Cantat

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Bertrand Cantat (* 5. März 1964 in Pau, Frankreich) ist der Sänger der Rock-Gruppe Noir Désir.

Musikalische Laufbahn

Cantat verbrachte seine Kindheit aufgrund der beruflichen Militär-Laufbahn des Vaters in der Normandie. 1980 kehrte die Familie (Vater Guy, Mutter Daniele sowie ein älterer Bruder, Xavier, und eine jüngere Schwester, Anne) nach Südfrankreich zurück und ließ sich in Bordeaux nieder.

Im Gymnasium lernte Cantat die zukünftigen Mitglieder seiner Band kennen: Dennis Barthe (Schlagzeug), Serge Teyssot-Gay (Gitarre) und Frédéric Vidalenc (Bassgitarre). Sie gründeten PSYCHOZ, so der erste, vom in den 1980er-Jahren hippen Punk inspirierte Name ihrer Band. In den ersten Jahren zeichnete sie sich musikalisch durch einen zeitgemäßen New-Wave-Stil aus. Sie tourten durch südfranzösische Bars und Clubs, gewannen mehrfach Radio- und Musiksenderwettbewerbe und fielen 1987 dem Musikmanager Théo Hakola auf, der ihr erstes Minialbum mit sechs Titeln, „Où veux tu qu’je r’garde?“ produzierte. Zu diesem Zeitpunkt erfolgte die Umbenennung in Noir Désir.

Was als Hobby neben der Schule begonnen hatte, trat zunehmend in den Lebensmittelpunkt. Cantat, ein nachdenklicher, sensibler Jugendlicher mit profundem Interesse an Literatur und Poesie, durchlebte eine schwierige Pubertät mit depressiven Phasen inklusive eines Suizidversuches. Cantat wurde mit Jim Morrison verglichen.

Cantats wohlgehütetes Privatleben im Hinterland Südfrankreichs („Ich will für meine Musik beachtet werden. Alles andere geht niemanden etwas an.“) schien bis 2002 so integer wie die gesamte Persönlichkeit des Sängers. 1993 lernte er die Ungarin Kristina Rady kennen, die er nach der Geburt von Sohn Milo 1997 heiratete. Kristina war mit dem zweiten Kind schwanger, als Cantat im Juli 2002 nach einem Konzert die Schauspielerin Marie Trintignant vorgestellt wurde. Beide verliebten sich ineinander. Kurz nach der Geburt von Tochter Alice im September ließ Cantat seine Familie in Bordeaux zurück und zog zu Trintignant nach Paris, die ihrerseits ihren Ehemann bat, aus ihrem Haus auszuziehen.

Der Tod von Marie Trintignant

Während eines Aufenthalts in der litauischen Hauptstadt Vilnius, in der sich Trintignant in Begleitung von Cantat zu Dreharbeiten aufhielt, kam es schließlich in der Nacht des 26. Juli 2003 aufgrund einer SMS, die Trintignant von ihrem Noch-Ehemann erhalten hatte, zu einer Eifersuchtsszene, die in körperlicher Gewalt eskalierte. Cantat schlug Marie dabei so heftig, dass sie ins Koma fiel; stundenlang erkannte er ihren lebensbedrohlichen Zustand nicht. Erst am Morgen riefen er und ihr Bruder, den er inzwischen informiert hatte, medizinische Hilfe. Trotz zweier Operationen konnte Marie Trintignants Zustand nicht gebessert werden. Sie verstarb kurz nach der Überführung in die Hartmann-Klinik in Neuilly bei Paris am 1. August. Nachdem er von der Schwere der Verletzungen Maries erfahren hatte, versuchte Cantat sich mit Tabletten das Leben zu nehmen, wurde aber rechtzeitig von der Polizei gefunden. Gegen ihn wurde Anzeige wegen Totschlags und unterlassener Hilfeleistung erhoben. Die Tat sowie der im März 2004 in Vilnius abgehaltene Prozess (eine Auslieferung an Frankreich lehnte die litauische Justiz ab) sorgten für kollektive Hysterie in Frankreich. Die Affaire Cantat-Trintignant beherrschte wochenlang sämtliche Zeitungsschlagzeilen und Nachrichtenmagazine Frankreichs. Beide, sowohl der Sänger als auch die Schauspielerin, waren gewissermaßen Nationalsymbole, dementsprechend polarisierend in ihren Schuldzuweisungen argumentierten Medien und Öffentlichkeit den Fall. Die Beerdigung Trintignants auf dem Pariser Prominentenfriedhof Père Lachaise glich einem Nationalereignis, an dem hochrangige Persönlichkeiten aus Politik und Kultur teilnahmen.

Am 29. März 2004 wurde Bertrand Cantat aufgrund Totschlags und unterlassener Hilfeleistung zu acht Jahren Haft verurteilt. Im September 2004 wurde dem Auslieferungsgesuch seiner Anwälte stattgegeben und er in das südfranzösische Gefängnis Muret bei Toulouse verlegt.

Zwei Jahre nach dem Drama beendete Cantats Band Noir Désir die Arbeit an der ursprünglich für 2003 geplanten CD Noir Désir en public, einem Live-Zusammenschnitt ihrer letzten Tournee 2002. Die CD erschien im September 2005 zusammen mit der Doppel-DVD Noir Désir en images. Cantat konnte aufgrund einer Ausnahmegenehmigung ebenfalls an der Zusammenstellung der beiden Veröffentlichungen mitwirken.

Für Serge Teyssot-Gay ist die Geschichte von Noir Désir noch nicht zu Ende: „Uns hat es 25 Jahre gegeben. Wir werden wieder zusammen kommen – mit Bertrand. Und ohne Mauern.“

Im September 2007 stellte Cantat einen Antrag auf vorzeitige Haftentlassung, dem im Oktober 2007 wegen guter Führung unter Auflagen stattgegeben wurde. Am 16. Oktober 2007 wurde er aus der Haft entlassen. Nach Angaben seines Anwalts hatte sich Cantat im Gefängnis von einem Psychologen betreuen lassen und will die Behandlung auch nach seiner vorzeitigen Freilassung fortsetzen. Der Bandleader von Noir Désir war nach Angaben der Justizvollzugsbehörden ein „Vorzeigehäftling“. Er werde wegen seiner guten Aussichten „auf gesellschaftliche und berufliche Wiedereingliederung“ frühzeitig entlassen, entschied das Gericht.

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