Ernst Berl

Ernst Berl

Ernst Berl (* 7. Juli 1877 in Freudenthal (damals Österreichisch-Schlesien); † 16. Februar 1946 in Pittsburgh, Pennsylvania) war ein österreichischer Chemiker und Professor für Technische und Makromolekulare Chemie.[1]

Leben und Werk

Die Schulzeit verlebte er im Elternhaus in Schlesien. Mit 17 Jahren begann er im Jahr 1894 sein Studium an der Technische Hochschule Wien, das er 1898 als Ingenieur-Chemiker abschloss. Nachdem er seinen Wehrdienst absolviert hatte, schrieb er sich 1899 an der Universität Zürich ein, wo er 1901 im Arbeitskreis von Alfred Werner promovierte.[2]

Er begann eine Karriere im universitären Bereich, zunächst als Assistent von Werner, später als Privatdozent, wo er Vorlesungen über chemische Technologie hielt. Es folgte der Wechsel in die Industrie, später arbeitete er für das österreichische Kriegsministerium. Während des Ersten Weltkriegs arbeitete er an Explovsivstoffen und an Chemiewaffen[3].

Im Jahr 1919 folgte er einem Ruf an die Technische Hochschule Darmstadt, wo er als ordentlicher Professor der Technische Chemie und Elektrochemie lehrte. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 verließ Berl die Hochschule und nahm einen Ruf an das Carnegie Institute of Technology in Pittsburgh, Pennsylvania, an.

Der Schwerpunkt seiner Forschung lag auf den chemisch-technischen Prozessen, wie dem Bleikammerverfahren und der Adsorptionstechnik. Schon in den 1940er Jahren befasste er sich mit der Chemie der Cellulose und der Herstellung von flüssigen Kraftstoffen aus Biomasse.

Die TU Darmstadt benannte das Institut für Technische und Makromolekulare Chemie nach Ernst Berl. Weiterhin ist eine bestimmte Art von Füllkörper, der Berl-Sattel, nach ihm benannt.

Einzelnachweise

  1. Onlinefassung Klemm, Friedrich, „Berl, Ernst“, in: Neue Deutsche Biographie 2 (1955), S. 93 f.
  2. M. Iser: Ernst Berl (7. VII. 1877–16. II. 1946) in: Helvetica Chimica Acta, Volume 29, Issue 5, Seiten 957–973, 1946
  3. Kurzbiografie bei displaced scholars

Weblinks


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