Edition Peters

Edition Peters

Edition Peters ist der heute gebräuchliche Name des C. F. Peters Musikverlages, Leipzig und Frankfurt am Main.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte des Verlages

Ein typischer Umschlag einer Ausgabe der Edition Peters, ca. 1890
Wohn- und Geschäftshaus des Musikverlages C. F. Peters, erbaut 1874 nach Entwürfen des Architekten Otto Brückwald

Die Komponisten Franz Anton Hoffmeister und Ambrosius Kühnel hatten den Verlag als Hoffmeister & Kühnel, Bureau de Musique 1800 in Leipzig gegründet. 1814 ging er in den Besitz des Buchhändlers Carl Friedrich Peters über und trägt seitdem seinen Namen in der Form C. F. Peters.

Im 20. Jahrhundert wurde die Besitzerfamilie Hinrichsen zweimal enteignet: 1939 durch die NS-Regierung und nach der Rückgabe 1945 ein zweites Mal 1950 durch die SED. Daraufhin wurde der Verlag nach Frankfurt (Main) verlegt, existierte jedoch auch in Leipzig weiter als VEB Edition Peters.

1993 schließlich erhielt die Familie Hinrichsen auch den VEB zurück.

Das Archivgut des Verlages befindet sich heute weitgehend im Sächsischen Staatsarchiv – Staatsarchiv Leipzig.

Edition Peters geht auf eine 1867 begründete Reihe von Notenausgaben zurück, die bereits die noch heute übliche charakteristische Umschlaggestaltung aufweist.

Ein Schwerpunkt des Verlages ist die Edition so genannter Urtext-Ausgaben.

Neben im engeren Sinne „klassischen“ Komponisten werden auch Werke vieler zeitgenössischer Komponistenverlegt, so neuerdings auch Kompositionen von Mark Andre oder Philippe Boesmans.[1] Seit 2007 wirbt der Verlag mit dem Slogan „Zeitgenössisch seit 1800“.

2007 wurde vom damaligen Geschäftsführer Carl Grouwet eine neue Serie mit jüngeren Komponisten unter dem Namen „Neue Generation bei Peters“ gegründet, darunter Mark Moebius, Robin Hoffmann, Minas Borboudakis und Alexander Muno.[2]

Zu C. F. Peters Musikverlag gehören weiterhin Henry Litolff’s Verlag (Collection Litolff, seit 1940)[3][4], Edition Schwann (seit 1974)[4] und C. F. Kahnt Musikverlag (seit 1989)[4].

Literatur

  • Norbert Molkenbur: C. F. Peters 1800–2000. Ausgewählte Stationen einer Verlagsgeschichte. Sachsenbuch, Leipzig 2001, ISBN 3-89664-039-9.
  • Irene Lawford-Hinrichsen: Music Publishing and Patronage – C. F. Peters: 1800 to the Holocaust. Edition Press, London 2000, ISBN 0-9536112-0-5.
  • Irene Lawford-Hinrichsen, Norbert Molkenbur: C. F. Peters – ein deutscher Musikverlag im Leipziger Kulturleben. Zum Wirken von Max Abraham und Henri Hinrichsen. In: Ephraim-Carlebach-Stiftung (Hrsg.): Judaica Lipsiensia: Zur Geschichte der Juden in Leipzig. Edition Leipzig, Leipzig 1994, S. 92–109.
  • Bettina Hinterthür: Noten nach Plan. Die Musikverlage in der SBZ/DDR – Zensursystem, zentrale Planwirtschaft und deutsch-deutsche Beziehungen bis Anfang der 1960er Jahre. Steiner, Stuttgart 2006.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. [1]
  2. [2]
  3. Luitgard Camerer, Manfred Garzmann, Wolf-Dieter Schuegraf im Auftrag der Stadt Braunschweig (Hrsg.): Braunschweiger Stadtlexikon. 4. Auflage. Meyer, Braunschweig 1996, ISBN 3-926701-14-5, S. 146.
  4. a b c Historie. In C. F. Peters Musikverlag integrierte Verlage. Edition Peters, abgerufen am 10. Juni 2008.

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