Leonore Krenzlin


Leonore Krenzlin

Leonore Krenzlin (* 1934 in Leipzig) ist eine deutsche Germanistin.

Leben und Werdegang

Leonore Krenzlin studierte 1953 bis 1957 Germanistik an der Humboldt-Universität in Ost-Berlin, danach dort 1959 bis 1964 wissenschaftliche Assistentin.

Von 1970 bis 1990 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentralinstitut für Literaturgeschichte der Akademie der Wissenschaften der DDR. Sie war Mitarbeiterin und Autorin bei der Geschichte der deutschen Literatur, (Band 10: 1917–1945), die von einem Autorenkollektiv unter Leitung von Hans Kaufmann und Dieter Schiller verfasst wurde. Sie forschte und veröffentlichte zur Literatur des Nationalsozialismus, zu den Schriftstellern der „inneren Emigration“ (unter anderem über Friedrich Griese, Willy Sachse und Ernst Wiechert), zum Problem der Remigration nach 1945 sowie zur DDR-Literatur.

Ihre Dissertation von 1978 Hermann Kant – Leben und Werk erschien als Buch erstmals 1979. Es liegt in mehreren Auflagen (3. erweiterte Auflage 1988) vor und gilt als Standardwerk der Hermann-Kant-Biografien.

Leonore Krenzlin lebt in Berlin.

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • Christa Wolf - Unter den Linden (Rez.), in: Kritik 75 - Rezensionen zur DDR-Literatur 1978, S. 222-224
  • Versuch, sich ein Bild von Georg Büchner zu machen - Gespräch mit Helga Schütz und Lothar Warneke, in: Film und Fernsehen, Nr. 11/1978 (mit Dieter Schiller)
  • Münz-Koenen, Ingeborg/Therese Hörnigk/Gudrun Klatt/Leonore Krenzlin/Ursula Reinhold (Autorenkollektiv): Literarisches Leben in der DDR 1945-1960. Literaturkonzepte und Leseprogramme.(Literatur und Gesellschaft). Berlin, Akademie-Verlag 1979
  • Hermann Kant. Leben und Werk. Berlin, VEB Verlag Volk und Wissen 1980
  • Schriftsteller der Gegenwart – Hermann Kant. VEB Verlag Volk und Wissen 1981, ISBN 978-3-06-102663-9
  • Zu den Unterlagen: Publizistik 1957-1980 von Hermann Kant, Berlin [u.a.]: Aufbau-Verlag, 1981
  • Beunruhigung, in: Film und Fernsehen, Nr. 01/1982 (mit Dieter Schiller)
  • Heinz Hoffmann - UNSER KURZES LEBEN und DIE BEUNRUHIGUNG, in: DEFA-Spielfilme am Beginn der 80er Jahre. Podium und Werkstatt, Nr. 12/1982
  • Jugend, "forum", Literatur, in: weltbühne 33/1990, S. 1056
  • Das "Formalismus-Plenum". Die Einführung eines kunstpolitischen Argumentationsmodells, in: J. Cerny (Hrsg.): Brüche, Krisen, Wendepunkte. Neubefragungen von DDR-Geschichte, Leipzig 1990, S. 50ff.
  • Soziale Umschulung und neuer Lebensstil: Der "Bitterfelder Weg" und ein Blick auf Brigitte Reimann, in: Als habe ich zwei Leben (1998), S.121-132
  • Autobiographie als Standortbestimmung. Ernst Wiecherts "Wälder und Menschen" im Kontext der Entstehungszeit, in: Zuspruch und Tröstung - Über Ernst Wiechert, Hg. Hans-Martin Pleßke/Klaus Weigelt, Frankfurt/Main 1999, (Schriften der Internationalen Ernst-Wiechert-Gesellschaft; Bd. 2) ISBN 3-89501-784-1
  • Der mecklenburgische Schriftsteller Friedrich Griese: Blut und Boden-Ideologe, Heimatdichter oder sozialkritischer Erzähler?, in: Annäherung an Friedrich Griese - Leben und Werk (2000), S.11-24, ISBN 978-3-910170-45-2
  • Gerhard Scholz und sein Kreis: Bemerkungen zu einem unkonventionellen Entwurf von wirkender Literatur und Literaturwissenschaft. In: Weimarer Klassik in der Ära Ulbricht, Köln [u.a.] 2000, S. 195–217
  • Phantastische Umwege in den historischen Raum, in: Jahrbuch der Anna Seghers-Gesellschaft 9/2000
  • Die Welt umwälzen, denn darauf läufts hinaus: Der Briefwechsel zwischen Bettina von Arnim und Friedrich Wilhelm IV., Bielefeld Aisthesis, 2001
  • Der „Ostkrieg“ in der DDR-Belletristik. In: Wir sind die Herren dieses Landes: Ursachen, Verlauf und Folgen des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion, Babette Quinkert (Hrsg.) – Hamburg 2002
  • Zwischen allen Stühlen - Ernst Wiechert in der politischen Öffentlichkeit 1933 bis 1947, in: Von bleibenden Dingen - Über Ernst Wiechert, Hg. Bärbel Beutner/Hans-Martin Pleßke, Frankfurt/Main 2002 (Schriften der Internationalen Ernst-Wiechert-Gesellschaft; Band 3), ISBN 3-8301-0402-2
  • Heimkehrer des Ersten Weltkriegs: Ein Motivvergleich von Friedrich Grieses "Feuer" mit zwei früheren Romanen Ernst Wiecherts, in: Das Frühwerk Friedrich Grieses (2002), S.66-80
  • Der Doberaner Dichtertag 1936–1943. In: Literatur und Literaturpolitik im Dritten Reich, Monika Schürmann u. a. (Hrsg.), Rostock 2003
  • Die Rezeption von "Stalingrad" in der deutschsprachigen Literatur, Vortrag innerhalb des Kolloquiums zum 60. Jahrestag der Schlacht von Stalingrad am 30. Januar 2003, Universität Potsdam (Militärgeschichtlicher Lehrstuhl)
  • Eine Lokalsage und die ideologischen Fallstricke eines Romans: Zu Friedrich Grieses "Die Weißköpfe" (1939), in: Literatur und Literaturpolitik im Dritten Reich (2003), S.211-234
  • Gerhard Scholz. In: Gerhard Scholz und sein Kreis. – Berlin 2004, S. 5–26
  • Ernst Wiechert und die Thomas Mann-Familie: Zur Problematik einer Beziehung voller Animositäten, in: Mitteilungen der internationalen Ernst-Wiechert-Gesellschaft 11/2005, S. 1ff.
  • Verdeckte Entscheidungen. Reflexion und Verdrängung der Emigrationsfrage in autobiographischen Zeugnissen der „Inneren Emigration“, in: „Biographien und Autobiographien von Exilanten und Emigranten“, Jahrestagung der Gesellschaft für Exilforschung in Frankfurt am Main, 11.-13. März 2005
  • Innere Emigration - Unschärfe und Chancen eines literarischen Begriffs, in: Jahrbuch der Hans Fallada-Gesellschaft 5/2006
  • Verstrickt in Geschichte: Friedrich Grieses lokalhistorischer Roman „Der Herzog“, in: Mecklenburg und seine Geschichte 2007, S. 26–34.
  • Das Unzerstörbare bewahren - Beiträge über Leben und Werk Ernst Wiecherts. Herausgegeben von Bärbel Beutner und Leonore Krenzlin (im Druck), darin: Der Exot - Eine Einführung in den Roman

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