Yaxchilan


Yaxchilan
Eine der Pyramiden auf der oberen Terrasse von Yaxchilán

Yaxchilán (manchmal auch Menché oder Lorillard) ist eine an historische Maya-Stadt am Fluss Usumacinta im heutigen mexikanischen Bundesstaat Chiapas. Der historische Name der Stadt lautete wahrscheinlich Izancanac oder Siyaj Chan.

Yaxchilán ist bekannt für die große Zahl an dort gefundenen Skulpturen.

Inhaltsverzeichnis

Lage

Der Templo Mayor in Yaxchilán

Die Stadt Yaxchilán liegt in einer Flussschleife am Rio Usumacinta unweit der Grenze zwischen Mexiko und Guatemala, wird somit an drei Seiten von einem Fluss begrenzt.

Lange führte keine Straße näher als 100 Meilen an die Stadt heran. Der einzige Weg nach Yaxchilán bestand in einer hunderte Meilen langen Flußreise oder in der Anreise per Flugzeug. Erst als Mexiko die Autostraße entlang der Grenze zu Guatemala Anfang der neunziger Jahre ausbaute, wurde die Stadt touristisch erschlossen. Nun ist es zumindest möglich, mittels einer einstündigen Bootsfahrt auf dem Usumacinta die Stadt zu erreichen.

Geschichte

Yaxchilán war eine bedeutende Stadt während der Klassik und die dominante Macht in der Region Usumacinta. Die Stadt herrschte über andere, kleinere Städte wie Bonampak und war lange Zeit mit Piedras Negras verbündet, zumindest kurzzeitig auch mit Tikal. Yat-Balam, Gründer einer lange Zeit herrschenden Dynastie, erlangte den Thron am 2. August 320, als Yaxchilán noch eine unbedeutende Stadt war. Unter der Herrschaft seiner Nachfolger wuchs der Stadt-Staat zur Hauptstadt der Region heran. Mit der rivalisierenden Stadt Palenque führte sie im Jahr 654 Krieg. Die Dynastie überdauerte bis ins frühe 9. Jahrhundert. Yaxchilán hatte seine größte Macht während der langen Herrschaft von König Schild-Jaguar II., der 742 über 90-jährig starb.

Erforschung

Dintel No. 53, Museo Nacional de Antropología, Mexiko-Stadt

Die erste bekannte neuzeitliche Erwähnung der Stadt findet sich in einer Aussage von Juan Galindo im Jahr 1833. Professor Edwin Rockstoh von der guatemaltekischen Nationaluniversität besuchte die Stadt 1881 und veröffentlichte einen kurzen Bericht. Die Entdecker Alfred Maudslay und Désiré Charnay besuchten die Stadt nur Tage hintereinander im Jahr 1882 und publizierten weitere, detailliertere Berichte über die Ruinen mit Zeichnungen und Fotografien. Teoberto Maler besuchte Yaxchilán wiederholt von 1897 bis 1900 und schrieb 1903 eine Dokumentation über die Stadt und andere nahegelegene Orte.

Nachdem die mexikanische Regierung die Ruinenstätte ab 1927 bewachen ließ, führte Sylvanus Morley 1931 eine Expedition der Carnegie Institution nach Yaxchilán, die die Stadt vermaß und weitere Monumente entdeckte. Einen wichtigen Durchbruch bei der Erforschung der Dynastien der klassischen Periode der Maya lieferte in den Jahren 1963 und 1964 Tatiana Avenirovna Proskouriakoff, die durch die Entzifferung der Inschriften von Yaxchilán die dynastische Geschichte der Stadt ausarbeiten konnte.

Das mexikanische Nationalinstitut für Anthropologie und Geschichte (INAH) führte von 1972 bis 1973 und nochmals 1983 eine archäologische Untersuchung in der Stadt durch. Weitere Ausgrabungen fanden Anfang der 1990er statt. In neuester Zeit ist Yaxchilán jedoch durch einen geplanten Staudamm bedroht.

Siehe auch

Literatur

  • Carolyn E. Tate: Yaxchilan, The Design of a Maya Ceremonial City. University of Texas Press, Austin 1992, ISBN 0-292-77041-3.
  • Nikolai Grube: Maya. Gottkönige im Regenwald. Könemann-Verlag, Köln 2000, ISBN 3-829-01564-X .
  • Berthold Riese: Die Maya: Geschichte - Kultur - Religion (aus der Reihe „Beck Wissen“). Verlag C. H. Beck, München 2006. ISBN 3-406-46264-2.

Weblinks

16.9-90.9666666666677Koordinaten: 16° 54′ 0″ N, 90° 58′ 0″ W


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