Wikimedia-Stiftung


Wikimedia-Stiftung

Der Begriff Wikimedia bezieht sich in erster Linie auf die Wikimedia Foundation (dt. Wikimedia Stiftung; kurz: WMF), welche eine internationale nichtstaatliche Non-Profit-Organisation ist, die sich der Förderung freien Wissens verschrieben hat. Für die Sammlung, Entwicklung und Verbreitung der Inhalte setzt sie Wikis ein. Das mit Abstand bekannteste Wiki, das die Wikimedia Foundation betreibt, ist die freie Enzyklopädie Wikipedia – daneben gibt es aber auch etliche andere Projekte.

Ferner gibt es nationale Wikimedia-Organisationen (chapters), meist in der Rechtsform eines (eingetragenen) Vereins. Sie unterstützen die Wikimedia-Projekte, betreiben sie aber nicht und haben auch keinen Einfluss auf die Inhalte. Im deutschsprachigen Raum sind die Wikimedia Deutschland, die Wikimedia Österreich und die Wikimedia CH aktiv.

Inhaltsverzeichnis

Organisation

Übersicht

Organisationsstruktur der Wikimedia Foundation


Wikimedia Foundation

Vorsitzender Michael Snow

Die Wikimedia Foundation Inc. ist eine Stiftung nach dem Recht des amerikanischen Bundesstaates Florida. Sie hat also keine Mitglieder, sondern nur eine Satzung und ein Kuratorium; im Unterschied zu einer europäischen Stiftung hat sie kein Kapital, von dessen Zinsen die Organisation zehren würde.

Die Gründung gab der Wikipedia-Gründer Jimbo Wales am 20. Juni 2003 bekannt. Mit der Gründung der Wikimedia Foundation übertrugen ihr Jimbo Wales und Bomis alle im Zusammenhang mit der Wikipedia oder ihrer Schwesterprojekte stehenden Rechte an Namen und Domains sowie die bis dato angeschafften Server.[5]

Den Namen „Wikimedia“ erfand Sheldon Rampton, amerikanischer Autor und Betreiber von SourceWatch (vormals Disinfopedia).[6]

Geschäftsstelle

Die Wikimedia Foundation hatte zunächst ein Büro in Saint Petersburg in Florida, seit Ende 2007 ist dieses in San Francisco. Dort arbeiten etwa 15 Mitarbeiter, die meisten von ihnen sind mit der Technik betraut.

Vorsitzende des Kuratoriums

Das höchste Gremium der Foundation ist das Kuratorium (Board of Trustees). Vorsitzender ist seit Juli 2008 Michael Snow. Ferner gibt es weitere Gremien wie einen Beirat und Arbeitsgruppen.

  • Juni 2003 bis Oktober 2006: Jimbo Wales
  • Oktober 2006 bis Juli 2008: Florence Nibart-Devouard
  • seit Juli 2008: Michael Snow

Nationale Organisationen

Chapters der Wikimedia weltweit

Am 13. Juni 2004 wurde in Berlin mit dem Verein Wikimedia Deutschland – Gesellschaft zur Förderung Freien Wissens e. V. die erste nationale Wikimedia-Organisation gegründet. Im Oktober desselben Jahres folgte die französische Wikimédia France. Mittlerweile gibt es in vielen weiteren Ländern lokale Wikimedia-Organisationen, unter anderem in Italien, Großbritannien, Taiwan, Israel, der Schweiz, den Niederlanden und Österreich.

Die Organisationen werden im Englischen als Chapter bezeichnet. Sie sind allerdings eigenständig und nicht etwa von der Foundation abhängig, erhalten jedoch von der Foundation das Recht, im jeweiligen Land mit der geschützten Bezeichnung „Wikimedia“ aufzutreten und die weiteren Marken der Foundation zu verwenden.

Die nationalen Organisationen unterstützen vor Ort die Wikimedia-Projekte, beispielsweise durch die Veranstaltung von Treffen und Workshops oder durch Öffentlichkeitsarbeit. Sie betreiben keine Projekte, wie die Wikipedia oder Wikiquote, da dies die Aufgabe der Wikimedia Foundation ist. Ferner nehmen die nationalen Organisationen keine inhaltlichen Änderungen an der Wikipedia oder anderen Projekten vor. Ordnungsdienst in den Projekten leisten die von den Wikipedianern gewählten Administratoren und alle anderen Bearbeiter.

Die jeweiligen Internetadressen http://wikipedia.de/, http://wikipedia.at/ und http://wikipedia.ch/ weisen aus rechtlichen Gründen als Domaineigner die nationalen Vereine aus, nicht die Wikimedia Foundation, die http://wikipedia.org betreut. Diese drei genannten Seiten enthalten landesspezifische Portale für die Wikipedia.

Projekte der Wikimedia

In allen Wikimedia-Projekten erstellen die Benutzer gemeinschaftlich die Inhalte, es gibt also keine bezahlten und letztlich entscheidenden Redaktionen. Die Inhalte sind in der Regel frei, praktisch alle Texte stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Als technische Plattform der Projekte dient die primär zu diesem Zweck entwickelte Software MediaWiki.

Zu den wichtigsten Projekten zählen neben der freien Enzyklopädie Wikipedia das Wörterbuch Wiktionary und Wikibooks – ein Projekt zum Aufbau von freien Lernmaterialien – und die Zitatesammlung Wikiquote. Weitere Projekte sind Wikisource für freie Texte, das experimentelle Artenverzeichnis Wikispecies, Wikimedia Commons für Bilder und andere Multimedia-Daten, Wikinews, eine freie Nachrichtenquelle und Wikiversity, eine Plattform zur gemeinschaftlichen Bearbeitung wissenschaftlicher Projekte.

ComScore zufolge wurden die Wikimedia-Projekte im Juni 2008 von insgesamt 250 Millionen Besuchern weltweit aufgerufen.[7]

Technische Infrastruktur

Serverstruktur der Wikimedia (Stand 3/2006)

Zum Betrieb der verschiedenen Projekte unterhält die Wikimedia Foundation eine umfangreiche technische Infrastruktur. Kernstück ist ein Rechenzentrum in Tampa, Florida, in dem 285 Server (Stand Dezember 2007) stehen. Daneben gibt es noch kleinere Standorte in Aubervilliers, Seoul und Amsterdam mit fünf, 23 bzw. 43 Servern. Insgesamt sind somit 356 Server in Betrieb.

Finanzierung

Finanzplan 2007–2008

Wikimedia finanziert sich bisher fast ausschließlich durch Spenden. Überwiegend handelte es sich dabei um kleinere Einzelspenden von Privatpersonen. Weitere Unterstützung erhält Wikimedia in Form von Geld- und Sachzuwendungen von anderen Stiftungen und Unternehmen, darunter seit Frühjahr 2005 auch der Suchmaschinen- und Internetportal-Betreiber Yahoo.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. a b Wikimedia Foundation Board of Trustees
  2. Kuratoriumsbeschluss zur Anstellung Sue Gardners als Geschäftsführerin
  3. Haushalt 2007/08
  4. Ein Dankeschön von Wikipediagründer Jimmy Wales
  5. Jimmy Wales: Ankündigung der Stiftungsgründung. (E-Mail, 20. Juni 2003)
  6. Sheldon Rampton: Namensvorschlag Wikimedia. (E-Mail, 16. März 2003)
  7. Siehe comScore data on Wikimedia.

Wikimedia Foundation.

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