Erbgroßherzog-Friedrich-Kaserne (Freiburg im Breisgau)

Erbgroßherzog-Friedrich-Kaserne (Freiburg im Breisgau)

Die Erbgroßherzog-Friedrich-Kaserne war eine Ansammlung von militärischen Gebäuden in Freiburg im Breisgau, die im ausgehenden 19. Jahrhundert errichtet wurde. Sie ergänzte die Karlskaserne, die bereits im 18. Jahrhundert errichtet worden war. Die Kaserne befand sich auf einem Grundstück zwischen Sautierstrasse, Rennweg und der Stefan-Meier-Straße (damals: Bismarckstraße). Sie wurde nach Friedrich II. benannt, der bis 1897 in Freiburg stationiert war.[1]

Im Jahr 1888 begann die Einrichtung der Kaserne mit dem Bau des Exerzierhauses, bevor 1889 der Fahrzeugschuppen mit Montierungskammern in den Obergeschossen folgte. Beide waren als Putzbauten ausgeführt. Im gleichen Jahr begann der Bau für Kaserne I, in der zwei Kompanien Platz fanden. Von 1893 bis 1895 wurden die Kasernen II und III für je zwei weitere Kompanien erbaut, sodass sechs Kompanien des 5. Badischen Infanterie-Regiments Nr. 113 dort Unterkunft fanden. Zudem entstand ein Wirtschaftsgebäude mit Mannschaftsküche, Waschküche, Marketenderei und Büchsenmacherei (in einem Anbau) sowie das Familienwohngebäude. Darin befanden sich Wohnungen für den Kaserneninspektor, Kasernenwärter und für 17 verheiratete Unteroffiziere. Weiterhin errichtete wurde das Montierungskammergebäude, das Patronenhaus, ein Pferdeunterstand, das Mannschaftsabortgebäude sowie die Arrestanstalt mit 28 Zellen, Arrestaufseher-Wohnung, Wache und Räumen für das Divisionsgericht.

Die Gebäude wurden auf Sockeln von Vogesen-Sandstein im Backsteinrohbau mit gelben Verblendsteinen sowie mit Gesimsen und Türeinfassungen aus demselben Sandstein ausgeführt, die Dächer mit Doppelfalzziegeln gedeckt; nur Waffenkammer-, Montierungskammergebäude und Patronenhaus hatten Holzzementdächer. Nordwestlich der Kaserne lag der Exerzierplatz, dessen nordwestlicher Teil am Mooswald mit Schießständen bebaut wurde.

Das Hauptgebäude der Kaserne wird heute vom Kreiswehrersatzamt genutzt,[2] ein Mannschaftsgebäude wurde für das Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau umgebaut.[3] Auf dem Gelände des Exerzierplatzes befindet sich heute der Flugplatz Freiburg.[4]

Einzelnachweise

Kreiswehrersatzamt Freiburg
  1. Uwe A. Oster: Die Großherzöge von Baden (1806–1918), Verlag Friedrich Pustet, Regensburg 2007, ISBN 3-7917-2084-8, S. 209-220
  2. alt-freiburg.de: Alt Freiburg-Herdern - Großherzog Friedrich Kaserne, Zugriff am 10. Juni 2011
  3. Freiburg: Alles unter drei Dächern, Badische Zeitung, 24. April 2010, Zugriff am 28. Mai 2011
  4. Walter Vetter: : City Flugplatz Freiburg-Breisgau, 1971, Zugriff am 10. Juni 2011

Literatur

48.005637.850568

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