Belgische Monarchie

Belgische Monarchie
Albert II. von Belgien

Die belgische Monarchie wurde 1830 begründet, als nach der Abspaltung Belgiens von den Niederlanden eine erbliche konstitutionelle Monarchie eingerichtet wurde. König seit 1993 ist Albert II..

Inhaltsverzeichnis

Ursprung

Seit 1815 gab es das Vereinigte Königreich der Niederlande. Aus diesem löste sich der Süden 1830, wofür es politische, konfessionelle und sprachliche Gründe gab. Als Namen für den neuen Staat wählte man Belgien, nach einer alten römischen Provinz.

Staatsoberhaupt sollte zuerst ein belgischer Regent werden, dann ein anderer Belgier, doch beide weigerten sich, den Thron zu besteigen. Danach wählte man Leopold von Sachsen-Coburg-Saalfeld, aus jener als liberal geltenden mitteldeutschen Dynastie, die in viele europäische Fürstenhäuser eingeheiratet hatte. Am 21. Juli 1831 legte Leopold I. den Eid ab.

Bezeichnung und Eid

Die korrekte Bezeichnung des Königs ist nicht „König von Belgien“, sondern „König der Belgier“. Dies betont, dass die Machtgrundlage des Königs nicht ein Territorium, sondern das Volk ist. Auch König Louis-Philippe wurde 1830 zum „König der Franzosen“ erklärt, und nicht wie traditionell üblich zum „König von Frankreich“, genau wie die griechischen Monarchen den Titel „König der Hellenen“ trugen. Der König spricht daher auch nicht von Untertanen, sondern von Landsleuten.

1920 entschloss sich König Albert I., den deutschen Familiennamen abzuschaffen. Seitdem heißt der Name de Belgique, van België bzw. von Belgien.

Belgien ist die einzige europäische Monarchie, in der der Ausruf „Der König ist tot, es lebe der König!“ nicht zutrifft. Gemäß der belgischen Verfassung kann ein König erst dann den Thron besteigen, wenn er den Eid auf die Verfassung abgelegt hat. Der gegenwärtige König beispielsweise bestieg den Thron nicht am Todestag seines Bruders, dem 31. Juli 1993, sondern erst am 9. August 1993. In allen anderen heutigen Monarchien werden die Regenten unmittelbar mit dem Tod ihres Vorgängers inthronisiert.

Sprachen

Königin Astrid, mit Albert auf dem Arm, daneben Kronprinz Balduin und Josephine-Charlotte, 1930er Jahre

Belgien hat drei offizielle Landessprachen, von denen Niederländisch und Französisch die bedeutendsten sind. Deshalb sind viele Könige und Angehörige der königlichen Familie unter zwei Namen bekannt. Der gegenwärtige Thronfolger zum Beispiel wird auf Französisch Philippe und auf Niederländisch Filip genannt, der fünfte König hieß Baudouin auf Französisch und Boudewijn auf Niederländisch. In der dritten offiziellen belgischen Sprache, dem Deutschen, werden meistens die französischen Namen verwendet (Baudouin, Philippe usw.), manchmal jedoch auch die deutschen (Balduin, Philipp usw.).

Die königliche Familie selbst spricht vorwiegend Französisch, was in der Region Flandern negativ aufgenommen wird. Bei offiziellen Gelegenheiten achtet der König oder ein anderes Familienmitglied jedoch darauf, abwechselnd beide Sprachen zu verwenden.

Aufgaben und Neutralität

König Albert bei der Beerdigung von Papst Johannes Paul II., 2005 in Rom

Der König steht an der Spitze des Staates, alle drei Gewalten müssen sich ihm verantworten. In seinem Namen wird Recht gesprochen Er ernennt Minister und unterzeichnet Gesetze. Allerdings ist bei letzterem die Gegenunterzeichnung durch den entsprechenden Minister vonnöten. Die eigentliche Aufgabe des Königs im Regierungssystem ist die Einsetzung eines informateurs oder formateurs bei der Regierungsbildung. Außerdem empfängt der König einmal die Woche den Premierminister zu einem Gespräch.

Für den König und die Königin besteht sowohl ein aktives als auch ein passives Wahlverbot. Des Weiteren dürfen Mitglieder der königlichen Familie keine Minister sein. Der König darf nicht einmal als Privatperson Verträge abschließen. Er ist unantastbar und kann nicht verhaftet oder angeklagt werden.

Siehe auch

Weblinks


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