E-Plus


E-Plus
E-Plus Gruppe
Logo der E-Plus Mobilfunk GmbH & Co. KG
Rechtsform GmbH & Co. KG
Gründung 1993
Sitz Düsseldorf, Deutschland
Leitung Thorsten Dirks
Mitarbeiter ca. 2.700 (2011)[1]
Umsatz 3,241 Mrd (2010)[2]
Branche Telekommunikation
Website www.eplus-gruppe.de
BASE Filiale
Logo der Marke BASE
Logo der Marke simyo

Die E-Plus Gruppe ist mit 22,148 Mio. Kunden (Stand: 30. September 2011)[3] und einem Marktanteil von 18,8 Prozent der drittgrößte Mobilfunknetzbetreiber in Deutschland.[4] Seit dem Jahr 2000 gehört E-Plus zum niederländischen KPN-Konzern.

Das Unternehmen ist in die Teilbereiche E-Plus Mobilfunk in Düsseldorf und E-Plus Service in Potsdam gegliedert. E-Plus Mobilfunk GmbH & Co. KG betreibt die technische Netzinfrastruktur und fungiert als Konzernobergesellschaft, wohingegen E-Plus Service GmbH & Co. KG als Service Provider die Kundenbetreuung übernimmt. Zur Vermarktung von Flatrate-Tarifen nutzt E-Plus die Marke Base. Dazu gesellen sich noch die Marken Ay Yildiz und vybemobile. E-Plus ist darüber hinaus Eigentümer des Mobilfunk-Discounters Simyo.

Inhaltsverzeichnis

Marktstrategie

Spätestens seit dem Jahr 2005 verfolgt E-Plus eine Schwerpunkt-Strategie am Mobilfunkmarkt, also eine Konzentration des Angebots auf besonders häufig nachgefragte Dienste, die zu vergleichsweise niedrigen Preisen verkauft werden. Innovative Produkte werden erst mit Verzögerung angeboten, wenn durch die Erfolge von Konkurrenzunternehmen absehbar ist, dass sich Investitionen in diese rentieren würden. Bei E-Plus resultiert diese Strategie in eher günstigeren Tarifen für Telefonie, eine Preisführerschaft in diesem Gebiet wird angestrebt. Das UMTS-Netz wird schrittweise weiter ausgebaut, um neue Gebiete zu versorgen und die Kapazitäten zu erweitern. Des Weiteren wurde das GSM-Netz deutschlandweit auf E-GSM erweitert, so dass sich die Netzabdeckung stark verbessert hat.

Mobilfunknetze

E-Plus betreibt bundesweite Mobilfunknetze im E-GSM-, DCS-1800- und UMTS-Standard. Das GSM-Netz ist seit 1994 in Betrieb. Zum Ende des Jahres 2010 befanden sich 19.005 GSM-Basisstationen und 7.675 UMTS-Basisstationen inklusive Mobilfunkrepeater in Betrieb.[5] Nach eigenen Angaben erreicht E-Plus mit seinem GSM-Netz 99,9 %, mit EDGE 84 %, und mit seinem UMTS-Netz 70,1 % der Bevölkerung.[5]

Der Aufbau des eigenen UMTS-Netzes erfolgt seit dem Jahr 2004. Zum Einsatz kommen hierbei neben gewöhnlichen Standorten mittlerer Höhe wie kleineren Masten und Hausdächern auch sogenannte Ultra High Sites (UHS). Dies bezeichnet Antennenstandorte mit einer Montagehöhe von mehr als 100 Meter, zum Beispiel Industrieschornsteine oder Fernsehtürme. UHS erlauben die Versorgung größerer Flächen mit weniger Investitionen, als dies gewöhnlich notwendig wäre. Allerdings verringert sich durch diese Bauweise auch die Kapazität, da trotz der größeren Fläche immer noch die gleiche Anzahl der gleichzeitig durchgestellten Gespräche bleibt. Das UMTS-Netz enthält teilweise Technik des ehemaligen Netzes von Mobilcom, dessen Ausbau noch vor der kommerziellen Inbetriebnahme gestoppt wurde. Mobilcom verkaufte einen Großteil seiner Technik im Jahr 2003 für 20 Mio. Euro an E-Plus.

