Steingrab im Eichholz

Steingrab im Eichholz

Das Steingrab im Eichholz ist eine neolithische Megalithanlage, mit der Sprockhoff-Nr. 651. Sie entstand zwischen 3500 und 2800 v. Chr. als Anlage der Trichterbecherkultur.

Das Steingrab liegt nördlich von Gnarrenburg, im Staatsforst Eichholz, im Elbe-Weser-Dreieck in einem Kiefernwald, unweit der Waldstraße, die von Gnarrenburg zum Ortsteil Brillit führt, im Landkreis Rotenburg in Niedersachsen.

J. H. Müller und J. Reimers bezeichnen das Steingrab in „Die vor- und frühgeschichtlichen Alterthümer der Provinz Hannover“ von (1893) als bereits erheblich beschädigt. Später wurden zwei weitere größere Steine entfernt. Die im Jahre 1968 von J. Deichmüller untersuchte Anlage wurde restauriert. Ihre vom Typ her unbestimmbare Kammer (Ganggrab oder Großdolmen) war von einem Mantel aus 6500-7000 Rollsteinen umgeben, der auch die Decksteine überzog. Diese Steinschicht dürfte nach dem Grabungsbefund mit einer anlehmigen Schicht (SI) von etwa 0,25 m Mächtigkeit überhügelt gewesen sein, die mit Gras oder mit Heidekräutern bewachsen war. Der Hügel war von einem ovalen Kranz aus hochkant gesetzt Steinen mit einer Größe bis zu 0,70 × 0,40 m umgeben.

Der möglicherweise trapezförmige Kammergrundriss ist infolge der Unregelmäßigkeiten auf der nördlichen Längsseite und eines fehlenden Abschlusssteins schlecht zu beurteilen. Die Südseite der Südwest-Nordost orientierten Kammer, mit den dort verbliebenen beiden Tragsteinen ist auf der gesamten Länge erheblich gestört. Die erhaltenen vier Tragsteine Nordseite sind der Größe und dem Material nach sehr uneinheitlich und stellenweise verkippt. Den nordöstlichen Schlussstein der Kammer bildet ein mächtiger Granitblock. Der Schlussstein der südwestlichen Seite, einschließlich seiner zu erwartenden Standspur fehlt. Stattdessen fand sich ein unmittelbar in die Rollsteinpackung des Hügels übergehender Rollsteinwall.

Der Innenraum der Kammer war auf der Südseite, stellenweise bis zur Bodenpflasterung, gestört. Der übrige Raum war bis etwa 0,50 m unter der Tragsteinoberkante mit einem Gemisch von anlehmigem Sand, größeren und kleineren Geröllen, sowie Spuren von verkohltem Holz, Feuerstein und Scherben gefüllt. Die oberste, humushaltig Schicht reichte fast überall bis an die Oberkanten der Tragsteine. Sie war und neuzeitlich gestört. Der Torso einer Deckplatte, der heute das nordöstliche Ende der Kammer bedeckt, wurde bei der Restaurierung aufgelegt.

Dem gestörten Status entsprechend lag das Inventar stellenweise nicht in situ. Folgende Fundgruppen lassen sich unterscheiden:

  • Keramikscherben und Pfeilspitzen der Trichterbecherkultur,
  • Keramikscherben, Pfeilspitzen und Feuersteinbeile der Einzelgrabkultur
  • Urnenscherben der Eisenzeit.

Insgesamt fanden sich über 600 Scherben (davon 524 neolithisch). 456 davon konnten 24 verschiedenen Gefäßen der genannten Kulturen zugeordnet werden. An eisenzeitlichen Urnenscherben und solchen, die nicht kulturell eingeordnet werden konnten, verblieben 84. Ausweislich der Tiefstichkeramik ist das Steingrab um die Wende vom 4. zum 3. Jahrtausend errichtet worden. Belegungsphasen durch die Träger der Trichterbecherkultur sind nachzuweisen. Danach, vielleicht final sogar parallel, wurden Vertreter der Einzelgrabkultur mit Becherbeigaben bestattet. Ob die Urnenbestattungen der älteren Eisenzeit innerhalb der Steinkammer oder direkt davor erfolgten, ließ sich wegen der starken Störung auf der Südseite nicht nachweisen.

Im Nordwesten, außerhalb des Steinkranzes lag eine so genannte Kultnische, ein länglich-ovaler Steinhalbkreis, dessen Öffnung auf einen großen flachen, fast rechteckigen Stein gerichtet war. Etwa 50 m östlich erhebt sich ein großer Hügel, der ebenfalls ein Großsteingrab bergen könnte. Die Denkmale sind von einem Dutzend kleinerer Grabhügel umgeben.

Siehe auch

Literatur

  • J. Deichmüller, Das Steingrab im Eichholz bei Gnarrenburg, Kr. Bremervörde. In: Neue Ausgr. u. Forsch. in Niedersachsen 7, 1972

Weblink

53.3968578.999774

Wikimedia Foundation.

Игры ⚽ Поможем решить контрольную работу

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Gnarrenburg — Wappen Deutschlandkarte …   Deutsch Wikipedia

  • Brillit — Wappen Deutschlandkarte …   Deutsch Wikipedia

  • Findorf — Wappen Deutschlandkarte …   Deutsch Wikipedia

  • Glinstedt — Wappen Deutschlandkarte …   Deutsch Wikipedia

  • Karlshöfen — Wappen Deutschlandkarte …   Deutsch Wikipedia

  • Klenkendorf — Wappen Deutschlandkarte …   Deutsch Wikipedia

  • Kuhstedt — Wappen Deutschlandkarte …   Deutsch Wikipedia

  • Kuhstedtermoor — Wappen Deutschlandkarte …   Deutsch Wikipedia

  • Langenhausen — Wappen Deutschlandkarte …   Deutsch Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”