Deauville


Deauville
Deauville
Wappen von Deauville
Deauville (Frankreich)
Deauville
Region Basse-Normandie
Département Calvados
Arrondissement Lisieux
Kanton Trouville-sur-Mer
Koordinaten 49° 22′ N, 0° 4′ O49.3591666666670.0744444444444535Koordinaten: 49° 22′ N, 0° 4′ O
Höhe 5 m (0–83 m)
Fläche 3,57 km²
Einwohner 3.968 (1. Jan. 2008)
Bevölkerungsdichte 1.111 Einw./km²
Postleitzahl 14800
INSEE-Code
Website www.deauville.fr

Deauville ist ein französisches Seebad mit 3968 Einwohnern (Stand 1. Januar 2008) im Département Calvados in der Region Basse-Normandie mit einem bedeutenden Yachthafen. Dieser, die Pferderennbahn, die prächtigen Villen und Hotels, das Casino sowie der breite Sandstrand und seine Promenade tragen dazu bei, dass Deauville als eines der elegantesten normannischen Seebäder angesehen wird. Am 26. und 27. Mai 2011 fand in Deauville unter französischer Präsidentschaft der 36. G8-Gipfel statt.

Bedeutendes Bauwerk ist die Kirche St. Laurent mit mittelalterlichem Hagioskop, einer so genannten Lepraspalte.

Deauville war beliebtes Motiv der Impressionisten. Eine Gruppe von Vorimpressionisten traf sich regelmäßig im nahen Honfleur. Eine ihrer Leitfiguren, Eugène Boudin, starb 1898 in Deauville.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Geografische Lage

Deauville liegt im Zentrum der Normandie, in jeweils gleicher Entfernung zwischen den drei regionalen Metropolen Caen, Rouen und Le Havre. Das Seebad befindet sich am linken Ufer der Mündung der Touques in den Ärmelkanal, gegenüber von Trouville-sur-Mer. Die Küste um Deauville und Cabourg trägt den Namen Côte Fleurie (Blumenküste) und öffnet sich zu Pays d'Auge. Das ursprüngliche Siedlungszentrum liegt auf dem Mont-Canisy, einem Hang über dem Meer.

Geologie

Die natürliche Uferzone als seichtes Areal entlang des Flussufers war früher sehr morastig. Im Winter der Jahre 1874/1875 wurde durch ein großes Unwetter diese Uferzone komplett verändert und um rund 400 Meter erweitert. Das auf diese Weise entstandene und nun trockenliegende Land wird heute in erster Linie von Freizeiteinrichtungen genutzt, die sich dort inmitten einer natürlichen Grünumgebung ansiedelten.

Nachbargemeinden

Deauville liegt zwischen Trouville-sur-Mer auf der anderen Seite des Touques, Saint Arnoult im Landesinneren und Blonville-sur-Mer westlich.

Bevölkerung

Die Einwohnerzahl von Deauville umfasst nur knapp über 4.500 Personen, die sich auf einer Fläche von 357 Hektar verteilen. Durch den Tourismus wächst die Population an den Wochenenden und in den Schulferien auf bis zu das Zehnfache.

Städtepartnerschaften

Geschichte

Eugène Boudin: Strand von Deauville

Deauville war einst ein kleines Bauerndorf. Rund um die Kirche Saint-Laurent lebten die knapp hundert Einwohner von "Dosville" vornehmlich von Landwirtschaft und Viehzucht. Die Sümpfe und Dünen am Fuße des Mont-Canisy, auf denen später das heutige Seebad errichtet wurde, dienten zu jener Zeit als Weideland für Rinder und Schafe.

Im Laufe des Sommers 1858 hatte Charles de Morny, ein Halbbruder Napoléons III., die Idee, auf dieser Ebene aus Sand und Sumpf „ein Königreich der Eleganz“ in der Nähe von Paris zu errichten. Morny erschuf in vier Jahren eine Stadt, die bald durch ihre Villen im neonormannischen Stil, durch die Pferderennbahn und die Eisenbahnanbindung an Paris aristokratische Gäste aus Frankreich und der ganzen Welt anzog. Der nachhaltige Aufschwung der Seebäder an der Côte Fleurie wurde in den 1860ern eingeleitet, als Napoléon III. sich des Öfteren hier aufhielt.

