Gefundene Jahre


Gefundene Jahre
Filmdaten
Deutscher Titel Gefundene Jahre
Originaltitel Random Harvest
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1942
Länge 125 Minuten
Stab
Regie Mervyn LeRoy
Drehbuch Claudine West,
George Froeschel,
Arthur Wimperis, nach dem gleichnamigen Roman von James Hilton
Produktion Sidney Franklin
Musik Herbert Stothart
Kamera Joseph Ruttenberg
Schnitt Harold F. Kress
Besetzung

Gefundene Jahre (Original: Random Harvest) ist ein US-amerikanisches Melodram von Regisseur Mervyn LeRoy mit Ronald Colman und Greer Garson aus dem Jahr 1942. Als literarische Vorlage diente der gleichnamige Roman von James Hilton. Der Film über die unerschütterliche Liebe einer Frau zu einem an Amnesie leidenden Offizier nach dem Ersten Weltkrieg erhielt seinerzeit sehr gute Kritiken und war in den Vereinigten Staaten einer der größten Kassenhits des Jahres.

Inhaltsverzeichnis

Handlung

Ein britischer Offizier wird während des Ersten Weltkriegs in einer Schlacht schwer verwundet und leidet seither an Amnesie und Sprachstörungen. Im Sanatorium des kleinen englischen Ortes Melbridge verbringt er daraufhin unter dem Namen John Smith mehrere Monate und hofft, dass seine Angehörigen ihn dort finden und ihm sagen können, wer er tatsächlich ist. Als der Krieg 1918 vorbei ist und die Menschen in den Straßen jubeln, gelingt es Smith die Heilanstalt zum ersten Mal zu verlassen. In einem Tabakladen will er sich Zigaretten kaufen. Da er noch immer Schwierigkeiten hat, zu sprechen, wird die Verkäuferin misstrauisch und schickt sich an, die Polizei zu alarmieren. Die Schauspielerin Paula Ridgeway, die sich ebenfalls im Laden aufhält, hat Mitleid mit dem scheuen Mann und rät ihm, umgehends zu verschwinden. Anschließend nimmt sie ‚Smithy‘, wie sie ihn von nun an nennt, mit in ein Pub und versucht, ihn aus der Reserve zu locken. Danach lädt sie ihn ins Theater zu einer Show ein, bei der sie auf der Bühne einen umjubelten Auftritt im Kilt hinlegt. Dabei erleidet Smithy einen Schwächeanfall und fällt zu Boden. Paula und ihr alter Freund ‚Biffer‘ bringen ihn in ein Zimmer über dem Pub, wo ihn Paula schließlich wieder gesund pflegt.

Als Paula zu Ohren kommt, dass die Wärter des Sanatoriums weiterhin nach Smithy suchen, beschließt sie, mit ihm Melbridge zu verlassen und nach Devon zu reisen. Dort kommen sie zunächst in einer kleinen Herberge unter und Paula erhält schon bald eine Anstellung als Stenotypistin. Durch ihr fröhliches Gemüt, blüht Smithy immer mehr auf und beginnt, Artikel für die Zeitung zu schreiben. Als er seinen ersten Artikel verkauft hat, macht er Paula einen Heiratsantrag. Nach ihrer Hochzeit ziehen sie in ein kleines Cottage und beginnen ein glückliches Leben zu zweit. Im November 1920 kommt ihr gemeinsamer Sohn zur Welt. Nur ein paar Tage nach der Geburt erhält Smithy ein Telegramm von einer Zeitung in Liverpool, die ihn fest einstellen möchte. Da sich Paula noch zu schwach fühlt, reist Smithy allein nach Liverpool und verspricht ihr, bereits am nächsten Abend wieder zu Hause zu sein.

Nachdem Smithy in der Industriestadt eintrifft, wird er auf dem Weg ins Büro der Zeitung von einem Auto angefahren und verliert sein Bewusstsein. Als er wieder zu sich kommt, hat er die Erinnerung an die letzten drei Jahre seines Lebens verloren und weiß stattdessen wieder, wer er wirklich ist: Charles Rainier, ein vermögender Spross einer einflussreichen Familie. Er kehrt daraufhin nach Random Hall, dem Anwesen seiner Familie in London, zurück und erfährt, dass sein Vater in der Zwischenzeit verstorben ist. Seine Verwandten sind sehr überrascht über seine plötzliche Rückkehr. Vor allem Kitty, die Tochter des neuen Ehemanns seiner Schwester, begrüßt Charles herzlich.

