Wirtschaft Nordkoreas


Wirtschaft Nordkoreas
Ein nächtliches Satellitenfoto Ostasiens. Nordkorea ist an der fehlenden Beleuchtung zu erkennen

Die stagnierende Wirtschaft Nordkoreas und der Zusammenbruch von Handelsbeziehungen mit dem früheren Ostblock, insbesondere nach dem Sturz der realsozialistischen Regierungen in Osteuropa und dem Zerfall der Sowjetunion, haben die nordkoreanische Regierung in Pjöngjang vor schwierige strategische Entscheidungen gestellt. Andere Planwirtschaften haben sich in ähnlichen Situationen für Reformen der nationalen Wirtschaft und die Liberalisierung des Handels entschieden. Unabhängig von aktuellen Entwicklungen einer eingeschränkten wirtschaftlichen Öffnung des Landes, so z. B. in der Industrieregion Kaesŏng, der Touristenregion Kŭmgang-san und der Besonderen Verwaltungsregion Sinŭiju, ist Nordkorea weit davon entfernt, irgendwelche grundsätzlichen Änderungen einzuleiten. Die Führung ist entschlossen, die strikte politische und ideologische Kontrolle im Land aufrechtzuerhalten.

Etwa 81 Prozent des Staates sind bedeckt von relativ hohen Gebirgszügen und bewaldeten Berg- und Hügellandschaften, die von tiefen und engen Tälern durchschnitten sind. Dazwischen finden sich nur kleine Ebenen, die kultiviert werden können. Gut nutzbare Häfen befinden sich an der Ostküste des Landes zum Japanischen Meer hin. Die Hauptstadt Pjöngjang befindet sich in der Nähe der Westküste am Taedong.

Obwohl der Großteil der nordkoreanischen Einwohner als Fabrikarbeiter in Städten lebt, ist der Anteil der Landwirtschaft am Bruttonationaleinkommen mit 25 Prozent vergleichsweise hoch, und das obwohl der Ertrag noch nicht wieder auf der Höhe vom Beginn der 90er Jahre ist. Der Handel mit Südkorea hat zwar seit 1988 zugenommen, nutzbare Verbindungen zwischen den beiden Staaten existieren jedoch nicht.

Nordkorea leidet nach wie vor an chronischer Nahrungsknappheit, einem Resultat aus dem abgeschotteten Regime, mehrfachen Naturkatastrophen und generellen strukturellen Mängeln, wie z. B. einer geringen landwirtschaftlichen Nutzfläche und einer kurzen Wachstumsperiode, sowie einer einseitigen Verteilung zu Gunsten des Militärs, die das einfache Volk nahezu ausschließt. Die Nahrungsknappheit wurde zusätzlich von Rekordüberschwemmungen 1995 und dem anhaltenden Mangel an Dünger und landwirtschaftlichem Gerät forciert. Nach einem internationalem Hilfeersuchen wurden durch das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen im Zeitraum vom Juli 1999 bis zum Juni 2000 circa 500.000 Tonnen an Nahrung zur Verfügung gestellt.

Inhaltsverzeichnis

Kolonialherrschaft und Nachkriegsteilung

Mitte der 1920er Jahre konzentrierte die japanische Kolonialherrschaft die industrielle Entwicklung im Norden der koreanischen Halbinsel. Dies führte zu einer Abwanderung der Bevölkerung aus dem landwirtschaftlich geprägten Süden der Halbinsel nach Norden.

Dieser Trend kehrte sich mit dem Ende des 2. Weltkrieges um, als nach der Teilung Koreas in eine amerikanische und eine sowjetische Besatzungszone mehr als zwei Millionen Koreaner in den Süden übersiedelten. Dieser Exodus setzte sich nach der Gründung der Demokratischen Volksrepublik Korea 1948 und während des Korea-Krieges 1950–1953 fort. Lebten nach der Volkszählung im Oktober 2008 knapp 24,05 Millionen Menschen im Norden[1], beträgt die Bevölkerungsgröße in Südkorea 46,4 Millionen.

Die Teilung Koreas nach dem Zweiten Weltkrieg führte zu einer ungleichmäßigen Verteilung von natürlichen und menschlichen Ressourcen, mit Nachteilen für beide Staaten. Nach den meisten wirtschaftlichen Maßstäben stand der Norden besser da, der Süden beherbergte hingegen etwa zwei Drittel der arbeitsfähigen Bevölkerung. 1945 befanden sich zwar 65 Prozent der Schwerindustrie, jedoch nur 31 Prozent der Leichtindustrie, 37 Prozent der Landwirtschaft und nur 18 Prozent des gesamten Gewerbes im Norden der Halbinsel.