Seit Anfang 2006 baut das Unternehmen auch E-GSM-Basisstationen auf oder vorhandene DCS-1800-Stationen zu E-GSM/DCS-1800-Dualband-Stationen um. Die E-GSM-Frequenzen wurden den beiden Netzbetreibern E-Plus und O2 von der Bundesnetzagentur zugewiesen, um auch ländliche Gebiete besser und effizienter versorgen zu können und den Empfang innerhalb von Gebäuden zu verbessern.[6] Damit sollen die bisher nur auf 1800 MHz sendenden Netzbetreiber eine technische Chancengleichheit erhalten. Nahezu alle seit etwa 1998 hergestellten Mobiltelefone können die GSM-Erweiterungsbänder E-GSM nutzen, einige ältere GSM-900-Mobiltelefone jedoch nicht.

Das GSM-Netz unterstützt den Dienst GPRS für den paketorientierten Datentransfer. In fast allen Regionen kann zudem der Datendienst EDGE zum Surfen genutzt werden, wodurch ein schnellerer Datendurchsatz erreicht wird als bei GPRS.

Die Sprachübertragung wird im GSM-Netz mit dem Adaptive Multirate Codec (AMR) und bei älteren Mobiltelefonen mit dem Enhanced Full Rate Codec (EFR) realisiert.

In einer Untersuchung der Datenübertragungsrate[7] in deutschen Mobilfunknetzen durch die Stiftung Warentest im Juni 2011 hat E-Plus am schlechtesten abgeschnitten.

Seit Juli 2010 baut E-Plus sein Datennetz massiv mit dem Datenbeschleuniger HSPA+ aus. Bis Ende 2012 soll der Netzausbau mit HSPA+ großflächig fortgeschritten sein.[8][9]

Geschichte

Das Unternehmen wurde 1992 als E-Plus Mobilfunk GmbH gegründet und erhielt 1993 eine Mobilfunklizenz für DCS 1800 (E1-Netz) durch den damaligen Bundespostminister Wolfgang Bötsch (CSU). Lizenzinhaber wurde ein Konsortium um E-Plus, dessen Hauptgesellschafter die VEBA Telecom, RWE Telliance, Thyssen Telecom und BellSouth waren.

1999 scheiterte ein Versuch der France Télécom, bei E-Plus einzusteigen. Der französische Telekommunikationskonzern wollte den 17,24-prozentigen Anteil von Vodafone erwerben, von dem sich Vodafone nach der Fusion mit Air Touch trennen wollte. BellSouth nahm einen Kredit in Höhe von 9,18 Mrd. Euro bei dem niederländischen Unternehmen KPN auf und sicherte sich damit das Vorkaufsrecht. Zudem erwarb BellSouth den 60,25-prozentigen Anteil von o.tel.o (VEBA/RWE), da sich die Anteilseigner wieder auf das Kerngeschäft (Energie) konzentrieren wollten. Dieser Kredit von KPN wurde anschließend in einen 77,49-prozentigen Anteil an E-Plus umgewandelt.[10]

Im Januar 2002 wurde bekannt, dass KPN auch die restlichen Anteile von E-Plus im Rahmen eines Aktientausches von BellSouth zu erwerben beabsichtigt. Die komplette Übernahme wurde daraufhin im März 2002 vollzogen.[11]

Chronologie des Unternehmens

E-Plus wurde 1993 als E-Plus Mobilfunk GmbH gegründet und erhielt eine Mobilfunklizenz für DCS 1800 (E1-Netz). Lizenzinhaber wurde das Konsortium um E-Plus, deren Hauptgesellschafter die VEBA Telecom, RWE Telliance und Thyssen Telecom waren.

1994 erfolgte ab Mai der Netzstart in Berlin und sieben Ballungsgebieten nach dem Mobilfunk-Standard DCS 1800.

1997 bot E-Plus als erster deutscher Netzbetreiber Prepaid-Tarife (Free&Easy) an.

1999 führte das Unternehmen als erster deutscher Netzbetreiber Minutenpakete unter dem Namen Time&More ein. Im selben Jahr wurden die Dienste WAP und HSCSD eingeführt. Neben E-Plus bot Vodafone HSCSD an.

2000 wurde KPN Hauptgesellschafter von E-Plus. Es erfolgte eine kurzzeitige Beteiligung von Hutchison Whampoa zur Ersteigerung einer UMTS-Lizenz.

2001 wurde GPRS zur Übertragung von Paketdaten eingeführt.