Zurück in seinem alten Leben nimmt er die Familiengeschäfte in die Hand und steigt im Laufe der Jahre zum großen Unternehmer auf. 1932 wird er als „Industriemagnat von England“ in den Zeitungen gepriesen. Trotz seines Erfolges ist er nicht glücklich und es plagt ihn die Ungewissheit über die drei Jahre, an die er sich nicht mehr erinnern kann. Ein Schlüssel, den er in seiner Westentasche nach dem Unfall gefunden hatte, trägt er stets bei sich und er hofft, dass er eines Tages herausfinden wird, in welches Schloss der Schlüssel passt.

Seit drei Jahren wird er bei der Arbeit loyal von seiner Privatsekretärin Margaret Hanson unterstützt. Dabei handelt es sich um Paula, die er jedoch aufgrund seiner Gedächtnislücke nicht wiedererkennt. Paula hatte sein Bild in der Zeitung gesehen und da sie befürchtete, Charles würde sie als Hochstaplerin betrachten, die nur hinter seinem Geld her ist, bewarb sie sich als seine Sekretärin unter falschem Namen. Insgeheim hofft sie jedoch, dass er in ihr früher oder später seine Frau wiedererkennen wird.

Als Charles eines Abends mit Kitty, die ihn schon seit Langem bewundert und liebt, in einem Londoner Restaurant diniert, sagt er ihr, dass er ihre Gefühle erwidert und sie heiraten möchte. Margaret, die sein Kind kurz nach der Geburt verlor, fällt es schwer, ihre Fassung zu bewahren, als sie von seinen Heiratsplänen erfährt. Noch in der gleichen Nacht sucht sie Psychiater Dr. Jonathan Benet auf, der Charles im Sanatorium einst behandelte und dem sich Margaret bzw. Paula in der Zwischenzeit anvertraut hatte. Sie ist entschlossen, Charles die Wahrheit zu erzählen. Doch Dr. Benet macht ihr schließlich klar, dass Charles von allein Smithy in sich wiederentdecken muss, um wirklich davon überzeugt zu werden.

Am Tag, an dem Kitty und Charles die Musik für ihre Vermählung aussuchen, erlebt Charles ein kurzes Déjà-vu und Kitty erkennt, dass sein Herz noch immer einer anderen Frau gehört, weshalb sie die Hochzeit absagt. Daraufhin geht Charles nach Liverpool, um Hinweise auf seine drei verlorenen Jahre zu finden. Margaret folgt ihm und versucht behutsam wenngleich vergeblich, ihm bei seiner Sinnsuche zu helfen. Zurück in London startet Charles nun auch seine politische Karriere. Schon bald wird er ins Parlament gewählt und da er für seine neuen Aufgaben auch eine Ehefrau an seiner Seite braucht, schlägt er Margaret vor, ihn zu heiraten. Dabei gibt er ihr jedoch sofort zu verstehen, dass er ihr in der Ehe nur aufrichtige Freundschaft statt tiefer Liebe bieten kann. Bevor sie sich entscheidet, bespricht sie die Lage mit Dr. Benet. Obwohl dieser sie vor einer solchen Vernunftehe, die sie tief verletzen werde, warnt, ignoriert sie seine Bedenken und heiratet Charles ein zweites Mal.

Mit Margaret als treuer Gefährtin und engste Vertraute steigt Charles in der Politik weiter auf und wird sogar zum Ritter geschlagen. An ihrem dritten Hochzeitstag schenkt er ihr eine unsagbar teure Halskette. Doch trotz seiner Aufmerksamkeiten und seiner Freundschaft, sehnt sich Margaret nach der Liebe, die sie mit ihm als Smithy einst erlebte, weshalb sie sich entschließt, für ein paar Wochen allein zu verreisen. Nachdem Charles sie am Bahnhof verabschiedet, erhält er eine Nachricht aus einer seiner Fabriken in Melbridge, wo seine Arbeiter in den Streik getreten sind. Dort angekommen, schlichtet er die Streitigkeiten persönlich und verblüfft seinen Assistenten Harrison, als er sofort weiß, wo ein Tabakladen zu finden ist, obwohl er ihm gesagt hatte, dass er noch nie zuvor in Melbridge gewesen sei.

