Damshäuser Kuppen


Damshäuser Kuppen

Die Damshäuser Kuppen sind ein mit dem Rimberg bis 497,1 m ü. NN[1] hoher Gebirgszug im Landkreis Marburg-Biedenkopf, Mittelhessen. Sie stellen den äußersten Nordost-Ausläufer des Gladenbacher Berglandes an der Nahtstelle zwischen den Naturräumen Westerwald, Rothaargebirge und Westhessischem Bergland dar.

Blick von Silberg auf die Damshäuser Kuppen mit dem 497,1 m hohen Rimberg (mittig, teils verdeckt) im äußersten Nordosten des Gladenbacher Berglandes. Der breite, etwa 474 m hohe Wollenberg (links) gehört bereits zum Rothaargebirge.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Lage und Orte

Die Damshäuser Kuppen liegen hauptsächlich auf den Gemarkungen der Gemeinden Dautphetal und Lahntal. Im weniger kuppigen Süden reichen sie bis an die nordöstlichen Ortsteile von Gladenbach, während die Gemeinde Weimar (Nesselbrunn, im Südosten) und die Stadt Marburg (Dilschhausen, im Osten) nur geringen Anteil haben.

Nordgrenze des Höhenzuges ist das Obere Lahntal zwischen Dautphetal-Friedensdorf und Lahntal-Caldern, hinter dem sich die Sackpfeifen-Vorhöhen als Ostabdachung des Rothaargebirges befinden.

Nach Osten grenzen das Tal der Dautphe und der sich nach Süden anschließende Sattel der Bundesstraße 453 östlich des 551,8 m hohen Daubhaus die Damshäuser Kuppen von Breidenbacher Grund und Bottenhorner Hochflächen – beides ebenfalls Teile des Gladenbacher Berglandes – ab. Der erwähnte, immerhin um 370 m hohe Sattel zu den Bottenhorner Hochflächen ist der einzige Korridor, der die Kuppen mit den anderen montaneren Teilen des Gladenbacher Berglandes verbindet.

Im Süden bildet die Wasserscheide zwischen Allna und Salzböde die Grenze zum Naturraum Salzbödetal, im Osten stellt die Elnhausen-Michelbacher Senke den Korridor zum Marburger Rücken und damit zum Westhessischem Bergland dar.

Flüsse

Von wenigen kurzen Bächen abgesehen, die direkt nach Norden in die Lahn oder nach Westen in die Dautphe entwässern, entsprechen die Damshäuser Kuppen ziemlich genau dem Einzugsgebiet des Oberlaufes der Allna und ihres linken (=nördlichen) Nebenflusses Ohe, wobei die Ohe das Gebiet der Kuppen zentral von Nordwest nach Südost durchfließt, die Allna seinen Süden. Nördlich der Ohe entspringt der Waltersbach, der – bereits außerhalb der Kuppen – dem Ohe-Nebenfluss Elnhauser Wasser zufließt.

Topographischer Verlauf

Die Damshäuser Kuppen haben ihren Höhenschwerpunkt im Norden und im Nordwesten. Während der zentral nördliche Rimberg eine fast völlig eigenständige Kuppe darstellt, handelt es sich bei der sich westlich anschließenden, 493,5 m hohen Kappe eher um eine von mehreren Kuppen, die einen Bergrücken in Nordost-Südwest-Richtung bedecken. Ähnlich sieht es bei den weiter westlich folgenden Kuppen, bis hin zum etwa 451 m hohen Hornberg aus.

Nach Süden hin – im Westen beispielsweise über den etwa 473 m hohen Schweinskopf und den 456,7 m hohen Dusenberg (beide nahe Herzhausen) – weichen die Berge immer weiter von der Kuppenform ab und ähneln von der Form her eher den Erhebungen des Marburger Rückens.

