Zoltan Fodor


Zoltan Fodor

Zoltán Fodor (* 29. Juli 1985 in Budapest) ist ein ungarischer Ringer. Er gewann bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking eine Silbermedaille im griechisch-römischen Stil im Mittelgewicht.

Inhaltsverzeichnis

Werdegang

Zoltán Fodor wuchs in Budapest auf und begann dort 1994 im Alter von neun Jahren mit dem Ringen. Der Verein für den er startet ist Ferencvaros Torma Club (FTC) Budapest. Sein erster Trainer war Jószef Széles. Seit er der ungarischen Nationalmannschaft angehört wird er von dem früheren Olympiasieger András Sike betreut. Fodor ist 1,82 m gross und wiegt zwischen 86 kg und 88 kg un startet ausschließlich im griech.-römischen Stil. Für die Wettkämpfe traineirt er in das Mittelgewicht (bis 84 kg Körpergewicht) ab. Er ist z. Zt. praktisch Ringerprofi und startete in der Saison 2007/08 in der 2. deutschen Bundesliga für den AC Auerbach. Ab Herbst 2008 wird er für den SV Germania Weingarten in der 1. deutschen Bundesliga starten. Möglicherweise wird es dort zu einer Revanche mit Andrea Minguzzi, seinem italienischen Bezwinger im Kampf um die olympische Goldmedaille in Peking kommen, denn dieser ringt in der 1. deutschen Bundesliga für den TSV Dewangen.

Die internationale Karriere von Fodor begann bereits in der jüngeren Juniorenklasse (Cadets). Im Jahre 2001 belegte er dabei bei der Junioren-Europameisterschaft in Izmir im Leichtgewicht den 5. Platz. Im Jahre 2002 wurde er in der gleichen Junioren-Kategorie in Odessa Europameister im Weltergewicht. In der älteren Juniorenklasse (Juniors) war er im Jahre 2003 bei der Weltmeisterschaft in Istanbul im Weltergewicht sm Start. Er verlor dort aber gleich seinen ersten Kampf gegen Ilgar Abdulow (Aserbaidschan). Ein Sieg im nächsten Kampf über Tsukasa Tsurumaki (Japan) nützte ihm nicht viel, denn er schied aus und belegte nur den 19. Platz.

Im Jahre 2004 kam er bei der Junioren-Europameisterschaft (Juniors) in Murska Sobota (Slowenien) im Mittelgewicht auf den 4. Platz. Er verlor dabei seinen Halbfinalkampf gegen Jure Kohar aus Slowenien nach Punkten. Letztmals startete er dann 2005 bei einer Juniorenmeisterschaft. In Vilnius verlor er dabei seinen ersten Kampf gegen Wladimir Gegeschidse aus Georgien. Da dieser das Finale nicht erreichte, schied er aus und kam in der Endabrechnung nur auf den 30. Platz.

2006 belegte Fodor bei der ungarischen Meisterschaft im Mittelgewicht den 2. Platz hinter Sándor Bárdosi, dem Olympiazweiten von 2000 in Sydney. Er wurde in diesem Jahr aus bei einem Weltcupturnier in Budapest eingesetzt, kam aber dort gegen die erfahreneren Konkurrenten nicht zum Zuge und belegte nur den 8. Platz.

2007 löste er aber Sándor Bárdosi als ungarischer Meister im Mittelgewicht ab und platzierte sich auch beim Grossen Preis von Ungarn, bei dem er hinter dem Franzosen Melonin Noumonvi den 2. Platz belegte, vor diesem. Er wurde daraufhin bei der Europameisterschaft dieses Jahres in Sofia eingesetzt. Dort gewann er zwar seinen ersten Kampf gegen Petru Schaporojan aus Moldawien, schied aber mit einer Niederlage in seinem nächsten Kampf gegen Kim-Jussi Nurmela aus Finnland aus und belegte den 16. Platz. Bei der Weltmeisterschaft 2007 in Baku kam er zu drei Siegen über Laimutis Adomaitis aus Litauen, Attila Batky aus der Slowakei und Dennis Forow aus Armenien. Den Einzug in das Halbfinale verpasste er mit einer Niederlage gegen Ex-Weltmeister Ara Abrahamian aus Schweden. Er belegte aber den 8. Platz und qualifizierte sich damit direkt für die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2008 in Peking.

In Peking startete Zoltán Fodor als Außenseiter. Er hatte sich aber im Rahmen der ungarischen Nationalmannschaft hervorragend auf die Olympischen Spiele vorbereitet und wurde dafür mit der Silbermedaille im Mittelgewicht belohnt. Auf dem Weg zu dieser Medaille besiegte er Ma Sanyi aus China, Schalwa Gabaradse aus Aserbaidschan und den Ex-Weltmeister Nazmi Avluca aus der Türkei. Im Finale unterlag er gegen einen weiteren Außenseiter, Andrea Minguzzi aus Italien. In den ersten beiden Runden konnte keiner der Ringer einen Vorteil erringen. Eine Runde ging dabei an Fodor und eine an Minguzzi. In der entscheidenden dritten Runde glückten Minguzzi zwei Wertungen, mit denen er Zoltán Fodor mit 4:0 technischen Punkten besiegte. Der Gewinn der Silbermedaille ist für Fodor aber ein hervorragendes Ergebnis.

Internationale Erfolge

(OS = Olympische Spiele, WM = Weltmeisterschaft, EM = Europameisterschaft, GR = griech.-röm. Stil, Le = Leichtgeiwcht, We = Weltergewicht, Mi 0 Mittelgewicht, bis 69 kg, 76 kg bzw. 84 kg Körpergewicht)

  • 2001, 5. Platz, Junioren-EM (Cadets) in Izmir, GR, Le, hinter Cuma Guzel, Türkei, Otari Pewadse, Georgien, Ilker Genel, Türkei u. Ithak Eligulaschwili, Israel;
  • 2002, 1. Platz, Junioren-EM (Cadets) in Odessa, GR, We, vor Oleg Roamnkow, Ukraine u. Akaki Jokladse, Georgien;
  • 2003, 19. Platz, Junioren-WM (Juniors) in Istanbul, GR, We; Sieger: Park Jin-Song, Korea vor Otari Pheradse, Georgien;
  • 2005, 30. Platz, Junioren-WM in Wilna, GR, Mi; Sieger: Janazbek Kenjajew, Kirgisistan vor Ghasem Rezaie, Iran;
  • 2007, 2. Platz, "Ion Cornianu Memorial" in Brasow, GR, Mi, hinter Badri Khasaia, Georgien u. vor Iwan Wabendechiew, Bulgarien u. Bradley Vering, USA;
  • 2007, 8. Platz, WM in Baku, GR, Mi; Sieger: Alexei Mischin vor Bradley Vering, Hassan Salman Tahmasebi, Iran u. Badri Khasaia;
  • 2008, Silbermedaille, OS in Peking, GR, Mi, hinter Andrea Minguzzi, u. vor Nazmi Avluca, Türkei u. Ma Sanyi, China

Quellen

  • Fachzeitschrift Der Ringer aus den Jahren 2001 bis 2008,
  • Website "www.iat.uni-leipzig.de",
  • Website "www.webspawner.com",
  • Website "result.peking2008.cn",
  • Website "Olympics+Day+6+Wrestling"

Weblinks


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