Margaret, die in der alten Herberge in Devon die Nacht verbracht hat, erfährt am nächsten Tag von der neuen Inhaberin, dass ein Mann vor wenigen Augenblicken bei ihr nach einem nahegelegenen Cottage gefragt hat. Angesichts dieser Neuigkeit eilt Margaret zu ihrem alten Zuhause. Als Charles beim Cottage eintrifft und sein Schlüssel in das Schloss der Haustür passt, strömen die Erinnerungen auf ihn ein. Als auch Margaret das kleine Landhaus erreicht und nach Smithy ruft, erkennt er endlich Paula in ihr wieder und beide fallen sich überglücklich in die Arme.

Hintergrund

Buchvorlage

Gefundene Jahre basiert auf James Hiltons gleichnamigem Roman von 1941, der sich bereits sechs Wochen nach seiner Veröffentlichung stolze 100.000 Mal verkaufte. Produzent Sidney Franklin sicherte für MGM daraufhin die Filmrechte für 50.000 Dollar.[1] Der Originaltitel des Buches, Random Harvest, wurde durch einen deutschen Kriegsreport inspiriert: „According to a British Official Report, bombs fell at random.“ (zu dt.: „Nach einem offiziellen britischen Bericht, fielen die Bomben nach dem Zufallsprinzip.“). Im Film wurde das Anwesen der Rainiers von Stourton in Random Hall umbenannt, um eine Referenz zum Titel herzustellen. Ein weiterer Unterschied des Films zur Buchvorlage ist, dass der Roman erst in der letzten Zeile der Geschichte enthüllt, dass Mrs. Rainier und Paula ein und dieselbe Person sind. Im Film, in dem man Greer Garson als Sekretärin Margaret Hanson bzw. Lady Rainier sofort erkennt, war diese Pointe jedoch nicht möglich. Auch die Zensur in Hollywood, der Production Code, verlangte nach Veränderungen im Drehbuch. So wurde Rainiers erste Frau komplett aus der Filmhandlung gestrichen, damit Rainier nicht zum Bigamisten wurde. Des Weiteren durfte nicht angedeutet werden, dass er und Paula bereits vor der Ehe eine eventuelle intime Beziehung pflegten. James Hilton war trotz der Änderungen seiner Geschichte so angetan von dem Filmprojekt, dass er sich bereit erklärte, die Rolle des Erzählers am Anfang des Films zu übernehmen.

Besetzung

Regisseur Mervyn LeRoy sagte später: „Als Gefundene Jahre ins Gespräch kam, waren Ronnie [Colman] und Greer [Garson] die erste Wahl für ihre Rollen, als ob diese für die beiden geschrieben worden wären.“ Er schwärmte regelrecht, dass „die englische Sprache auf der Leinwand nie schöner gesprochen wurde als von diesen beiden.“[2]

Greer Garson freute sich besonders, in diesem Film mitwirken zu dürfen, denn es gab ihr die Gelegenheit, sowohl mit Ronald Colman, dem Leinwandidol ihrer Jugend, als auch erneut mit Autor Hilton zusammenzuarbeiten, der die literarische Vorlage für Auf Wiedersehen, Mr. Chips (Goodbye, Mr. Chips, 1939), ihren Debütfilm und Durchbruch in Hollywood, geliefert hatte. Garson über ihre Rolle: „Einer der Gründe, warum ich es interessant fand, Paula zu spielen, war, dass ich an sie glaubte. Sie war genauso vielschichtig wie die meisten Menschen auch – sie war die tanzende Schauspielerin, fröhlich und unabhängig; das sympathische Mädchen; die bewundernswerte Ehefrau, die glückliche Mrs. Smith; die effiziente Sekretärin und schließlich die einflussreiche Lady Rainier. Aber noch wichtiger als diese Vielfalt, die der Rolle soviel Farbe verlieh, war die Tatsache, dass es sich dabei um eine feinfühlige Studie über das Herz einer Frau handelte.“[3] Auch weil sie mit ihrem Lieblingsregisseur, LeRoy, und ihrem Lieblingskameramann, Joseph Ruttenberg, erneut zusammenarbeitete, waren die Dreharbeiten zu Gefundene Jahre eine schöne Erfahrung für Garson: „Die Paula zu spielen war für mich eine pure Freude. Manchmal, wenn ich in einem Film mitspiele, komme ich schrecklich erschöpft nach Hause, doch während ich diese Rolle spielte, beendete ich jeden Tag mit einem Gefühl von Frische und Fröhlichkeit. Das Drehbuch war schön wie eine Symphonie. Ich habe immer nur gesungen, als ich jeden Morgen ins Studio kam. Und das war um 4 Uhr 45!“[4]

