Josef Prošek

Josef Prošek

Josef František Prošek (bulgarisch Йозеф Прошек) (* 17. März 1861 in Beraun, Böhmen; † 1928) war ein tschechischer Architekt und Geometer, der viele Jahre in Bulgarien verbrachte. Er ist der Bruder von Vaclav Prošek (* 1860; † 1913) und der Cousin von Jiří Prošek (* 1847; † 1905) und Theodor Prošek (* 1858; † 1905). Alle vier stammten aus Beroun, 30 km südwestlich von Prag.

Leben

Von 1880 bis 1881 studierte Josef Prošek am Tschechischen Polytechnikum in Prag. Sein Cousin Jiří Prošek war bereits 1870 als Eisenbahningenieur auf den Balkan gekommen und hatte sich sehr stark für den nationalen Befreiungskampf der Bulgaren engagiert. Nach dem Ende des Russisch-Osmanischen Krieges von 1877/78, der mit der Befreiung Bulgariens endete, hielt sich Josef Prošek erstmals von 1878 bis 1880 in Sofia auf.

1881 kehrte er wieder nach Sofia zurück und war bis 1886 Mitarbeit in der Direktion für öffentliche Bauten. Von 1884 bis 1886 war er Assistent des Architekten Friedrich Grünanger (* 1856; † 1929) bei der Bauleitung des Parlamentsgebäudes der Narodno Sabranie, danach Stellvertretender Direktor der technischen Abteilung der Gemeinde Sofia.

Václav Prošek, der Bruder von Josef Prošek, kam nach seinem Architekturstudium (1879 bis 1885) ebenfalls auf Einladung seiner Cousins Jiří/Georgi und Theodor/Bogdan Prošek 1886 nach Sofia. Die Cousins hatten 1879 ihre Vornamen offiziell in die entsprechende bulgarische Form umändern lassen: zu Georgi und Bogdan.

1879 entwarf der tschechische Architektur-Techniker Lubor Beier für den Sofioter Bürgermeister den ersten Stadtentwicklungsplan für Sofia. Sein Assistenten waren Jiří/Georgi Prošek und Vaclav Raubal. Für die Arbeit an diesem Plan luden sie Josef Prošek nach Sofia ein. Der Plan wurde am 3. Januar 1880 fertiggestellt und angenommen. Der Plan sah ein Ringstraßensystem vor, dass entlang der Boulevards "Wassil Lewski", "Patriarch Ewtimi", "Christo Botew", Sliwniza" und "Wolgograd" verlief. Der von Prošek entworfene Plan (Prošek-Plan) ist in die Sofioter Geschichte als Battenberg-Plan von Sofia eingegangen - benannt nach Alexander I. von Battengerg, von 1879 bis 1886 Fürst von Bulgarien. Der Stadtentwicklungsplan war im amerikanischen Stil angelegt: die Hauptstadt wurde in Quadrate unterteilt, zwischen denen kleine Straßen entlangführen und in jeder Parzelle gab es fünf bis sechs, höchstens 10 Häuser mit Hof.

Josef Prošek baute gemeinsam mit seinen Cousins Jiří/Georgi und Theodor/Bogdan Prošek die Löwenbrücke (gebaut 1888 bis 1891) und die Adlerbrücke (gebaut 1889 bis 1891).

1905 wurde Josef Prošek zum Architekten II. Kategorie der Gemeinde Sofia ernannt. Später kehrten er und sein Bruder Václav nach Böhmen zurück.

Literatur


Wikimedia Foundation.

Игры ⚽ Нужно сделать НИР?

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Prošek — steht für: Prošek (Wein), einen dalmatinischen Wein Brauerei Prošek, in Sofia Druckerei Prošek, siehe Hofdruckerei Sofia, in Sofia Prošek ist der Familienname folgender Personen: Bogdan Prošek (* 1858; † 1905), tschechischer Unternehmer Jiří… …   Deutsch Wikipedia

  • Václav Prošek — Václav Josef Prošek (bulgarisch Вацлав Прошек) (* 1860 wahrscheinlich in Beraun, Böhmen; † 2. August 1913 ebenda) war ein tschechischer Architekt, der viele Jahre in Bulgarien verbrachte. Er ist der Bruder von Josef Prošek und der Cousin von …   Deutsch Wikipedia

  • Jiří Prošek — (bulgarisch Иржи Прошек/Irschi Proschek; * 25. Dezember 1847 in Beraun, Böhmen; † 16./29. September 1905 ebenda), auch bekannt als Georgi Prošek (bulg. Георги Прошек), war ein tschechischer Ingenieur, Korrespondent, bulgarischer Patriot und… …   Deutsch Wikipedia

  • Bogdan Prošek — (bulgarisch Богдан Прошек) (* 1858 in Beraun, Böhmen; † 26. Oktober 1905 in Sofia), geboren als Theodor Prošek (bulg. Теодор Прошек), war ein böhmischer Unternehmer. Er verbrachte den größten Teil seines Lebens in Bulgarien. Theodor Prošek… …   Deutsch Wikipedia

  • Brauerei Prošek — Die Brauerei Prošek (bulgarisch пивоварница братя Прошекови/piwowarniza bratja Proschekowi) stand von 1884 bis 2004 in der bulgarischen Hauptstadt Sofia. Die Bierbrauerei war von 1881 bis 1884 von den beiden Brüdern Jiří Prošek (* 1847; …   Deutsch Wikipedia

  • Löwenbrücke (Sofia) — Löwenstatue an der Löwenbrücke Die Löwenbrücke (bulgarisch Лъвов мост/Lawow most) in der bulgarischen Hauptstadt Sofia ist neben der Adlerbrücke die bekannteste Brücke der Stadt. Die Brücke ist eine der Sehenswürdigkeiten von Sofia und das… …   Deutsch Wikipedia

  • Adlerbrücke (Sofia) — Die Adler von der Fahrbahn aus gesehen …   Deutsch Wikipedia

  • HC Kladno — Rytíři Kladno Größte Erfolge Tschechoslowakischer Meister 1959, 1975, 1976, 1977, 1978, 1980 Gewinn des Europapokals 1977 Vereinsinfos …   Deutsch Wikipedia

  • Liste der Abgeordneten zum Österreichischen Abgeordnetenhaus (XII. Legislaturperiode) — Diese Liste der Abgeordneten zum Österreichischen Abgeordnetenhaus (XII. Legislaturperiode) führt alle Abgeordneten zum Österreichischen Abgeordnetenhause während der XII. Legislaturperiode auf. Die Legislaturperiode begann am 17. Juli 1911 und… …   Deutsch Wikipedia

  • Czechs and Slovaks in Bulgaria — Old Czech house in Voyvodovo, Vratsa Province Czechs (Bulgarian: чехи, chehi) and Slovaks (Bulgarian: словаци, slovatsi) are a minority ethnic group in Bulgaria (Czech and …   Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”