Haus Eduard von Oppenheim

Haus Eduard von Oppenheim
Haus Eduard von Oppenheim
Haus Eduard von Oppenheim, Unter Sachsenhausen 37 in Köln

Haus Eduard von Oppenheim, Unter Sachsenhausen 37 in Köln

Daten
Ort Unter Sachsenhausen 37, Köln, Deutschland
Baujahr 1870

Das Haus Eduard von Oppenheim, Unter Sachsenhausen 37 in Köln, wurde 1870 nach Plänen des „in Frankreich geschulten Architekten“[1] Wilhelm Hoffmann im Stil der französischen Renaissance für Eduard Freiherr von Oppenheim (1831–1909), Bankier und Gründer des Gestüts Schlenderhan, erbaut.

Es war ein „Prachtbau, den die Zeitgenossen als Stattliche Großartigkeit empfanden“[1] und der in Köln „ein Einzelfall“[1] blieb, wie auch das Haus A. v. Oppenheim u. Haus Mevissen.

Die Motive der Fassadengestaltung des Kölner Prachtbaus im Stil der französischen Renaissance wurden in den 1880er Jahren „begierig aufgenommen“[1] und bei Kölner Wohngebäuden aller sozialen Schichten übernommen. Die übernommenen Motive waren die der kuppeligen Walmdächer mit krönenenden Gesimsen und der weitgespannten Triumphbögen. Es diente auch als Vorbild für das Haus Leyendecker.

Grabmal d. Lorenzo de' Medici, „Morgen und Abend“

Das Palais des Freiherrn Eduard von Oppenheim hatte stark vorspringende Seitenrisalite und einen Mittelrisaliten, der nach oben mit einem kuppeligen, französischem Walmdach abschloss. In den Seitenrisaliten erschien das Motiv des Triumphbogens so im ersten Obergeschoss als Bekrönung der Zwillingsfenster. Der Mittelrisalit zeigte Doppelsäulen und stelenartige Karyatiden. Auf den Giebelteilen befanden sich verschiedene Statuen. Es waren Kopien von Michelangelos Figuren vom Grabmal der Medici in Florenz: „Tag und Nacht“, „Morgen und Abend“ in der Sagrestia nuova (1519-1529).[1]

Im Jahre 1914 wurde anstelle des Stadtpalais von Oppenheim, das Geschäftshaus Frank & Lehmann nach Entwürfen von Peter Behrens fertiggestellt.[2]

Da Köln eine Bürger- und keine Residenzstadt war, konnte sich ein Palais diesen Ausmaßes kaum jemand leisten. „Trotzdem wurde auf diese großartige Bauform nicht ganz verzichtet, sondern sie wurde an den Ringen, wo der Raum für solche breitgelagerte Bauten reichlich zur Verfügung stand, für herrschaftliche Miethäuser verwendet“– so diente das schlossartige Palais dem Architekten Carl August Philipp als Vorbild für die Cron'sche Häusergruppe.[3]Davon blieb lediglich die Nr. 53, das Mittelteil erhalten und wurde im Jahre 1950 wiederhergestellt.

Einzelnachweise

  1. a b c d e Hiltrud Kier: Wohnhäuser in Köln in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. In:Eduard Trier und Willy Weyres (Hrsg.): Kunst des 19. Jahrhunderts im Rheinland. Bd. 2. Architektur: II, Profane Bauten u. Städtebau.. Schwann, Düsseldorf 1980, ISBN 3-590-30252-6, S. 413-463, dazu S. 436.
  2. Hiltrud Kier: Wohnhäuser in Köln in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. In:Eduard Trier und Willy Weyres (Hrsg.): Kunst des 19. Jahrhunderts im Rheinland. Bd. 2. Architektur: II, Profane Bauten u. Städtebau.. Schwann, Düsseldorf 1980, ISBN 3-590-30252-6, S. 413-463, dazu S. 438.
  3. Hiltrud Kier: Wohnhäuser in Köln in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. In:Eduard Trier und Willy Weyres (Hrsg.): Kunst des 19. Jahrhunderts im Rheinland. Bd. 2. Architektur: II, Profane Bauten u. Städtebau. Schwann, Düsseldorf 1980, ISBN 3-590-30252-6, S. 413-463, dazu S. 440.
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