Ronald Colman war bereits 1937 in einer Verfilmung eines James Hilton Romans aufgetreten, in Columbias In den Fesseln von Shangri-La (Lost Horizon). Die Geschichte des Charles Rainier in Gefundene Jahre ähnelte stark Colmans eigenem Leben und seinen Erlebnissen während des Ersten Weltkriegs, wo er sich 1914 als Britischer Offizier bei der Schlacht von Ypern schwer verletzte, als eine Explosion sein Knie und seinen Knöchel zerschmetterte. Nachdem er einen Orden für Tapferkeit erhielt, wurde er ebenso wie die Figur des Rainier daraufhin als Invalide aus der Armee entlassen und fühlte sich in der Folgezeit verbittert und verloren. Wie seine Rolle konnte er seine Melancholie nur durch stetige Arbeit überwinden – er als Schauspieler, Rainier als Schriftsteller und Unternehmer.

Die Rolle von Rainiers Verlobter Kitty ging an die junge Susan Peters, von der sich Regisseur LeRoy erhoffte, er könne sie zum Star machen, wie er es bereits mit Loretta Young, Ginger Rogers und Lana Turner getan hatte. Mit einer Oscar-Nominierung für diesen Film als Beste Nebendarstellerin schien sie auf dem besten Weg zum großen Star zu sein. Doch 1945 setzte ein Jagdunfall ihrer Karriere ein abruptes Ende, als ein Schuss aus ihrem ungesicherten Gewehr ihre Wirbelsäule traf und sie seither hüftabwärts gelähmt war. Sie starb 1952 mit nur 31 Jahren.

Kurz nachdem Peters die Rolle der Kitty erhielt, nahm MGM die ebenfalls junge australische Schauspielerin Ann Richards unter Vertrag. Richards sah Garson erstaunlich ähnlich. Da Kittys äußere Ähnlichkeit zu Paula ein wichtiger Aspekt der Handlung war, bereute es Produzent Sidney Franklin, dass er nicht auf Richards gewartet und sie als Kitty besetzt hatte. Doch er wollte gleichfalls nicht seine Vereinbarung mit Peters rückgängig machen. Stattdessen besetzte er Richards als ein weiteres Familienmitglied der Rainiers.

