNU/Linux
    \ Ubuntu
Architekturen offiziell: x86, AMD64
inoffiziell: ppc, sparc64, PA-RISC, PlayStation 3
Lizenz diverse
Sonstiges Sprache: multilingual
Desktop: GNOME
Website www.ubuntu.com

Ubuntu ist eine Linux-Distribution, die auf Debian basiert. Die Entwickler verfolgen mit Ubuntu das Ziel, ein einfach zu installierendes und leicht zu bedienendes Betriebssystem mit aufeinander abgestimmter Software zu schaffen. Dies soll unter anderem dadurch erreicht werden, dass für jede Aufgabe genau ein Programm zur Verfügung gestellt wird. Ubuntu wird vom Unternehmen Canonical Ltd. gesponsert, das vom südafrikanischen Unternehmer Mark Shuttleworth gegründet wurde.[1] Nachdem im Oktober 2004 die erste Version erschienen war, wurde Ubuntu schnell bekannt und innerhalb von ein bis zwei Jahren zu einer der meistbenutzten Linux-Distributionen.[2] Neben Ubuntu selbst, welches GNOME als Desktopumgebung einsetzt, existieren verschiedene Abwandlungen. Zu den offiziellen Unterprojekten gehören Kubuntu mit KDE und Xubuntu mit Xfce als Desktopumgebung sowie Edubuntu, das besonders an die Bedürfnisse von Schulen und Kindern angepasst ist.

Derzeit ist Ubuntu in der Version 9.04 (Jaunty Jackalope) verfügbar. Die aktuelle Version mit verlängerter Betreuung (LTS-Version, „LTS“ = Long Term Support, deutsch: langfristige Betreuung) ist die am 24. April 2008 veröffentlichte Version Ubuntu 8.04 (Hardy Heron).[3]

Inhaltsverzeichnis

Prinzipien

Ubuntu 8.10 mit DarkRoom-Thema

Ein gesellschaftliches Ziel von Ubuntu ist es, einen Beitrag dazu zu leisten, dass die Digitale Kluft überwunden wird. Daher will das Projekt Software anbieten, die für alle Menschen möglichst ohne Einschränkungen und kostenlos zur Verfügung steht. Dies spiegelt sich auch in der Wahl des Namens wider: Der Begriff Ubuntu kommt aus den Sprachen der afrikanischen Völker Zulu und Xhosa[4] und steht für „Menschlichkeit“ und „Gemeinsinn“, aber auch für den Glauben an ein universelles Band des Teilens, das alles Menschliche verbindet. Auch im System selbst sind Anspielungen auf Afrika zu finden, etwa das Geräusch einer Buschtrommel bei der Anmeldung oder die braune, an eine Savanne erinnernde Farbgebung. Alle Entwickler müssen zudem den Code of Conduct[5] unterzeichnen, mit dem sie sich verpflichten, den Grundsatz der „Menschlichkeit“ (dort näher ausgeführt als Freundlichkeit, Respekt voreinander, Rücksicht, Teamarbeit und ähnliches) sowohl bei der Entwicklung und der Kommunikation untereinander als auch bei dem Umgang mit den Benutzern einzuhalten. Deshalb werden in Foren und Mailinglisten von Ubuntu auch typische Anfängerfragen in der Regel geduldig und freundlich beantwortet.[2] Das kreisförmige Logo von Ubuntu wird oft durch mehrere Menschen aus unterschiedlichen Kulturkreisen gebildet. Dieser „circle of friends” symbolisiert den Slogan von Ubuntu – "Linux for human beings".

Weitere Ziele des Projekts sind die Verbesserung der Internationalisierung und der Barrierefreiheit, damit die angebotene Software für so viele Menschen wie möglich benutzbar wird. Derzeit kommen hier hauptsächlich die Übersetzungen und Hilfsmittel für Barrierefreiheit aus dem GNOME-Projekt zum Tragen. Außerdem existiert das eigene Online-Übersetzungswerkzeug Rosetta. Als Richtlinie für erlaubte Lizenzen für die Paketquellen main und universe (siehe Aufteilung der Programm-Pakete) werden die Debian Free Software Guidelines verwendet, unfreie Softwarepakete jedoch – anders als etwa bei Debian oder openSUSE – nicht kategorisch ausgeschlossen. Solche unfreien Pakete werden dort automatisch installiert, wo Freie Software noch nicht den vollen Funktionsumfang gewährleisten kann, beispielsweise bei Gerätetreibern. Unter anderem für diesen Pragmatismus wird Ubuntu von der Free Software Foundation und anderen strengen Verfechtern Freier Software kritisiert; andere Benutzer sehen jedoch genau darin einen der größten Vorteile.

Nach eigenem Bekunden liegt Ubuntus Schwerpunkt auf der Benutzerfreundlichkeit. Die Standard-Installation stellt jeweils nur ein Programm für die üblichen Anwendungsbereiche – etwa E-Mail-, Browser- oder Office-Software – bereit, wodurch die bei anderen Linux-Distributionen häufigen Redundanzen vermieden werden. Die Auswahl erfolgt überwiegend nach Toolkit – Qt/KDE bei Kubuntu, GTK+ bei allen anderen Versionen – Integration in die Arbeitsumgebung und Entwicklungsstand der Programme. Eine Ausnahme bildet OpenOffice.org, das sich nach Meinung der Entwickler gegenüber KOffice und den GNOME-Office-Programmen durch stabileren Betrieb und besseren Umgang mit Microsoft-Office-Dateien auszeichnet.[6]

Als weiterer Aspekt der Benutzerfreundlichkeit wird versucht, die Verwaltung des Systems durch weitgehend automatische Konfiguration zu erleichtern. Beispielsweise wird beim Umgang mit Grafikkartentreibern im Idealfall direkt der beste unter einer freien Lizenz verfügbare Gerätetreiber ausgewählt. Falls ein proprietärer Treiber nötig ist – etwa für die Unterstützung von 3D-Beschleunigung – kann dieser über ein grafisches Konfigurationsprogramm installiert werden. Bei anderen Distributionen müssen solche Treiber sonst häufig manuell heruntergeladen und per Kommandozeile installiert werden, wofür zudem weitere Pakete für die Übersetzung installiert werden müssen. In einigen anderen Bereichen, vor allem für Serverdienste und Fälle, wo die automatische Konfiguration versagt, existieren bisher allerdings teilweise keine Konfigurationsprogramme, so dass hier eine manuelle Konfiguration über die Kommandozeile nötig ist.

Neue Versionen der Distribution sind für alle sechs Monate vorgesehen, wobei jede Version mindestens 18 Monate mit Sicherheitskorrekturen versorgt wird.[7] Des Weiteren werden in etwa zweijährigen Abständen LTS-Versionen (long term support, englisch für langfristige Unterstützung) angeboten. LTS-Versionen werden für Desktop-Systeme drei Jahre und für Server-Systeme fünf Jahre lang gepflegt. Die erste Version dieser Art ist am 1. Juni 2006 erschienen, die aktuelle [Stand November 2008] wurde am 24. April 2008 veröffentlicht. Der Veröffentlichungszyklus von Ubuntu orientiert sich an dem der GNOME-Arbeitsumgebung, so dass immer kurz nach der Veröffentlichung einer neuen GNOME-Version eine neue Ubuntu-Version vorliegt, die diese integriert. Hierdurch versucht Ubuntu zumindest, bezogen auf die grafische Benutzeroberfläche, eine besonders aktuelle Distribution zu sein.

