Beringstrasse

Beringstrasse
Satellitenbild der Beringstraße (NASA)
Seekarte der Beringstraße

Die Beringstraße (engl. Bering Strait, russisch Бе́рингов проли́в/Beringow proliw) ist eine Meerenge zwischen der östlichsten Stelle66.051295-169.6732177 Asiens und dem westlichsten Punkt65.643584-168.1220187 Amerikas und somit zwischen Russland und den USA (Alaska).

Die Meerenge und das südlich davon gelegene Beringmeer sind benannt nach Vitus Bering, einem in russischen Diensten stehenden Marineoffizier aus Dänemark, der die Meerenge 1728 durchfuhr.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Die ungefähr 85 km breite und durchschnittlich nur etwa 30 bis 50 m tiefe Meerenge verbindet die Tschuktschensee (ein Randmeer des Nordpolarmeers) im Norden mit dem Beringmeer (das nördlichste Randmeer des Pazifiks) im Süden. Sie befindet sich zwischen den beiden Kontinenten bzw. dem Kap Deschnjow (Asien) im Westen und dem Kap Prince of Wales (Nordamerika) im Osten.

Durch die Beringstraße, in der sich die Diomedes-Inseln und der Fairway Rock befinden, verläuft die globale Datumsgrenze. Nur zeitweise, wenn die Temperatur unter minus 70 Grad Celsius fällt, ist die Beringstraße zugefroren.

Geschichte

Frühgeschichte

Noch vor etwa 10.000 Jahren, als die letzte Eiszeit zu Ende ging, war die Beringstraße eine Landbrücke - Beringia genannt - zwischen den beiden Kontinenten. Diese verband die beiden Festländer miteinander, so dass die ersten Menschen - nach heute gängigen Theorien - nach Nordamerika gelangt sein könnten.

Entdeckung

Zum Ende der Herrschaft Peters des Großen befand sich ganz Sibirien in russischem Besitz. Die Frage, ob es eine Landverbindung zwischen Sibirien und Amerika gibt, war noch ungeklärt. Der Zar beauftragte den dänischen Seefahrer Vitus Jonassen Bering damit, den Sachverhalt zu klären. Bering durchquerte 1725 Sibirien auf dem Landweg und erreichte die Halbinsel Kamtschatka. 1728 segelte er von hier aus nach Norden und erreichte das Nordpolarmeer, ohne auf Land gestoßen zu sein. Am 15. August 1728 jedoch gab Bering wegen schlechten Wetters das Wendemanöver. Bei 67°18´ nördlicher Breite kehrte er um. Er hatte die später nach ihm benannte Meeresenge zwar schon durchquert, den letzten Beweis dafür, dass es keine Landverbindung zwischen Asien und Nordamerika gibt, blieb er jedoch schuldig. Dies war ein Grund dafür, dass Bering fünf Jahre später zur Zweiten Kamtschatkaexpedition aufbrach.

Im Rahmen der "Großen Nordischen Expedition" (1733–1743) entdeckte der deutsche Historiker Professor Gerhard Friedrich Müller, Mitglied der Petersburger Akademie der Wissenschaften, dass Bering 1728 keineswegs der erste Seefahrer war, der die Beringstraße durchfahren hatte. Im Archiv der Jakutsker Kanzlei fand er Belege dafür, dass schon Jahre vorher der Pelztierjäger und Händler Semjon Deshnjow mit seinen Leuten die Meerenge zwischen den beiden Kontinenten durchfahren hatte. Dieser war vom nordsibirischen Fluss Kolyma um das Ostkap, das nach ihm benannte Kap Deschnjow, herum durch die Beringstraße zum Anadyr gefahren, um hier die noch unberührten Jagdgründe auszubeuten.

Siehe auch: Polarkreis

Projekte

Brückenprojekt

Von einigen Architekten wurden Entwürfe für Brücken über die Beringstraße vorgelegt. Hierbei soll eine ca. 85 km lange Brücke gebaut werden, die so sicher ist, dass sie Temperaturen unter -70 °C und starken Stürmen standhalten kann. Auf der Brücke soll eine zweispurige Straße entstehen. Im Inneren soll es Pipelines und eine Bahnstrecke für Schnellzüge geben. Das Projekt ist sehr ungewiss, da die Beringstraße als sehr unsicher bezüglich des Wetters gilt.

Tunnelprojekt

Ein französischer Ingenieur schlug 1905 erstmals einen rund 100 km langen Tunnel vor. Zar Nikolai II. stimmte zu, aber der erste Weltkrieg und die Oktoberrevolution ließen das Projekt scheitern.[1]

Im April 2007 wurde ein Wirtschaftsprojekt zur Untertunnelung der Beringstraße angekündigt. Das Gesamtprojekt soll in 10 bis 15 Jahren zu realisieren sein und wird auf 65 Milliarden Dollar veranschlagt. Der Tunnel hätte dabei eine Länge von 104 km. [2]

Der russische Verkehrsminister Nikolai Aksjonenko hatte die Chancen dieses Projekts auf Realisierung schon am 22. Januar 2001 mit den Worten „eher zum Mars als nach Alaska“ als sehr gering eingeschätzt. Das Problem sei dabei nicht nur der Tunnelbau unter der Beringstraße, sondern auch, dass auf beiden Seiten noch über 1000 km Schienenanbindung auf Permafrostboden gebaut werden müssten (siehe dazu Polarkreiseisenbahn) [3].

Siehe auch: Beringstraßen-Tunnel

Einzelnachweise

  1. Russland: Ein Loch – noch länger als der Brennerbasistunnel « DiePresse.com
  2. Verbindung in die USA: Russland baut den längsten Tunnel der Welt - Wirtschaft - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten
  3. Gespräch mit dem russischen Eisenbahnminister Nikolai Aksjonenko über Tunnelbau nach Alaska

Weblinks

65.952122-168.8184277Koordinaten: 65° 57′ N, 168° 49′ W


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