1911 wurde das Casino errichtet und mit dem Bau von Luxushotels die Entwicklung von Deauville weiter vorangetrieben. In den Folgejahren waren namhafte Künstler, Politiker und Geschäftsleute als regelmäßige Besucher der Stadt auszumachen: Josephine Baker, Maurice Chevalier, Sacha Guitry, Tristan Bernerd, Gustave Flaubert, André Citroën und Coco Chanel, Eugène Boudin, Raoul Dufy, Camille Saint-Saëns, Yves Saint Laurent bis hin zu Arthur Rubinstein, sie alle gingen die 643 Meter lange Promenade von Deauville auf und ab.

In den 1960er Jahren öffnete sich Deauville dem Ferientourismus. Angetrieben von Michel d’Ornano, den Bürgermeister, und Lucien Barrière, Besitzer des Casinos und der Luxushotels, wurde Deauville zu einem internationalen Urlaubsziel ausgebaut. Das Seebad bereicherte damals sein Image als eleganter Ort mit dem Status einer modernen, gut ausgerüsteten Stadt, die sich auch neuen Technologien und dem Business-Reiseverkehr zuwendet.


Der Strand von Deauville
Bahnhof von Trouville-Deauville
Lage der Häfen

Wirtschaft und Infrastruktur

90% der Wirtschaft von Deauville profitiert vom Tourismus. Das Kur- und Seebad Deauville bietet eine umfassende Fremdenverkehrs- und Freizeitinfrastruktur. Dazu zählen rund 2.000 Zimmer in einem Umkreis von 2 km. Von der Ferienwohnung mit Hotelservice, über Zimmer in alten Villen, bis hin zu den Sterne-Luxushotels und den Niederlassungen großer Hotelketten kann Deauville jedem Anspruch gerecht werden. In den 40 Restaurants der Stadt werden neben der traditionellen normannischen Küche und den Meeresspezialitäten alle Stilrichtungen der Gastronomie geboten.

Verkehr

Der Bahnhof

Der Bahnhof von Trouville-Deauville, erbaut durch den Architekten Jean Phillipot, wurde 1931 in Betrieb genommen. Er ersetzte den ehemaligen Bahnhof, der bereits im Jahre 1863 durch den Herzog von Morny errichtet wurde, jedoch in den Zwanziger und Dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts nicht mehr den Anforderungen der damaligen Zeit gerecht wurde.

Die neuen Bahnhofsgebäude, die nun in U-Form angeordnet sind, umschließen die Gleise und Kopfbahnsteige des Bahnhofs von drei Seiten.

Deauville ist über Lisieux mit Paris (Bahnhof Saint-Lazare) verbunden. Eine Nebenbahn führt entlang der Küste weiter nach Dives-Cabourg.

Häfen

Deauville hat zwei Häfen mit insgesamt rund 1.250 Liegeplätzen.

Zwischen 1860 und 1866 wurde das „Gezeitenbassin“ erbaut. Im Folgenden entwickelte sich der Hafen von Deauville zwischen dem Ende des 19. Jahrhunderts und dem Beginn des Ersten Weltkrieges immer weiter und wurde schon bald sowohl zum Wirtschaftshafen als auch zum Hafen für Freizeitboote und –yachten. Schließlich wurde der damals einzige Hafen der Stadt zu klein und das ansteigende Aufkommen an Booten und Schiffen jeder Art erforderte die Entwicklung und den Neubau weiterer Hafenanlagen. Hierzu wurde der äußere Hafen der Stadt geschlossen und später im Jahre 1930 deutlich vergrößert wiedereröffnet.

Flughafen

Der Flughafen mit 2.550 Metern Piste ist für den Verkehr fast aller Flugzeuge auf Linien- oder Charterflügen eingerichtet.

Autobahn

Deauville ist über die Autobahnen A132 und A13 mit Paris und der Regionalhauptstadt Caen verbunden. Die Fahrzeit nach Paris beträgt etwa 2 Stunden.

