Massaker von Leše

Massaker von Leše

Das Massaker von Leše (deutsch: Liescha) fand nach kurz nach der Bedingungslose Kapitulation der Wehrmacht um den 18. Mai 1945 in der Gemeinde Prevalje nächst der österreichisch-slowenischen Grenze statt. Es wurden rund 700 Frauen und Männer getötet,[1] die meisten davon erschlagen. Anfangs wurden sie nur mit Reisig zugedeckt. Nach ein paar Monaten, als der Leichengeruch zu extrem wurde, hat man sie notdürftig in einer ehemaligen 21 Meter langen, drei Meter breiten und zweieinhalb Meter tiefen Kohlengrube verscharrt.[2]

In der Nähe des Massengrabes wurde von Hinterbliebenen der Kärntner Verschleppten 1990 ein Gedenkkreuz errichtet.[3] Seit dem gleichen Jahr finden auch Gedenkfeiern vor Ort statt.[4] 2009 nahm erstmals ein Vertreter der Kärntner Slowenen teil.[5]

Im heutigen Slowenien sind mehr als 500 Massengräber aus der Zeit rund um das Ende des Zweiten Weltkrieges bekannt; für zahlreiche weitere gibt es Hinweise.[6] Dabei wurden rund 100.000 Menschen zwischen Mai und August 1945 ermordet.[5]

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Kleine Zeitung: Massengrab in Slowenien entdeckt; abgerufen am 20. September 2010
  2. Kleine Zeitung: Die Mörder machten sich einen Jux; abgerufen am 20. Sep. 2010
  3. ORF-Online: Massengrab in Slowenien untersucht; abgerufen am 20. Sep. 2010
  4. Kleine Zeitung: Liescha wird Stätte des Verzeihens; abgerufen am 20. Sep. 2010
  5. a b ORF-Online: Massengrab bei Liescha; abgerufen am 20. Sep. 2010
  6. Der Standard: Massengrab nahe der Kärntner Grenze entdeckt; abgerufen am 20. Sep. 2010

Weblinks


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