Finanzierung

Initiiert wurde das Ubuntu-Projekt durch den südafrikanischen Milliardär Mark Shuttleworth, der sich selbst als „wohlwollenden Diktator“ bezeichnet. Er selbst finanziert einerseits einen Großteil des Projektes, wodurch dieses weitaus größere finanzielle Mittel zur Verfügung hat als die meisten anderen Distributionen, ist aber auch selbst als Entwickler tätig.

Die meisten der ungefähr 40 hauptberuflichen Ubuntu-Entwickler kommen aus den Debian- und GNOME-Communities[4] und werden vom Unternehmen Canonical Limited mit Sitz auf der Isle of Man bezahlt. Dieses Unternehmen gehört Mark Shuttleworth, der das Projekt weitgehend sponsert. Das Unternehmen soll sich langfristig über kommerziellen Kundendienst für Ubuntu selbst finanzieren.

Am 1. Juli 2005 wurde von Shuttleworth und Canonical zudem die Ubuntu Foundation mit einem Startkapital von 10 Mio. US-Dollar ins Leben gerufen.[8] Diese soll die Pflege der Ubuntu-Versionen nach deren Erscheinen übernehmen und allgemein die Weiterentwicklung unterstützen. Um ihre Ziele zu verwirklichen und neue Versionen zu ermöglichen, soll die Ubuntu Foundation Mitglieder der Kern-Community einstellen.

Verbreitung

Verschiedene Ubuntu-CDs

Ubuntu hat bereits nach kurzer Zeit einen hohen Grad an Beachtung in den Medien, auch über die Fachwelt hinaus, erfahren.[1][9][10] Über die Website lassen sich kostenlos Ubuntu-, Kubuntu- und Edubuntu-CDs bestellen. Diese ermöglichen die Installation aus einem laufenden Live-System heraus. Die Lieferung der CDs dauert aufgrund der hohen Nachfrage in den meisten Fällen vier bis sechs Wochen. Zusätzlich können alle Ubuntu-Versionen kostenlos über das Internet heruntergeladen werden. In den Jahren 2006 und 2007 erhielt Ubuntu in einer Umfrage der Website desktoplinux.com zur Verbreitung verschiedener Linux-Distributionen 30 % der Stimmen und erzielte damit in beiden Jahren den ersten Platz.[11] Auch bei der Website DistroWatch belegt Ubuntu seit langem einen der ersten Plätze.[12]

Der Hardwareanbieter Dell begann in den USA im Mai 2007, wenige Zeit später auch in Deutschland, Frankreich und Großbritannien, Ubuntu vorinstalliert auf einigen seiner Computermodelle anzubieten.[13][14][15] Dabei handelt es sich um eine der ersten Aktionen eines größeren PC-Herstellers, der PCs mit vorinstalliertem Linux für Privatkunden bewirbt. Nach Unternehmensangaben geht dieser Schritt auf Kundenwünsche zurück.

Die französische Nationalversammlung stellte 2007 die Rechner der Abgeordneten und ihrer Assistenten auf Ubuntu um. Die Förderung von Freier Software hatte das Parlament bereits Ende 2006 beschlossen. Die Umstellung betraf 1154 Rechner.[16] Im Januar 2008 gab die französische Gendarmerie bekannt, dass bis 2014 auf allen 70.000 Arbeitsplatzrechnern Windows durch Ubuntu ersetzt werden soll. Im ersten Jahr sollen 8000 Arbeitsplätze migrieren.[17]

Die Regierung Mazedoniens will für die Schüler im Land 20.000 Thin-Client-Systeme auf Basis von Edubuntu beschaffen. Hierbei sollen an einen Server jeweils sieben Clients angeschlossen werden, so dass theoretisch bis zu 160.000 Schüler gleichzeitig einen dieser Clients nutzen können.[18]

Wikimedia möchte seine IT-Infrastruktur auf Ubuntu Server 8.04 umstellen. Derzeit laufen auf dem System verschiedene Red-Hat- und Fedora-Versionen parallel. Mit der Umstellung soll eine einheitliche Struktur geschaffen werden, die leichter zu warten und zu verwalten ist.[19]

Technische Merkmale

Ubuntu basiert technisch auf Debian, wobei das Paketformat (.deb) und diverse Strukturen übernommen wurden. Zu Beginn eines Entwicklungszyklus wird ein Teil der Pakete mit denen aus Debian unstable abgeglichen, insbesondere die des main-Bereichs werden aber vollständig alleine gepflegt. Hierdurch wird der Arbeitsaufwand für die Wartung der „unwichtigen“ Programme reduziert. Alle Änderungen und Verbesserungen an Debian-Paketen, die in Ubuntu vorgenommen werden, stehen dem Debian-Projekt als Patches zur Verfügung. Theoretisch ist es aufgrund der strengen Paketdefinitionen auch möglich, Programmpakete aus Debian direkt zu benutzen, in der Praxis gibt es hierbei jedoch insbesondere bei systemnahen Funktionen aufgrund diverser Detailunterschiede oftmals Probleme.

Nach der Standardinstallation von Ubuntu ist ein Administrator-Benutzerkonto („Root-Account“) zwar vorhanden, dieses ist aber – wie bei Mac OS X – durch ein ungültiges[20] Kennwort deaktiviert. Es ist daher in der Standardkonfiguration nicht möglich, sich direkt als „root“ anzumelden, wodurch das unbewusste Starten von Programmen mit Administratorrechten und eine möglicherweise dadurch verursachte Änderung am System verhindert wird. Das mit eingeschränkten Rechten ausgestattete Benutzerkonto kann vorübergehend vollständige Systemprivilegien erhalten, so dass der Benutzer z. B. neue Software im System installieren kann. Dabei wird das mit Administratorrechten zu startende Programm mit dem Befehl sudo aufgerufen, welcher das Benutzerpasswort abfragt und diesen Freigabe-Status kurzzeitig speichert.

Ubuntu verwendet als Arbeitsumgebung GNOME; die später hinzugekommenen Abwandlungen Kubuntu und Xubuntu verwenden KDE beziehungsweise Xfce. Die verschiedenen Abwandlungen unterscheiden sich lediglich durch die Vorauswahl der standardmäßig installierten Software-Pakete und können daher technisch als unterschiedliche Konfigurationen einer Distribution angesehen werden. Grundsätzlich entstammen sämtliche Programme, inklusive der Konfigurationsprogramme, der gleichen Arbeitsumgebung, wodurch die Bedienung konsistent gehalten wird. Die Programme anderer Umgebungen können jedoch problemlos nachinstalliert werden, ebenso weitere aus einem Fundus von circa 25.000 Paketen.