Freizeit

Neben dem Casino und den Pferderennbahnen bietet Deauville vier Golfplätze in einem Umkreis von 10 km, ein Reiterzentrum, Wassersportzentrum, Tennisplätze, Segelschule, Kinder- und Jugendclubs, Freizeitpark. Zahlreiche Boutiquen mit den wichtigsten Aushängeschildern großer Marken (Hermès, Vuitton…) laden zum einkaufen. Der lange Sandstrand, gesäumt von der berühmten Promenade „Les Planches“ lockt mit einem Angebot an bunten Sonnenschirmen und Liegestühlen.

Casino

Das Casino von Deauville

Das Casino von Deauville ist das viertgrößte Frankreichs, mit 320 Glücksspielautomaten und der ganzen Palette an Tischspielen.

Das Casino öffnete erstmals im Jahre 1864 seine Pforten, wurde jedoch rund 30 Jahre später (1895) stark zerstört. Die alte Ruine wurde daraufhin 1912 durch einen Neubau von Georges Wybo ersetzt, welcher seine Inspiration von Bauwerken des 18. Jahrhunderts nahm, beispielsweise vom Petit Trianon, dem Opernhaus des Schlosses von Versailles, oder auch von den vielen kleinen Theatern entlang der Avenue des Champs-Élysées in Paris.

Die Casino-Architektur aus dem Zeitalter nach Ludwig XVI. (nach der französischen Revolution) wurde mehrfach verändert, besonders um sich den über die Jahre schwankenden Geschmäckern anzupassen. So wurde etwa die Fassade der Vorderseite (am Boulevard Cornuché) um 6 Meter nach vorn versetzt, wodurch zwei große Galerien an der Seeseite entstanden.

Das Casino von Deauville ist eines der bedeutendsten Casinos in Europa und das drittwichtigste Frankreichs. In dem Casino finden regelmäßig große Veranstaltungen, bspw. Kulturevents, Poker- und Bridgeturniere des Europa- und Weltcups etc. statt. Des Weiteren gehören auch ein Kino und ein Nachtclub zum Casino.

Pferderennbahnen

Es ist kein Zufall, dass die Stadt zwischen Strand und Pferderennbahn errichtet wurde, denn Deauville bietet sieben Monate im Jahr ein internationales Schaufenster für den Pferdesport rund um seine zwei Pferderennbahnen La Touques und Clairefontaine.

Im Juni eröffnet das „Internationale Jumping“ die Reitsaison von Deauville. Fünfzehn Nationen nehmen an diesem Wettkampf teil, welcher die weltweit besten Reiter anzieht. Bei den zeitgleichen Auktionen der Jährlinge wechseln weltweit prämierte Pferde die Besitzer.

Jeden August kommen seit 100 Jahren die besten Polospieler der ganzen Welt nach Deauville, um beim Deauville Gold Cup zu siegen, und an 15 Tagen im Oktober feiern die Equi’Days die Pferde sowie den Reitsport in Calvados. Die erfolgreichsten Gestüte der Region öffnen ihre Türen für Besucher, während Deauville spezielle Pferderennen und Auktionen organisiert. Gleichzeitig findet jedes Jahr der traditionelle Wettkampf der Pferde-Gespanne statt, für welchen 30 Teams von der ganzen Welt anreisen, um ihre schönsten altmodischen Gespanne zu präsentieren.

Pferderennbahn Deauville-La Touques

Die größere der beiden Pferderennbahnen Deauvilles wurde 1864 vom pferdevernarrten Herzog von Morny errichtet. Sie erstreckt sich über mehr als 75 Hektar, von denen allein 20 Hektar reine Rennbahn sind.

Es existieren zwei elliptische Rundkurse und drei große, zentral gelegene Polofelder, auf denen während der Saison die internationale Weltspitze spielt. Das Interieur schließt auch große Zuschauertribünen mit ein, von denen die erste schon beim Bau im Jahre 1864 aus Holz nach dem Vorbild von Fontainebleau errichtet wurde.

Die Pferderennbahn Deauville-La Touques wurde 1864 eingeweiht. Die Waagen, zum Wiegen der Jockeys vor und nach dem Rennen, befinden sich in einer normannischen Hütte, genannt „Pavillon der Waagen“. Das Gebäude wurde 1950 gebaut. Die aktuelle Tribüne, nach Vorbild von Longchamp, wurde vom Architekten Lefranc entworfen; der „Pavillon des Balances“ stammt aus dem Jahre 1880. 1994 wurde die Rennbahn dank der Bereitstellung örtlicher Verbände einer „Verjüngungskur“ unterzogen, bei der Pferderennbahn, Tribünen und Restaurant saniert wurden.

