Reiterfelsbild von Tegneby


Reiterfelsbild von Tegneby
Reiterfelsbild von Tegneby

Das Reiterfelsbild von Tegneby, einem der eng benachbarten Felsritzungsplätze in der Region Tanum im Bohuslän in Schweden, ist eine der sehr seltenen Darstellungen von Reitern aus der Bronzezeit. Es erfährt durch die jeweiligen Bearbeiter (z.B. O. Almgren, T. Capelle, H. Fischer) ganz unterschiedliche Interpretationen.

Zwei Gruppen bestehend aus vier Reitern und einer menschlichen Gestalt stehen sich gegenüber, dazu kommt ein einzelnes Pferd. Nur zwei der Reiter jeder Gruppe und eine der menschlichen Gestalten tragen einen Speer. Keine der Gestalten trägt eine Axt, die ansonsten zu den bevorzugt dargestellten Attributen gehört. Zwei Reiter jeder Gruppe und eine menschliche Gestalt halten ein viereckiges Utensil hoch, das einem „kurzstieligen Spaten“ ähnlich sieht, dessen Deutung jedoch umstritten ist.

Ein in Schleswig-Holstein gefundener, den Ritzungen entsprechender hölzerner „Spaten“, wurde allerdings der mesolithischen Stufe von Oldesloe zugerechnet. Neben Kampfszenen[1] werden in der Darstellung auch Reiterspiele erkannt (z.B. das Ringreiten oder Ringstechen). Spatenartige Felsritzungen, die H. Glöckner unter Beilformen behandelt, kommen auch auf den Felsritzungen in der Val Camonica vor. Sie werden von italienischen Archäologen als „Paletta“ (Schaufel) bezeichnet, was dem Umriss der Darstellung am genauesten entspricht. Im Parco nazionale delle incisioni rupestri di Naquane geht von solch einer Spatendarstellung eine mäandrierende Linie aus, die Glöckner als Blitz bezeichnet. Zugleich gibt es hier Paletten, deren Umriss sich zur Andeutung einer Gestalt auflöst.

Auf dem Felsbild werden die Attribute von den Reitern an einem Stiel hochgehalten, was ihre ebenfalls erfolgte Einordnung als Schild eher ausschließt. In Hazor fand Jigael Jadin einen silberüberzogenen Bronzespaten, der mit einer Schlange, einer Mondsichel und einer Göttin verziert war. Das Spatenrätsel auf den Felsbildern könnte sich durch den Vergleichsfund zur allerdings unspezifizierten Kultstandarte auflösen.

Literatur

  • H. Glöckner: Dokumente zur Religion aus megalithischer Zeit. Zur Entwicklung aus der Kultur der westlichen Großsteingräber. Lang, Frankfurt am Main u. a. 1988 ISBN 3-8204-9953-9, (Europäische Hochschulschriften 3, Anhang).
  • J. E. Walkowitz: Das Megalithsyndrom. Beiträge zur Ur- und Frühgeschichte Mitteleuropas 36, Langenweissbach 2003 ISBN 3-930036-70-3

Einzelnachweise

  1. Torsten Capelle:Geschlagen in Stein Bild 15 S. 29

Weblinks

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