Deutsche Hochschule für Leibesübungen

Deutsche Hochschule für Leibesübungen

Die Deutsche Hochschule für Leibesübungen (DHfL) war eine deutsche Sporthochschule in Berlin.

Geschichte

Nachdem es bereits zu Anfang des 20. Jahrhunderts Bestrebungen zum Aufbau einer Akademie für Leibesübungen in Deutschland gab, wurde erst nach dem 1. Weltkrieg eine solche Institution gegründet.

Im Mai 1920 wurde die Deutsche Hochschule für Leibesübungen in Berlin-Charlottenburg eröffnet. Dabei anwesend war neben weiteren maßgeblichen Persönlichkeiten aus Politik und Wissenschaft auch der amtierende Reichspräsident Friedrich Ebert. Erster Rektor der Hochschule war der Chirurg August Bier. Die Unterbringung erfolgte zunächst im Deutschen Stadion, ab 1928 in eigenen Räumlichkeiten.

Namhafte Persönlichkeiten des Sports und der Sportmedizin arbeiteten im Senat und Kuratorium und lehrten voll-, neben- oder ehrenamtlich bzw. als Lehrbeauftragte an der Hochschule. Das Lehrangebot umfasste neben einem 6-semestrigen Studium mit Abschluss als Turn- und Sportlehrer auch 4-semestrige Kurse zur Erlangung der Schulturnfakultas, Studentenkurse als Freizeitsport, zweiwöchige Fortbildungskurse für Übungsleiter, Lehrer, Ärzte und Beamte, dreimonatige Volkshochschulkurse sowie 14-tägige Wanderlehrgänge im gesamten Deutschen Reich. Sportmedizinische Forschungen wurden im Sportlaboratorium betrieben. Eine enge Zusammenarbeit bestand mit dem Kaiser-Wilhelm-Institut für Arbeitsphysiologie.

Der Status der Deutschen Hochschule für Leibesübungen war zunächst der einer Privatschule des Deutschen Reichsausschusses mit Staatsunterstützung. Erst ab 1931 wurden die Studienabschlüsse staatlich anerkannt.

Nachfolger von A. Bier als Rektor der DHfL wurde 1932 wieder ein weltbekannter Chirurg, Ferdinand Sauerbruch. Anstelle der Deutschen Hochschule für Leibesübungen wurde 1936 eine Reichsakademie für Leibesübungen gebildet. Ihr Ziel war die „bereichseinheitliche Führerausbildung auf dem Gebiet der körperlichen Erziehung“.

Literatur

  • W. Hollmann, K. Tittel: Geschichte der deutschen Sportmedizin. Druckhaus, Gera 2008, ISBN 978-3-9811758-2-0.

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