Bunge (Fahrzeugwerk)


Bunge (Fahrzeugwerk)
C. H. BUNGE KG (GmbH & Co.) Fahrzeugwerk
Logo BungeFahrzeugwerk.png
Rechtsform KG (GmbH & Co.)
Gründung 18. Mai 1896
Auflösung 11. November 2003
Auflösungsgrund Standortschliessung
Sitz Bremen, Deutschland
Leitung Gerhard Sommer, Herbert Sommer (Geschäftsführende Gesellschafter)
Mitarbeiter ca. 250 (2001)
Umsatz ca. 18 Mio. Euro (2001)
Produkte Nutzfahrzeug

Die C. H. BUNGE KG (GmbH & Co.) Fahrzeugwerk war ein deutsches Unternehmen mit Sitz in Bremen-Mahndorf. Die hergestellten Produkte waren LKW-Anhänger und Aufbauten, Sattelauflieger, Tieflader, Kipper und Tankwagen. Außerdem baute Bunge auch Spezialfahrzeuge, wie z.B. die Fahrgestelle von Fahrgeschäften für die ebenfalls in Bremen beheimate HUSS Maschinenfabrik.

Geschichte

Werkhalle in Bremen Mahndorf
Verwaltungstrakt in Bremen Mahndorf

Christian Heinrich Bunge (* 8. August 1870 [1][2]; † 17. März 1963[2]) entstammte einer westfälischen Schmidemeisterfamilie. Er setzte diese Tradition fort, erlernte das Schmiedehandwerk und ging als Geselle auf Wanderschaft. Nach seinem Wehrdienst ging er nach Bremen um dort seine Meisterprüfung abzulegen[1].

Am 18. Mai 1896[3] pachtete Bunge eine Schmiede in Bremen-Hemelingen und bereits acht Jahre später zog das Unternehmen in eine eigene und größere Produktionsstätte in die Hannoversche Strasse[4] um. Dort wurde mit der Fertigung exklusiver Kutschen begonnen. Selbst der Fürst von Schaumburg-Lippe, ein Schwager des damaligen Kaisers, besaß einen Bunge-Wagen[3].

Am 17. März 1902[5][6] kommt Bunges Sohn Wilhelm zur Welt und tritt 1918 in den väterlichen Betrieb ein[3]. Er macht in Bremen eine Lehrausbildung und absolvierte 1924 Weiterbildungen an der Staatlichen Hufbeschlag- und Lehrschmiede Dresden[6]. 1927 legt er in Wilhelmshaven seine Schmiedemeisterprüfung ab[5][6]. Er kehrte in den väterlichen Betrieb zurück und wurde 1935 Teilhaber[5]. Auf seine Initiative begann das Unternehmen mit dem Bau exklusive Jagdwagen, Dogcarts, Chaisen und andere Luxuswagen[6].

Bereits 1926 begann Bunge mit der Herstellung von Anhänger für die Landwirtschaft und für Fuhrbetriebe[3].

Nach dem zweiten Weltkrieg wurde das Sortiment um Spezialfahrzeuge, Tieflader, Kipper und Kühlfahrzeuge erweitert[6] und es ging für das Unternehmen wirtschaftlich bergauf. 1954 wird ein größeres und moderneres Werk in der Stresemannstraße bezogen[3]. 1961 fand die Auslieferung des ersten Tanksattelanhängers statt. Die Ölfeld- und Tankfahrzeuge wurden auch in den nahen Osten exportiert[3].

Im Februar 1973 zog Bunge in die von-Thünen-Straße in Bremen-Mahndorf. Auf einem 70.000 m² großem Gelände entstand eine 20.000 m² große Produktionshalle mit acht Fertigungsanlagen[3]. Bunge hat zu diesem Zeitpunkt etwa 150 Mitarbeiter[5].

Anfang der 1980er Jahre kommt es zur Krise, da die Exportaufträge einbrechen[3]. Nachdem es Probleme mit dem Nachfolger gibt, wird das Unternehmen im März 1988 von Erben des Gründers an die Gebrüder Herbert und Gerhard Sommer verkauft, die bereits in Bielefeld ein Fahrzeugwerk mit 250 Mitarbeitern und 40 Millionen Mark Umsatz betreiben[7].

1996 feierte das Unternehmen sein 100jähriges Bestehen. Es hat nun knapp 170 Beschäftige und fertigt nun auch Kofferfahrzeuge für Möbel- und Textiltransporte[3].

Anfang April 2003 wird bekannt, dass sich die Sommer Gruppe neu ausrichten und in diesem Zusammenhang das Werk Bremen schließen und die Produktion nach Bielefeld, an den Sommer-Hauptsitz, verlegen will[8]. Betriebsrat und Belegschaft werfen der Geschäftsführung hingegen vor "das Bremer Werk in unbeirrbarer Konsequenz herunter gewirtschaftet [zu haben]"[9]. Der Standort wurde im Herbst des Jahres geschlossen und am 11. November 2003 wurde der Sitz der Gesellschaft offiziell nach Bielefeld verlegt[10]. Von der Werkschließung waren noch ca. 200 Mitarbeiter betroffen[9].

Weblinks

Einzelnachweise

  1. a b Weser Kurier, 8. August 1960, S. 5
  2. a b Weser Kurier, 19. September 1963
  3. a b c d e f g h i Petra Spangenberg: "Die Kutschen waren einst begehrt", Weser Kurier, 18. Mai 1996
  4. Firmenprospekt von 1973
  5. a b c d Weser Kurier, 17. März 1972
  6. a b c d e Weser Kurier, 16. März 1982
  7. Weser Kurier, 8. März 1988
  8. Weser Kurier, 9. April 2003
  9. a b Weser Kurier, 29. April 2003
  10. Weser Kurier, 19. November 2003, Rubrik Amtl. Bekanntmachungen

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