Garsons Tanzeinlage

Den Drehbuchschreibern Claudine West, George Froeschel und Arthur Wimperis fiel es von Anfang an schwer, Greer Garsons Rolle als Showgirl in die Handlung zu integrieren. Im Roman wird die Figur der Paula Ridgeway nur ein einziges Mal auf der Bühne beschrieben. Nach vielen Überlegungen war es am Ende Garson selbst, die vorschlug, im Film eine berühmte Tanzeinlage des schottischen Entertainers Harry Lauder zu dem Lied She's Ma Daisy vorzuführen. Garson, die sowohl irisches als auch schottisches Blut in sich trug, sagte dazu später: „Die Schotten und Iren tanzen immerzu und ich bin mit ihrem natürlichen Sinn für Rhythmus geboren worden. Es schien mir eine wundervolle Gelegenheit zu sein, zu zeigen, dass ich keine steife Puppe bin.“[5] Als Kostüm wurde ein kurzer Kilt für sie ausgewählt, der dem Leinwandpublikum zum ersten Mal Garsons schlanke Beine präsentierte, die in ihren anderen Filmen zumeist unter weiten Röcken den Blicken der Zuschauer verborgen blieben. „Wie empfanden es zunächst als Fehler, ihre Beine dem Publikum so zu zeigen. Wir wollten sie nicht so typisch à la Hollywood auf der Leinwand erscheinen lassen“, erinnerte sich Produzent Sidney Franklin. „Wir ließen Kilts in drei verschiedenen Längen anfertigen und probierten sie alle aus. Am Ende entschieden wir uns für das Modell in mittlerer Länge.“[6] Anfangs war Garson nervös wegen ihres neuen Kostüms: „Es war mir etwas peinlich, als ich zum ersten Mal den Kilt anzog. Ich schien nur aus Beinen zu bestehen und ausnahmsweise wünschte ich mir, es wäre ein Reifrock griffbereit gewesen.“[7] Nach drei Wochen Probe mit den Choreographen Ernst and Maria Matray wurde die Szene auf einer altmodischen Bühne vor ca. 200 Statisten, Presseleuten und neugierigem MGM-Personal gedreht. Garson gestand später: „Als ich mit diesem kurzen Kostüm auf die Bühne hüpfte, fühlte ich mich schrecklich schüchtern und verlegen. Doch dann fingen die Statisten und die Crew an, mir zuzupfeifen, und ich muss sagen, dass ich mich auf einmal sehr geschmeichelt gefühlt habe.“[8] Als Garson mit ihrer Darbietung fertig war, stimmten die Statisten spontan für sie das Lied For She's a Jolly Good Fellow an. MGMs Schauspieltrainerin Lillian Burns resümierte: „Diese Tanznummer war genau das, was Greer wirklich machen wollte – was sie wirklich genoss, und zwar ein heiteres Musical.“[9]

Anmerkungen

  • Wie bereits Garsons vorhergehender Film, Mrs. Miniver (1942), der ebenfalls in England spielt, wurde Gefundene Jahre ausschließlich auf dem Studiogelände von MGM gedreht.
  • Obwohl der Film die Jahre von 1918 bis 1935 umspannt, sind alle Haarfrisuren und Kostüme der beteiligten Schauspielerinnen unpassenderweise im Stil der 1940er Jahre gehalten.
  • Garson bezeichnete Gefundene Jahre später als ihren Lieblingsfilm unter ihren eigenen: „Es war der schönste Film, den ich je gedreht habe. Ich weiß, dass ich voreingenommen bin, aber ich denke, dass es sich dabei um eine der sechs großartigsten Liebesgeschichten handelt.“[10]
  • Colman war ebenfalls von dem Filmdrama sehr angetan, sodass er nach dem Umbau seines Hauses in Hollywood, dieses auf den Namen Random House taufte.
  • 1957 entstand ein indisches Remake unter dem Titel Harano Sur.

Rezeption

Der Film wurde am 17. Dezember 1942 in New Yorks Radio City Music Hall uraufgeführt. 1942, als die Vereinigten Staaten das erste vollständige Jahr am Zweiten Weltkrieg teilnahmen, war das Thema des Films über einen durch den Ersten Weltkrieg verstörten Mann, der sein neues Glück durch Frau und Heim findet, besonders aktuell und relevant für das Publikum. Gefundene Jahre fuhr daraufhin ein Rekord-Einspielergebnis von 8.147.000 Dollar ein und wurde damit zu einem der größten Hits in der Studiogeschichte von MGM.[11] In der Radio City Music Hall wurde das Melodram stolze elf Wochen lang gezeigt. Regisseur LeRoy war überzeugt, dass der Film dort noch länger hätte laufen können, mindestens zehn weitere Wochen. Doch Filmmogul Nicholas Schenck wollte den Film unbedingt in allen Loew Theatern zeigen, sodass er vorzeitig aus der Radio City Music Hall genommen wurde, um die Filmrollen anderen Filmtheatern zukommen zu lassen. Ins Rockefeller Center strömten derart viele Menschen, um den Film zu sehen, dass das Management des Centers den täglichen Spielplan auf sieben Vorstellungen erweiterte, woraufhin die erste Vorstellung bereits morgens ab 7 Uhr 45 lief. Der Erfolg des Films veranlasste Colman und Garson, ihre Rollen für Lux Radio Theatre am 31. Januar 1944 und am 19. April 1948 in zwei Hörspielversionen des Films zu wiederholen. Gefundene Jahre wurde in 7 Kategorien, darunter als Bester Film, für den Oscar nominiert, ging aber am Ende leer aus. Bis heute gilt der Film als eines der größten Melodramen des klassischen Hollywoodkinos.

