Der Bucklige von Soho


Der Bucklige von Soho
Filmdaten
Originaltitel Der Bucklige von Soho
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Produktionsland Bundesrepublik Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 1966
Länge 86 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Alfred Vohrer
Drehbuch Herbert Reinecker
Produktion Horst Wendlandt
Musik Peter Thomas
Kamera Karl Löb
Schnitt Susanne Paschen
Besetzung

Der Bucklige von Soho ist ein deutscher Kriminalfilm des Regisseurs Alfred Vohrer und der 26. deutschsprachige Edgar-Wallace-Film der Nachkriegszeit. Der Film, frei nach Motiven von Edgar Wallace, wurde im Sommer 1966 in West-Berlin und London gedreht. Für die Produktionsfirma Rialto Film war dies der erste Farbfilm der Reihe. Deutscher Kinostart war am 6. September 1966.

Inhaltsverzeichnis

Handlung

Sir John ist schockiert über die Mordserie im finsteren Schloss Castlewood, dem Sitz der Familie Perkins. Inspektor Hopkins stößt auf eine mysteriöse Welt, als er seine Ermittlungen beginnt: General Perkins, der alte Schlossherr, scheint dem Wahnsinn nahe. Seit Jahren spielt er Tag für Tag die Schlacht um Tobruk nach - im Sandkasten. Seine Gemahlin Lady Marjorie Perkins nutzt das Schloss anderweitig: Sie betreibt ein Heim für Mädchen, die „vom rechten Weg abgekommen sind“. Erst als im berüchtigten Nachtclub „Mekka“ eine junge Dame von einer unheimlichen, buckligen Gestalt erwürgt wird, schöpft Inspektor Hopkins einen neuen Verdacht: Schloss Castlewood birgt ein schreckliches Geheimnis.

Allmählich stellt sich heraus, dass der Nachtclub ein Bordell ist, das vom Mädchenheim bedient wird. Geschäftsführer hier ist kein Geringerer als der fromme Hauspfarrer. Aufmüpfige Mädchen oder solche, die zu viel wissen, werden vom Buckligen beseitigt.

Wanda Merville, die aus Amerika gekommen ist, weil sie vom Bruder des Ex-Generals ein bedeutendes Vermögen geerbt hat, wird gekidnappt und durch Gladys ersetzt. Als der Inspektor das Täuschungsmanöver aufdeckt, wird Gladys ermordet. Auch die übrigen Ganoven räumen sich in ihrer Geldgier meist gegenseitig aus dem Weg. Kurz vor seiner Festnahme erschießt General Perkins noch den Buckligen. Damit ist der Versuch des Generals gescheitert, sich des Vermögens seines Bruders zu bemächtigen, und Wanda kann endlich ihre Erbschaft antreten.

Kritik

„Autor Herbert Reinecker und Regisseur Alfred Vohrer haben sich zu Edgar Wallace schon bessere Sachen - etwa ‚Der Hexer‘ - einfallen lassen. Die Story - entlassener General läßt von Helfershelfern Millionenerbin entführen - wäre brauchbar. Leider ist sie so konfus in Szene gesetzt, daß kaum Spannung aufkommt. Ein Dutzend Leichen, knallbunte Kulissen und begabte Darsteller nutzen da auch nichts.“

Süddeutsche Zeitung

„Vohrer beweist zugleich, daß er all die kleinen, unauffälligen logischen Fehler unerfahrener Kriminalregisseure kennt, eine ganze Reihe von ihnen hat er, wohlversehen mit einem kleinen Signallämpchen, ausgelegt zum munteren Ratespiel.“

Kölnische Rundschau

„Günther Stolls sachliche Lässigkeit bewährt sich in der Rolle des Inspektors vom Dienst vorzüglich.“

Filmecho

„Der erste Farbfilm der Edgar-Wallace-Reihe (Regie: Alfred Vohrer) entstand 1966, zu einer Zeit also, als sich die Gruselkrimi-Serie mit Eddi Arent als Maskottchen bereits gefährlich dem Verfallsdatum näherte. Zwar gab Drehbuchautor Herbert Reinecker ab und zu Kostproben seines schwarzen Humors, aber die betuliche Krimidramaturgie reißt heute niemanden mehr vom Hocker. Das verkappte Anliegen des Streifens könnte wohl eher gewesen sein, dem Publikum en passant ein paar verschämte Bordellszenen zu bieten.“

TV Spielfilm

„Mit Grusel- und Sexeinlagen aufbereiteter Krimi, sehr frei nach Edgar Wallace.“

Lexikon des internationalen Films

„Die Inszenierung ist gelinde gesagt altbacken und bieder, obwohl "Der Bucklige von Soho" schon in Farbe gedreht wurde und einer der neueren Edgar Wallace-Krimis ist.“

Moviesection.de [1]

Sonstiges

Die Zitadelle Spandau ist im Film als „Schloss Castlewood“ zu sehen.
  • Der Film war ursprünglich als Schwarzweißfilm geplant.
  • Drehzeit war vom 1. Juni bis 13. Juli 1966. Bis auf wenige Außenaufnahmen in London entstand der Film in West-Berlin. Die meisten Aufnahmen drehte man auf dem Gelände der CCC-Film-Studios im Berliner Bezirk Spandau. In diesem Atelier fanden auch die Innenaufnahmen statt.
  • Ursprünglich sollte in diesem Film Joachim Fuchsberger die Rolle des Inspektor Higgins übernehmen. Dieser musste aus terminlichen Gründen absagen. Günther Stoll, der im Januar 1966 mit dem Durbridge-ZweiteilerMelissa“ bundesweit bekannt wurde, übernahm die Rolle, die daraufhin in Inspektor Hopkins umbenannt wurde. Für die Rolle der Wanda Merville war ursprünglich Uschi Glas vorgesehen, doch als sich die Dreharbeiten zu „Winnetou und das Halbblut Apanatschi“ länger als vorgesehen hinzogen, übernahm Monika Peitsch den Part.
  • Der Film musste mehrmals der FSK vorgelegt werden und wurde erst nach einigen Kürzungen ab 16 Jahren freigegeben. Unter anderem musste der gesamte Vorspann verändert werden. 1991 folgte die Altersfreigabe ab 12 Jahren. Inzwischen ist der Film in der ungekürzten Originalfassung erschienen und weiterhin ab 12 Jahren freigegeben.

Literatur

  • Joachim Kramp, Jürgen Wehnert: Das Edgar Wallace Lexikon. Leben, Werk, Filme. Es ist unmöglich, von Edgar Wallace nicht gefesselt zu sein! Verlag Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2004, ISBN 3-89602-508-2.
  • Joachim Kramp: Hallo! Hier spricht Edgar Wallace. Die Geschichte der legendären deutschen Kriminalfilmserie von 1959–1972. 3. Auflage. Verlag Schwarzkopf und Schwarzkopf, Berlin 2005, ISBN 3-89602-645-3.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Filmkritik von Stefanie Rufle bei moviesection.de

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