Wirtschaft Guineas


Wirtschaft Guineas

Die Wirtschaft Guineas ist noch heute durch die Misswirtschaft von Sékou Touré geschädigt, die bis in die 80er Jahre andauerte. Sie führte zum völligen Erliegen der Infrastruktur, außerdem waren die meisten Betriebe in Staatsbesitz. 1984 wurde damit begonnen ein marktorientiertes Wechselkurssystem zu errichten und sämtliche Staatsbetriebe entweder zu privatisieren oder aufzulösen. Ab 2000 jedoch begann die Regierung weitere Reformen zu unterbinden, was vor allem einen Anstieg der Korruption zur Folge hatte. Das Wirtschaftswachstum lag 2005 bei 3,3% und sank von 2,2% im Jahr 2006 auf 1,5% im Jahr 2007. Im gleichen Zeitraum konnte die Inflation von 39,1% (2006) auf 12,5% (2007) gesenkt werden. Das Bruttoinlandsprodukt belief sich im Jahr 2007 auf 4,564 Milliarden USD. Das BIP pro Kopf lag 2006 bei etwa 465 USD. Guineas Außenverschuldung lag 2007 bei 2,7 Milliarden USD.

Inhaltsverzeichnis

Basisdaten

Einige Kennziffern der Wirtschaft Guineas:

  • Anteil der Wirtschaftssektoren an der Gesamtwirtschaft
    • Landwirtschaft: 24 %, obwohl dort mehr als 80 % der aktiven Bevölkerung beschäftigt sind
    • Industrie: 31 %
    • Dienstleistungen: 45 %
  • Bruttosozialprodukt pro Kopf: 329 US-Dollar (IWF, at current prices)
  • Durchschnittl. Jahreseinkommen je Einwohner: 190 Euro
  • Inflation: 34,7 %; im Jahr 2006 (IWF)
  • Das Wachstum der Wirtschaft lag 2006 bei 2,2 % (IWF), in den Jahren 1992–2002 waren es durchschnittlich 4,3 % pro Jahr. [1]

Landwirtschaft

Trotz guter natürlicher Bedingungen ist die Landwirtschaft wenig produktiv: Meist kleinbäuerliche Familienbetriebe arbeiten mit traditionellen Bewirtschaftungsmethoden. Auch die Brandrodung ist noch weit verbreitet.

Die Nahrungsmittelerzeugung reicht nicht einmal für den Eigenbedarf aus.

Hauptnahrungsmittel ist Reis. Obwohl innerhalb von zehn Jahren bis 2004 die Reisproduktion verdoppelt werden konnte, müssen große Mengen von Reis importiert werden. Weitere wichtige Grundnahrungsmittel sind Maniok, Foniohirse, Süßkartoffel, Erdnüsse und Mais.

Wichtige landwirtschaftliche Erzeugnisse, die in den Export gehen, sind Palmöl, Bananen, Kaffee, Ananas, Kakao und Baumwolle. Der Export von Nahrungsmitteln macht nur etwa 2 % der Exporte Guineas aus.

Auch die Fleischproduktion reicht für den Eigenbedarf nicht aus. Der Fischfang hingegen gewinnt immer größere Bedeutung und erreicht inzwischen Mengen bis zu 100.000 Tonnen pro Jahr.

Bergbau

Nur wenige afrikanische Länder haben so viele Bodenschätze wie Guinea. Obwohl sie etwa 85 % (2004) der Exporterlöse des Landes erbringen, bietet der Abbau nur wenige Arbeitsplätze.

  • Bauxit: die Bauxitvorräte Guineas werden auf etwa 10 Milliarden Tonnen geschätzt. Das ist fast die Hälfte der Weltvorräte. Auch die größte Tagebaustätte der Welt für Bauxit befindet sich in Boké. Obwohl das Land der zweitgrößte Bauxitlieferant ist, stellt es wegen Energiemangels nur 2 % des Aluminats her.
  • Eisenerz: Es gibt drei große Eisenerzvorkommen, von denen nur eines abgebaut wird. Die beiden anderen liegen verkehrstechnisch sehr ungünstig.
  • Uran: Im August 2008 gab die Regierung bedeutende Uranvorkommen in der Nähe von Firawa im Süden des Landes bekannt.[2]
  • Diamanten: Die Diamantenvorkommen werden auf 25 Millionen Karat geschätzt, sie liegen vor allem in Waldguinea und werden sowohl von kleinen Unternehmen als auch von großen Industrieunternehmen wie z. B. De Beers aus Südafrika abgebaut.
  • Gold: Gold aus Guinea wurde bereits im 17. Jahrhundert in London geschätzt und Münzen daraus geprägt. Daher hat man sie damals als „Guineas“ bezeichnet. Zwischen 1929 und 1958 hat Frankreich als Kolonialmacht aus Guinea offiziell 1 Million Unzen Gold bezogen.

Außenhandel

In den 90er Jahren ist die Europäische Union der wichtigste Partner Guineas, sie ist am Außenhandel Guineas mit mehr als 50 % beteiligt. Wichtigstes Land ist Frankreich, das wertmäßig etwa 20 % der Importe liefert, an zweiter Stelle liegen die USA mit 12 % der Importe. Aus Deutschland kamen nur 2 % der Importwaren.

Im gleichen Jahr 1996 entstanden fast 27 % der Exporterlöse aus dem Handel mit den USA, die Hauptabnehmer für Bauxit sind. Frankreich, Spanien und Irland nahmen rund 9 % der Exportwaren ab, Deutschland weniger als 4 %. Import von Lebensmittel und sonstigen Konsumgütern schlugen 1996 mit je 17 % der Importe zu Buch, Erdölprodukte machten 13 % aus, Halbfertig- und Fertigprodukte je 25 %. Beim Export von Nahrungsmitteln erbrachte der Export von 8000 t Kaffee 13,5 Mio. US-$, der Export von Fisch 27,5 Mio. US-$.

Quelle

  1. http://www.guinee.gov.gn
  2. vgl. Uranium reserves found in Guinea bei bbc.co.uk, 10. August 2008 (aufgerufen am 23. Dezember 2008)

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