City Hall


City Hall
Filmdaten
Deutscher Titel City Hall
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1996
Länge 107 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Harold Becker
Drehbuch Paul Schrader
Ken Lipper
Nicolas Pileggi
Bo Goldman
Produktion Harold Becker
Ken Lipper
Charles Mulvehill
Edward R. Pressman
Musik Jerry Goldsmith
Kamera John Corso
Michael Seresin
Schnitt David Bretherton
Robert C. Jones
Besetzung

City Hall ist ein Politthriller aus dem Jahr 1996. Regie führte Harold Becker, in den Hauptrollen waren Al Pacino, John Cusack und Bridget Fonda zu sehen.

Der Filmproduzent und ehemalige Investment-Experte Ken Lipper war von 1985 bis 1987 Stellvertreter des New Yorker Bürgermeisters Ed Koch. Dank seiner Kontakte konnte der Film an über 70 Original-Schauplätzen in New York gedreht werden, darunter das Rathaus der Stadt. Hauptdarsteller Al Pacino traf sich für die Vorbereitungen auf seine Rolle unter anderem mit Koch, David Dinkins und Rudolph Giuliani.[1]

Inhaltsverzeichnis

Handlung

Ein undercover arbeitender Polizist organisiert ein Treffen mit einem mutmaßlichen Dealer, der jedoch davon nichts weiß. Es kommt zu einer Schießerei, bei der beide sterben. Allerdings wird auch ein sechsjähriger Junge getötet, was für Empörung in ganz New York sorgt. Bürgermeister John Pappas und sein Assistent Kevin Calhoun versuchen zu retten, was noch zu retten ist.

Als sich herausstellt, dass das Bewährungsgutachten des Mafioso nicht sauber ist, geht Calhoun der Sache auf den Grund. Bei seinen Nachforschungen kommt er einem großen Skandal auf die Spur. Der junge, ehrgeizige Mann verbeißt sich in den Fall und bemerkt dabei nicht, dass er an seinem eigenen Stuhl sägt. Er stößt nämlich mitten in ein Wespennest aus Korruption und Verbrechen.

Denn sein Idol, Bürgermeister John Pappas, ist ein populärer Mann, dem der Kontakt zum Volk wichtig ist und der stets sein Interesse am Wohlergehen der Stadt betont. Allerdings schielt er auch mit einem Auge nach Washington und verliert das große Ziel, Präsident zu werden, nicht aus den Augen. Doch er scheint irgendwie in den Fall verwickelt zu sein. Pappas hält eine pathetische Rede auf der Trauerfeier des Kindes.

Die Ermittlungen gestalten sich als schwierig, da Zeugen ermordet werden und ein beteiligter Parteivorstand Suizid begeht. Calhoun schwebt bald selbst in Lebensgefahr und zudem macht ihm auch noch die Anwältin Marybeth Cogan, die die Witwe des getöteten Polizisten vertritt, das Leben schwer und stellt ihn vor Gewissenskonflikten.

Immer deutlicher muss Kevin Calhoun erkennen, dass Pappas aus Loyalität zu alten Seilschaften und pragmatischen Machtüberlegungen zu Gunsten des Dealers interveniert hatte, weshalb dieser nur eine Bewährungsstrafe erhielt und somit eine gewisse Mitschuld am Tod des Kindes trägt. Er löst sich darauf von seinem Mentor, und dieser tritt am Ende des Films zurück. Pappas versucht sein Verhalten damit zu rechtfertigen, dass er versucht hat, wenigstens etwas Anstand mit in das Weiße Haus zu nehmen.

Calhoun jedoch will seinen Glauben an Anstand in der Politik nicht verlieren und beschließt, weiterhin politisch aktiv zu sein. Der Film endet damit, dass er in einem für ihn aussichtslosen Wahlkampf kandidiert.

Kritiken

Die Süddeutsche Zeitung bemerkte, dass City Hall in die Reihe von Filmen passe, in denen Politiker, Richter und Staatsanwälte „den guten alten Sheriff aus den verschwundenen Western“ ersetzen, obwohl der Film „das starre Moralsystem konsequent aufweicht und dem üblichen Schwarzweiß eher ein mehr oder minder starkes Grau entgegensetzt“. Al Pacino spiele seine Rolle „als ein Monster des richtigen Verhaltens“, John Cusack sei „der typische Adept. Die Schilderungen seien realistisch, der Regisseur beherrsche die Thriller-Dramaturgie, der Film fessle damit jedoch nicht.[2]

Die tageszeitung verglich die Bildsprache „zwischen Taubengrau und Schwarz“ mit einem japanischen Aquarell. Anders als in Der Mann, der herrschen wollte (1949), sei in City Hall „das Vertrauen in das System erheblich konsolidiert“ - „Checks and balances, so hielt man es und hält man es, da spielt es kaum noch eine Rolle, wer an der Spitze steht.“ Der Film sei nicht „ganz so profund recherchiert und gespielt wie Nixon von Oliver Stone.[1]

Weblinks

Einzelnachweise

  1. a b vgl. Niroumand, Mariam: All die Königsmänner. In: die tageszeitung, 18. April 1996, S. 15
  2. vgl. Die Nahtstelle von Politik und Verbrechen. In: Süddeutsche Zeitung, 20. April 1996, S. 18

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