Bismarckstraße (Berlin-Charlottenburg)

Bismarckstraße (Berlin-Charlottenburg)
Plan der Stadt Charlottenburg um 1740. Die gestrichelte Achse links ist der Mühlenweg (Bismarckstraße)
Ballonaufnahme von 1895: Die Berliner Straße (heute Straße des 17. Juni) läuft vom unteren Bildrand zum „Knie“ und knickt ab (heute Otto-Suhr-Allee). Zum oberen Bildrand setzt die noch schmale Bismarckstraße geradlinig fort
Die Deutsche Oper Berlin an der Bismarckstraße

Die Bismarckstraße ist eine Hauptstraße im Berliner Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf zwischen dem Sophie-Charlotte-Platz und dem Ernst-Reuter-Platz.

Geschichte

Die Straße wurde 1871 nach dem Sieg über Frankreich im Deutsch-Französischen Krieg und der Reichsgründung nach Otto von Bismarck benannt.

Die Trasse entstand bereits mit der Gestaltung des Großen Tiergartens im 17. Jahrhundert. Im 19. Jahrhundert wurde der Weg wegen mehrerer anliegender Mahlwerke Mühlenweg genannt. Die anschließende spätere Charlottenburger Chaussee und heutige Straße des 17. Juni setzte sich geradlinig nach Osten fort. Ein Weg nach Westen führte weiter nordwestlich des Lietzensees zum Havelübergang bei Pichelsdorf. Im 18. Jahrhundert hatte verlor dieser Weg an Interesse, die Routen nach Spandau über die Spandauer Straße und Potsdam waren ausgebaut worden und viel bequemer.

Erst als sich die damals eigenständige preußische Stadt Charlottenburg in der Gründerzeit nach Süden ausdehnte und in den letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts hier erste Häuser gebaut wurden, wurde die heutige Bismarckstraße befestigt. Der Ausbau erfolgte zunächst im östlichen Teil zwischen dem Knie (dem heutigen Ernst-Reuter-Platz) und der Kaiser-Friedrich-Straße und endete vor dem Sumpfgebiet des Schwarzen Grabens und Lietzenseegrabens. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde sie nach der Trockenlegung des Gebietes westlich der Kaiser-Friedrich-Straße bis zur Schloßstraße verlängert. Dieser Teil wurde Verlängerte Bismarckstraße genannt.

Ab 1902 mussten die gerade erst gebauten Häuser am südlichen Rand der Straße wieder abgerissen werden. Die zuvor in der Breite einer Nebenstraße angelegte Bismarckstraße wurde als Prachtstraße und Paradeweg ausgebaut. Über mehr als zehn Kilometer wurde eine breite Schneise durch die Stadt geschlagen; Vorbild waren die Boulevards (genauer: Avenuen) von Paris. Damit entstand ein geradliniger breiter Straßenzug in Verlängerung der Straße Unter den Linden, der sich nach Westen über den Kaiserdamm und entlang der Heerstraße bis zum Scholzplatz in Pichelsberg fortsetzte. So kann man noch heute vom hoch gelegenen Theodor-Heuss-Platz in gerader Linie bis zum Großen Stern und zum Roten Rathaus sehen.

Heutige Situation

Die Straße ist heute eine Verlängerung der Straße des 17. Juni und wird vom Sophie-Charlotte-Platz nach Westen durch den Kaiserdamm fortgesetzt. Sie ist Teil der Bundesstraßen 2 und 5 durch Berlin.

Die Bismarckstraße wird von der U-Bahnlinie U2 unterfahren. An den beiden Enden der 1,6 Kilometer langen Straße befindet sich jeweils eine U-Bahn-Station (Sophie-Charlotte-Platz und Ernst-Reuter-Platz), dazwischen liegen in relativ kurzem Abstand in der Straße selbst noch die Stationen Bismarckstraße und Deutsche Oper.

Bekannt ist die Straße vor allem durch die dort ansässige Deutsche Oper und die Ausschreitungen der Studentenbewegungen des Jahres 1967, im Verlauf derer der Student Benno Ohnesorg unweit der Oper in der Krumme Straße zu Tode kam. Ebenfalls entlang der Straße befinden sich das Finanzamt, das Fröbelhaus und das Gebäude des ehemaligen Schillertheaters nahe dem Ernst-Reuter-Platz.

Weblinks

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