Wostok (Uhren)

Wostok (Uhren)

Die russische Uhrenfabrik Wostok (russisch Восток, zu deutsch „Osten“, „Orient“) wurde 1942 auf Befehl Josef Stalins gegründet und befindet sich heute in der Stadt Tschistopol 800 km östlich von Moskau. Notwendig wurde die Verlegung der Zweiten Moskauer Uhrenfabrik damals aufgrund der heranrückenden Wehrmachtstruppen.

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Seitdem ist Wostok einer der offiziellen Lieferanten der russischen und früheren Sowjetischen Armee. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurden neben der Fertigung von Borduhren für Flugzeuge, Panzer und U-Boote nun auch wieder Armbanduhren hergestellt. Bis in jüngere Zeit waren diese jedoch nur in speziellen Läden ausschließlich für Angehörige des Militär erhältlich.

Die bekanntesten Modelle sind die Wostok Komandirskije (deutsch: Kommandant) die seit 1962 hergestellt wurde, und die Wostok Amphibia seit 1968, die vorwiegend als Armbanduhren für Herren an das sowjetische Verteidigungsministerium ausgeliefert wurden. Entsprechende Modelle tragen auf dem Zifferblatt den Vermerk „3AKA3 MO CCCP“.

Uhrwerk

Die Uhrwerke beruhen auf modifizierten Schweizer Valjoux Kalibern in robuster Bauweise. Die automatischen Kaliber bringen es dabei durch ihre Schwungmasse auf ein stattliches Gewicht von über 50 Gramm. Außerdem gibt es noch antimagnetische Modelle bei denen die Unruhe durch eine Schale aus Weicheisen magnetisch abgeschirmt ist. Charakteristisch ist die verschraubte Krone der wasserdichten Gehäuse. Der Uhrenboden ist ebenfalls verschraubt und besteht aus zwei Teilen: Der eigentliche Deckel wird zusammen mit einem Ring mittels eines Gewindes auf eine Gummidichtung verschraubt. Für die Amphibia Modelle soll dies eine Wasserdichtigkeit bis 200 Meter Tiefe gewährleisten. Am bekanntesten und weit verbreitet ist das Wostok Automatik Kaliber 2416 - dieses mechanische Werk hat 31 Steine, 19.800 Halbschwingungen pro Stunde , Stoßsicherung, eine Gangreserve von 31 Stunden , einen kugelgelagerten Schwungrotor und eine Ankerhemmung. Das Handaufzugskaliber von Wostok Nr. 2414 wird mittlerweile weniger produziert - es hat 17 Steine, Ankerhemmung, 19,600 Halbschwingungen pro Stunde, Stoßsicherung, Datum und eine zentrale Sekunde. Die Gangreserve beträgt bei Vollaufzug 43 Stunden.

Aussehen

Die Vielfalt der Zifferblattmotive und Gehäuseformen prädestinieren sowjetische, und auch insbesondere Wostok-Uhren als Sammlerobjekte, zumal gebrauchte Stücke teilweise weit unter dem aktuellen Neupreis gehandelt werden. Die überwiegende Mehrheit sowohl der alten wie der neuen Zifferblätter zeigt militärische Motive. Dennoch gab und gibt es Auflagen mit zivilen und Werbemotiven, nicht nur von sowjetischen Firmen. Die Gehäuseformen unterlagen ebenfalls dem Wandel der Zeit und der Verfügbarkeit, da diese nicht von Wostok selbst hergestellt wurden. So wurde zeitweise auch Kunststoff für die Uhrengehäuse verwendet.

Fälschungen

Die Beliebtheit sowjetischer Uhren hat auch Fälscher auf den Plan gerufen. Typische Unterschiede zu den Originalen sind zumeist eine „zu kleine“ Krone, sowie der einteilige Boden mit Plastikdichtung. Die folgenden Bilder zeigen jeweils eine Original-Wostok.

Eine ähnliche Fälschung ist außerdem in dem Buch Faszination russische Uhren – Von der Militäruhr bis zum Schiffschronometer von Michael Ceyp, 2. Auflage 1995, Hauschild Verlag abgebildet.

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