Ubuntu ist für die gängigen Rechnerarchitekturen i386 und AMD64/EM64T verfügbar. Die offizielle Unterstützung für PowerPC wurde mit Erscheinen der Version 7.04 eingestellt, da aktuelle Apple-Rechner seit 2006 mit Intel-Architektur ausgeliefert werden und das Anpassen der Distribution für die verbliebenen PowerPC-Nutzer nicht mehr als wirtschaftlich angesehen wird. Diese Aufgabe soll jedoch durch die Community weiter geleistet werden. Für die Sun-SPARC-Architektur gab es nur eine Server-Version, und diese auch nur bis einschließlich Version 7.10. Bei Versionen, die vor 2006 erschienen sind, sind Installations-CD und Live-CD getrennt, eine Installation über die Live-CD ist hier noch nicht möglich.

Version 6.06 LTS ermöglicht es erstmals, das System von der Live-CD (auch Desktop-CD genannt) aus zu installieren. Dadurch ist es möglich, während der Installation im Internet zu surfen, E-Mails zu lesen oder andere Aufgaben zu erledigen. Die spezielle Installations-CD (jetzt Alternate-CD genannt) wird nur noch benötigt, wenn besondere Anforderungen wie beispielsweise LVM-Einrichtung bei der Installation umgesetzt werden sollen oder das System wenig Arbeitsspeicher besitzt. Daneben gibt es eine DVD-Version, die sowohl einen Live-Modus wie auch eine direkte Installation beinhaltet.

Als weitere Besonderheit insbesondere gegenüber Microsoft Windows speichert das System die Hardware-Konfiguration nicht auf der Festplatte; ab Version 8.10 gilt dies auch für die Grafikkarte. Zumindest in der Theorie ist so ein Austausch der Hardware oder sogar ein Einbau einer mit Ubuntu bespielten Festplatte in einem völlig anderen PC ohne jede Anpassung möglich.

Als minimale Systemanforderungen werden von Ubuntu selbst 256 MB Arbeitsspeicher genannt.[21] Auf der Festplatte wird ein freier Speicherplatz von 4 GB empfohlen, tatsächlich belegt werden 2,5 GB; bei Updates wird temporär rund 1 GB weiterer Platz benötigt. Als Prozessor reichen Modelle mit 500 MHz aus.

Aufteilung der Programmpakete

Ubuntu install and remove.ogg
Video des Software-Verwaltungsprogramms (englisch)

Wie bei allen Debian-Derivaten sind die Programmpakete in mehrere Paketquellen aufgeteilt. Bei Ubuntu erfolgt die Zuordnung anhand zweier Kriterien. Zum einen wird danach unterschieden, ob es sich um freie Software handelt, zum anderen danach, ob das Programm zu einer der Varianten der Grundausstattung gehört oder ob es grundsätzlich optional ist. Die Paketquellen werden unterschiedlich intensiv durch das Ubuntu-Team betreut. Die Aufteilung der Programme nach Lizenzarten ist auch bei Debian bereits vorhanden (dort als main und non-free), die offizielle Einschränkung des Kundendiensts auf nur einen Teil der Pakete ist dagegen eine Besonderheit von Ubuntu.

Die Paketquelle main umfasst jene Pakete, die den Ubuntu-Lizenzanforderungen (Debian Free Software Guidelines) entsprechen und direkt durch das Ubuntu-Team unterstützt werden. Die Pakete dieser Quelle sind in einer der Ubuntu-Varianten Bestandteil der Standardinstallation und meist aufeinander abgestimmt. Für alle Pakete in diesem Bereich stellt das Ubuntu-Team kommerziellen Kundendienst und Sicherheits-Korrekturen zur Verfügung.

Zu dem Bereich restricted gehört Software, die von den Ubuntu-Entwicklern wegen ihrer Wichtigkeit unterstützt wird, die aber wegen fehlender geeigneter Lizenz nicht in main integriert werden kann. Es handelt sich insbesondere um Pakete für nur im Binärformat vorliegende Grafikkarten-Treiber. Die Unterstützung ist geringer als die für main, da die Entwickler keinen Zugriff auf den Quellcode haben.

Der Bereich universe umfasst ein breites Spektrum an Freier Software, die nicht direkt durch das Ubuntu-Team unterstützt wird. Die meisten dieser Pakete entstammen Debian unstable. Daneben gibt es ein gesondertes Team namens Masters of the Universe, das diese Pakete betreut, allerdings werden keine Sicherheits-Aktualisierungen garantiert.

Zu multiverse gehört optionale Software, die entweder nicht unter einer freien Lizenz steht oder aufgrund von Softwarepatenten nicht frei verteilt werden darf. Diese Programme werden nur eingeschränkt gepflegt. Sicherheitsupdates und Korrekturen sind – ähnlich wie bei restricted – durch den fehlenden Zugriff auf den Quellcode oft nicht möglich.

Im speziellen Bereich commercial befindet sich von Canonical zertifizierte Software kommerzieller Anbieter.[22] Dazu können Software-Hersteller ihre Programme zertifizieren lassen, wenn diese kompatibel mit Ubuntu sind und sich vollständig entfernen lassen. Dabei kann neben Freier Software auch nicht freie Software zertifiziert werden. Proprietäre Anwendungen können jedoch nicht Teil der Kern-Distribution von Ubuntu werden.[23] Momentan enthält dieses Verzeichnis unter anderem den Opera-Browser, den RealPlayer, die Anti-Viren-Software Panda DesktopSecure und den VMware-Server.

Entwicklungsgeschichte

Jede Version hat einen eigenen Codenamen und eine Versionsnummer, die auf dem jeweiligen Veröffentlichungsjahr und -monat basiert. So steht beispielsweise 5.10 für Oktober 2005. Die Codenamen sind Tierarten mit einem vorangestellten Adjektiv, so dass eine Alliteration entsteht. Das Projekt hat sich zum Ziel gesetzt, alle sechs Monate eine neue Version der Distribution zu veröffentlichen.