Kritiken

Die Kritiken fielen für Gefundene Jahre ausgesprochen positiv aus und vor allem Hauptdarstellerin Greer Garson wurde für ihre Leistung gelobt:

„Ein Melodram, das durch effektsichere Regie und überzeugende Schauspieler zum guten Unterhaltungskino wurde.“

Lexikon des internationalen Films[12]

Gefundene Jahre ist eine erstklassige Verfilmung von James Hiltons zweitklassigem Roman des selben Titels. […] [Der Film] zeichnet sich aus durch 1. eine bewegende Liebesgeschichte und 2. durch die Enthüllung von Miss Garsons interessanten Beinen.“

Time[13]

„Greer Garson, die vornehmste und weiblichste unter den Stars, hat in Paula eine Rolle […], die sie auf wundervolle Weise meistert. Es ist eine perfekte Darbietung einer großartigen Schauspielerin.“

The Hollywood Reporter[14]

„Die Leinwandadaption von James Hiltons Roman Gefundene Jahre […] ist weit mehr als eine Standardverfilmung. […] Colman bietet eine wunderbare Darstellung […]. Bezaubernder und verführerischer wie nie zuvor ist Greer Garson eine tragende Stütze des Films. Sie spielt eine höchst sympathische Rolle und stellt Colman damit in den Schatten.“

Variety[15]

„Miss Garson […] verkörpert in jeder Hinsicht das Idealbild einer wunderbaren Frau und sie darf sogar auf züchtige Weise ihre hübschen Knie zeigen. Ebenso attraktiv präsentiert sich Mr. Colman als Mann von tadellosem Charakter und mit bemerkenswerter Eleganz. […] Mr. LeRoy hat [den Film] in einem langsamen Tempo mit einem Auge für ergreifende Stimmungen inszeniert.“

Bosley Crowther, The New York Times[16]

„Unter normalen Umständen würden wir keine Minute von Gefundene Jahre glauben, aber die Magie, die hier durch die Stars und Autor James Hilton geschaffen wurde, transformiert das Unglaubliche in das absolut Glaubwürdige.“

Hal Erickson, All Movie Guide[17]

Auszeichnungen

Oscar

Nominiert:

Deutsche Fassung

Die deutsche Synchronbearbeitung entstand 1947 durch die Willy-Zeyn Film GmbH Berlin.[18]

Rolle Darsteller Synchronsprecher
Charles Rainier Ronald Colman Wolfgang Lukschy
Paula Ridgeway Greer Garson Lu Säuberlich
Dr. Jonathan Benet Philip Dorn Konrad Wagner
Kitty Chilcet Susan Peters Catja Görna
Dr. Sims Henry Travers Erich Dunskus
‚Biffer‘ Reginald Owen Karl Hellmer
Harrison Bramwell Fletcher Max Eckard
Mrs. Deventer Margaret Wycherly Margarete Schön

Literatur

  • James Hilton: Gefundene Jahre. Fischer Taschenbuch Verlag, 1998, 332 S., ISBN 3-59612-745-9
  • James Hilton: Random Harvest. Carroll & Graf Publishers Inc, 1. Auflage, 1998, 326 S., ISBN 0-78670-593-0 (engl. Ausgabe)
  • James Hilton: Random Harvest (World Cultural Heritage Library). Intl Business Pubns, 2009, 150 S., ISBN 1-43879-196-8 (engl. Ausgabe)

