Dybuk

Dybuk

Ein Dibbuk (auch Dybuk oder Dybbuk genannt; Pl. Dibbukim) ist nach jüdischem Volksglauben die Seele eines ehemals bösartigen oder verbohrten Toten. Diese Seele kann sich aufgrund ihrer Verfehlungen nicht von der irdischen Existenz trennen und sucht nach einem lebenden Körper, um diesen zu besetzen. Die Auswirkungen des Dibbuk entsprechen demnach der Besessenheit, was sich auch in seinem Namen widerspiegelt, der so viel wie Umklammerer oder Anhafter bedeutet.

Der Dibbuk hat nach dem Volksglauben keine metaphorische, sonden eine konkrete Bedeutung. Er ähnelt den Dämonen und Geistern, die in der katholischen Kirche beim Exorzismus auszutreiben sind. Es wird angenommen, dass eine Seele, die zu Lebzeiten ihre Funktion nicht erfüllen konnte, eine weitere Möglichkeit dazu in Form eines Dibbuk erhält. Dieser Glaube ist etwa seit dem 17. Jh. in kabbalistischer Literatur belegt.

Der Dibbuk wird durch einen Zaddik (hebräisch für „Gerechten“), sowie zehn weiteren Mitgliedern der Gemeinschaft (Minjan), welche im Totenhemd gekleidet sind, ausgetrieben. Dabei wird Räucherwerk verbrannt, Gebete gesungen und auf dem Schofar geblasen.

Der Dibbuk-Glaube wird ausführlich in Satan in Goraj von Isaac Singer beschrieben.

Siehe auch

Literatur

Leander Petzoldt: Kleines Lexikon der Dämonen und Elementargeister. 3. Auflage München 2003, Seite 45–46


Wikimedia Foundation.

Игры ⚽ Поможем решить контрольную работу

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Dybuk — Dỵbuk,   der Dibbuk …   Universal-Lexikon

  • dybuk — m III, DB. a, N. dybukkiem; lm M. i, DB. ów «według wierzeń żydowskich: zły duch lub dusza zmarłego wcielająca się w osoby żyjące» ‹hebr.› …   Słownik języka polskiego

  • Dibbuk — Ein Dibbuk (auch Dybuk oder Dybbuk genannt; Pl. Dibbukim; hebräisch דיבוק = „Anhaftung“) ist nach jüdischem Volksglauben ein oft böser Totengeist, der in den Körper eines Lebenden eintritt und bei diesem irrationales Verhalten bewirkt.… …   Deutsch Wikipedia

  • Bernhard Sekles — Bernhard Sekles, ca. 1913 Bernhard Sekles (* 20. März 1872 in Frankfurt am Main; † 8. Dezember 1934 Frankfurt am Main) war ein deutscher Komponist, Dirigent, Pianist und Musikpädagoge. Inhaltsverzeichnis …   Deutsch Wikipedia

  • Christine Wodetzky — (* 5. Januar 1943 in Leipzig; † 6. Dezember 2004 in Berlin) war eine deutsche Schauspielerin. Sie flüchtete nach dem Mauerbau 1961 in den Westen und spielte an zahlreichen Bühnen in Stuttgart, Hamburg, Zürich, Köln und Düsseldorf. In Berlin… …   Deutsch Wikipedia

  • Wodetzky — Christine Wodetzky (* 5. Januar 1943 in Leipzig; † 6. Dezember 2004 in Berlin) war eine deutsche Schauspielerin. Sie flüchtete nach dem Mauerbau 1961 in den Westen und spielte an zahlreichen Bühnen in Stuttgart, Hamburg, Zürich, Köln und… …   Deutsch Wikipedia

  • Abraham Morewski — Das Grab Morewskis in Warschau Abraham Morewski in deutschen Filmen auch als Avrom Morewski [1] (* 18. März 1886 in Vilnius; † 3. Oktober 1964 in Warschau) war ein polnischer Schauspieler …   Deutsch Wikipedia

  • Reincarnation — For other uses, see Reincarnation (disambiguation). Past Lives redirects here. For the band, see Past Lives (band). Reincarnation in Hindu art Reincarnation best describes the concept where the soul or spirit, after the death of the body, is… …   Wikipedia

  • Andrzej Wajda — Infobox Actor name = Andrzej Wajda caption = Andrzej Wajda, Warsaw (Poland), May 2006 birthdate = birth date and age|1926|3|6|df=y location = Suwałki, Poland academyawards = Academy Honorary Award 2000 Lifetime Achievement baftaawards = Best… …   Wikipedia

  • The Dybbuk (play) — The Dybbuk , or Between Two Worlds (Yid. דער דיבוק אדער צווישן צוויי וועלטן) is a 1914 play by S. Ansky, relating the story of a young bride possessed by a dybbuk mdash; a malicious possessing spirit, believed to be the dislocated soul of a dead… …   Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”