2002 erfolgte die Einführung des Datendienstes i-Mode. Ebenso wurde KPN in diesem Jahr alleiniger Gesellschafter. Überdies wurde die Kundenbetreuung an die SNT Deutschland, ein Tochterunternehmen der KPN, ausgegliedert.

2004 erfolgte der kommerzielle UMTS-Netzstart. E-Plus lagerte die IT-Infrastruktur und Applikationsmanagement aus (Outsourcing an Atos Origin).[12]

2005 erfolgte der Start der Mobilfunk-Discounter Marken simyo und Base (Flatrate) sowie eine Kooperation mit dem Lebensmittel-Discounter Aldi. Es wurde die erste Flatrate für Datennutzung (UMTS und GPRS) eingeführt. Zudem wurde ein Mobilfunkangebot speziell für Türkischstämmige unter der Marke Ay Yıldız eingeführt.

2006 bekam E-Plus E-GSM-900-Frequenzen zugeteilt. Zudem wurde die Phone-and-Music-Marke Vybemobile eingeführt, für die E-Plus eine Kooperation mit Universal Music Deutschland einging.[13]

2007 lagerte E-Plus den Betrieb und Bau seines Mobilfunknetzes aus (Outsourcing an Alcatel-Lucent).[14]

2007 gingen alle alten E-Plus-Shops (160 Stück) in die neue E-Plus Shop GmbH über (Betriebsübergang).

2008 übernahm die E-Plus-Muttergesellschaft KPN den Discounter Blau Mobilfunk[15] sowie die Shopkette SMS-Michel. Damit erhielt die E-Plus-Gruppe 400 neue Ladengeschäfte in guter Lage von Einkaufszonen.

2010: Am 1. Februar 2010 hat E-Plus die Vermarktung von Laufzeitverträgen und Prepaid-Tarifen unter der Tarifmarke E-Plus eingestellt. Interessenten werden stattdessen auf die Flatrate-Marke BASE sowie die Prepaid-Marken blau und simyo verwiesen. E-Plus begründet dies mit einer größeren Einfachheit bei der Kaufentscheidung. Bestehende Kunden können unbefristet weiter ihre Tarife nutzen und bekommen einen erhöhten Kundenservice versprochen.

2011: Am 1. September 2011 führt E-Plus eine deutschlandweit gültige Festnetznummer als zubuchbare Option ein. Das ist insofern neu, als das Kunden der anderen Mobilfunkanbieter lediglich eine Festnetznummer in einem Radius von 2 km nutzen können. Diese Option ist auch für diverse Submarken der E-Plus Gruppe nutzbar, allerdings nicht für die sogenannten Discountmarken.

Netzanbieter für Mobilfunk-Discounter

E-Plus ist der Netzanbieter für mehrere Mobilfunk-Discounter wie ADAC, Medion und MTV.[16]

Sponsoring

Die E-Plus Gruppe unterstützt die Sozialkampagne „iCHANCE“ vom Bundesverband Alphabetisierung und Grundbildung. „iCHANCE“ ist eine multimedial ausgerichtete Kampagne mit dem Ziel, Vorurteile gegenüber (funktionalen) Analphabeten abzubauen und Menschen mit Grundbildungsbedarf dazu zu ermutigen, Lernangebote wie Lese- und Schreibkurse wahrzunehmen.[17][18]

Kritik

Sperrung bestimmter Festnetzrufnummern

Im Juni 2008 wurde bekannt, dass E-Plus – ähnlich wie O₂[19] und Vodafone[20] – die Erreichbarkeit der Rufnummern bestimmter Sprach-Chat-Systeme erheblich einschränkt.[21] Bei diesen Rufnummern handelt es sich um normale Festnetzrufnummern, die im Rahmen von Festnetz-Flatrates gratis angerufen werden können und in der Praxis ein hohes Gesprächsaufkommen verursachen. Dabei nimmt E-Plus im Unterschied zu O2 nicht nur eine Limitierung des Anrufvolumens vor, sondern sperrt die betroffenen Rufnummern komplett.

Im Februar 2009 wurden diese Sperren erweitert und umfassen seitdem auch einige Anbieter von geschäftlichen Telefonkonferenzen.[22] Ebenso betroffen sind bestimmte Anbieter von Calling-Cards, über deren Rufnummern Gespräche ins Ausland und zu Sonderrufnummern verhältnismäßig kostengünstig geführt werden können. Durch die Sperrung wird den Kunden erschwert, diese Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen.