Der Veranstaltungskalender 2007 verbindet 47 auf 7 Monate verteilte Treffen. Damit steht die Pferderennbahn Deauville-La Touque an erster Stelle der Pferderennbahnen in Frankreich.

Daten der Rennbahn:

  • Fläche : 75 Hektar, davon 20 Hektar Rennbahn
  • Rennbahnen : drei Stück; eine auf Rasen (innen auf der rechten Seite), ein Innen-Oval mit einer Länge von 2200 Metern und eine Gerade mit einer Länge von 1600 Metern (innen auf der linken Seite)
  • Ziellinie : 450 Meter lang
  • Breite: 25 – 30 Meter
  • Innenradius: 210 Meter
  • Besucherkapazität : 10.000 Plätze, davon 2000 auf der Tribüne
  • Parken: 2000 Plätze
Rennbahn Clairefontaine

Als einzige drei-disziplinarische Pferderennbahn der normannischen Küste empfängt die Rennbahn von Deauville-Clairefontaine die Wettbewerber im Traben, Hindernislauf und Springreiten. Wettbewerbe von großer internationaler Bedeutung sind in jedem Jahr «Das große Hindernislaufen von Deauville», «Das große Springreiten» und «Der große Preis von Clairefontaine», welche auf der Rennbahn ausgetragen werden. Die Rennbahn befindet sich zwischen den Gemeinden Bénerville und Tourgéville, rund 2 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt.

Angesichts der stetig wachsenden Wichtigkeit der Pferderennen, welche auf der Pferderennbahn von Deauville-La Touques stattfanden, zeigte sich sehr schnell die Dringlichkeit in den Pays d’Auge eine Pferderennen für Springreiten zu errichten, um die Saison zu verlängern. Die Gesellschaft für Pferderennen von Pont-l’Evêque errichtete 1875 die Pferderennbahn von Croix Brisée in Pont-l’Évêque. Doch lag diese Rennbahn zu weit hinter Deauville und im Jahre 1924 wurde der Rennbetrieb auf dieser Anlage eingestellt. Im selben Jahr kaufte die Stadt Deauville das Gebiet Clairefontaine in Tourgéville und errichtete dort Tribünen, Boxen und Zimmer für die Pfleger. Die Pferderennbahn der Gemeinde war geboren: “Das kleine Clairefontaine”. Sie wurde offiziell am 8. August 1928 vom Landwirtschaftsminister eröffnet.

Nachdem 1932 die Traber-Treffen nach Clairefontaine gingen, wurde 1936 «Das Kleine Clairefontaine» seinem Namen gerecht und zu klein. Die Gesellschaft für Pferderennen der Pays d’Auge entschied die Pferderennbahn zu vergrößern. Nach Gebietszukäufen in Tourgéville konnten zwei große Rennbahnen errichtet werden. Eine war für Pferderennen und die zweite für das Springreiten ausgelegt. Diese Rennbahnen wurden im Sommers 1937 eingeweiht.

Daten der Rennbahn:

  • Fläche: 40 Hektar, davon 18 Hektar Rennbahn
  • Struktur: 4 Rennbahnen; eine ebene Bahn mit 2000 Metern, eine Hindernisbahn, eine mit Hürden und eine Trabrennbahn
  • Besucherkapazität: 6000 bis 7000 Plätze, davon 700 Sitzplätze auf der Haupttribüne und 350 auf der zweiten Tribüne
  • Parken: 2000 Plätze


Sehenswürdigkeiten von Deauville

Rathaus

Das heutige Rathaus auf der Place de la Mairie (zu deutsch: Rathausplatz) wurde im Jahre 1881 durch den Architekten Saintin unter Mitwirkung von Breney erbaut. Die Struktur des Gebäudes wurde seitdem nicht verändert, jedoch wurde das äußere Erscheinungsbild im Jahre 1961 „normandisiert“. Das heißt, dass in jenem Jahr dem Gebäude die Fachwerkoptik hinzugefügt und es äußerlich verschönert wurde.

