Bufo


Bufo
Echte Kröten
Coloradokröte (Bufo alvarius)

Coloradokröte (Bufo alvarius)

Systematik
Klasse: Lurche (Amphibia)
Unterklasse: Lissamphibia
Ordnung: Froschlurche (Anura)
Überfamilie: Hyloidea
Familie: Kröten (Bufonidae)
Gattung: Echte Kröten
Wissenschaftlicher Name
Bufo
Laurenti, 1768

Die Echten Kröten (Bufo) bilden die artenreichste Gattung innerhalb der Familie der Kröten (Bufonidae), die zur Ordnung der Froschlurche gehört. Allerdings gilt das hier zusammengefasste Taxon als paraphyletisch und müsste noch in verschiedene Gattungen unterteilt werden. Möglicherweise würde dann nur noch etwa ein Dutzend Arten in der Gattung Bufo verbleiben.[1]

Inhaltsverzeichnis

Verbreitung

Die Echten Kröten kommen mit etwa 280 Arten [2] weltweit von den kalt-gemäßigten bis in die tropischen Zonen vor. Evolutions- und heutige Verbreitungszentren der Gattung sind die beiden aus dem vorherigen Südkontinent Gondwana durch Kontinentaldrift hervorgegangenen Erdteile Südamerika und Afrika. Von dort aus wurden später auch Nordamerika bzw. Asien und Europa besiedelt. In Australien, Neuguinea und auf vielen anderen Inseln, wo sie ursprünglich nicht vorkamen, wurden einige Arten vom Menschen künstlich angesiedelt (Aga-Kröte). In Europa sind lediglich drei Arten heimisch (Erd-, Kreuz- und Wechselkröte), alle auch in Deutschland.

Beschreibung

Echte Kröten haben meist einen gedrungenen, kräftigen Körperbau (zur Anatomie vergleiche: Bufonoidea in Neobatrachia), eine kurze Schnauze, waagerecht gestellte Pupillen, auffällige Ohrdrüsen (Parotiden) am Hinterkopf und eher kurze Beine. Die trockene Haut ist mit warzigen Höckern übersät. In den Warzen wie auch in den Parotiden münden Drüsen, die Hautgifte absondern. Diese Sekrete schützen die Tiere vor Fressfeinden und Hautparasiten. Die Kieferknochen sind zahnlos. Charakteristisch für die Gattung wie für die Familie ist auch das so genannte Biddersche Organ – rudimentäre Eierstöcke bei den Männchen. Die Paarung erfolgt wie bei allen Neobatrachia (Modernen Froschlurchen) mit einer axillaren Umklammerung durch das Männchen, also rücklings hinter den Vorderbeinen des Weibchens. Der Laich wird in der Regel in Form langer, dünner, perlenkettenartiger Gallertschnüre ins Wasser abgegeben.

Chemische Stoffe im Hautsekret

Im Hautsekret verschiedener Arten, so etwa der europäischen Erdkröte und Wechselkröte, der Aga-Kröte, der Coloradokröte (Bufo alvarius) und der Sandkröte (Bufo arenarum), wurde Bufotenin nachgewiesen. Dieses halluzinogene Alkaloid auf Tryptamin-Basis entwickelt im menschlichen Körper eine ähnliche, wenngleich schwächere, Wirkung wie LSD. Die Substanz, die auch in Pflanzen vorkommt sowie beim Menschen in geringer Menge als Stoffwechselprodukt mit dem Urin ausgeschieden wird, ist in Deutschland nicht illegal. In den USA ist Bufotenin hingegen eine „Schedule I Drug“ und damit nicht verkehrsfähig. Weitere Bestandteile des Sekrets sind unter anderem Herzgifte wie Bufotoxin.

Lebensweise

Die Echten Kröten sind mehrheitlich terrestrisch lebende, dämmerungs- und nachtaktive Tiere, die sich tagsüber versteckt halten. Bei der Habitat-Besiedlungsstrategie unterscheidet man eher „ortstreue“ Arten (k-Strategen), die traditionelle Fortpflanzungsgewässer immer wieder aufsuchen (beispielsweise die Erdkröte), und „vagabundierende“, neue Kleingewässer spontan besiedelnde Arten (r-Strategen; beispielsweise die Kreuzkröte). Letztere besitzen als Männchen große kehlständige Schallblasen, um Weibchen über eine große Distanz auf sich und ein geeignetes Laichgewässer aufmerksam zu machen.

Arten (Auswahl)

Einzelnachweise

  1. AMNH: Amphibian Species of the World
  2. Familie Bufonidae bei Amphibiaweb.org

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