Legende: Ältere Version; nicht mehr unterstützt Ältere Version; noch unterstützt Aktuelle Version Aktuelle Vorabversion Zukünftige Version
Version Codename Veröffentlichung Unterstützung bis Anmerkung
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 4.10 Warty Warthog
(Warziges Warzenschwein)
20. Oktober 2004 30. April 2006[24] erste Version
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 5.04 Hoary Hedgehog
(Ergrauter Igel)
8. April 2005 31. Oktober 2006[25] erstmals Kubuntu
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 5.10 Breezy Badger
(Dreister Dachs, Frechdachs)
13. Oktober 2005 13. April 2007[26] erstmals Edubuntu
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 6.06 LTS Dapper Drake
(Adretter Erpel)
1. Juni 2006 Juni 2009 (Desktop)
Juni 2011 (Server)
LTS-Version (nur Ubuntu, Ubuntu Server, Kubuntu, Edubuntu), erstmals Xubuntu
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 6.06.1 LTS[27] 10. August 2006 erstes Update des 6.06 LTS-Zweiges
Ältere Version; noch unterstützt: 6.06.2 LTS 21. Januar 2008 zweites Update des 6.06 LTS-Zweiges
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 6.10 Edgy Eft
(Nervöser Molch)
26. Oktober 2006 25. April 2008[28] experimentelle Version[29]
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 7.04 Feisty Fawn
(Lebhaftes Rehkitz)
19. April 2007 19. Oktober 2008[30] erstmals Ubuntu Studio
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 7.10[31] Gutsy Gibbon
(Mutiger Gibbon)
18. Oktober 2007 18. April 2009[32] erstmals Gobuntu, letzte Version für Sun UltraSPARC[33]
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 8.04 LTS[34] Hardy Heron
(Kühner Reiher)
24. April 2008 April 2011 (Desktop)
April 2013 (Server)
LTS-Version (nur Ubuntu, Ubuntu Server und Edubuntu)
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 8.04.1 LTS[35] 3. Juli 2008 erstes Update des 8.04 LTS-Zweiges
Ältere Version; noch unterstützt: 8.04.2 LTS[36] 23. Januar 2009 Aktuelle LTS-Version; zweites Update des 8.04 LTS-Zweiges
Ältere Version; noch unterstützt: 8.10[37] Intrepid Ibex
(Unerschrockener Steinbock)
30. Oktober 2008 April 2010 Neuerungen der Desktop-Variante:[38] Ubuntu lässt sich nun von Wechseldatenträgern starten, Unterstützung von UMTS-Netzwerken, Gastkonten, GNOME 2.24, Totem und Rhythmbox BBC-Plug-in; Neuerungen der Server-Variante:[39] Verbesserung der Server-Virtualisierung, Verbesserungen bei der Unterstützung von RAID, Verbesserte und sicherere Paketverwaltung, Verschlüsselung privater Verzeichnisse, Daemongebundene Firewallregeln, Apache Tomcat 6.0, Java OpenJDK 1.6, ClamAV, SpamAssassin
Aktuelle Version: 9.04[40] Jaunty Jackalope
(Lebhafter Jackalope)
23. April 2009 Oktober 2010[41] Aktuelle Version. X.Org-Server Version 1.6, Linux Kernel 2.6.28 und ext4-Dateisystem als Installationsoption
Zukünftige Version: 9.10[42] Karmic Koala
(Karmischer Koala)
Oktober 2009 April 2011 Geplante Neuerungen: Schnellerer und graphisch verschönerter Start, weitere Optimierung für Mini-Notebooks, Cloud-Computing Serverfunktionen

Nicht mehr unterstützte Versionen

Die erste Version 4.10 Warty Warthog (englisch für: warziges Warzenschwein) war technisch betrachtet im Wesentlichen ein weitgehend fertig konfiguriertes Debian-System ohne allzu viele technische Besonderheiten. Sie ist am 20. Oktober 2004 erschienen. Das System gab es zur Installation auf i386-, AMD64- und PowerPC-Systemen, für i386-Systeme gab es zusätzlich eine Live-CD. Bereits mit dieser Version wurde der Versand-Service (siehe Verbreitung) gestartet. Die Version 4.10 wurde bis zum 30. April 2006 unterstützt.

Mit der Version 5.04 Hoary Hedgehog (englisch für: Ergrauter Igel) am 8. April 2005 wurde eine grafische Aktualisierungsverwaltung eingeführt. Diese Version machte vor allem durch eine weitgehend automatische Hardwareunterstützung auch und gerade für Laptops von sich reden. Seit dieser Version wird in Form der Variante Kubuntu auch KDE unterstützt. Diese Version wurde bis zum 31. Oktober 2006 unterstützt

Mit der Version 5.10 Breezy Badger (englisch für: Dreister Dachs, Frechdachs) am 13. Oktober 2005 wurde die Version 5.04 weiter ausgebaut. Außerdem gibt es seit dieser Version einen Installationsmodus für OEM-Systeme, bei der Benutzername und Kennwort nicht eingegeben werden müssen. Als Compiler dient in dieser Version erstmals ein GCC 4.0, durch den diverse weitere Optimierungen möglich werden. Außerdem wird der Start des Systems jetzt mit einem Statusbalken, genannt usplash, grafisch aufbereitet. Zudem wurde für die Verwaltung der Systementwicklung das Online-Programm Launchpad das darin enthaltene Übersetzungsprogramm Rosetta eingeführt. Version 5.10 wurde bis zum 13. April 2007 unterstützt.

Die Version 6.10 Edgy Eft[29] (englisch für: Nervöser Molch) vom 26. Oktober 2006[43] ist das erste reguläre Release nach dem – zurzeit noch unterstützten – 6.06 LTS. Auf Grund der zweimonatigen Verzögerungen bei der Fertigstellung der Vorversion wurde die Entwicklungszeit für Edgy auf vier Monate verkürzt und war deshalb als Versuchs-Release gedacht, bei dem nicht gezielt auf Stabilität geachtet wurde. Dennoch sind die sichtbaren Verbesserungen gering, neu sind vor allem das Initialisierungssystem Upstart und automatisierte Fehlerberichte. Diverse weitere Verbesserungen werden angefangen. Außerdem werden mit dieser Version einige auf dem wegen seiner Nähe zu Microsoft nicht unumstrittenen Mono-Projekt basierende Anwendungen wie Tomboy oder F-Spot integriert. Die offizielle Unterstützung für diese Version endete am 25. April 2008.

Mit der Version 7.04 Feisty Fawn[44] (englisch für: Lebhaftes Rehkitz) vom 19. April 2007 werden viele Verbesserungen des auf 6.06 LTS folgenden, eher experimentellen Edgy Eft in der Praxis nutzbar.[45] Hier gibt es unter anderem einen Migrationsassistenten, KVM, einen Installationsassistenten für unfreie Codecs und Treiber, Desktop-Effekte (compiz) und WPA-Unterstützung. Die PowerPC-Version wird, bedingt durch die Umstellung auf i386-Prozessoren von Intel bei Apple-Computern, nur noch inoffiziell weiterentwickelt. Die offizielle Unterstützung dieser Version endete am 19. Oktober 2008.

Die Version 7.10 Gutsy Gibbon[31] (englisch für: Mutiger Gibbon) ist am 18. Oktober 2007[46] erschienen. Neu sind hier das freie Flash-Plugin Gnash, Mozilla Firefox Version 3 Alpha (in universe), teilweise automatisch aktivierte Desktop-Effekte über Compiz Fusion, ein ganz neu gestaltetes Konfigurationsprogramm für die Optik des Desktops (Themes, Effekte, Hintergrundbild), ein grafisches Konfigurationsprogramm für das X Window System, wobei Monitore jetzt dynamisch erkannt werden. Außerdem AppArmor, die Desktopsuche Tracker und eine neue Druckerverwaltung system-config-printer, die aus Fedora stammt. Auch für Drucker gibt es jetzt eine automatische Erkennung und Einrichtung.[47] Für die konventionelle Installation wird jetzt eine Verschlüsselung der Festplatte unterstützt. Die offizielle Unterstützung dieser Version endete am 18. April 2009.