„Place Morny“

Die „Place Morny“ ist der größte Platz der Stadt und stellt in fast jeder Hinsicht Deauvilles Mittelpunkt dar. Auch die „Place Morny“ wurde von Breney gestaltet und soll durch seine Konfiguration und der Anordnung der von diesem Platz abgehenden Straßen stark an die „Place d‘Etoile“ in Paris erinnern.

Die Statue auf diesem Platz in Deauville zeigt den Gründer der Stadt, Auguste de Morny, dessen Originalstatue aus Bronze (mehrere Meter hoch) allerdings im Jahre 1942 durch die deutschen Besatzer eingeschmolzen wurde.

Der Marktplatz und die überdachten Marktanlagen

Die überdachten Bereiche des Marktplatzes stammen aus dem Jahre 1923. Sie wurden mit Hilfe von Holzbalken und -planken sowie unter Verwendung hölzerner Verkleidungen errichtet.

Sie sollen den Wunsch des Architekten Georges Madeleine widerspiegeln, der beabsichtigte, dass der Markt die regionale Identität des Calvados verkörpert und gleichzeitig ein Vorzeigeobjekt der Fähigkeiten der lokalen Bauleute und Kunstgewerbler darstellt.

Der Wohn- und Yachthafenkomplex Port-Deauville

Das Viertel des Yachthafens Port-Deauville entstand in den Jahren von 1973 bis 1975 nach Plänen der Architekten Labro und Orzini, die ebenfalls den Wintersportort Avoriaz im selben Stil erbaut hatten. Es wurde auf Wassersportaktivitäten und Wochenendurlaub zugeschnitten. Die außergewöhnliche Architektur von sehr hohem Qualitätsniveau ist wahrlich beeindruckend, besonders auch das Layout und die Anordnung der Gebäude innerhalb der zahlreichen und teils sehr verzweigten Bassins (der Hafenbecken von Port-Deauville).

„La Breloque“ – Die Villa von Eugène Boudin

La villa Breloque

Eugène Boudin (1824-1898) trug maßgeblich dazu bei, die Normandie in der ganzen Welt bekannt zu machen. Er zeichnete Himmel und Wolken in „eintausend“ Farben und Schattierungen, seine Zeichnungen und Bilder von Seen- und Küstenlandschaften haben einen unverwechselbaren Stil. Er war auch ein glühender Bewunderer der beiden Schwesterstädte Deauville und Trouville, welche er in vielen seiner Werke verewigte. 1898 verstarb der im nur 16 km entfernten Honfleur geborene Boudin in Deauville in dieser Villa, nachdem er bereits seit 1861 die Sommer in Deauville verbrachte.

Die Villa „Les Abeilles“

Die Villa „Les Abeilles“ (zu deutsch: „Die Bienen“) wurde 1910 von Auguste Bluysen für Madame Jeanne Paquin erbaut, eine damals sehr bekannte Pariser Modeschöpferin, deren Mitarbeiter und Angestellte richtige “Arbeitsbienen” waren und dann auch so genannt wurden (daher auch der Name dieser Villa). Bluysen ist auch bekannt für seine Villen in Le Touquet und für das von ihm errichtete Pariser Kino „Le Grand Rex“.

Die Verwendung von speziellem Gießbeton ermöglichte eine bis dahin kaum bekannte Art eines Villengebäudes mit einem weiten, sich öffnenden Profil und weichen Kanten. Bemerkenswert ist außerdem, dass dieses Gebäude eher einer Villa im mittelalterlichen als im klassisch-normannischen Stil ähnelt. Die Villa wurde auch einige Zeit zwischen den beiden Weltkriegen vom weltberühmten Autobauer André Citroën angemietet und bewohnt.

Die Villa „Camélia“

Die Villa „Camélia“, 1864-1865 von Breney für den Herzog („Marquis“) von Salamanca erbaut, ist eine der ältesten Villen in Deauville. Durch eine Mischung aus mehreren regionalen Baumaterialien (Hölzer, Ziegel und Gesteine) lässt sich die architektonische Struktur dieser Villa als auffallend extravagant und beinahe exotisch beschreiben.

Sie stellt damit ein perfektes Beispiel für eine Villa des sogenannten „Second Empires“ (Zeit zwischen 1852 und 1870) dar. Die Villa wurde komplett restauriert und wieder in ihren Originalzustand zurückversetzt.

