Sagres (1938)


Sagres (1938)
Sagres
N.R.P. Sagres, navio-escola. Forças Armadas Marinha Portuguesa..jpg
p1
Schiffsdaten
Flagge Deutsches ReichDeutsches Reich (Reichskriegsflagge) Deutsches Reich
BrasilienBrasilien (Nationalflagge) Brasilien
PortugalPortugal (Nationalflagge zur See) Portugal
andere Schiffsnamen
  • Albert Leo Schlageter
  • Guanabara
Schiffstyp Segelschulschiff
Klasse Gorch Fock-Klasse
Bauwerft Blohm & Voss, Hamburg
Baunummer 515
Baukosten 2.400.000 Mark
Stapellauf 30. Oktober 1937
Indienststellung 12. Februar 1938
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
89,0 m (Lüa)
70,0 m (KWL)
Breite 12,0 m
Tiefgang max. 5,0 m
Verdrängung Konstruktion: 1.634 t
Maximal: 1.940 tdep1
 
Besatzung 302 Mann
Maschine
Maschine 2 Diesel MTU
Maschinen-
leistung
1.100 PS (809 kW)
Geschwindigkeit max. 9 kn (17 km/h)
Propeller 1 ∅ 2,5 m
Takelung und Rigg
Takelung Bark
Anzahl Masten 3
Anzahl Segel 23
Segelfläche 1.979 m²
Geschwindigkeit
unter Segeln
max. 16,5

Die NRP Sagres ist ein Großsegler und Segelschulschiff der portugiesischen Marine. Das zur Gorch Fock-Klasse gehörende Schiff diente zuvor als Segelschulschiff der deutschen Kriegsmarine unter dem Namen Albert Leo Schlageter und der brasilianischen Marine unter dem Namen Guanabara.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Albert Leo Schlageter (1937–1948)

Das Schiff lief am 30. Oktober 1937 bei Blohm & Voss in Hamburg vom Stapel und wurde am 12. Februar 1938 in Dienst gestellt. Es war nach dem von den Nationalsozialisten als Märtyrer verehrten deutschen Freikorpskämpfer Albert Leo Schlageter benannt worden.[1] Ab Kriegsbeginn 1939 nutzte die Kriegsmarine das Segelschulschiff als stationäres Büroschiff in Kiel. Die Albert Leo Schlageter wurde erst wieder 1944 seefahrend in Dienst gestellt. Am 14. November 1944 geriet sie in eine sowjetische Minensperre vor Sassnitz, wurde nach Swinemünde geschleppt und gelangte dann über Kiel nach Flensburg. Dort wurde das Segelschulschiff von den Alliierten beschlagnahmt.[2]

In dieser Periode stand die Albert Leo Schlageter unter dem Kommando von

Guanabara (1948–1962)

Aus Großbritannien wurde das Schiff 1948 von den Vereinigten Staaten für einen symbolischen Preis von 5.000 USD an Brasilien verkauft. Am 27. Oktober 1948 wurde es offiziell in der brasilianischen Marine als Segelschulschiff unter dem Namen Guanabara aufgenommen, der Heimathafen war Rio de Janeiro. In dieser Zeit behielt sie ihre originale Galionsfigur: einen hölzernen Deutschen Adler.

Ende 1960 genügte das Schiff nicht mehr den Ansprüchen der Marine. Es wurde als Segelschulschiff außer Dienst gestellt, entwaffnet, abgetakelt und danach als schwimmende Basis für das Kommando der brasilianischen Patrouillenflotte genutzt [3].

Die Guanabara unterstand dem Kommando von:[4]

  • CF (Capitão-de-fragata / Fregattenkapitän) Pedro Paulo de Araújo Suzano (ab Oktober 1948)
  • CF Daniel dos Santos Parreira (November 1949)
  • CF Augusto Lopes da Cruz (September 1950)
  • CF Levy Penna Aarão Reis (Januar1951)
  • CF Osmar Almeida Azeredo Rodrigues (Februar 1952)
  • CF Ernesto de Mello Baptista (Februar 1953)
  • CF Maurício Dantas Torres (Februar 1954)
  • CF Oscar Lopes Fabião (März 1955)
  • CF Mário Carneiro Esposel (März 1956)
  • CF Alberto Pimentel (Juni 1957)
  • CF Ernesto Mourão de Sá April (April 1959 bis Oktober 1961).
Die Sagres auf dem Tejo

Sagres (seit 1962)

Zur gleichen Zeit suchte Portugal einen Großsegler, um die Sagres (II) (jetzt Rickmer Rickmers) zu ersetzen. Durch Vermittlung des Botschafters Teotónio Pereira wurde das Schiff von Portugal für 150.000 USD akquiriert. Seit dem 8. Februar 1962 fährt sie als Segelschulschiff der portugiesischen Marine mit dem Namen Sagres, benannt nach der Stadt Sagres. Ihr Heimathafen ist Lissabon.