Noch unterstützte Versionen

Bei der Version 6.06 LTS Dapper Drake[48] (englisch für: Adretter Erpel), die am 1. Juni 2006 erschien, wurde erstmals vom Sechs-Monats-Rhythmus abgewichen, um den Entwicklern zusätzliche Zeit zum Finden und Beheben von Programmfehlern, zum Testen, zur Verbesserung der asiatischen Sprachunterstützung und zur Linux-Standard-Base-Zertifizierung zu geben. Sie ist die erste sogenannte Long-Term-Support-Version: Desktopanwender erhalten bis zum Juni 2009, Serveranwender bis zum Juni 2011 Updates und Bugfixes. Weitere Neuerungen in dieser Version waren der Ubiquity-Installer auf den Live-CDs, welche damit zugleich zum Standard wurden. Mit dieser Version gibt es erstmals den Ableger Xubuntu, der Xfce als Arbeitsumgebung nutzt.

Zwei Monate nach der Freigabe von Ubuntu 6.06 entschloss sich das Ubuntu-Team, eine aktualisierte Version (6.06.1) herauszugeben. Diese beinhaltet im Wesentlichen über 300 Sicherheits- und Fehlerkorrekturen sowie eine aktualisierte Übersetzung. Auch ein großer Teil des GNOME-Desktops 2.14.3 ist hinzugekommen. Ebenso wurden Fehler im grafischen Installationsprogramm der Desktop-CD (Live-CD) beseitigt. Im Januar 2008 erfolgte eine weitere derartige Aktualisierung als 6.06.2.

Am 30. Oktober 2008[49] ist die Version 8.10 mit Codenamen Intrepid Ibex (englisch für unerschrockener Steinbock) erschienen. In dieser finden sich diverse Detailverbesserungen; so wurden die Roaming-Fähigkeiten mobiler Systeme verbessert, um beispielsweise bei ausreichender Netzverfügbarkeit auf dem Weg vom Büro mit dem Zug bis nach Hause nie die Internetverbindung zu verlieren. Auch kann die neue Version des NetworkManager jetzt auch mit UMTS-Verbindungen umgehen. Eine weitere Neuerung ist ein Gastkonto ohne jede Zugriffsrechte auf die Festplatte. Die nicht vom eigentlichen Kernel-Team betreuten Kernel-Module werden jetzt über Dynamic Kernel Module Support verwaltet, wodurch diese automatisch an die jeweilige Kernel-Version angepasst werden, statt dass es hierfür unzählige eigene Pakete geben muss. Zudem lassen sich so Treiber-Pakete über mehrere Ubuntu-Versionen hinweg einsetzen. Des Weiteren kommt der X-Server seit dieser Version ohne eine Konfigurationsdatei aus, wodurch sich das System automatisch an die meisten Hardware-Änderungen anpasst; außerhalb des X-Servers benötigen bereits ältere Ubuntu-Versionen keinerlei manuelle Konfiguration. Ein ganz neues optisches Design wurde unter dem Namen DarkRoom zwar entwickelt, ist aber in der fertigen Version standardmäßig nicht aktiviert; hier kommt eine leicht veränderte Version des bekannten Human-Designs zum Einsatz. Die Details zu den Neuerungen wurden auf der Ubuntu-Entwicklerkonferenz vom 19. bis 23. Mai 2008 in Prag besprochen.[49] Diese Version wird bis April 2010 unterstützt werden.

Aktuelle LTS-Version

Am 24. April 2008[50] ist mit der Version 8.04 LTS Hardy Heron[34] (englisch für: Kühner Reiher) wieder ein über längere Zeit – voraussichtlich bis April 2011 als Desktop-System und bis April 2013 als Server-System – unterstütztes Release veröffentlicht worden, wobei allerdings die Langzeitunterstützung aufgrund des Erscheinens von KDE 4 nicht für die Kubuntu-Variante gelten soll.[51][52] Die neuen Funktionen wurden auf der Ubuntu-Entwicklerkonferenz (28. Oktober bis 3. November 2007) festgelegt. Neu sind diverse Sicherheitsfunktionen wie PolicyKit (womit Systemprogramme nur bestimmte Sonderrechte, aber keinen vollen root-Benutzer benötigen), SELinux und ein erweiterter Speicherschutz. An Programmen wurde das Brennprogramm Brasero neu aufgenommen, als Browser diente ursprünglich die Version 3.0 Beta 5 von Mozilla Firefox; die endgültige Version wurde als Aktualisierungspaket („update“) nachgeliefert und ist auch in 8.04.1 enthalten. Der veraltete Soundserver EsounD wurde durch PulseAudio ersetzt. Auch eine einfache, kommandozeilenbasierte Personal Firewall gibt es jetzt. Neuerdings wird iSCSI (ausdrücklich zu aktivieren) und Active Directory unterstützt. Daneben ist das Installationsprogramm Wubi aufgenommen worden, welches die Installation von Ubuntu auf eine Windows-Partition erlaubt. Einige der Änderungen am Kernel entstammen der Linux-Distribution Kanotix, die ihrerseits den Ubuntu-Kernel nutzt.[53] Diese Version unterstützt sowohl eine Aktualisierung von der direkt vorhergehenden Version 7.10 wie auch von der letzten LTS-Version 6.06.

Edubuntu ist seit dieser Version keine eigenständige Distribution mehr, sondern stellt ein Erweiterungspaket für ein Standard-Ubuntu-System dar.

Aktuelle Version

Die Version 9.04 [49] ist am 23. April 2009 unter dem Namen Jaunty Jackalope (englisch für lebhafter Jackalope) erschienen. Die meisten Änderungen beziehen sich auf weniger sichtbare Verbesserungen am Unterbau des Systems; vor allem wurde die Startzeit gegenüber den vorherigen Versionen deutlich verbessert. Darüber hinaus wird jetzt das Dateisystem ext4 unterstützt und es gibt eine ganze Reihe kleinerer Verbesserungen an der Benutzeroberfläche; insbesondere ein neues Benachrichtigungs-System. Darüber hinaus sollen in Zukunft für einige Pakete tagesaktuelle Versionen zur Verfügung gestellt werden; ein erster Schritt hierzu sind aktuelle Kernel-Versionen.[54][55]

Abwandlungen

Aufgrund des Konzeptes von Ubuntu enthält die Standardinstallation keinerlei redundante Software. Dies führte dazu, dass von den Ubuntu-Entwicklern mehrere Ubuntu-Derivate erstellt wurden, die sich ausschließlich in der Auswahl der Software im Rahmen der Standardinstallation unterscheiden. Basissystem, Installationsprogramm und Repositories sind hingegen identisch. Somit ist es auch möglich, eine Distribution durch Nachinstallieren um den Funktionsumfang eines anderen Derivats zu erweitern. Die verschiedenen Varianten drücken somit nur Präferenzen des Benutzers aus, auf die sich dieser schon bei der Grundinstallation festlegen möchte, sie können als „Konfigurationsvarianten“ derselben Linux-Distribution angesehen werden. Versionen mit anderer Arbeitsumgebung (wie beispielsweise Kubuntu) weisen jedoch untereinander einen teilweise enormen Unterschied in Optik und Bedienung auf.

