Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik


Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik
Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik
– BSI –
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Staatliche Ebene Bund
Stellung der Behörde Bundesoberbehörde
Aufsichtsbehörde(n) Bundesministerium des Innern
Gründung 1991
Hauptsitz Bonn, Nordrhein-Westfalen
Behördenleitung Michael Hange, Präsident[1]
Anzahl der Bediensteten > 500
Website www.bsi.bund.de
Sitz des BSI in Bonn

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) ist eine in der Bundesstadt Bonn ansässige zivile obere Bundesbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums des Innern (BMI), die für Fragen der IT-Sicherheit zuständig ist. Im BSI sind ca. 550 Mitarbeiter beschäftigt.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Das BSI wurde 1991 gegründet und ging aus der Zentralstelle für Sicherheit in der Informationstechnik (ZSI) hervor, deren Vorgängerbehörde die dem Bundesnachrichtendienst (BND) unterstellte Zentralstelle für das Chiffrierwesen (ZfCh) war. Der Mathematiker Otto Leiberich, seit 1957 beim BND und dort zuletzt Leiter der ZfCh, war erster Präsident des BSI.

Nach dem Ausscheiden von Otto Leiberich wurde Dirk Henze mit Wirkung zum 1. Januar 1993 zum neuen BSI-Präsidenten bestellt. Ihm folgte im März 2003 Udo Helmbrecht. Der heutige Präsident trat am 16. Oktober 2009 sein Amt an.[2]

Abteilungen und Aufgaben

Das BSI gliedert sich in fünf Abteilungen; vier davon sind Fachabteilungen und eine ist für Verwaltungsaufgaben (Abteilung Z) zuständig. Zusätzlich gibt es einen Leitungsstab. Die vier Fachabteilungen sind jeweils in zwei Fachbereiche (FB) unterteilt.

  • Abteilung C - Cyber-Sicherheit
    Leitung: Hartmut Isselhorst
    • FB C1 – Sicherheit in Netzen
    • FB C2 – Operative Netzabwehr
  • Abteilung B – Beratung und Koordination
    Leitung: (derzeit vakant)
    • FB B1 - Beratung und Unterstützung
    • FB B2 - Koordination und Steuerung
  • Abteilung K - Krypto-Technologie
    Leitung: Gerhard Schabhüser
    Abteilung K beinhaltet die klassischen Aufgaben der Zentralstelle für das Chiffrierwesen (ZfCh).
    • FB K1 - VS-IT-Sicherheit
    • FB K2 - Kryptografische Anwendungen
  • Abteilung S - Sichere elektronische Identitäten, Zertifizierung und Standardisierung
    Leitung: Bernd Kowalski
    • FB S1 - Sichere elektronische Identitäten
    • FB S2 - Zertifizierung und Standardisierung
  • Abteilung Z – Zentrale Aufgaben, CIO
    Leitung: Horst Samsel
    • Organisation, Vergabe
    • Personal
    • Haushalt
    • Innerer Dienst
    • IT-Sicherheit und Recht
    • Objekt- und Geheimschutz
    • Informationstechnik

Das BSI gibt die IT-Grundschutz-Kataloge heraus, die Empfehlungen für Standardschutzmaßnahmen für typische IT-Systeme enthalten. In diesen Katalogen werden nicht nur technische, sondern auch organisatorische, personelle und infrastrukturelle Maßnahmen erörtert.

Das BSI ist die zentrale Zertifizierungsstelle für die Sicherheit von IT-Systemen in Deutschland (Computer- und Datensicherheit, Datenschutz). Prüfung und Zertifizierung ist möglich in Bezug auf die Standards des IT-Grundschutzhandbuch, dem Grünbuch, ITSEC und den Common Criteria.

Um Alternativen zu proprietären Produkten zu fördern, setzt sich das BSI verstärkt für den Einsatz und die Fortentwicklung von Open-Source-Software ein. So wird z. B. das BitBox-Projekt unterstützt, das einen besonders sicheren Browser für Online-Banking und andere sensible Anwendungen bereitstellt.[3]

Nach dem Gesetz zur Stärkung der Sicherheit in der Informationstechnik des Bundes[4] vom August 2009 speichert die Behörde als zentrale Meldestelle für IT-Sicherheit alle Protokolldaten, die bei der Online-Kommunikation zwischen Bürgern und Verwaltungseinrichtungen des Bundes anfallen.[5]

Nationales Cyber-Abwehrzentrum

Beim federführenden BSI angesiedelt ist das zum 1. April 2011 gestartete Nationale Cyber-Abwehrzentrum, eine Kooperationseinrichtung der Sicherheitsorgane des Bundes zur Abwehr elektronischer Angriffe auf IT-Infrastrukturen des Bundes und der Wirtschaft.

Produkte

Veröffentlichungen

Das BSI veröffentlicht regelmäßig Studien, Richtlinien, Infoblätter und Broschüren zum Thema IT-Sicherheit. Diese Dokumente stehen teilweise zum kostenlosen Download auf den Web-Server des BSI bereit. Neben diesen allgemeinen Veröffentlichungen nutzt das BSI seit 1993 die Zeitschrift <kes> als offizielles Organ.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. www.bsi.bund.de Lebenslauf Michael Hange • Präsident des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik. Aufgerufen am 5. September 2011.
  2. Lebenslauf Michael Hange auf bsi.bund.de
  3. Netzwelt.de: Der Hochsicherheits-Browser des BSI, zuletzt abgerufen am 28. Juli 2011
  4. Gesetz zur Stärkung der Sicherheit in der Informationstechnik des Bundes. 14. August 2009, abgerufen am 2. Juni 2010 (pdf).
  5. Heise online: Bundestag beschließt neues BSI-Gesetz. 19. Juni 2009.

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