Willi Reiland

Willi Reiland

Willi Reiland (* 2. November 1933 in Oberaltstadt, Kreis Trautenau im Riesengebirge (Böhmen, heute Tschechische Republik)) ist ein promovierter Jurist und deutscher Politiker der SPD. Von 1970 bis 2000 war er Oberbürgermeister der unterfränkischen Stadt Aschaffenburg im Freistaat Bayern.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Im September 1946, d.h. im Alter von 13 Jahren, wurde Reiland zusammen mit seiner Familie vertrieben. Die Familie kam schließlich nach Haibach im Landkreis Aschaffenburg. Nach dem Besuch der Oberrealschule in Aschaffenburg legte Reiland 1953 sein Abitur ab und studierte Rechtswissenschaften in Würzburg. 1957 absolvierte er seine erste Staatsprüfung. Seine Referendarzeit beendete er 1961 mit der Zweiten Juristischen Staatsprüfung. Im Anschluss wurde Reiland Assessor bei der Staatsanwaltschaft Aschaffenburg. Reiland promovierte 1960 zum Dr. jur. mit dem Thema: „Der Entwurf eines bayerischen allgemeinen Verwaltungsgesetzes“.

Am 14. Juli 1962 heiratete Reiland Elvira Hartig. Die Eheleute haben 2 Söhne. Ein besonderer Moment im Leben der Familie Reiland ereignete sich 1977, als sie beim Besuch der schottischen Partnerstadt Perth der britischen Königin Elisabeth II. und Philip Mountbatten, Duke of Edinburgh, vorgestellt wurden.

Reilands dreißigjährige Amtszeit als Oberbürgermeister endete am 30. April 2000. Seine Hobbys sind eine Mineraliensammlung sowie Tennis und Golf.

Politische Karriere

  • 1953 Eintritt in die SPD.
  • 1959 Vorsitzender der SPD im Landkreis Aschaffenburg
  • 1960 Wahl in den Haibacher Gemeinderat (jüngstes Mitglied) und der Kreistages (ebenfalls jüngster Mandatsträger)
  • 1962 – 1970 Mitglied des Bayerischen Landtages (Direktwahl), Sprecher der SPD–Fraktion zum Justizhaushalt und anderer Rechtsfragen, Mitglied des Rechts-, Verfassungs- und Kommunalausschusses.
  • 1966 Wahl zum ehrenamtlichen Bürgermeister der Gemeinde Haibach.

Weitere Ehrenämter: Vorsitzender der Bürgermeister im Landkreis Aschaffenburg im Rahmen des Bayerischen Gemeindetages, Mitglied des Landesvorstandes der SPD (Jugend und Sport), Vorsitzender der Bayerischen Jungsozialisten.

Oberbürgermeister

Am 8. März 1970 wurde Reiland mit 60,15 % der Stimmen bei einer Wahlbeteiligung von 80,81 % zum Oberbürgermeister der Stadt Aschaffenburg gewählt. Zunächst setzte er die Initiativen seines Vorgängers Vinzenz Schwind fort: Den Ausbau der Ringstraße, die Erweiterung der Grünanlagen, die Beibehaltung einer nützlichen Denkmalpflege und die Fertigstellung der City–Galerie, sowie die Ansiedlung neuer Betriebe und forcierte Wohnungsbauprojekte.

Für seine zweite Wahlperiode definierte er folgende Schwerpunkte, deklariert als Arbeitsprogramm 1976 – 1982: Fortentwicklung der verkehrstechnischen und städtebaulichen Konzeption, Ausbau des nördlichen Ringes, Landingtunnel, Erschließung neuer Wohngebiete, Förderung der Jugend und Senioren sowie Pflege der deutsch–französischen Freundschaft mit der Partnerstadt Saint-Germain-en-Laye.

In seine dritte Wahlperiode fiel der Bau des neuen Klinikums, der Stadthalle, Unterfrankenhalle, der Eissporthalle, des West- und Südrings, außerdem der Beginn der Partnerschaft mit der ungarischen Stadt Miskolc. Auch die nächsten zwölf Jahre waren ausgefüllt mit bedeutenden Projekten, das bekannteste darunter der Bau einer Wasseraufbereitungsanlage, ein bis dahin einzigartiges Pilotprojekt in Europa.

Auszeichnungen und Ehrungen

Literatur

  • Carsten Pollnick: Aschaffenburger Stadtoberhäupter Würzburg: Volksblatt Verlagsgesellschaft mbH 1983, ISBN 3-429-00875-1
  • Stadt Aschaffenburg – Dr. Willi Reiland Oberbürgermeister der Stadt Aschaffenburg 1970 – 2000 ISBN 3-922355-23-4

Weblinks


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