Sowohl der Norden als auch der Süden litten stark unter den Zerstörungen des Korea-Krieges. In den unmittelbar auf den Krieg folgenden Jahren gelang es, durch den Drei-Jahres-Plan (1954–56) die Industrieproduktion auf Vorkriegsniveau zu heben. Unterstützung erhielt Nordkorea von anderen kommunistischen Staaten, insbesondere der Sowjetunion und China, die dem Regime zu einem starken Wirtschaftswachstum in den Nachkriegsjahren verhalfen.

Modernisierungsbestrebungen

Während der frühen 1970er Jahre unternahm Nordkorea ein groß angelegtes Modernisierungsprogramm durch den Import westlicher Technologie, insbesondere im Bereich der Schwerindustrie. Nordkorea war wegen der schrumpfenden Exporte, hauptsächlich während und nach der Ölkrise, allerdings nicht in der Lage, seine Verbindlichkeiten zu begleichen und wurde somit das erste kommunistische Land, das seine Schulden am freien Markt nicht mehr bezahlen konnte.

1979 konnte Nordkorea zwar die Neuverhandlungen der Verbindlichkeiten erreichen, geriet aber, abgesehen von Japan, bereits 1980 wieder in Zahlungsverzug gegenüber allen Kreditgebern. Ende 1986 beliefen sich die Schulden bei westlichen Kreditgebern auf mehr als eine Milliarde US-Dollar. Zusätzlich belasteten Kredite in einer Höhe von knapp zwei Milliarden US-Dollar von anderen kommunistischen Staaten, vornehmlich der Sowjetunion, das Land. Auch die Verbindlichkeiten gegenüber Japan konnten nicht mehr beglichen werden. Im Jahr 2000 beliefen sich die Verbindlichkeiten und Zinsen auf eine Höhe von 10 bis 12 Milliarden US-Dollar.

Hauptsächlich wegen dieser Schuldenproblematik, einhergehend mit einer langen Dürre und Missmanagement in der Wirtschaft fiel das Pro-Kopf-Bruttonationaleinkommen unter das des Südens. Ende 1979 lag es etwa bei einem Drittel des Südens. Die Ursachen für diese relativ schlechte Entwicklung sind komplex, allerdings sind die überproportional hohen Militärausgaben (etwa 25 Prozent des Bruttonationaleinkommens) ein Hauptgrund. Nach Angaben der WAZ lag das Bruttoeinkommen 2006 bei ca. 200 US-$ (Südkorea 21.000 US-$).

Im April 1982 kündigte Kim Il-Sung eine neue wirtschaftliche Strategie an, die die Priorität auf die Stärkung der Landwirtschaft durch Gewinnung nutzbarer Ackerfläche, den Ausbau der nationalen Infrastruktur, insbesondere Elektrizitätswerke und Transporteinrichtungen, und die Nutzung nordkoreanischer Produkte legte. Außerdem wurden die Handelsaktivitäten gestärkt.

Im September 1984 kündigte Nordkorea ein Gesetz zur Ansiedlung ausländischer Investitionen und Technologie an, das allerdings nicht von der Änderung der Prioritäten weg vom Militär begleitet war. 1991 kündigte die Regierung die Einrichtung einer Sonderwirtschaftszone in den nordöstlichen Regionen Rajin-Seonbong und Ch'ŏngjin an. Die Investitionen dieser Zonen bleiben jedoch wegen Problemen mit der Infrastruktur, der Bürokratie und der Unwägbarkeiten der Sicherheit und Realisierbarkeit der Investitionen hinter den Erwartungen zurück.

Nach dem Kalten Krieg und dem Zusammenbruch des Ostblocks und der Sowjetunion fielen Finanzhilfen und Handelsprivilegien der ehemaligen Partnerstaaten weg. Auch China reduzierte seine Hilfslieferungen stetig. Diese Entwicklung führte Nordkorea in die schwerste Wirtschaftskrise seit Bestehen des Staates. Andere Gründe waren die nach wie vor überproportional hohen Militärausgaben und das anhaltende Missmanagement. Zwischen 1992 und 1998 schrumpfte die Wirtschaft in etwa um die Hälfte. In dieser Zeit sollen bis zu zweieinhalb Millionen Menschen, gut ein Zehntel der Gesamtbevölkerung Nordkoreas, verhungert sein.