Neben den diversen offiziellen Ausgaben gibt es eine Reihe spezialisierter, von externen Entwicklern herausgegebene, inoffizielle Ubuntu-Derivate.

Ubuntu Server Edition

Die Ubuntu Server Edition ist mehr auf Sicherheit ausgelegt (unter anderem durch AppArmor) und kann auch ohne grafische Benutzeroberfläche installiert werden. Darüber hinaus bietet er optional eine integrierte, zeitsparende Installation des häufig genutzten LAMP-Pakets (Linux, Apache, MySQL und PHP) sowie eine Unterstützung für Thin Clients (LTSP). Die LTS-Versionen werden – im Gegensatz zu den Desktop-Systemen – für fünf statt nur drei Jahre unterstützt. Bei den normalen Versionen bleibt es aber bei 18 Monaten.

JeOS

Unter der Bezeichnung JeOS (Just Enough Operating System) gibt es bei Version 8.04.x eine minimalistische Untervariante des Servers, optimiert für den Einsatz in virtuellen Umgebungen wie VMware.[56] Ab 8.10 ist diese Version in die normale Server-Version integriert.

Kubuntu

Kubuntu 8.10

Kubuntu ist eine Ubuntu-Variante mit der Arbeitsumgebung KDE, die erstmals mit der Version 5.04 erschienen ist. Das Wort „kubuntu“ bedeutet praktisch dasselbe wie „ubuntu“ und kommt aus der Bemba-Sprache; das „k“ ist im Original eine Präposition. Im Kontext von Kubuntu steht das K einfach nur als Abkürzung für „KDE“.

Bestandteile

KDE lässt sich im Vergleich zu GNOME umfangreicher konfigurieren, was einige Benutzer als Vorteil, andere – aufgrund geringerer Übersichtlichkeit – als Nachteil sehen. Zum Einsatz kommt stets die aktuelle Version von KDE zusammen mit einigen (noch) nicht in das KDE-Projekt aufgenommenen Applikationen, wie der Audio-Player Amarok oder das Brennprogramm K3b. Als Office-Paket dient – als einziges nicht auf KDE basierendes Programm – OpenOffice.org.

Geschichte

In der allerersten Ubuntu-Version (4.10) war KDE lediglich in dem Bereich universe enthalten, in dem sich Programme befinden, die einfach nur aus Debian übernommen sind. Zudem musste universe zu dieser Zeit noch ausdrücklich freigeschaltet werden. Aufgrund starker Nachfrage nach KDE wurde mit Version 5.04 dann eine Variante gestartet, die sich bis auf den anderen Desktop nicht von Ubuntu unterscheidet. Dies ist die erste Variante dieser Art und stellt einen Kompromiss zwischen dem Ziel der Redundanzvermeidung und der Bedienung unterschiedlicher Interessen dar. Auf den ersten Blick sind Kubuntu und Ubuntu völlig verschiedene Systeme, selbst die Boot-Meldungen reden von kubuntu. Dennoch basieren sie auf den gleichen Paketquellen. Diese Vorgehensweise gibt es sonst bei keiner Linux-Distribution.

Anfangs wurde Kubuntu fast nur von einem Team Freiwilliger entwickelt, einzig Jonathan Riddell war direkt bei Canonical angestellt, was für einigen Unmut sorgte.[57][58] Nach dem ersten LTS-Release wurde angekündigt, dass die KDE-Unterstützung den gleichen Status wie die für GNOME haben soll. Dies spiegelt sich unter anderem darin wieder, dass es für Kubuntu einen kommerziellen Kundendienst durch Canonical gibt.

Die Version 8.04 ist keine LTS-Version.[59] Für die KDE-Version 4 konnte keine hinreichende Stabilität, für KDE 3.5 kein Support für drei Jahre gewährleistet werden. Kubuntu 8.04 existiert daher auch in zwei Varianten, der normalen kubuntu mit KDE 3.5.9 und kubuntu-kde4 mit KDE 4.0.3.[60] Kommerzieller Kundendienst für 18 Monate und der Versandservice stehen nur für die KDE-3-Version zur Verfügung.

Version 8.10 gibt es nur mit KDE 4.1. Die automatische Aktualisierung („upgrade“) auf diese Version wurde daher für die Version 8.04 standardmäßig deaktiviert, da es eine vollständige Deinstallation von KDE 3 zur Folge hätte. Die Aktualisierung kann aber trotzdem über die Kommandozeile ausgeführt werden.[61]

Xubuntu

Xubuntu 8.10

Xubuntu ist eine Abwandlung von Ubuntu, die die ressourcensparende Xfce-Arbeitsumgebung verwendet. Daher eignet sich Xubuntu für ältere Computer mit wenig Arbeitsspeicher, bei denen die Installation der Standardversion problematisch ist. Eigene Installations- und Live-CDs von Xubuntu wurden erstmals mit der Ubuntu-Version 6.06 LTS veröffentlicht. Diese Version wird ausschließlich von Freiwilligen entwickelt. Zum Umfang gehören hier etwa die Textverarbeitung AbiWord, die Tabellenkalkulation Gnumeric, Mozilla Firefox und Thunderbird, aber auch eine auf die reine Textverarbeitung reduzierte Version von OpenOffice.org, falls der Funktionsumfang des wesentlich sparsameren Abiword nicht ausreicht. Hinzu kommen diverse Hilfsprogramme aus der normalen Ubuntu-Version, etwa die Aktualisierungsverwaltung, der NetworkManager oder die Paketverwaltung Synaptic. Als Hardwareanforderungen werden 192 MB Arbeitsspeicher (256 MB werden dringend empfohlen) und 1,5 GB freier Festplattenspeicher genannt.[62] Diese Angaben sind jedoch im Gegensatz zu den Angaben für die anderen Ubuntu-Varianten am technisch Machbaren und nicht an einem tatsächlich benutzbaren System orientiert. Auf der Festplatte werden mit den deutschen Lokalisierungen fast zwei GB belegt, bei Aktualisierungen kommt weiterhin Platzbedarf in der Größenordnung der CD hinzu.