Das Hotel „Le Normandy Barrière“

Das Hotel „Le Normandy Barrière“

Dieses 4-Sterne-Deluxe-Hotel (höchstmögliche Hotelkategorie in Frankreich) wurde im Jahre 1912 auf Anraten von Eugène Cornuché, einem bekannten französischen Geschäftsmann, nach dessen Plänen ebenfalls das Nobelrestaurant „Maxim‘s“ an der Place de la Concorde in Paris kreiert wurde, von Désiré le Hoc, der früheren Bürgermeisterin Deauvilles, und dem renommierten Architekten Théo Petit errichtet.

Das für die damalige Zeit außergewöhnlich neuartige und moderne Hotel etablierte sich sehr schnell unter den besten Luxushotels ganz Frankreichs dank seines einzigartigen Angebots an Komfort und Freizeitanlagen sowie seiner besonders stilvollen Zimmereinrichtungen und Innenraumdekorationen. Die Außenfassade der Hotelgebäude ist ausgekleidet mit sehenswerten seladonfarbenen künstlichen Zierholzvertäfelungen in blassgrün, ähnlich wie beim Chinesischen Porzellan.

„C.I.D.“ – Centre International de Deauville

Das internationale Kongress-, Messe- und Tagungszentrum von Deauville wurde 1992 eröffnet. Die Hauptanlagen wurden 14 Meter unterhalb der Erdoberfläche angelegt, in erster Linie um den Seeblick von den Höhen Deauvilles und St. Arnoults nicht negativ zu beeinträchtigen.

Dies stellt eine wahrhaft großartige Leistung dar, zumal so auch die Ideen des Deauviller Architekten Patrick Le Goslès verwirklicht werden konnten (Glaskuppel fast auf Meereshöhe) und die ultramodernen technologischen Anlagen und Einrichtungen perfekt für die Umwelt unsichtbar mitinstalliert werden konnten. Durch die Eröffnung des C.I.D.s wurde Deauville auch für den Kongresstourismus und für große internationale Seminar- und Tagungsveranstaltungen attraktiv.

Mosaiken in den Badeanlagen von Deauville

Die „Pompeiischen Badeanlagen“

Den 1921 von der Stadtversammlung von Deauville ausgerufenen Wettbewerb, um die in die Jahre gekommenen hölzernen Umkleidekabinen an der Strandpromenade zu erneuern, gewann Charles Adda mit seinem Projekt, die Badeanlagen von Pompeii nachzubilden. Die Ausführung erfolgte unter Verwendung von Mosaiken und der Gestaltung von eindrucksvollen Säulengängen und Atrien, die dem antiken Vorbild wahrlich sehr nahe kommen. Anfangs bestanden die Pompeiischen Badeanlagen schon aus rund 250 Kabinen, einer Bar, Geschäften und Türkischen Bädern. Die Pompeiischen Badeanlagen von Deauville sind heute in der erweiterten Liste der bedeutendsten historischen Sehenswürdigkeiten an Meeresküsten eingetragen.

Hölzerne Strandpromenaden „Les Planches“

Umkleidekabinen an der Promenade

Die weltberühmte hölzerne Promenade entlang des Strandes von Deauville mit seinen bunten Sonnenschirmen, die auch eines der absoluten Markenzeichen Deauvilles darstellen (deren dominierende Farben blau und rot sind gleichzeitig die Farben der Stadt), wurde 1923 aus so genanntem Ekki- und Ebaholz, exotischen und unverrottbaren Holzarten aus Madagaskar, auf einer Länge von 643 Metern erbaut. Die Promenade ist auf einer Seite von kleinen Strandkabinen begrenzt, die die Namen von Hollywoodschauspielern und –regisseuren tragen, die Deauville, vor allem wegen des jährlich stattfindenden Festival des amerikanischen Films, besucht haben.

Olympisches Hallenbad

Das Olympische Hallenbad wurde 1966 vom Architekten Roger Taillibert erbaut, der ebenfalls das Prinzenpark-Stadion in Paris entworfen hatte. Die Schirmherrschaft übernahmen dabei Maurice Chevalier und Marie Laforêt. Das Projekt umfasste dabei nicht nur den olympischen Pool im Hallenbad, der übrigens mit entsalzenem und erwärmten Meerwasser gespeist wird, sondern ebenfalls auch ein großes Thalassotherapie-Zentrum, gleich neben dem Bad.

