Der Königssohn, der sich vor nichts fürchtete


Der Königssohn, der sich vor nichts fürchtete

Der Königssohn, der sich vor nichts fürchtete ist ein Märchen (Typ 156, 315, 590 nach Aarne und Thompson). Es ist in den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm seit der Zweitauflage von 1819 an Stelle 121 enthalten (KHM 121).

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

Ein Königssohn wandert in die Welt und begegnet einem Riesen, der ihm aufträgt, einen Apfel vom Baum des Lebens für seine Braut zu holen. Der Königssohn findet den Garten mit dem Baum. Die wilden Tiere, die ihn bewachen, tun ihm nichts. Als er den Apfel abbricht, schließt sich um seinen Arm der Ring, durch den man dazu hindurchfassen muss. Ein Löwe wacht auf und folgt ihm als seinem Herrn. Er bringt den Apfel dem Riesen, aber dessen Braut ist nicht zufrieden, wenn er ihr nicht auch den Ring zeigt. Der Riese versucht erst erfolglos ihn dem Prinzen im Kampf wegzunehmen, dann stiehlt er ihn, als sie im Fluss baden, aber der Löwe holt ihn wieder zurück. Der Riese sticht dem Königssohn die Augen aus und führt den Blinden dann zweimal zu einem Abhang, damit er zu Tode stürzt, aber der Löwe verhindert es beide Male und stürzt den Riesen hinunter. Der Löwe führt den Königssohn zu einem Bach, dessen Wasser ihm das Augenlicht zurückgibt. Der Königssohn wandert weiter und trifft eine schwarze Jungfrau in einem verwünschten Schloss, die ihn bittet sie zu erlösen. Dazu verbringt er drei Nächte in dem Schloss und lässt sich dort von kleinen Teufeln quälen, ohne sich zu fürchten oder einen Laut von sich zu geben. Dabei kommen die Teufel jedes Mal um Mitternacht, nehmen zunächst keine Notiz von ihm, spielen und reden über seine Anwesenheit, bevor sie über ihn herfallen. Morgens kommt die Jungfrau und heilt ihn mit Wasser des Lebens, wobei von Mal zu Mal ihre schwarze Farbe verschwindet. Schließlich ist das Schloss erlöst, und der Königssohn und die schneeweiß gewordene Prinzessin heiraten.

Herkunft

Grimms Anmerkung notiert Aus dem Paderbörnischen (von Familie von Haxthausen), doch ist die Überlieferung schon verwirrt oder getrübt. Sie nennen zum Vergleich Herkules, ein Märchen bei Emil Friedrich Julius Sommer S. 122 und eines bei Karl Viktor Müllenhoff Nr. 11.

Vergleiche

Literatur

  • Grimm, Brüder: Kinder- und Hausmärchen. Vollständige Ausgabe. Mit 184 Illustrationen zeitgenössischer Künstler und einem Nachwort von Heinz Rölleke. S. 574–579. Düsseldorf und Zürich, 19. Auflage 1999. (Artemis & Winkler Verlag; Patmos Verlag; ISBN 3-538-06943-3)
  • Grimm, Brüder: Kinder- und Hausmärchen. Ausgabe letzter Hand mit den Originalanmerkungen der Brüder Grimm. Mit einem Anhang sämtlicher, nicht in allen Auflagen veröffentlichter Märchen und Herkunftsnachweisen herausgegeben von Heinz Rölleke. Band 3: Originalanmerkungen, Herkunftsnachweise, Nachwort. Durchgesehene und bibliographisch ergänzte Ausgabe, Stuttgart 1994. S. 212–213, S. 491–492. (Reclam-Verlag; ISBN 3-15-003193-1)

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