Babette Gross

Babette Gross

Babette Gross, geb. Lisette Babette Thüring, (* 16. Juli 1898 in Potsdam; † 8. Februar 1990 in Berlin) war eine deutsche Publizistin. Vor dem Krieg war sie Geschäftsführerin des Neuen Deutschen Verlags und nach dem Krieg Mitbegründerin der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Gross war die ältere Schwester Margarete Buber-Neumanns und Lebensgefährtin des einflussreichen kommunistischen Verlegers und Filmproduzenten Willi Münzenberg, dessen Biographie sie später verfasste.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Babette Gross wurde am 16. Juli 1898 in Potsdam als Tochter des Brauereidirektors Heinrich Thüring und dessen Ehefrau Else geboren. Nach dem Abitur auf dem Oberlyzeum Potsdam trat sie 1915 auf einem Schloss im Schlesischen eine Stelle als Gouvernante eines Kaiserenkels an. 1919 bestand sie ihr Examen zur Lehrerin und ging bald danach nach Berlin.

Im Jahr 1920 trat sie dort der Kommunistische Partei Deutschlands bei. Nach einer kurzen Ehe mit dem Schriftsteller Fritz Gross lernte sie dort Wilhelm Münzenberg kennen und wurde dessen Lebensgefährtin. Ab dem Jahr 1922 arbeitete sie im Büro der Internationalen Arbeiterhilfe bevor sie 1925 Geschäftsführerin in Münzenbergs bedeutsamstem Verlag wurde, im „Neuen Deutschen Verlag“.

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten musste sie zusammen mit Münzenberg Deutschland verlassen und ging nach Paris ins Exil. In Abwesenheit wurden beide von einem NS-Gericht zum Tode verurteilt. Unterdessen betätigte sich Münzenberg auch im Exil weiterhin als Verleger und Babette Gross übernahm die Verlagsleitung im seinem neuen Verlag, den „Éditions du Carrefour“. Mit der Gründung der „Genossenschaft Universum-Bücherei“ versuchte sie im September 1933 in der Schweiz für ein Fortbestehen der „Universum Bücherei für Alle“ zu sorgen. Im Jahr 1937 trat Babette Gross aus der KPD aus, als ihr Lebensgefährte Münzenberg zunehmend in ideologische Auseinandersetzungen mit der Komintern geriet.

Nach dem Einmarsch von Hitlers Wehrmacht in Frankreich 1940 wurde sie im Lager Gurs interniert, doch es gelang ihr bald danach, über Portugal nach Mexiko zu fliehen. Ihr Gefährte Münzenberg schaffte es nicht, wie vereinbart ebenfalls aus Frankreich zu fliehen, sondern starb in einem Wäldchen des Départements Isère unter ungeklärten Umständen.

In Mexiko schlug Babette Gross sich als Sekretärin durch, bevor sie im Jahr 1947 nach Deutschland zurückkehrte. Hier war sie Mitbegründerin der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) und bei dieser in den Jahren 1949 bis 1951 Mitglied der Geschäftsleitung. Babette Gross starb am 8. Februar 1990 im Alter von beinahe 92 Lebensjahren in Berlin.

Werke

  • Babette Gross: Willi Münzenberg. Eine politische Biographie. 352 S. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 1967. Schriftenreihe der Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte, Nummer 14/15. Mit einem Vorwort von Arthur Koestler.
  • Babette Gross: Frankreichs Weg zum Kommunismus. 112 S. Neptun-Verlag, Kreuzlingen 1971

Übersetzung

  • Isaac Don Levine: Die Psyche des Mördes. Der Mann, der Trotzki tötete. Europa Verlag, Wien 1970.

Literatur

Weblinks


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