Deutsche Eisenbahn-Gesellschaft


Deutsche Eisenbahn-Gesellschaft

Die Deutsche Eisenbahn-Gesellschaft (ursprünglich als AG mit DEAG abgekürzt, später auch DEGA, DEG oder DEGV), die heute zur Veolia Verkehr gehört, war rund einhundert Jahre lang eine der bedeutendsten Betriebsgesellschaften von Privatbahnen in Deutschland.

Geschichte

Die Geschichte der DEAG ist eng verbunden mit der Entwicklung der AG für Bahn-Bau und -Betrieb (BBB). Beide Unternehmungen wurden im Jahre 1898 von einem Konsortium von Banken gegründet, zu dem u. a. die Deutsche Genossenschafts-Bank in Frankfurt am Main, die Westdeutsche Bank in Köln und die Pfälzische Bank in Ludwigshafen gehörten.

Die am 18. Januar 1898 gegründete BBB besaß keine eigenen Bahnen, sondern nur Beteiligungen; außerdem war sie die Betriebsführerin für die Bahnen der DEAG. Diese war als Effekten-Holding-Gesellschaft am 3. Juni 1898 entstanden, erwarb aber nach und nach auch Bahnen und Beteiligungen, wie z. B. die Straßenbahn Neustadt - Landau in der Pfalz. Bei der BBB war bemerkenswert im Jahre 1909 der Erwerb der Aktienmehrheit (95%) an der Württembergischen Eisenbahn-Gesellschaft (WEG) und 1914 der Continentalen Eisenbahn-Bau- und Betriebs-Gesellschaft (CEB) zu 100%.

Im Jahre 1922 erwarb die DEAG sämtliche Aktien der BBB. Wenige Jahre später fusionierte sie am 1. Januar 1928 mit der damals bedeutendsten Privatbahn-Holding in Deutschland, der AG für Verkehrswesen (AGV). Im Zuge der Neuordnung dieses Konzerns erhielt die BBB ab 4. Juni 1929 den Namen Deutsche Eisenbahn-Gesellschaft und führte nun die Abkürzung DEGA. Die AGV erzielte durch die Übertragung der Verwaltungsaufgaben der Westdeutschen Eisenbahn-Gesellschaft in Köln auf die DEGA-Zentrale in Frankfurt am Main erhebliche Einsparungen. Außerdem wurden die Verwaltungen der Württembergischen Eisenbahn-Gesellschaft und der Württembergischen Nebenbahnen AG in Stuttgart zusammengefasst; auch hier bekam die DEGA nunmehr die Oberleitung.

In den Jahren 1930/31 wurden von der DEGA insgesamt - einschließlich der Strecken in Württemberg - 24 Bahnen mit einer Streckenlänge von 450 km betrieben. In den Jahren vor dem Zweiten Weltkrieg unterstanden der DEGA – außer den württembergischen Nebenbahnen – zehn Bahnen mit einer Streckenlänge von 180 Kilometern.

Nach Ende des Krieges übertrug die AGV (seit 1974 unter dem Namen AGIV), die einen beträchtlichen Teil ihres Bestandes in Mittel- und Ostdeutschland verloren hatte, die Betriebsführung der ihr noch in Westdeutschland verbliebenen Bahnen überwiegend der Deutschen Eisenbahn-Gesellschaft, die seit 1. Januar 1952 als GmbH auftrat; im Jahre 1953 waren es 22 Bahnen. Die DEG betätigte sich in der Folgezeit auch als Betriebsführerin fremder Bahnen. Im Jahre 1971 war ihr Aufgabenbereich auf 13 AGV-Gesellschaften und 35 Bahnen anderer Eigentümer gewachsen, insgesamt auf 613 km Bahnstrecken sowie 3150 km Buslinien.

Die zunehmenden Einschränkungen des Schienenverkehrs auf Nebenstrecken führten 1983 bei der DEG zu einem Rückgang auf 11 AGIV-Betriebe und 4 fremde Bahnen mit insgesamt 333 km Strecken. Außerdem wurden 21 Gesellschaften in Teilbereichen betreut, z.B. durch die Gestellung des obersten Betriebsleiters, wie bei der Bad Orber Kleinbahn, der Brohltal-Eisenbahn und der Kahlgrund-Verkehrs-GmbH.

Die DEG firmierte alsbald als DEG-Verkehrs-GmbH (DEGV) und übernahm mehr und mehr Beratungstätigkeiten. Als jedoch die Privatisierung ehemaliger Bundesbahnstrecken in Deutschland einsetzte, beteiligte sie sich auch an Ausschreibungen von Nahverkehrsleistungen auf der Schiene. So bekam sie 1997 zusammen mit der Bayerischen Zugspitzbahn den Zuschlag für das Netz der Bayerischen Oberlandbahnen.

In diesem Jahr gingen 60% der Gesellschaftsanteile der DEGV auf die Connex-Gruppe über, 40% hielt noch die Energieversorgung Schwaben. Ab 1. Januar 2000 war die französische CGEA (eine Vorgängergesellschaft des Veolia-Konzerns), die seit August 2000 in Deutschland als Connex Verkehr GmbH firmierte, hundertprozentiger Anteilseigner der DEGV. Deren Aufgaben wurden ab 1. Januar 2003 auf die lokalen Eisenbahn- und Omnibusgesellschaften übertragen, die in allen Teilen Deutschlands entstanden waren. Die Zentrale in Frankfurt am Main wurde aufgelöst.

Literatur

  • Peter Große: DEG: Eine Hundertjährige auf Erfolgskurs. In: Eisenbahn-Kurier. Nr. 322/Jahrgang 33/1999. EK-Verlag GmbH, ISSN 0170-5288, S. 24.
  • Rolf Löttgers: „Privatbahnen in Deutschland: Die Deutsche Eisenbahn-Gesellschaft 1960-1969“, Stuttgart 1983

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