Willy Max Rademacher


Willy Max Rademacher

Willy Max Rademacher (* 26. Dezember 1897 in Langenhagen bei Hannover; † 22. Juli 1971 in Hamburg) war ein deutscher Politiker der FDP.

Inhaltsverzeichnis

Leben und Beruf

Rademacher war Inhaber der Spedition Ristelhuebers Nachf. GmbH. Er war nach dem Zweiten Weltkrieg Vorsitzender des Vereins Hamburger Spediteure.[1]

Politik

Rademacher, der nach dem Ersten Weltkrieg der DDP beigetreten war, gehörte während der Zeit des Nationalsozialismus dem Ende 1933 durch die Gruppe Q (später Freies Hamburg) zu Tarnungszwecken gegründeten Verein der Hafenfreunde an.

Rademacher gehörte zu den Mitbegründern der FDP in Hamburg. Auf dem Landesparteitag am 27. Juli 1946 wurde er mit 129 von 186 Stimmen gegen Eduard Wilkening zum Vorsitzenden der FDP Hamburg gewählt.[2] Bis 1958, als er wegen der Belastungen durch sein Bundestagsmandat nicht mehr antrat, und noch einmal von 1966 bis 1969 war er insgesamt 15 Jahre Landesvorsitzender. 1946 wurde er in die erste frei gewählte Hamburgische Bürgerschaft der Nachkriegszeit gewählt. Dieser gehörte er bis zu seiner Wahl in den Deutschen Bundestag an. Bundestagsabgeordneter war er von 1949 bis 1965. Während er 1949 und 1953 ein Direktmandat - 1953 sogar mit der absoluten Mehrheit der Erststimmen - gewinnen konnte, wurde er in den nächsten Legislaturperioden über die Hamburger Landesliste der FDP ins Parlament gewählt. Im Bundestag setzte sich Rademacher insbesondere für die Förderung der deutschen Schifffahrt und der Werftindustrie ein. 1949 bis 1953 war er Vorsitzender des Bundestagsausschusses für das Verkehrswesen, 1953 bis 1957 dessen stellvertretender Vorsitzender. 1957/58 war er als Vertreter des linksliberalen Flügels stellvertretender FDP-Bundesvorsitzender.

Vom 29. November 1961 bis zum 21. Dezember 1965 gehörte Rademacher auch dem Europaparlament an. Dort wirkte er vor allem für eine Harmonisierung der Wettbewerbsregeln im Verkehrsbereich innerhalb der EWG.

1964 hatte Rademacher Kontakt zu den Begründern der Aktionsgemeinschaft Unabhängiger Deutscher (AUD), insbesondere seinem ehemaligen Parteifreund Hermann Schwann, beteiligte sich aber an der Gründung dieser national-neutralistischen Partei nicht.

Literatur

  • Christoph Brauers: Die FDP in Hamburg 1945 – 1953. Start als bürgerliche Linkspartei; Dissertation an der Helmut-Schmidt-Universität der Bundeswehr in Hamburg 2004, Martin Meidenbauer Verlagsbuchhandlung, München 2007, ISBN 978-3-89975-569-5.

Einzelnachweise

  1. Brauers (s. Lit.), S. 188.
  2. Brauers, S. 206.

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