Markante Erhebungen am Übergang zur Elnhausen-Michelbacher Senke und damit an der Nahtstelle zum Marburger Rücken sind insbesondere der 369,6 m hohe Donnerberg im östlichen Süden, der hiervon nordöstliche, ausgeprägt asymmetrisch-kuppige Auersberg (385,3 m) und der pyramidal-flachkuppige Hungert (411,5 m) im Nordosten. Am 260 m hohen Sattel zwischen Hungert und den westlichen Ausläufern des 370 m hohen Vogelheerd befindet sich der eigentliche Korridor zum Marburger Rücken.

Ganz im Norden finden sich, direkt am Lahntal, einige in sich eigenständige Kuppen, die Höhen von etwas über 400 m erreichen. So etwa der 412,8 m hohe, von der Form her eher an eine Halde erinnernde Feiselberg nordwestlich von Caldern, der sich nordwestlich anschließende (etwa 425 m hohe Roßberg und, im äußersten Nordwesten, schließlich der 402,5 m hohe Hohenfels, auf dem sich die Burgruine Hohenfels befindet.

Berge nach Höhenzügen

Die Damshäuser Kuppen lassen sich nach Bewaldung und Höhenzügen in 4 Gruppen aufteilen:

Blick vom Marburger Rücken bei Michelbach auf die nordöstlichen Damshäuser Kuppen (von links:) Hungert (411,5 m), Rimberg (497,1 m), Feiselberg (zweigipfelig, 412,8 m) und Roßberg (ca. 425 m). Der breite, ca. 474 m hohe Wollenberg (rechts) ist der östlichste Ausläufer des Rothaargebirges, das sich jenseits der Lahn anschließt.
Blick auf Weitershausen an den Hängen der Alten Kirch (373,8 m). Links im Hintergrund die Hardt (396,5 m), links davon entfernter der Kronenberg (ca. 454 m). Links vorne eine alte Eiche (Naturdenkmal), die größtenteils den 456,4 m hohen Streichenberg verdeckt

Rimberg-Gruppe

Die Rodungen von Damshausen im Westen und die von Dilschhausen (Südosten) und Caldern (Nordosten) – letztere durch die Landesstraße 3288 verbunden – trennen einen durchgängig bewaldeten, vom 497,1 m hohen Rimberg dominierten Höhenzug ab, der nach Norden bis ins Lahntal reicht und im nördlichen Westen in die Ableger der Kappe (493,5 m) übergeht.

Während die nördlichsten Kuppen dieses Gebietes, vor allem Feiselberg und Roßberg nebst Rückspiegel, sehr kuppig und in sich noch recht eigenständig sind, werden die Gipfel, die sich südlich an den Rimberg anschließen, merklich flacher

Von Norden nach Süden folgen aufeinander:

  • Rückspiegel (337,6 m) – Roßberg-Nordostableger
  • Roßberg (ca. 425 m) – Nordwesten
  • Feiselberg (412,8 m) – Nordosten
  • Rimberg (497,1 m)
  • Störner (ca. 412 m)
  • Bernhardt (385 m)
  • Alte Kirch (373,8 m)
Die 493,5 m hohe Kappe (rechts der Mitte) und ihre Ableger Treisberg (436,8 m, links), Ehlenholz (ca. 470 m, Mitte) und Hohe Höll (481,1 m, rechts), alles Damshäuser Kuppen; im Vordergrund Allendorf am 402,5 m hohen Hohenfels (mit Burgruine Hohenfels), der sich links des Treisberges anschlösse.
Blick vom Rimberg auf die zentralen Damshäuser Kuppen mit Schweinskopf, Hoher Höll, Kappe, Ehlenholz und Treisberg (linke Bildhälfte, vlnr.)

Kappe-Gruppe

Die Kuppen um die 493,5 m hohe Kappe sind durch einen Bergrücken in Nordost-Südwest-Richtung miteinander verbunden. Am nordwestlich vorgelagerte Treisberg schließt die Bewaldung zunächst ab, sodass der noch nördlichere und ansonsten ebenfalls komplett bewaldete Hohenfels (402,5 m) mit der Burgruine Hohenfels optisch abgetrennt erscheint. Noch deutlicher abgetrennt ist die Hardt (396,5 m) im Süden zwischen Dams- und Diedenshausen, die gewissermaßen eine bewaldete Insel innerhalb des gerodeten Inneren der Damshäuser Kuppen, das sich in Form eines nach Norden offenen Hufeisens von Damshausen über Diedenshausen und Weitershausen bis nach Dilschhausen zieht. Nach Westen wird diese Gruppe durch die Kreisstraße von Friedensdorf nach Damshausen begrenzt.

