Designation


Designation

Designation stammt aus dem Lateinischen und bezeichnet die Bestimmung eines Amtsnachfolgers im Voraus. So ist etwa ein Kandidat, der von dem entsprechenden Wahlgremium zum künftigen Amtsnachfolger gewählt wurde, ab der erfolgten Wahl bis zu seinem tatsächlichen Amtsantritt designiert.

Im Deutschen wird der Begriff in Politik und Wirtschaft häufig für „bezeichnen“, „bestimmen“ oder „für ein noch nicht besetztes Amt vorgesehen“ verwendet.

Daneben gibt es im technischen Sprachgebrauch wie im Englischen die allgemeinere Bedeutung von einer Sache „für einen Zweck bestimmen“.

Designation im Mittelalter

Eine verfassungspolitisch bedeutsame Rolle spielte die Designation bei der Nachfolgeregelung der fränkischen und später der Könige des Heiligen Römischen Reiches im Mittelalter. Weil die Thronfolge nicht durch Erbrecht gesichert war, versuchte der König seinen Nachfolger durch Empfehlung an die Großen des Reichs zu seinen eigenen Lebzeiten zu bestimmen. Dies geschah nicht selten durch förmliche Wahl, aber wohl auch durch weniger förmliche Akte.

Es lassen sich vier Formen von Designation unterscheiden, die rechtlich unterschiedliche Bedeutung haben:

  • die designatio de futuro, die vom herrschenden König geforderte Verpflichtung der Großen auf Anerkennung der Nachfolge seines Sohnes durch Treueid auf den Sohn (Beispiele sind die Designation Liudolfs 946 durch Otto I., die Designation Heinrichs III. 1026 und Heinrichs IV. 1050.)
  • die designatio de praesenti der vorstaufischen Zeit, die vom König befohlene Wahl seines Sohnes bei Lebzeiten (z.B. die Designation Ottos III.)
  • die designatio de praesenti der staufischen Zeit (z. B. die Designation Heinrichs VI. 1169)
  • die Fremddesignation, d. h. die Designation eines Nachfolgers, der nicht Sohn des Herrschers ist (z. B. die Designation Heinrichs I. 919, Friedrichs I. 1152)

Der Versuch der Herrscher, das Wahlrecht der Fürsten auf diese Weise auszuschalten, ist ab 1075 nicht mehr recht erfolgreich gewesen, ein Grund, weshalb Heinrich VI. einen Erbreichsplan verfolgte. Mit der Doppelwahl von 1198 (siehe Deutscher Thronstreit) war er praktisch gescheitert, rechtlich fixiert wurde das Wahlrecht der Fürsten gegen jedes Designationsrecht des Herrschers aber erst mit der Bildung des Kurfürstenkollegs.

Literatur (Auswahl)

  • G. Theuerkauf: Artikel Designation in: Handwörterbuch zur deutschen Rechtsgeschichte (HRG). 2. Aufl., Band 1, Berlin 2008, Sp. 955-957.
  • Ulrich Schmidt,: Königswahl und Thronfolge im 12. Jahrhundert (=Forschungen zur Kaiser und Papstgeschichte des Mittelalters. Beihefte zu J. F. Böhmer, Regesta Imperii 7), Köln, Wien 1987.
  • Heinrich Mitteis: Die deutsche Königswahl. Ihre Rechtsgrundlagen bis zur Goldenen Bulle. 2., erweiterte Aufl. Brünn u.a. 1944.

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  • désignation — [ deziɲasjɔ̃ ] n. f. • XIVe, repris XVIIe; lat. designatio 1 ♦ Action de désigner. Désignation d une personne par son nom, son titre. Désignation des marchandises sur leur étiquette. 2 ♦ Signe linguistique (d une chose, d un concept). Tel mot,… …   Encyclopédie Universelle

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  • designation — des‧ig‧na‧tion [ˌdezɪgˈneɪʆn] noun 1. [uncountable] the act of choosing someone or something for a particular purpose, or of giving them a particular description: • Designation of the town as a historic site would increase tourism. 2.… …   Financial and business terms

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  • désignation — DÉSIGNATION. s. f. Dénotation d une personne, d une chose par des expressions, par des marques qui la font connoître. Cette désignation est si précise, qu on ne sauroit s y tromper. [b]f♛/b] Il signifie aussi, Nomination et destination expresse.… …   Dictionnaire de l'Académie Française 1798

  • Designation — Des ig*na tion, n. [L. designatio: cf. F. d[ e]signation.] 1. The act of designating; a pointing out or showing; indication. [1913 Webster] 2. Selection and appointment for a purpose; allotment; direction. [1913 Webster] 3. That which designates; …   The Collaborative International Dictionary of English

  • designation — I (naming) noun appellation, appointment, approval, assigning, assignment, authorization, calling, categorization, choosing, commissioning, delegating, delegation, denomination, denotation, deputation, description, designatio, fixing,… …   Law dictionary

  • designation — Designation. s. f. v. Denotation d une personne, d une chose par des expressions, par des marques qui la font connoistre. Cette designation est si particuliere qu on ne sçauroit s y tromper. Il signifie aussi, Nomination & destination expresse.… …   Dictionnaire de l'Académie française

  • designation — [n1] name, label, mark appellation, appellative, class, classification, cognomen, compellation, denomination, description, epithet, identification, key word, moniker, nickname, nomen, style, title; concept 683 designation [n2] delegation,… …   New thesaurus

  • Designatĭon — (v. lat.), 1) Bezeichnung; 2) das Verzeichniß; so Verzeichniß, in welchem bei einem Concurs die Gläubiger mit ihren Forderungen aufgeführt werden; D. der Kosten, Verzeichniß der in einem Rechtsstreite od. durch die Vornahme von einzelnen… …   Pierer's Universal-Lexikon


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