Durchstrahlungsverfahren


Durchstrahlungsverfahren
Durchstrahlungsaufnahme eines mittelalterlichen Schwertes, die eine unter Rost verborgene Damaszierung (Gittermuster) sichtbar macht.

Die Durchstrahlungsprüfung ist ein Bildgebendes Verfahren der zerstörungsfreien Werkstoffprüfung (ZFP) zur Darstellung von Materialunterschieden. Mit Hilfe eines geeigneten Strahlers (einer Röntgenröhre, eines Beschleunigers oder eines gammastrahlenden Radionuklids, z. B. Cobalt-60 oder Iridium-192) wird die Dichte eines Bauteils auf einem Röntgenfilm abgebildet. Auf dem Röntgenfilm erscheint ein Projektionsbild des Bauteils. An der unterschiedlichen Schwärzung lässt sich die abweichende Materialdicke oder -dichte erkennen. Je dicker oder dichter ein Bauteil, umso weniger Strahlung kann es durchdringen und umso heller erscheint der Röntgenfilm.

Anwendungsbereich

Die Durchstrahlungsprüfung (Kürzel RT gem. EN 473) ist geeignet zum Nachweis von volumenhaften Fehlern. Bei Unterschieden der Dichte zwischen Fehlstelle und Grundmaterial ist der Fehler nachweisbar. Auch feine Risse lassen sich bei geeignetem Einstrahlwinkel finden. Kontrast und Auflösung beeinflussen das Erkennen solcher Details. Der Kontrast ist abhängig von der Dicke des Materials, der Strahlerqualität, der Streustrahlung sowie dem Typ des Films.

Sie ist insbesondere ein Standardverfahren zur Prüfung sicherheitsrelevanter Schweißnähte, z. B. in Kraftwerken.

Um die Kontrastqualität der Röntgenaufnahme zu bestimmen, verwendet man in der Praxis Bildgüteprüfkörper (BPK). Das sind unterschiedlich dicke Drähte, die zusammen mit dem Prüfobjekt aufgenommen werden. Der dünnste noch sichtbare Draht entspricht dabei der Bildgüte der Durchstrahlungsaufnahme.

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