Die nordkoreanische Regierung kündigte im Dezember 1993 eine dreijährige wirtschaftliche Übergangsstrategie an, die den Fokus auf Leichtindustrie, Landwirtschaft und Außenhandel legt. Jedoch blieb die Getreideernte wegen Düngermangels, Naturkatastrophen und unzureichenden Transport- und Lagerkapazitäten über eine Million Tonnen hinter dem Minimum zur Selbstversorgung. Zusätzlich konnten durch den Devisenmangel keine Ersatzteile für Maschinen oder Öl zur Stromerzeugung eingekauft werden, was zur Schließung vieler Fabriken führte.

Trotz der enormen wirtschaftlichen Probleme ist es unwahrscheinlich, dass Nordkorea einen ähnlichen Zusammenbruch wie die DDR durchleben wird. Der Aussicht auf einen solchen Zusammenbruch wird von den Nachbarstaaten China und Südkorea mit Befürchtungen eines plötzlichen Massen-Exodus nordkoreanischer Flüchtlinge entgegengesehen. Allerdings wird die aktuelle Situation nicht auf Dauer anhalten. 2002 erklärte Kim Jong Il, dass „Geld den Wert aller Waren bemisst“ und kündigte einige gering bemessene Öffnungen zur Marktwirtschaft hin, sowie die Einrichtung der Industrieregion Kaesŏng mit guten Verkehrsanbindungen nach Südkorea an. Reformen ermöglichen es nun, dass Fabrikverwalter unproduktive Arbeiter entlassen und auf der anderen Seite auch Bonuszahlungen veranlassen dürfen. Chinesische Investitionen sind von einer Million US-Dollar im Jahr 2003 auf 200 Millionen im Jahr 2004 gestiegen. China hat der nordkoreanischen Führung zudem geraten, die Wirtschaft schrittweise den freien Marktkräften zu öffnen, und es erscheint möglich, dass Schritte in diese Richtung unternommen werden.

Nord-Süd-Verbindungen der koreanischen Wirtschaft

Die wirtschaftlichen Verbindungen zwischen Nord- und Südkorea sind seit der Trennung bis zum Jahrtausendwechsel immer weiter zurückgegangen. In den letzten Jahren sind die Beziehungen jedoch etwas enger geworden und einige südkoreanischen Firmen beginnen, in den Norden zu investieren. Diese Investitionen wurden allerdings in den meisten Fällen nur getätigt, weil die südkoreanische Regierung sämtliche Verluste übernimmt, sollten die Investitionen keinen Gewinn abwerfen. Trotzdem bleiben diese Beziehungen relativ schwach, weil im Moment nur wenige große Firmen die Anlage ihres Kapitals im Norden wagen.

Im Anschluss an eine Entscheidung der südkoreanischen Regierung 1988, die den Handel mit dem nördlichen Partnerland ermöglicht, begannen südkoreanische Firmen, Güter aus Nordkorea zu importieren. Direkte Handelsbeziehungen begannen im Herbst 1990 nach einem ersten Treffen der Ministerpräsidenten beider Staaten im September desselben Jahres. Das Handelsvolumen beider Länder stieg von 18,8 Millionen US-Dollar im Jahr 1989 auf 333,4 Millionen US-Dollar im Jahr 1999 an. Ein Großteil dieses Volumens basiert auf Verarbeitung und Montage südkoreanischer Produkte in Nordkorea.

Im selben Jahrzehnt besuchte der Aufsichtsratsvorsitzende des südkoreanischen Konzerns Daewoo Nordkorea und handelte eine Vereinbarung zum Bau eines Leichtindustriekomplexes im nordkoreanischen Namp'o aus. In weiteren Verhandlungen erreichte Hyundai Asan, eine Gesellschaft der Hyundai-Gruppe, die Erlaubnis, Touristengruppen nach Kŭmgangsan zu bringen, um die dortigen Diamantenberge zu besuchen. In jüngerer Zeit erhielt der Konzern auch die Erlaubnis, die Industrieregion Kaesŏng, einen 3,2 km² großen Komplex unweit der Demilitarisierten Zone zu errichten und tätigte damit Investitionen von mehr als einer Milliarde US-Dollar.

Im Anschluss an das Gipfeltreffen zwischen Kim Jong Il und Kim Dae-jung im Jahr 2000 kamen beide Staaten überein, die Eisenbahnverbindung SeoulPjöngjang durch die Demilitarisierte Zone wiederherzustellen. Zusätzlich wurde die Vereinbarung getroffen, eine vierspurige Straße zur Verbindung beider Staaten in der Nähe des Ortes Panmunjeom zu errichten, an dem die Military Armistice Commission (MAC), die die Einhaltung des Waffenstillstands überwacht, ihr Hauptquartier unterhält. Sobald diese Verbindungen hergestellt sind, besitzt die Industrieregion Kaesŏng eine direkte Anbindung an südkoreanische Märkte und Häfen.