Ubuntu Studio

Ubuntu Studio 8.10 mit Ardour2, JACK Audio Connection Kit und Meterbridge

Ubuntu Studio ist speziell auf die Anforderungen von Audio-, Grafik- und Videobearbeitung ausgerichtet. Für solche Zwecke wurde den Ubuntu-Quellen ein Kernel mit Echtzeitfunktionen hinzugefügt, der dafür keinerlei Energiesparfunktionen unterstützt. Als Audio-Backend dient das Programm JACK. Außerdem gehören diverse Programme aus dem Multimedia-Bereich zum Umfang, wie beispielsweise CinePaint, die Videobearbeitung Kino, der Audio-Sequenzer Rosegarden, der Audio-Editor Ardour oder das DTP-Programm Scribus. Die erste stabile Version ist am 10. Mai 2007 erschienen und basiert auf Ubuntu 7.04.[63] Diese wird als einzige Ubuntu-Version als ein DVD-Image mit knapp 900 MB ausgeliefert. Seit der Version 7.10 ist Ubuntu Studio auch für AMD64 verfügbar. Die aktuelle Version 8.10 ist seit dem 30. Oktober 2008 verfügbar. Auf der Ubuntu Homepage wird Ubuntu Studio als „Recognized Derivative“ (anerkanntes Derivat) aufgeführt.[64]

Mythbuntu

Mythbuntu ist eine Variante, um den PC als HTPC einzusetzen. Hierbei wird ein auf ein Minimum reduziertes Xfce (siehe Xubuntu) verwendet und die HTPC-Software MythTV installiert. Darüber hinaus gibt es ein eigenes Kontrollzentrum, mit dem MythTV konfiguriert werden kann und über das dessen diverse Plugins installiert werden können. Auch die Installation eines oder mehrerer der drei vollwertigen Desktop-Systeme ist hierüber möglich. Mythbuntu erfordert einen wesentlich schnelleren Prozessor als andere Ubuntu-Versionen – die Website nennt 1 GHz minimal und empfiehlt je nach Anwendung 2 oder sogar 3 GHz.[65] Eine Hauptursache hierfür ist, dass MythTV für die (nicht abschaltbare) Unterstützung von Zeitversetztem Fernsehen das Programm permanent aufzeichnet, was je nach TV-Karte hohe Systemanforderungen stellen kann.

Mythbuntu entstand mit der Entwicklung von Ubuntu 7.10 und ist seit April 2009 in der aktuellen Version 9.04 verfügbar. Als von Canonical als Community-unterstütztes Projekt anerkannt, sind die Pakete Bestandteil der Ubuntu-Paketquellen, kommerzieller Kundendienst und verlängerte Unterstützung für LTS-Versionen ist aber nicht vorhanden.[64]

Ubuntu Mini-Notebook-Systeme

Bereits seit Version 7.10 ist unter wechselnden Namen von Ubuntu-Varianten die Rede, die speziell auf eher spartanisch ausgestattete Rechner, also beispielsweise Ultra Mobilen PCs oder Mini-Notebooks ausgelegt sind.[66]

Eine erste, zusammen mit Intel entwickelte Version hiervon erschien mit Ubuntu 8.04 unter dem Namen „Ubuntu MID-Edition“; teilweise auch schlicht „Ubuntu Mobile“. Die abgespeckte Variante der Linux-Distribution enthält neben Software wie einem Webbrowser verschiedene Multimedia-Applikationen, die teilweise in der normalen Desktop-Version nicht enthalten sind. Die Oberfläche wurde auf kleine Displays von 4 bis 8 Zoll Größe angepasst.[67] Diese Version kommt unter anderem bei dem Mini-Notebook Dell Inspiron Mini 9 und dem Toshiba NB100 zum Einsatz.

Das mit Ubuntu 9.04 erschienene „Ubuntu Netbook Remix“ ist eine Version, die für Mini-Notebooks mit Displaygrößen bis 10 Zoll entwickelt wurde[68] und von einem USB-Live-System aus installiert werden kann.

Eine Portierung der Desktop-Version auf die ARMv7-Architektur befindet sich in der Entwicklung.[69]

Ehemalige Varianten

Einige Varianten sind inzwischen nur noch Erweiterungen für ein bestehendes Ubuntu-System beziehungsweise in dieses integriert.

Edubuntu

Edubuntu ist eine für die Verwendung in der Schule entwickelte Erweiterung zu Ubuntu, das auf dem Ubuntu Linux Terminal Server Project aufsetzt. Der Name setzt sich aus „education“ (engl. für Bildung) und „Ubuntu“ zusammen. Einige Funktionen des eingestellten Projekts Skubuntu wurden in Edubuntu integriert. Kernkomponenten von Edubuntu sind die Lernprogramme GCompris, Kalzium (KDE), Tux4Kids und der Schooltool Calendar.

In den Versionen 5.10 bis 7.10 war Edubuntu eine eigenständige Ubuntu-Version, bei der der normale Funktionsumfang aus Platzgründen zu Gunsten der Bildungsprogramme eingeschränkt war. Seit Version 8.04 LTS ist Edubuntu eine Erweiterung („Add-on“), welche auf ein installiertes Ubuntu-System aufsetzt.

Gobuntu

Gobuntu war eine Ubuntu-Variante ohne proprietäre Inhalte. Diese enthielt fast nur Programme, Treiber und Dateien, die unter einer freien Lizenz veröffentlicht wurden, Ausnahme waren beispielsweise Logos und Icons des Webbrowsers Firefox. Gobuntu gab es einzig in den Versionen 7.10 und 8.04 (inklusive Update-Release 8.04.1).[70]

Mit diesem Projekt versuchte Canonical dem Vorwurf zu begegnen, dass Ubuntu nicht mehr Freie Software sei, weil es viele proprietäre Treiber und Programme nutzt oder zumindest anbietet. Die Entwickler sollten mit Gobuntu die Grenzen von freiem Code und sonstigen freien Werken feststellen und falls nötig auch an deren Ausweitung arbeiten.[71] Gemäß Chefentwickler Mark Shuttleworth funktionierte Gobuntu noch nicht mit viel Hardware einwandfrei, existierte aber als ein Zeichen für die Notwendigkeit Freier Software und als Beispiel, was heute schon möglich ist.

Erste Pläne für ein derartiges Projekt gab es schon im November 2005,[72] damals unter dem Namen Gnubuntu. Dies wurde nach Protesten von Richard Stallman zunächst in Ubuntu-libre geändert.[73] Die Entwicklung von Gobuntu geschah danach in Zusammenarbeit mit den Entwicklern von gNewSense, welches von Stallman gebilligt wurde, mit dem Ziel, zukünftig dessen Basis zu werden.

Weitere Gobuntu-Versionen nach 8.04.1 wurden nicht mehr veröffentlicht. Als Grund wurde unter anderem Inaktivität der Gobuntu-Community geltend gemacht. Auch ist es seit Ubuntu 8.04 möglich, bei der Installation nur Freie Software auszuwählen. Solange man keine Pakete aus restricted oder multiverse installiert, hat man ein rein Freies System, wie es von Gobuntu beabsichtigt war.[74] Auch hat Shuttleworth darauf hingewiesen, dass er lieber auf gNewSense fokussieren will, weil die Arbeit am gNewSense-Projekt auch der Ubuntu-Community hilft.[75]

Ubuntu Deutschland

Am 12. November 2005 wurde der Verein „Ubuntu Deutschland“ in Nürnberg gegründet, um somit die Ubuntu Foundation in Deutschland zu unterstützen. Der Verein will zukünftig verstärkt auf Messen und verschiedenen Veranstaltungen vertreten sein. Am 20. und 21. Oktober 2007 richtete er eine Benutzerkonferenz unter dem Namen Ubucon aus, die in der Hochschule Niederrhein in Krefeld stattfand und kostenfrei besucht werden konnte.

