Karow (Plau am See)

Karow (Plau am See)
Karow
Wappen der ehemaligen Gemeinde Karow
Koordinaten: 53° 32′ N, 12° 16′ O53.53861111111112.26333333333364Koordinaten: 53° 32′ 19″ N, 12° 15′ 48″ O
Höhe: 64 m ü. NN
Fläche: 38,53 km²
Einwohner: 758 (31. Dez. 2009)
Eingemeindung: 1. Jan. 2011
Postleitzahl: 19395
Vorwahl: 038738

Karow ist ein Ortsteil der Stadt Plau am See im Osten des Landkreises Ludwigslust-Parchim in Mecklenburg-Vorpommern (Deutschland). Bis 2010 war Karow eine eigenständige Gemeinde im Amt Plau am See.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Karow liegt etwa zwölf Kilometer östlich von Goldberg und etwa neun Kilometer nördlich von Plau am See. Am südlichen Rand des ehemaligen Gemeindegebietes liegt der Plauer See. Im Norden grenzt der Naturpark Nossentiner/Schwinzer Heide an.

Große Teile des ehemaligen Gemeindegebietes, vor allem im Norden, sind bewaldet. Hier liegt auch das Naturschutzgebiet Paschensee. Im Osten befindet sich der Samoter See im Naturschutzgebiet Nordufer Plauer See und südlich vom Ort Karow das Naturschutzgebiet Brantensee, ein Feuchtgebiet. Die Schutzgebiete und weitere große Teile liegen im Naturpark Nossentiner/Schwinzer Heide. Die Erhebungen überschreiten knapp die 80 m ü. NHN. Westlich Karows verläuft die Mildenitz.

Geschichte

Karow wurde erstmals im Jahr 1254 urkundlich erwähnt. Damals gehörte die Region zur Herrschaft Parchim-Richenberg. Nach der Auflösung derselben kam Karow 1255 zur Herrschaft Werle. Mit dem Tod des letzten Regenten am 7. September 1436 fiel Karow an die Herzöge von Mecklenburg.

Im Ort dominieren das Schloss und der früher damit verbundene Gutsbetrieb. Das "Alte Schloss" wurde 1800/01 im Stil des Klassizismus erbaut. 1898 erwarb der Berliner Unternehmer Schlutius Schloss und Gut Karow. Schlutius wurde 1945 entschädigungslos enteignet, das Gut zum Volkseigenen Gut. Zu DDR-Zeiten bezog eine Betriebsberufsschule zur Ausbildung von Landwirten das Herrenhaus. Dieses ist nach aufwändiger Restaurierung seit 2007 Hotel und Restaurant. Das Gut mit den großen und architektonisch bedeutenden Wirtschaftsgebäuden wurde in den 1990er Jahren von der Familie Schlutius erworben.

Im Nordwesten des ehemaligen Gemeindegebiets, an der Grenze mehrerer Forstgebiete und Landstraßen, entwickelte sich nach der Errichtung eines Kruges der Grenzort Grüner Jäger, dessen Bedeutung mit dem Bau befestigter Straßen und der Eisenbahnlinie jedoch in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts abnahm und 1945 wüst fiel.

Die bis dahin eigenständige Gemeinde Karow mit den Ortsteilen Karow, Leisten und Teerofen wurde zum 1. Januar 2011 in die Stadt Plau am See eingemeindet.

Politik

Die Gemeinde Karow führte sowohl ein Wappen, als auch eine Flagge.

Wappen

Blasonierung: „Unter blauem Schildhaupt in Gold die gezinnte rote Stufengiebelfront einer Kirche mit acht (1:7) Rundbogenfenstern, in der offenen Tür ein rotes Hochkreuz.“

Flagge

Die Flagge ist gleichmäßig längsgestreift von Gold (Gelb) und Rot. In der Mitte liegt, auf jeweils zwei Drittel der Höhe des goldenen (gelben) und des roten Streifens übergreifend, das Gemeindewappen. Die Länge des Flaggentuchs verhält sich zur Höhe wie 5:3.

Gemeindepartnerschaft

Seit 1993 unterhält Karow eine Partnerschaft zur Gemeinde Diekholzen in Niedersachsen.

Sehenswürdigkeiten

Dorfkirche in Karow
Schloss Karow
Empfangsgebäude des Bahnhofs Karow
  • Naturschutzgebiet Paschensee
  • Draisinenstrecke zwischen Karow (Damerower Kaserne) und Borkow
  • Herrenhaus Karow, ursprünglich klassizistisches Gebäude mit neobarocker Erweiterung
  • Gutspark
  • Mausoleum (seit 1945 Ruine) der Gutsbesitzerfamilie Schlutius, 1912/16 von Bildhauer Wilhelm Wandschneider: in einem Waldstück östlich des Parks zu finden
  • Dorfkirche in Backstein-Bauweise ohne Turm, umgeben vom Kirchhof der Gemeinde. Vor der Trauerkapelle steht seit 1988 das Bronzedenkmal Die Trauernde von Wilhelm Wandschneider. Die Frauengestalt weist viele Einschüsse aus Handfeuerwaffen auf. Sie stand ursprünglich vor dem Mausoleum der Familie Schlutius.
  • Verfallendes Empfangsgebäude des Bahnhofs von 1880 und leere Nebengebäude. Erhaltene Stellwerke von 1938 und damals für die Reichsbahn erbauter Wasserturm mit abgedecktem Dachgerüst.
  • Wasserturm des ehemaligen Gutes aus dem Jahr 1907 mit einer Höher von 26 Metern und 150 m³ Wasserspeichervolumen.[1]
  • Baudenkmale

Verkehr

Durch Karow führen die Bundesstraße 103 und die Bundesstraße 192. Die Bundesautobahn 19 ist über die Anschlussstelle Malchow in zirka acht Kilometern erreichbar.

Per Bahn ist Karow mit der Ostdeutschen Eisenbahn GmbH von Neustrelitz oder Parchim erreichbar. Der Bahnhof Karow (Meckl) war bis in die 1990er Jahre bedeutender Kreuzungs- und Umsteigepunkt. Diese Funktion büßte er jedoch mit Einstellung des Personenverkehrs auf den Strecken Güstrow–Meyenburg und Wismar-Karow ein.

Weblinks

 Commons: Karow (Plau am See) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Verein Technisches Landesmuseum Mecklenburg-Vorpommern (Hrsg.): Technische Denkmale und Sehenswürdigkeiten in Westmecklenburg, Schwerin 2002

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