Beziehungen zu anderen Staaten

Die engsten wirtschaftlichen Beziehung bestehen zu China, das auch auf außenpolitischer Ebene der engste Verbündete Nordkoreas ist. Es wird geschätzt, dass 70 bis 80 % der in Nordkorea verkauften Waren aus der Volksrepublik China stammen. Dies zeigt auch, auf welch niedrigem Niveau sich die eigene Industrieproduktion Nordkoreas bewegt. Letztere ist ebenfalls auf den Import von Rohstoffen aus China angewiesen. Der Warenexport nach China ist weit geringer als der Import.[2]

Zusätzlich zu den Sonderwirtschaftszonen Kaesŏng und Kŭmgangsan wurden zwei weitere Regionen an der Nordgrenze eingerichtet. Zum einen die besondere Verwaltungsregion Sinŭiju an der Grenze zu China, und zum anderen die Region Rasŏn, die an China und an Russland grenzt.

Bruttoinlandsprodukt

Bruttosozialprodukt Nordkoreas 1995–2004 (US-$ pro Kopf)

Die Kaufkraftparität lag 2005 bei geschätzten 40 Milliarden US-Dollar. Das reale Wirtschaftswachstum lag 2003 bei geschätzten 1,8 Prozent und das Pro-Kopf-BIP bei geschätzten 800 US-Dollar.

Zusammensetzung des BIP nach Wirtschaftssektoren

  • Landwirtschaft: 30,2 %
  • Industrie: 33,8 %
  • Dienstleistung: 36 %

geschätzte Werte 2003

Erwerbsbevölkerung

Die Erwerbsbevölkerung beträgt etwa 9,6 Millionen, wovon 36 Prozent in der Landwirtschaft tätig sind und 64 Prozent in sonstigen Wirtschaftsbereichen. Arbeitslosigkeit existiert nicht, da ein verfassungsmäßiges Recht auf Arbeit besteht.

Industrie

Die Hauptzweige der nordkoreanischen Industrie sind:

Stromwirtschaft

Die gesamte Stromerzeugung des Staates belief sich 2003 auf 30,01 TWh (Zum Vergleich: Deutschland 2004: 516,2 TWh), wovon im Jahr 1998 34,4 Prozent aus fossilen Brennstoffen und 65,6 Prozent aus Wasserkraft erzeugt wurden. Atomkraftwerke wurden nicht für die Stromproduktion eingesetzt. Strom wurde weder importiert noch exportiert.

Ausländische Investitionen und Geschäftsaktivitäten

Seit 2002 haben ausländische Investitionen und Gründungen ausländisch-nordkoreanischer Gemeinschaftsunternehmen zugenommen. Europäische Unternehmen haben 2005 in Pjöngjang die "European Business Association"[3] gegründet, welche faktisch die europäischen Handelskammer darstellt und die Interessen der vor Ort angesiedelten europäischen Gemeinschaftsunternehmen und Firmenrepräsentanzen vertritt. Inzwischen liegen auch Erfahrungsberichte in Nordkorea tätiger ausländischer Investoren und Geschäftsleute vor.[4]

Die pro-nordkoreanische Vereinigung der in Japan lebenden Koreaner (Chongryon) Chongryon strahlte auf ihrem Fernsehsender 2008 einen dreiteiligen Film über ausländische Investitionen und Geschäftsaktivitäten aus. Dieser Film sowie weitere Videos über ausländische Investitionen und Unternehmen in Nordkorea wurden einer weiteren Öffentlichkeit auf Youtube[5] zugänglich gemacht.

Schulung nordkoreanischer Führungskräfte in moderner Unternehmensführung und Betriebswissenschaft

Die "Pyongyang Business School"[6] wurde 2004 mit Unterstuetzung der Schweizer Regierung und Beiträgen ausländischer Unternehmen und Einzelpersonen gegründet. Führungskräfte nordkoreanischer Unternehmen und Ministerien können an regelmäßigen Seminaren teilnehmen. Hauptzweck ist es, nordkoreanischen Unternehmen zu helfen, ihre Wettbewerbsfähigkeit zu steigern, die Einkommen in Hartwährung zu erhöhen und Arbeitsplätze zu schaffen.

