Colum

Colum
Padraic Colum, fotografiert von Carl van Vechten (1959)

Padraic Colum (* 8. Dezember 1881 in Collumbkille im County Longford; † 11. Januar 1972 in Enfield, Connecticut) war ein irischer Schriftsteller und einer der führenden Köpfe der Irischen Renaissance. Er verfasste Gedichte, Romane, Theaterstücke, Biografien und Kinderbücher.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Colum wurde 1881 als erstes von acht Kindern in einen irischen Arbeiterhaushalt geboren; sein Geburtsname lautete Patrick Collumb.[1] Als sein Vater 1889 arbeitslos wurde, ging er in die USA, um vom Goldrausch in Colorado zu profitieren, während die restliche Familie in Irland blieb. Als Colums Vater 1892 nach Irland zurückkehrte, zog die Familie in die Nähe Dublins, wo der Vater Arbeit auf der dortigen Eisenbahnstation gefunden hatte.

1897 starb Colums Mutter, wonach die Familie zeitweise auseinander gerissen wurde. 1898 schloss Colum die Schule ab und erhielt eine Anstellung als Buchhalter bei der irischen Eisenbahn. Diese Stellung behielt er bis 1903.

Während dieser Zeit begann Colum zu schreiben und traf mit führenden zeitgenössischen irischen Schriftstellern zusammen, darunter W. B. Yeats, Lady Gregory und Æ. 1901 trat er der Gälischen Liga bei und nahm mit Padraic Colum die irische Form seines Namens an, 1904 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Abbey Theatre. Während seiner regelmäßigen Besuche in der irischen Nationalbibliothek begegnete er James Joyce und eine lebenslange Freundschaft zwischen den beiden Autoren begann. Von einem wohlhabenden amerikanischen Mäzen erhielt Colum ein fünfjähriges Stipendium für das University College Dublin.

Colum schrieb eine Reihe der ersten am Abbey Theatre aufgeführten Stücke; seine ersten Stücke kamen kurz nacheinander 1902, 1903 und 1905 heraus. 1907 erschien mit Wild Earth sein erstes Buch; es enthielt viele der zuvor in einer Zeitung namens The United Irishman erschienenen Gedichte. Neben seinen anderen literarischen Aktivitäten sammelte Colum auch irische Folksongs und verfasste Texte für Folksongs.

1911 gründete Colum, unter anderen mit seiner späteren Frau Mary Gunning Maguire, unter dem Titel The Irish Review eine kurzlebige Literaturzeitschrift, in der gleichwohl Werke wichtiger Autoren der Irischen Renaissance gedruckt wurden.

1912 heirateten Colum und Maguire (genannt Molly). Sie lebten im Umkreis Dublins und hielten dienstags einen Literarischen Salon ab. 1914 unternahmen sie eine Reise in die USA, aus der ein achtjähriger Aufenthalt wurde.

In Amerika begann Colum Kinderbücher zu verfassen und veröffentlichte mehrere Sammlungen mit Erzählungen für Kinder. Ein Verlagsvertrag über die "Produktion" von Kinderbüchern gab ihm für den Rest seines Lebens finanzielle Sicherheit. Außerdem gab er drei Bände mit seinen Versionen hawaiianischer Märchen heraus. Zudem begann er Romane zu schreiben.

Von 1930 bis 1933 lebten Colum und seine Frau in Paris und Nizza, wo Colum seine Freundschaft mit Joyce erneuerte und Teile von Finnegans Wake für ihn abtippte.[2] Nach ihrer Zeit in Frankreich zogen die Colums nach New York City, wo beide Lehraufträge an der Columbia University und am City College of New York wahrnahmen und 1945 die amerikanische Staatsbürgerschaft erhielten. 1961 war Colum Empfänger der Regina Medal, einer jährlichen Auszeichnung der amerikanischen Catholic Library Association für Kinderbuchautoren.

In seinen späten Stücken übernahm Colum Formen aus dem -Drama. Insgesamt veröffentlichte er neben seinen Theaterstücken 61 Bücher.

1957 starb Colums Frau Molly. Colum stellte ihre gemeinsame Autobiografie Our Friend James Joyce fertig; sie erschien 1958. Seine letzten Jahre verbrachte Colum abwechselnd in den USA und in Irland. Er starb 1972 im Alter von 90 Jahren in Enfield, Connecticut, und wurde in der Nähe von Dublin begraben.

Werke (Auswahl)

  • 1902: The Saxon Shillin' (Stück)
  • 1903: Broken Sail (Stück)
  • 1905: The Land (Stück)
  • 1907: Wild Earth (Gedichte)
  • 1907: The Fiddlers' House (Stück)
  • 1910: Thomas Muskerry (Stück)
  • 1916: The King of Ireland's Son (Neuausgabe alter irischer Märchen für Kinder)
  • 1917: Mogu the Wanderer (Stück)
  • 1918: The Children's Homer (Roman)
  • 1918: Adventures of Odysseus and the Tale of Troy
  • 1920: The Boy Apprenticed to an Enchanter (Roman)
  • 1920: Children of Odin: Nordic Gods and Heroes
  • 1921: The Golden Fleece and the Heroes Who Lived Before Achilles (Roman)
  • 1922: Anthology of Irish Verse (Herausgeber)
  • 1923: The Six Who Were Left in a Shoe (Erzählung für Kinder)
  • 1923: Castle Conquer (Roman)
  • 1925: The Voyagers: Being Legends and Romances of Atlantic Discovery
    • ebenfalls ausgezeichnet mit einer Newbery Honor der ALA
  • 1929: The Strindbergian Balloon (Stück)
  • 1932: Poems (Gesammelte Gedichte)
  • 1937: The Flying Swans (Roman)
  • 1937: The Story of Lowry Maen (Episches Gedicht)
  • 1943: The Frenzied Prince (Sammlung irischer Märchen)
  • 1958: Our Friend James Joyce (Autobiografie; mit Molly Colum)
  • 1959: Ourselves Alone (Biografie von Arthur Griffith)

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Padraic Colum auf “Irish Writers Online”
  2. Padraic Colum auf “Irelandseye.com”

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