Soundtrack

Einzelnachweise

  1. Michael Troyan: A Rose for Mrs. Miniver. The Life of Greer Garson. The University Press of Kentucky, 1999, S. 138
  2. "When Random Harvest came along, Ronnie and Greer were the first choice for the role. It could have been written for them. Between the two of them, the English language was never spoken more beautifully on film.", Michael Troyan: A Rose for Mrs. Miniver. The Life of Greer Garson. The University Press of Kentucky, 1999, S. 139
  3. "One reason I found Paula so interesting to play was that I believed in her. She was as multi-faceted as most human beings are – the music hall actress, gay and independent; the sympathetic girl; the adored wife, happy Mrs. Smith; the efficient secretary, and finally the influential Lady Rainier. But more important even than the variety that gave color to the role was the fact that it was a sensitively written study of a woman's heart.", Michael Troyan: A Rose for Mrs. Miniver. The Life of Greer Garson. The University Press of Kentucky, 1999, S. 138
  4. "Playing the part of Paula was pure joy for me. Sometimes when working on a film, I come home utterly exhausted, but while playing this role I ended each day feeling fresh and lighthearted. The script flowed so beautifully, like a symphony. I would just sing going to the studio every morning. And that was at 4:45 A.M.!", Michael Troyan: A Rose for Mrs. Miniver. The Life of Greer Garson. The University Press of Kentucky, 1999, S. 143
  5. "The Scotch and Irish are always dancing and their natural sense of rhythm was born in me. It seemed a wonderful opportunity to prove that I wasn't born with a bustle.", Michael Troyan: A Rose for Mrs. Miniver. The Life of Greer Garson. The University Press of Kentucky, 1999, S. 141
  6. "We felt it would be a mistake suddenly to throw her legs at the public, and we didn't want to have her 'go Hollywood' on the screen; so we had kilts made in three different lengths, and tried them all out. Finally we decided to use the medium-length ones.", Michael Troyan: A Rose for Mrs. Miniver. The Life of Greer Garson. The University Press of Kentucky, 1999, S. 141
  7. "I was a bit embarrassed the first time I put on the kilt. I seemed to be all legs, and for once I wished there was a hoop skirt handy.", Michael Troyan: A Rose for Mrs. Miniver. The Life of Greer Garson. The University Press of Kentucky, 1999, S. 141
  8. "When I pranced out onto the sound stage wearing this abbreviated costume, I felt terribly shy and embarrassed. Then the extras and the gang gave out with long whistles and I must say, I felt pleasantly flattered.", Michael Troyan: A Rose for Mrs. Miniver. The Life of Greer Garson. The University Press of Kentucky, 1999, S. 141
  9. "That number was exactly what Greer really wanted to do – really enjoyed to do: musical comedy.", Michael Troyan: A Rose for Mrs. Miniver. The Life of Greer Garson. The University Press of Kentucky, 1999, S. 141
  10. "It was the happiest film I ever made. I know I am prejudiced but I think it is one of the half dozen greatest love stories.", Michael Troyan: A Rose for Mrs. Miniver. The Life of Greer Garson. The University Press of Kentucky, 1999, S. 136
  11. Michael Troyan: A Rose for Mrs. Miniver. The Life of Greer Garson. The University Press of Kentucky, 1999, S. 155
  12. Lexikon des internationalen Films
  13. "Random Harvest is a first-rate film made from James Hilton's second-rate novel of the same name. […] It is distinguished by 1) a moving love story, 2) the unveiling of Miss Garson's interesting legs.", Time
  14. "Greer Garson, most gracious and feminine of stars, has a role in Paula […] which she makes magnificent. It is a performance of perfection by a great actress.", Michael Troyan: A Rose for Mrs. Miniver. The Life of Greer Garson. The University Press of Kentucky, 1999, S. 155
  15. "The film transcription of James Hilton's novel Random Harvest […] achieves much more than average importance. […] Colman gives a fine performance […]. Greer Garson, more charming and seductive than ever, is an important mainstay of the picture. Essaying a highly sympathetic role, she overshadows Colman.", Variety
  16. "Miss Garson […] is the model splendid woman in every desirable respect, and she even is modestly permitted to show off her dimpled knees. Likewise, Mr. Colman is presented in the most attractive light as a man of impeccable character and conspicuous gentility. […] Mr. LeRoy has directed it in slow tempo with an eye to poignant moods.", New York Times
  17. "Under normal circumstances, we wouldn't believe a minute of Random Harvest, but the magic spell woven by the stars and by author James Hilton transforms the wildly incredible into the wholly credible.", All Movie Guide
  18. synchrondatenbank.de

Weblinks


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