Von Norden nach Süden folgen aufeinander:

  • Hohenfels (402,5 m) – mit Burgruine Hohenfels
  • Treisberg (436,8 m)
  • Ehlenholz (ca. 470 m) – nordöstlich der Kappe
  • Kappe (493,5 m)
  • Hohe Höll (481,1 m) – südwestlich der Kappe
  • Kronenberg (ca. 454 m) – südwestlich der Hohen Höll
  • Hardt (396,5 m) – deutlich südlicher
Blick auf die nordwestlichen Damshäuser Kuppen mit (vrnl.) Hornberg (ca. 451 m), Schweinskopf (ca. 473 m, teils verdeckt), Eichelhardt (465,3 m), Kronenberg (ca. 454 m), Hohe Höll (481,1 m) und Kappe (493,5 m, teils verdeckt)

Westliche Kuppen

Eichelhardt und Hornberg, die sich westlich an die Ableger der Kappe anschließen, haben eher Bergrücken- denn Kuppenform. Auch die Erhebungen im Süden und Osten der Bewaldung haben eine deutlich weniger ausgeprägte Kuppenform als z. B. Rimberg oder Kappe. Lediglich der Schweinskopf bildet eine Ausnahme.

Von Nordwesten nach Südosten und schließlich nach Südwesten folgen aufeinander:

  • Hornberg (ca. 451 m) – westlicher Norden
  • Eichelhardt (465,3 m) – östlicher Norden
  • Schweinskopf (ca. 473 m)
  • Streichenberg (456,4 m) – Westen
  • Wilkenberg (ca. 421 m) – südlicher Westen
  • Dusenberg (456,7 m) – südlicher Osten
Der äußerste Nordosten der Damshäuser Kuppen mit Auersberg (385,3 m, links), Stackelberg (ca. 366 m) und Koppe (385,4 m, Mitte) und Hungert (411,5 m, rechts, teils verdeckt. In hinterer Reihe erkennt man unmittelbar oberhalb der Straße den Rimberg. Im Vordergrund Dagobertshausen, links hinten Elnhausen
Die Nahtstelle zum Marburger Rücken: Blick vom Rimberg auf Lahntal-Caldern und den 411,5 m hohen Hungert.

Östliche Randkuppen

Im östlichen Übergang der Kuppen in die Elnhausen-Michelbacher Senke und im südlichen ins Salzbödetal zieht sich ein schmaler, bewaldeter Streifen vom pyramidalen Hungert bei Caldern über den markant unsymmetrisch kuppigen Auersberg westlich Elnhausens bis zum Donnerberg und schließlich zum Gladenbacher Kirchberg (362,3 m) im äußersten Süden, der bereits zum Naturraum Salzbödetal gezählt wird. Westlich dieses Streifens liegt ein von Dilschhausen über Nesselbrunn bis Frohnhausen bei Gladenbach durchgängig gerodeter Streifen. Lediglich im Norden, unmittelbar beim Hungert, beschränkt sich die Rodung auf die Landesstraße 3288 zwischen Caldern und Dilschhausen.

Von Nord(ost) nach Süd(west) folgen aufeinander:

  • Hungert (411,5 m)
  • Koppe (385,4 m)
  • Stackelberg (ca. 366 m)
  • Auersberg (385,3 m)
  • Gansei (ca. 357 m)
  • Allersberg (349,5 m)
  • Donnerberg (369,6 m)
  • (Gladenbacher Kirchberg (362,3 m) – äußerster Süden, bereits im Naturraum Salzbödetal