Landwirtschaftliche Produkte

Die wichtigsten landwirtschaftlichen Produkte Nordkoreas sind:

Seit 1995 unterstützt das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen Nordkorea, das nach einer Serie von Naturkatastrophen wirtschaftliche Rückschläge zu verkraften hatte. 2004 wurden 484.000 Tonnen Nahrungsmittel im Rahmen dieses Programms eingeführt.

Außenhandel

Die Exporte Nordkoreas beliefen sich 2003 auf eine Höhe von 1,044 Milliarden US-Dollar. Hauptexportprodukte waren Mineralien, Metallprodukte, Rüstungserzeugnisse, landwirtschaftliche und Fischereiprodukte. Hauptexportpartner waren 2003 Südkorea (28,5 %), China (28,4 %) und Japan (24,7 %).

Eine Besonderheit Nordkoreas besteht im Export von Arbeitskraft. So sind viele Nordkoreaner in der Forstwirtschaft des russischen Fernen Ostens beschäftigt. Bei einem tschechischen Automobilzulieferer in Náchod wurden ebenfalls lange Zeit nordkoreanische Arbeiterinnen beschäftigt. Die hierbei bezahlten Löhne fließen größtenteils direkt in den nordkoreanischen Staatshaushalt bzw. an die politische Elite Nordkoreas.[7][8][9] Im August 2009 wurde berichtet, Nordkorea tausche - mangels Devisen - gemäß einer geheimen Übereinkunft zwischen Moskau und Pjöngjang Arbeitskraft gegen russisches Erdöl. Hierzu würden nordkoreanische Arbeiter im russischen Fernen Osten nicht nur in der Forstwirtschaft sondern auch auf Baustellen eingesetzt.[10]

Es gibt Hinweise, dass Nordkorea gefälschte Zigaretten, Nachahmungen japanischer und US-amerikanischer Tabakmarken, ins Ausland verkauft. Mit 500 bis 700 Millionen US-Dollar pro Jahr soll es sich bei diesem Geschäft um den größten Einzelposten der Einnahmenseite des nordkoreanischen Staatshaushaltes handeln. Etwa 10 Betriebe in der gesamten Republik sind angeblich mit der Produktion solcher Plagiate beschäftigt.[11][12]

Die Importe Nordkoreas beliefen sich 2003 auf eine Höhe von 2,042 Milliarden US-Dollar. Hauptimportprodukte waren Erdöl, Koks, Maschinen, Konsumgüter und Getreide. Die Hauptimportpartner waren 2002: China (39,7 %), Thailand (14,6 %), Japan (11,2 %), Deutschland (7,6 %), Südkorea (6,2 %), Vietnam und Kuba.

Auslandsschulden

Die Auslandsschulden Nordkoreas beliefen sich 1996 auf etwa 12 Milliarden US-Dollar. Es gibt keine offiziellen Zahlen über Wirtschaftshilfen, die Nordkorea erhalten hat. Der Staat hat 1997 humanitäre Hilfe in Höhe von 200 und 300 Millionen US-Dollar von den USA, Südkorea, Japan und der Europäischen Union erhalten. Zusätzlich hat der Staat noch große Mengen an Hilfen von den Vereinten Nationen und Nichtregierungsorganisationen erhalten.

Währung

Der Wechselkurs ist von der nordkoreanischen Regierung auf 2,20 KPW = 1 USD festgelegt worden, was einer erheblichen Überbewertung des Wons entspricht.

Weblinks

Literatur

  • Felix Abt: North Korea – A demanding business environment. Advice on investing and doing business. Magazine Insight Asia Pacific No. 3/2009; OAV Hamburg.
  • Ian Jeffries: North Korea. A guide to economic and political developments. Routledge, London / New York 2006. ISBN 0-415-34324-0.

Einzelnachweise

  1. Digital Chosunilbo, Zitat nach Radio Free Asia und dem United Nations Population Fund: North Korea Census Results Announced (Oktober 2008)
  2. dailynk.com
  3. "European Business Association"
  4. [1]interview-blog.de (PDF)
  5. Youtube
  6. "Pyongyang Business School"
  7. http://www.newsru.com/russia/10jan2007/korea.html Artikel auf newsru.com zur regimestabilisierenden Wirkung der Beschäftigung nordkoreanischer Forstarbeiter
  8. http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,1185,OID6287840_REF3_NAV_BAB,00.html (nicht mehr online verfügbar)
  9. http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,1185,OID6310276_REF3,00.html (nicht mehr online verfügbar)
  10. NEWSru.com: КНДР платит за российскую нефть "рабским" трудом
  11. Vantage Point. September 2006, Vol. 29, No. 9.
  12. http://www.koreatimes.co.kr/www/news/nation/2008/03/113_19899.html

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