Auszeichnungen

  • In der Ausgabe vom Juli 2006 wurde Ubuntu von der Zeitschrift PC World mit dem PC World 2006 World Class Award ausgezeichnet und somit von dieser als eines der 100 besten Produkte des Jahres bezeichnet.[76]
  • Im Juli 2006 hat IT Reviews Ubuntu 6.06 LTS mit ihrem „Recommended“ award ausgezeichnet.[77]

Kritik

Ubuntu wird von manchen Anhängern des Debian-Projekts kritisiert. Moniert wird, dass Ubuntu technisch nicht vollständig kompatibel zu Debian sei.[78] Eine der unter anderem von Ian Murdock erhobenen Forderungen ist es, weiterhin die jeweils aktuelle Debian-Version als Basis zu nutzen.[79] Auf der Debian-Entwicklerkonferenz debconf 6 im Mai 2006 gab es diesbezüglich eine Aussprache zwischen einigen führenden Debian-Entwicklern und Mark Shuttleworth.[80] Außerdem sind einige Debian-Entwickler mit der Qualität der von Ubuntu zurückgegebenen Patches unzufrieden. Diese enthielten zu viele Ubuntu-spezifische Änderungen, die für Debian nutzlos seien. Außerdem wird die Idee als solche, Pakete aus Debian zu übernehmen, oftmals kritisiert, da hierdurch Debian selbst geschwächt werde.[81]

Darüber hinaus wird Ubuntu von dem für den Konkurrenten Novell arbeitenden Kernel-Entwickler Greg Kroah-Hartmann eine zu geringe Beteiligung an der Entwicklung des Linux-Kernels vorgeworfen.[82] Diese Behauptung wird von ihm mit einer prozentual geringen Anzahl an in den Kernel zurückgegebenen Patches untermauert (<1 %). Als Antwort hierauf wurde von dem Ubuntu-Entwickler Matt Zimmerman angemerkt, dass Kroah-Hartmanns Betrachtung des Linux-Ökosystems „seltsam“ sei, da er sämtliche konkreten Anwendungen wie GNOME, KDE oder jegliche Server-Dienste dabei auslässt.[83] Dies begründet er damit, dass von diesen Beiträgen auch andere Betriebssysteme wie etwa OpenSolaris profitieren.

Literatur

  • Marcus Fischer: Ubuntu GNU/Linux – Das umfassende Handbuch. 3. Auflage. Galileo Press, Bonn Juni 2008, ISBN 978-3-8362-1150-5 (openbook.galileocomputing.de ; Stand: 22. Januar 2009; Aktuell zu „Hardy Heron“). 
  • Marcus Fischer: Einstieg in Ubuntu 8.10 »Intrepid Ibex« – Installation, Anwendung, Tipps und Tricks. 2. Auflage. Galileo Press, Bonn 2009, ISBN 978-3-8362-1368-4. 
  • Benjamin Mako Hill, Jono Bacon, Corey Burger, Jonathan Jesse, Ivan Krstić: Das offizielle Ubuntu Buch. Addison-Wesley, München 2007, ISBN 978-3-8273-2620-1. 
  • Michael Kofler: Ubuntu 8.04 LTS „Hardy Heron“. Addison-Wesley, München Juni 2008, ISBN 3-8273-2700-8 (mit zwei CDs: Ubuntu 8.04, 32-Bit- und 64-Bit-Version). 
  • Jörg Kreß , Julian Zeidler: Linux lernen mit Ubuntu. O′Reilly, Köln 2006, ISBN 3-89721-438-5. 
  • Marco Michely: Ubuntu Linux 6.x. Data-Becker, Düsseldorf 2006, ISBN 3-8158-2565-2. 

Weblinks

Offizielle Portale (englisch)

Community

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Einzelnachweise

  1. a b Alles so Ubuntu hier. In: Süddeutsche.de. 13. Juni 2005. Abgerufen am 12. Oktober 2007.
  2. a b Ubuntu: „Ein Linux für die Menschen“. In: Spiegel Online. 9. Juli 2005. Abgerufen am 12. Oktober 2007.
  3. Ubuntu 8.04 LTS Desktop Edition Released. 24. April 2008. Abgerufen am 24. April 2008. (englisch)
  4. a b Ubuntu: An African Word for Humanity. Abgerufen am 12. Oktober 2007. (englisch)
  5. Code of Conduct. Abgerufen am 12. Oktober 2007. (englisch)
  6. KOffice 1.4 – Kubuntu Packages available. In: kubuntu-users Mailingliste. 21. Juni 2005. Abgerufen am 31. Oktober 2007. (englisch)
  7. What is Ubuntu?. Abgerufen am 12. Oktober 2007. (englisch)
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  9. UBUNTU-TAGEBUCH. In: Spiegel Online. 24. September 2007. Abgerufen am 13. Oktober 2007.
  10. Ubuntu als ebenbürtige Alternative zu Windows. In: NZZ. 23. September 2007. Abgerufen am 13. Oktober 2007.
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  12. Linux Distributions – Facts and Figures. In: DistroWatch. Abgerufen am 12. Oktober 2007. (englisch)
  13. Dell liefert ab heute Ubuntu-PCs aus. In: heise online. 24. Mai 2007. Abgerufen am 12. Oktober 2007.
  14. Ubuntu-Systeme von Dell auch in Deutschland. In: heise online. 7. August 2007. Abgerufen am 12. Oktober 2007.
  15. Dell Open Source. Abgerufen am 9. Januar 2008.
  16. Französisches Parlament wechselt zu Ubuntu. In: Pro-Linux. 12. März 2007. Abgerufen am 12. Oktober 2007., Beschluss der französischen Nationalversammlung zur Einführung von Linux (frz., Abschnitt III.,1.)
  17. Frankreichs Gendarmerie holt sich Linux. In: heise online. 30.nbsp;Januar 2008. Abgerufen am 28. April 2008.
  18. Mazedonien setzt auf virtuelle Ubuntu-PCs. In: heise online. 18. November 2007. Abgerufen am 19. November 2007.
  19. Wikipedia simplifies IT infrastructure by moving to one Linux vendor. In: computerworld. 10. Oktober 2008. Abgerufen am 10. Oktober 2008.
  20. siehe die Manpage für die Datei shadow: „If the password field contains some string that is not valid result of crypt(3), for instance ! or *, the user will not be able to use a unix password to log in“
  21. Ubuntu 8.10 Release Notes. Abgerufen am 20. Oktober 2007. (englisch)
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