Der Prachtbau des Hallenbades besitzt eine vollkommen eigene architektonische Originalität durch seine geschwungenen Mantelbögen aus weißem Gießbeton, die das Schwimmbecken im Inneren prunkvoll überragen.

Die Villen entlang der Seefront

Jede der am Ende des 19. Jahrhunderts entlang der Seefront entstandenen Villen hat ihren ganz eigenen architektonischen Ausdruck in Profil und Zusammensetzung des Gebäudes, seiner Accessoires und seiner prachtvollen Verzierungen. Egal ob Ziegel, Steine, Holz, Gießbeton oder Metalle, jede denkbaren und verfügbaren Materialien wurden von den Bauherren genutzt, um sich ihre eigene neue Villa ganz ihrem Geschmack nach zu gestalten.

In der Nachkriegszeit des Zweiten Weltkrieges wurden diese Villen schon bald als Symbol für überschwänglichen Reichtum und Luxus angesehen. Viele von ihnen sind daher mit der Zeit nach und nach verschwunden und wurden durch neumodischere, aber trotzdem dem architektonischen Stil des Pays d‘Auge (regionale Gegend im Département Calvados) entsprechenden Blockbauten, die nun meist von Parisern mit Zweit-/Wochenendwohnsitz in Deauville angemietet werden, ersetzt.

Hotel „Le Royal Barrière“

Ende 1912 entschied sich Eugène Cornuché, der auch bereits bei der Gründung des Hotels „Le Normandy“ mitvertreten war, ein zweites außergewöhnliches Hotel zu errichten, ein weiteres Symbol für Glamour, Pracht, Luxus und Eleganz in Deauville. Dafür jedoch musste die damals sehr bekannte Villa „La Louisiane“ weichen, die dem Herzog von Morny persönlich gehörte, an deren Stelle das Hotel „Le Royal“ bereits ein Jahr später (1913) nach Plänen der Architekten Théo Petit und Georges Wybo gebaut wurde. Auch hier wurden wieder architektonische Auffälligkeiten mit den holzimitierenden Zierstreifen im normannischen Stil des Pays d‘Auge, teils sogar im Schachbrettmuster, gesetzt.

„Le Cercle“

Im Jahre 1875 hatte der Architekt Breney die Vorstellung, einen Ort zu erschaffen, an welchem sich die Eigentümer der verschiedenen (Pferde-)Rennställe bei ihren Zusammenkünften treffen können. Aus diesem Anlass entwarf Breney den „Cercle“ nach dem Vorbild des „Hôtel de Salm“ in Paris. Im Laufe des „Second Empires“ wurde das Gebäude immer mehr ausgeschmückt, zum Beispiel durch hinzugefügte, neue Rundelle und verzierte Büsten.

Die Boutique von Coco Chanel

Gabrielle Chanel, die weltberühmte Modeschöpferin, eröffnete ihre allererste Boutique in Deauville im Jahre 1913 auf der Rue Gontaut Biron. Ihr Zusammentreffen und Kennenlernen mit dem englischen Geschäftsmann Boy Capel, passioniertem Polospieler und gutem Freund des Königs Eduard VII. ermöglichte es ihr, ihre „revolutionäre“ Modekampagne „La Mode à la garçonne“ zu starten, die dazu aufforderte, dass Frauen sich (etwas) männlicher gaben und kleideten.

La Potinière – Der Platz des Casinos mit seinen Boutiquen

Dieses malerische Ensemble von Gebäuden, entworfen durch den Architekten Théo Petit und erbaut zwischen 1912 und 1913, könnte als perfekte Theater-Kulisse mit seinen „Trompe l‘œil“- und Holzimitationen im Pays d‘Auge-Style dienen.

Das damals äußerst berühmte Café „La Potinière“ (heute befindet sich dort die Modeboutique „Hermès“), war von Luxusgeschäften aller Art umgeben und damit ein absolutes Muss für alle, die während der „Goldenen Zwanziger“, mit der Zeit gehen wollten.