Die Sagres unternahm seitdem jedes Jahr Ausbildungsfahrten. Ausnahmen waren die Jahre 1987 und 1991, in denen das Schiff modernisiert wurde (u. a. wurde der originale MAN-Motor ausgetauscht und eine neue Wasseraufbereitungsanlage eingebaut). Ergänzt wurde 1993 noch eine Klimaanlage.[5]

Die Sagres hat als Segelschulschiff auch lange Ausbildungsfahrten von über acht Monaten unternommen, darunter waren 1978/79 und 1983/84 zwei Weltumseglungen sowie 1992 die Teilnahme an der transatlantischen Columbus Regatta. Eine am 19. Januar 2010 begonnene Ausbildungsfahrt führte sie über Brasilien, Uruguay, Argentinien, Chile, Peru, Ecuador, Mexiko, USA, Japan, Südkorea, China, Macao, Timor, Singapur, Thailand, Malaysia, Indien und Ägypten bis Ende des Jahres rund um die Welt.[6]

Das Schiff wird gelegentlich, vor allem außerhalb Portugals, als Sagres II bezeichnet. Es ist allerdings das dritte Schulschiff der portugiesischen Marine mit diesem Namen: Das erste war ein 1858 in England gebautes hölzernes Vollschiff, das von 1882 bis 1898 als Schulschiff diente und bei Porto auf dem Douro stationiert war.

Die Sagres unterstand dem Kommando von:

  • CTEN (Capitão-tenente / Kapitänleutnant) Henrique Afonso da Silva Horta|Henrique da Silva Horta (ab Februar 1962)
  • CFR (Capitão-de-fragata / Fregattenkapitän) Daniel Farrajota Rocheta (September 1965)
  • CFR José Ferreira da Costa (Oktober 1969)
  • CMG (Capitão-de-mar-e-guerra / Kapitän zur See) Eurico Serradas Duarte (November 1973)
  • CFR José Ferreira da Costa (Mai 1974)
  • CMG Fernando Miranda Gomes (Mai 1975)
  • CFR José Martins e Silva (November 1976)
  • CFR Engrácio Lopes Cavalheiro (Januar 1980)
  • CFR António Homem de Gouveia (Dezember 1982)
  • CFR José Castanho Paes (April 1986)
  • CMG José Malhão Pereira (Oktober 1989)
  • CFR José Rodrigues Leite (Januar 1993)
  • CFR Duarte Castro Centeno (Oktober 1995)
  • CFR António Dias Pinheiro (Oktober 1998)
  • CFR António Rocha Carrilho (September 2001)
  • CFR José Luís Pimentel Antunes do Vale Matos (Oktober 2005)
  • CFR Luís Pedro Pinto Proença Mendes (seit November 2007).

Funktion und Symbolik

Die Sagres ist neben der [7]

Schirmherr und Galionsfigur des Schiffes ist Heinrich der Seefahrer. Auf den Segeln ist das Kreuz des Christusordens abgebildet.[8]

Die Sagres auf der Sail 2005, im Hintergrund liegt die Gorch Fock (II)

Schwesterschiffe

Literatur

  • Gröner, Erich: Die deutschen Kriegsschiffe 1815–1945. Band 2: Spezial-, Hilfskriegs-, Hilfsschiffe, Kleinschiffsverbände, J. F. Lehmanns Verlag, München 1968, S. 626–628.

Weblinks

 Commons: Sagres – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Bonner Stadtmuseum zur Benennungspraxis im Nationalsozialismus Abgerufen: 26. Dezember 2008
  2. Website der Deutschen Marine zur Sagres Abgerufen: 26. Dezember 2008
  3. http://www.marinha.pt/extra/escolagres/uk/historia.html Aufgerufen am 15. März 2009
  4. http://pt.wikipedia.org/wiki/NE_Guanabara
  5. [1] abgerufen am 15. März 2009
  6. http://sagres.marinha.pt/NR/rdonlyres/5922EB98-3CBA-44AB-B5F7-29A5ADC820F9/0/CIRCUMNAVEGA%C3%87%C3%83O2010.pdf Abgerufen: 14. März 2009
  7. http://sagres.marinha.pt/NRPSagres/Site/PT/Navio/Missao/
  8. http://sagres.marinha.pt/NRPSagres/Site/PT/SimbolosNavio/InfanteDHenrique/

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