Berge nach Absoluthöhe

  • Rimberg (497,1 m) – Nordosten, zwischen Caldern und Damshausen; mit Aussichtsturm
  • Kappe (493,5 m) – Norden, nördlich von Damshausen
  • Hohe Höll (481,1 m) – südwestlich der Kappe
  • Schweinskopf (ca. 473 m) – nordöstlich von Dautphetal-Herzhausen im Westen der Kuppen
  • Ehlenholz (ca. 470 m) – nordöstlich der Kappe
  • Eichelhardt (465,3 m) – südöstlich von Friedensdorf
  • Dusenberg (456,7 m) – südlich von Dautphetal-Herzhausen im Südwesten
  • Streichenberg (456,4 m) – zentral, südöstlich von Damshausen
  • Hornberg (ca. 451 m) – nordwestlichste Kuppe, südwestlich von Dautphetal-Friedensdorf
  • Roßberg (ca. 425 m) – im äußersten Norden zwischen Kernbach und Elmshausen
  • Feiselberg (412,8 m) – auffällig durch die Form einer Halde; östlicher äußerster Norden, nordwestlich von Caldern
  • Hungert (411,5 m) – pyramidale, östlichste der Kuppen an der Nahtstelle zum Marburger Rücken, südöstlich von Caldern
  • Störner (ca. 412 m) – höchste Erhebung Marburgs; Rimberg-Nebengipfel nördlich von Dilschhausen
  • Hohenfels (402,5 m) – im westlichen äußersten Norden bei Dautphetal-Allendorf – mit Burgruine Hohenfels
  • Hardt (396,5 m) – zentral, zwischen Diedenshausen und Damshausen
  • Auersberg (385,3 m) – östliche Kuppe zwischen den Marburger Ortsteilen Elnhausen und Dilschhausen sowie Weimar-Nesselbrunn
  • Donnerberg (369,6 m) – östliche Kuppe im (nicht mehr sehr kuppigen) Süden, nordöstlich von Gladenbach
  • Alte Kirch (373,8 m) – zentral, „Hausberg“ von Weitershausen
  • Gansei (ca. 357 m) – nordöstlicher Vor-Gipfel des Donnerberges

Vegetation

Die Damshäuser Kuppen sind zu gut der Hälfte bewaldet, wobei die Buche das vorherrschende Gehölz darstellt, doch finden sich auch Fichtenforste. In den gerodeten Tälern, die sich vor allem im Zentrum der Region finden, wird Ackerbau betrieben. Bevorzugte Anbauprodukte sind Kartoffel, Roggen und Weizen.

Der Westen ist etwas kälter und deutlich niederschlagsreicher als der Osten.

Blick vom östlich angrenzenden Marburger Rücken auf den Tannenberg (links), den Großen Feldberg (881,5 m) und die Erhebungen des Gladenbacher Berglandes; in der rechten Bildhälfte im Vordergrund die Damshäuser Kuppen mit Donnerberg (369,6 m), Gansei (ca. 357 m), Auersberg (385,3 m), Kappe (493,5 m), Rimberg (497,1 m) und Hungert (411,5 m)
Blick vom östlich angrenzenden Marburger Rücken auf den Tannenberg (links), den Großen Feldberg (881,5 m) und die Erhebungen des Gladenbacher Berglandes; in der rechten Bildhälfte im Vordergrund die Damshäuser Kuppen mit Donnerberg (369,6 m), Gansei (ca. 357 m), Auersberg (385,3 m), Kappe (493,5 m), Rimberg (497,1 m) und Hungert (411,5 m)

Einzelnachweise

  1. Kartendienste des Bundesamtes für Naturschutz

Literatur

  • Emil Meynen (Hrsg.): Handbuch der naturräumlichen Gliederung Deutschlands. Selbstverlag der Bundesanstalt für Landeskunde, Remagen 1953–1962 (Teil 1, enthält Lieferung 1-5), ISBN B0000BJ19E
  • Emil Meynen (Hrsg.): Handbuch der naturräumlichen Gliederung Deutschlands. Selbstverlag der Bundesanstalt für Landeskunde, Remagen 1959–1962 (Teil 2, enthält Lieferung 6-9), ISBN B0000BJ19F

Weblinks


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