Die Arkaden der Avenue du Général de Gaulle

Im Jahre 1895 wurde diese alleenartige Avenue erbaut, die zu jener Zeit noch den Namen „Avenue de l‘Hippodrome“ trug und von dem Casino auf der einen und dem Eingang zur Pferderennbahn (Hippodrom) Deauville-La-Touques auf der anderen Seite begrenzt wird.

Kirche Saint-Augustin

Diese Kirche, die das „Tor zur Innenstadt“ Deauvilles bildet, wurde von den Architekten Breney und Jai entworfen und 1865, ein Jahr nach dem Tod des Herzogs von Morny, eingeweiht. Als ein Zeichen der Dankbarkeit wurde die Kirche daraufhin nach seinem Vornamen Augustin benannt. Statuen aus echter emaillierter vulkanischer Lava, erschaffen vom Pariser Bildhauer Jules Jollivet befinden sich direkt oberhalb des Eingangs der Kirche, die aus roten und gelben Ziegelsteinen erbaut wurde. In der Kirche erinnern verzierte Buntglasfenster an die Grundsteinlegung, an das Ende des Ersten Weltkrieges und an den Besuch des spanischen Königs Alphonse XIII. im Jahre 1922. Am Eingang, in Höhe der ehemaligen Taufbecken, lässt sich das bis 1958 erste und einzige Glas-Emaille-Fenster der Welt finden.

Die Veranstaltungsanlagen „Elie-de-Brignac“

In den Jahren 1868 und 1869 wurden die „Veranstaltungsanlagen“ von Elie-de-Brignac gegründet, benannt nach dem ehemaligen Präsidenten der „Agence française“, einer Gesellschaft, die sich um den Verkauf und Handel mit Pferden kümmert, und geplant wurde vom Architekten Pierre Davy.

Der Großteil der hier gehandelten Pferde stammt aus der Region der Basse-Normandie und wurde hier aufgezogen.

Neben den Auktionen finden auf den Anlagen von Elie-de-Brignac auch Events ganz anderer Art statt, z.B. Konzerte, Theateraufführungen und Festivals (bspw. „Août Festival“).

Villa Strassburger

Im Jahre 1907, auf dem Gelände eines ehemaligen Bauernhofes „Ferme du Coteau“ (zu dt.: „Bauernhof am Hang“), baute der Caenner Architekt Georges Pichereau für den Baron Henri de Rothschild, der seinerseits wiederum aus dem Hause von Gustave Flaubert stammte, diese einzigartige Prachtvilla. Sowohl die Gesamtarchitektur als auch die Gestaltung der Außenfassade stellen eine Kombination aus französischem Landhausstil und der typischen Architektur der Herrenhäuser des lokalen „Pays d‘Auge“ dar.

Die reiche, fast luxuriös ausgeschmückte Zierfassade und die prächtigen Anbauten der Villa machen diese Villa zu einer der schönsten in der Region. Die Villa Straßburger wurde 1975 in die Liste der bedeutendsten historischen Baumonumente aufgenommen.

Kirche Saint-Laurent

Das Kirchengewölbe aus dem Zeitalter des Haus Plantagenet und die kleinen, engen Fenster lassen den Bau der Kirche zum Anfang des 12. Jahrhunderts datieren.

Die Organisation „Les Amis de la Chapelle Saint-Laurant“ renovierte die Kirche und richtete den Altarraum wieder her. Von Zeit zu Zeit wird die Kirche für öffentliche Besucher zugänglich gemacht und auch bei Konzerten und temporären Ausstellungen geöffnet.

Parc des Enclos

Der Park in Deauville Benerville ist 24 Hektar groß und im Besitz der Stadt. Bis 1930 gehörte er dem den Ölmagnaten Gulbenkian.

Regelmäßige Veranstaltungen

In Deauville finden seit vielen Jahren regelmäßig große Ereignisse statt. Neben den Pferdesportveranstaltungen sind das Osterfestival mit klassischer Musik im April, die Internationale Segelwoche im Juni, das Jazzfestival Swing'In Deauville im Juli, die Austragung des Lucien Barrière Deauville Polo Cup im August sowie das Festival des amerikanischen Films Anfang September zu nennen.

Weblinks

 Commons: Deauville – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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