Unternehmensdaten

EBITDA

Gewinn vor Finanzergebnis, außerordentlichem Ergebnis, Steuern und Firmenwertabschreibungen

Geschäftsjahr Mio. Euro
2004 700
2005 673
2006 905
2007 1.113
2008 1.245[23]
2009 1.333[24]
2010 1.374[2]

Kundenzahl

31.12. Kunden (in Mio.) Marktanteil
1994 0,030 1,7 %
1995 0,196 6,3 %
1996 0,520 10,4 %
1997 1,005 12,9 %
1998 2,044 17,1 %
1999 3,800 16,3 %
2000 6,600 13,7 %
2001 7,500 13,3 %
2002 7,350 12,4 %
2003 8,206 12,7 %
2004 9,505 13,3 %
2005 10,742 13,6 %
2006 12,654 14,8 %
2007 14,807 15,3 %
2008 17,777[23] 16,81 %
2009 18,987[24] 17,54 %
2010 20,427[2] 18,77 %[4]

Niederlassungen

E-Plus unterhält Betriebsniederlassungen in Hamburg, Berlin, Hannover, Kassel, Leipzig, Ratingen, Frankfurt am Main, Karlsruhe, Nürnberg, Stuttgart und München.

Gesellschafter

Alleiniger Gesellschafter von E-Plus ist das niederländische Unternehmen KPN Mobile N.V.

Aufsichtsrat

  • Eelco Blok, Royal KPN N.V.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. toparbeitgeber.com-Studie (erster Stichpunkt Mitarbeiter)
  2. a b c E-Plus Mobilfunk GmbH & Co. KG: E-Plus Gruppe schließt 2010 mit Rekordergebnis ab und investiert in weiteres Wachstum. 26. Januar 2011, S. 3, abgerufen am 27. Januar 2011 (PDF).
  3. Pressemitteilung E-Plus vom 25. Oktober 2011: Kundenwachstum im mobilen Internet treibt Serviceumsatz
  4. a b Bundesnetzagentur: Teilnehmerentwicklung im Mobilfunk nach Netzen pro Quartal
  5. a b Annual Report 2010 der Muttergesellschaft KPN, S. 23, abrufbar über die Website der KPN
  6. Nachricht heise online vom 10. Mai 2005: RegTP: E-Netzbetreiber sollen auf E-GSM-Bänder umziehen
  7. Stiftung Warentest: Schlusslicht E-Plus
  8. Offensive Netzausbau
  9. Flash-Animation zum HSPA+ Netzausbau
  10. Nachricht heise online vom 10. Dezember 1999: BellSouth und KPN übernehmen E-Plus
  11. Nachricht teltarif.de vom 14. März 2002: KPN übernimmt E-Plus komplett
  12. E-Plus und Atos Origin unterzeichnen IT-Outsourcing-Vertrag
  13. http://www.crn.de/produkte/artikel-71150.html
  14. Nachricht portel.de vom 27. Februar 2007: Outsourcing an Alcatel-Lucent
  15. Nachricht Golem.de vom 26. März 2008: E-Plus übernimmt Mobilfunk-Discounter Blau
  16. E-Plus Gruppe Markenwelt. Abgerufen am 3. August 2011.
  17. iCHANCE Profi Portal. Abgerufen am 2. August 2011.
  18. iCHANCE. Abgerufen am 2. August 2011.
  19. Nachricht teltarif.de vom 4. März 2008: O2 limitiert Chat-Hotlines und Calling-Card-Einwahlnummern
  20. Nachricht teltarif.de vom 20. Oktober 2008: Einschränkungen für Sprach-Chats offenbar auch bei Vodafone
  21. Nachricht teltarif.de vom 23. Juni 2008: Nach o2: Auch E-Plus sperrt Sprach-Chat-Lines
  22. Nachricht teltarif.de vom 5. Februar 2009: E-Plus sperrt weitere Festnetz-Einwahlnummern
  23. a b E-Plus Mobilfunk GmbH & Co. KG: E-Plus Gruppe erzielt 2008 Rekordergebnis. 27. Januar 2009, S. 3, abgerufen am 3. März 2009 (PDF).
  24. a b E-Plus Mobilfunk GmbH & Co. KG: E-Plus Gruppe steigert Profitabilität und plant weitere Investitionen in Markt und Netzausbau. 26. Januar 2010, S. 3, abgerufen am 27. Mai 2010 (PDF).

Weblinks

 Commons: E-Plus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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