Deutsche Krebsgesellschaft

Deutsche Krebsgesellschaft
Deutsche Krebsgesellschaft
(DKG)
Zweck: Medizinische Fachgesellschaft für Onkologie
Vorsitz: Werner Hohenberger
Gründungsdatum: 1951
Mitgliederzahl: 6600
Sitz: Berlin
Website: krebsgesellschaft.de

Die Deutsche Krebsgesellschaft e.V. ist die älteste und größte onkologische Fachgesellschaft in Deutschland. Sie hat zum Ziel, Krebserkrankungen vorzubeugen, ihre Behandlung zu verbessern, und die Lebensqualität von krebskranken Menschen zu erhöhen. Die DKG wurde 1951 als Nachfolgeorganisation des nationalsozialistischen Reichsausschusses für Krebsbekämpfung gegründet, zunächst als Deutscher Zentralausschuss für Krebsbekämpfung und Krebsforschung. 1970 erhielt sie ihren gegenwärtigen Namen. Aktuell (2011) hat die DKG etwa 6600 Mitglieder.

Neben dem Bundesverband gibt es in verschiedenen Bundesländern auch gleichnamige Landesverbände, für die die DKG eine Dachorganisation bildet. Die Landeskrebsgesellschaften bilden die Sektion A der DKG, während Einzelpersonen in Sektion B Mitglieder werden können. Sektion C umfasst Fördermitgliedschaften z.B. der Industrie. Neben der Grundmitgliedschaft sind die Mitglieder in den Arbeitsgemeinschaften experimentelle Krebsforschung (AEK) und den Arbeitsgemeinschaften klinische Krebsforschung (AKK) mit jeweils vielen Unter-AGs organisiert. Der Jahresbeitrag liegt in der Sektion B zwischen 30 und 140 €. Die Geschäftsstelle ist in Berlin. Aktueller (2011) Präsident ist der Tübinger Strahlentherapeut Prof. Dr. Dr. h.c. Werner Hohenberger.

Die DKG verbreitet zahlreiche Publikationen für Fachkreise, Betroffene, und interessierte Laien. Sie unterhält regionale Beratungseinrichtungen für Krebskranke und deren Angehörige. Sie ist auch ein wichtiger Geldgeber für krebsmedizinische Forschung. Jährlich richtet die DKG den Deutschen Krebskongress und einen Kongress der Arbeitsgemeinschaft Experimentelle Krebsforschung aus. Sie vergibt eine Reihe von wissenschaftlichen Preisen, vor allem den renommierten Deutschen Krebspreis, der 2011 mit insgesamt 22.500 Euro dotiert war.

Inhaltsverzeichnis

Zertifizierung

Zunehmende Bedeutung erhält die DKG als halboffizielle Normierungs- und Zertifizierungsstelle für krebsmedizinische Einrichtungen und Verfahren. Onkologische Zentren, Brustkrebszentren, Darmkrebszentren, Gynäkologische Krebszentren, Hautkrebszentren, Lungenkrebszentren sowie Prostatakarzinomzentren werden nach Leitlinien der DKG und unter ihrer Aufsicht zertifiziert. Onkologische Zentren können zudem über die Zertifizierung von z.B. Kopf-Hals-Tumor-Zentren, Neuroonkologische Tumorzentren oder Pankreaskarzinomzentren ihre spezielle Expertise für diese Tumorentitäten nachweisen.

Leitlinien

In den vergangenen Jahren wurden viele onkologische Leitlinien von der DKG unterstützt. Über das Leitlinienprogramm Onkologie hat die DKG in Kooperation mit der Deutschen Krebshilfe und der AWMF die Möglichkeit, den Leitliniengruppen methodische, koordinative und finanzielle Unterstützung anzubieten. Neben den Leitlinien für Ärzte erstellt die DKG in Kooperation mit weiteren medizinischen Fachgesellschaften seit 2009 auch Leitlinien für Patienten. Alle Leitlinien können auf der Webseite der DKG kostenlos heruntergeladen werden.

Mitgliederzeitschrift und andere Organe

Die Mitgliederzeitschrift „Forum“ erscheint sechsmal jährlich und enthält neben den Verbandsinformationen auch wissenschaftliche Artikel. Sie ist auch für Nichtmitglieder abonnierbar. Weitere von der DKG veröffentlichte Fachzeitschriften sind Journal of Cancer Research and Clinical Oncology und Der Onkologe.

Internetportal

Monatlich erreicht das Internetportal der Deutschen Krebsgesellschaft durchschnittlich 900.000 Seitenaufrufe (Stand Februar 2011). Neben grundlegenden Informationen zur Organisation enthält das Portal eine Fülle von weiterführenden Informationen. Es bietet Ärzten aktuelle Kongressberichte in Text und Bild sowie laiengerecht aufbereitete, wissenschaftlich fundierte Informationen für Patienten und Interessierte. Durch die Gütesiegel Afgis und HONcode wird dem Portal eine hohe Qualität der Gesundheits-Information bescheinigt.

Deutscher Krebskongress

Der Deutsche Krebskongress wird von der Gesellschaft durchgeführt und findet alle zwei Jahre im Internationalen Congress Centrum (ICC) in Berlin statt. Hier treffen sich nationale und internationale Experten, um sich gemeinsam zu Themen rund um die Onkologie auszutauschen. Der nächste Deutsche Krebskongress findet vom 22. bis 25. Februar 2012 unter dem Motto „Forschung fördern, Qualität sichern“ statt. Kongresspräsident ist Prof. Peter Albers.

Brennpunkt Onkologie

Die Diskussionsreihe „Brennpunkt Onkologie“ wird seit 2010 von der DKG von der Deutschen Krebsgesellschaft veranstaltet und reflektiert im Dialog mit namhaften Experten aus Medizin, Wissenschaft und Politik aktuelle gesundheitspolitische Fragestellungen und deren direkten Einfluss auf Patientenwohl und klinischen Alltag. Zukünftig sind 4 Veranstaltungen pro Jahr geplant.

Weblinks


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